Samstag, 30. Mai 2009

Tausend Hügel begrünen


Als "Land der tausend Hügel" war Ruanda einst bekannt. Wer heute aus der Hauptstadt Kigali hinausfährt, findet jedoch von der einstigen grünen Kulturlandschaft nicht mehr viel vor. Ganze Abhänge sind abgerutscht, die rotbraune Erde ist nackt und unbewachsen. Am Fuß der Hügel wälzen sich schlammige Fluten, gesättigt vom einstigen Ackerland. Erosion ist eines der größten Umweltprobleme in einer der kleinsten Nationen Afrikas.

Neun Millionen Menschen leben hier auf einer Fläche von der Größe Belgiens; fast alle sind Kleinbauern. Brandrodung, Abholzung und Überbewirtschaftung laugen das Land aus. Und dabei steigt die Bevölkerungsdichte rasant. In zwanzig Jahren, so sagen die Demoskopen voraus, wird die Bevölkerung sich verdoppelt haben.

Kaum zu glauben, dass das Land eine ökologische Vorzeigenation sein soll. Doch genau das wird Ruanda vom Global Footprint Network bescheinigt, das jährlich den "Ökologischen Fußabdruck", also den Umweltverbrauch aller Länder, misst. In Ruanda liegt der bei 0,7 und damit deutlich unter dem, was die Bevölkerung an Umweltverbrauch für sich beanspruchen dürfte. 1,0 ist dieser Idealwert, Deutschland etwa liegt mit 4,2 deutlich darüber; die gesamte Erde hat einen Fußabdruck von 2,23 - das bedeutet, mehr als zwei Planeten wären nötig, um die derzeitige Naturzerstörung auszugleichen.

Dass Ruanda als eines der ärmsten Länder der Erde einen niedrigen Fußabdruck hat, ist noch nicht überraschend - dass dieser Fußabdruck aber seit Jahren kleiner wird, obwohl die Wirtschaft wächst, doch. Welches Geheimnis hat Ruanda, das andere Länder nicht haben?

Entschlossenheit, sagt Ruandas Präsident Paul Kagame. "Afrikas Wirtschaftswachstum hängt direkt von Landwirtschaft, Tourismus, Fischerei und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen ab. All das ist nur mit einem effektiven Umweltmanagement möglich." Bei einem Finanzgipfel in Kigali warf Kagame den afrikanischen Regierenden jüngst in brüskem Tonfall vor, in Umweltfragen immer in Verzug zu sein: "Unser generelles Problem in Afrika ist die Umsetzung."

Wer den Mund so voll nimmt, muss zu Hause Erfolge vorweisen können: Dazu gehören in Ruanda etwa die Programme für Aufforstung und Terrassierung, die die Nationale Umweltbehörde REMA im ganzen Land vorantreibt. Inzwischen stammen nach REMA-Angaben bereits achtzig Prozent des in Ruanda verbrauchten Holzes aus einheimischen, nachwachsenden Plantagen.

Eine weitere Kernfrage lautet: Wie kann der Energiebedarf eines Landes gedeckt werden, das innerhalb von zehn Jahren ein Drittel der Bevölkerung ans Stromnetz anschließen will - derzeit sind es gerade einmal sechs Prozent - und auf weitere Industrialisierung baut?

Die Antwort gibt Eva Paul. Die ehemalige Mitarbeiterin der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) gehört zu der großen ausländischen Community, die im Infrastrukturministerium in Kigali arbeitet. Diese Spezialisten sollen dem Land helfen, bis 2020 ökologisch nachhaltig vom Entwicklungs- zum Schwellenland aufzusteigen.

"Seit November vergangenen Jahres pumpen wir Methan aus dem Kivu-See in einen schwimmenden Generator", erklärt Eva Paul in ihrem Büro im Regierungsviertel. In der Tiefe des Kivu-Sees an der Grenze zum Kongo liegen Methan-Vorkommen, die für mehr als 50 Jahre ausreichen könnten. "Im Moment werden vom Kivu-See aus zwei Megawatt ins Netz eingespeist", so Paul. "Gerade haben wir einen Vertrag mit der amerikanischen Firma Contour Global unterschrieben, die die Leistung bis Ende kommenden Jahres auf 100 Megawatt erhöhen wird." 100 Megawatt - das ist fast doppelt so viel wie Ruandas derzeitige Gesamtleistung. Ein Konsortium, an dem der Aga Khan beteiligt ist, verhandelt in diesen Monaten über die Lizenz, weitere 100 Megawatt Strom zu erzeugen. "Ein südafrikanischer Investor will aus dem Methan 1.000 Barrel Treibstoff pro Tag erzeugen, und wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die die Herstellung von Kunstdünger aus Methan prüft", so Paul.

Afrikas größte Solaranlage, nur eine halbe Stunde Fahrt von Kigali entfernt auf einem Hügel gelegen, ist ein Prototyp für Insellösungen. "Solarenergie ist zu teuer, um sie ins Netz einzuspeisen", so Paul. In einem extra Programm werden derzeit Schulen und Krankenhäuser mit Solarzellen ausgestattet. Dem gleichen Zweck dienen die 15.000 Biogasanlagen, die derzeit mit Unterstützung der GTZ vor allem an Latrinen von Kleinbauern installiert werden. "Die Familien kochen mit Biogas statt mit Feuerholz, das schont die Ressourcen", erklärt Koordinator Gerard Hendriksen. Ressourcenarmut, so scheint es, macht - zumindest im Falle Ruanda - erfinderisch.

(Copyright die tageszeitung, 30.5.09)

Freitag, 29. Mai 2009

Die weißen Schwarzen


Die Trommeln schlagen dumpf, eine helle Stimme singt dazu. David Ntanga und seine zehnköpfige Tanzgruppe bewegen sich im Takt. Die Menge hält den Atem an, als die Truppe völlig synchron nach vorne springt. Die Musik erstirbt, Beifall brandet auf. Ein lang gezogener Pfiff aus einer der hinteren Reihen schmerzt in den Ohren. Ein paar hundert Menschen haben sich versammelt, um der Performance zuzusehen; Ntanga ist zufrieden. "Es gibt immer mehr Menschen, die uns zujubeln und sagen: Macht weiter so", freut sich der Mittdreißiger in Jeans und kurzärmeligem Khakihemd. "Aber die Mehrheit glaubt immer noch, wir können nichts. Schließlich sind wir nur Albinos."

"Albino Kulturbefreiungsfront" nennt sich Ntangas Ensemble, und der Name ist Programm. Mit Tanz, Musik, Theater und Filmvorführungen tourt die Gruppe seit Wochen durch Tansania und Nachbarländer, tritt in Clubs und auf staubigen Dorfplätzen auf. "Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind", sagt Ntanga. "Für viele einfache Leute ist es das erste Mal, dass sie einen Albino bewusst ansehen und nicht einfach angeekelt wegschauen."

Der Kampf um mehr Verständnis für ihr Anderssein ist in Tansania nicht nur eine Frage der Emanzipation, sondern des Überlebens. Vor rund einem Jahr begannen die ersten Ritualmorde, bei denen Albinos lebend Arme oder Beine abgehackt wurden. Andere wurden umgebracht, bevor man ihnen die Haut abzog. "Nach Sonnenuntergang bin ich nicht mehr auf der Straße unterwegs", sagt Ntanga, der in einem der Armenviertel von Tansanias Drei-Millionen-Metropole Daressalam lebt.

Tansania gilt als das Land mit den meisten Albinos weltweit, schätzungsweise 200.000, wovon aber nur 4.000 registriert sind. Seit zwielichtige Wunderheiler die Parole ausgegeben haben, dass sie ihren Besitzer reich machen können, ist der Handel mit Albinokörperteilen ein Riesengeschäft. Die Polizei schätzt die Zahl der Morde auf mehr als 40. Ernest Kimayo glaubt aber, dass es wesentlich mehr sind, sie seien den Behörden bloß nie gemeldet worden. Auch er überlegt sich zweimal, wohin er geht. "Ich habe sogar Angst, tagsüber in ein Büro zu gehen oder Geschäftspartner zu treffen, weil ich nicht sicher sein kann, ob mich derjenige nicht an die Mörder verkaufen will", sagt der Vorsitzende des tansanischen Albinoverbandes. An die schiefen Blicke, die schwarze Tansanier den bleichen Albinos zuwerfen, hat Kimayo sich gewöhnt. Auch dass Leute die Straßenseite wechseln, wenn er kommt, berührt ihn nicht mehr. "Als Kind wollten mich immer alle betatschen: Wenn wir die Haut anfassen, fließt sofort Blut heraus, haben die gesagt", erinnert sich Kimayo. Doch Unverständnis und Diskriminierung sind das eine. "Es ging uns nie wirklich gut, aber so einen Horror wie jetzt haben wir noch nie erlebt."

In seinem kleinen, stickigen Büro auf dem Gelände des Ocean Road Hospital, einem der größten Krankenhäuser der Stadt, sammelt Kimayo die Geschichten der Opfer. Besonders schlimm, sagt er, sei die Lage im Westen Tansanias, wo der Geisterglaube sehr verbreitet ist. Auffällig viele Tote gab es in den Dörfern am Victoriasee, weil Fischer Albinohaare in ihre Netze flechten und damit auf eine größere Ausbeute hoffen. Auch in den Minen der Region glaubt man, dass der Gebrauch von Albinokörperteilen Glück beim Schürfen bringt.

Esther Charles war erst zehn Jahre alt, als sie von einer Bande in der elterlichen Hütte in ihrem Heimatdorf Shilela aufgespürt wurde. Das fröhliche Mädchen mit dem weißen Haar und den empfindlichen Augen wurde brutal ermordet: mit Macheten regelrecht in Stücke geschnitten. Finger, Augen, Geschlechtsteile oder auch nur ein Stück Haut bringen den Mördern weit mehr Geld, als sie sonst in einem Monat verdienen können, weiß Kimayo.

Auftraggeber der grausamen Verfolger sind anerkannte Wunderheiler. Und die sind aus dem tansanischen Alltag nicht wegzudenken. "Unternehmer legen Albinoschädel auf ihre Goldmine, damit das Gold auf magische Weise an die Oberfläche steigt", berichtet Kimayo. "Fischer benutzen Albinofleisch als Köder, weil sie glauben, dass die gefangenen Fische dann Gold im Bauch haben." Andere sind der Ansicht, dass sich ihre Krankheiten durch Albinokörperteile heilen lassen. Auf der Straße hört Kimayo ständig Getuschel.

Im winzigen Ort Kimnyak im Westen Tansanias, am Fuße des 4.600 Meter hohen Berges Meru, lebt der siebenjährige Metili Mollel bei seinen Großeltern. Er ist ein echter "weißer Maasai" - ein Albinojunge aus dem ostafrikanischen Hirtenvolk. Bis zum vorigen Jahr war sein schlimmster Feind die Sonne, die seine Haut erbarmungslos verbrennt. Dann wollte sein Vater ihn umbringen, weil bei den Maasai Albinos als Inkarnation des Teufels gelten. Großvater Samuel Mollel rettete seinem Enkel das Leben und nahm ihn auf, obwohl die Familie nur von ein paar Kühen und Ziegen und etwas Maisanbau lebt. "Ich darf nicht alleine auf die Straße", sagt der Junge. "Nicht mal zu den Nachbarn kann ich allein gehen." Auf der Straße wird er als "Zero Zero" beschimpft - als Brut des Teufels. Noch versteht er diesen Schimpfnamen nicht, aber seine Großeltern wissen Bescheid. In der schönen, leeren Savannenlandschaft ist die Polizei weit entfernt, und Albinos sind schutzlos. "Eigentlich ist der Kleine nie alleine. Wir haben ihn auch gewarnt, Süßigkeiten von Fremden anzunehmen", erzählt der Großvater.

Selbst die Schule stellt für Metili keinen sicheren Platz dar. "Meine Augen sind schlecht, ich kann oft nicht erkennen, was an der Tafel steht. Der Lehrer will, dass ich in eine Sonderschule gehe", erzählt der Junge mit leiser Stimme. In ganz Tansania gibt es nur eine solche Sonderschule - in der weit entfernten Hauptstadt Daressalam. Metili setzt sich in den Schatten des Hauses. Er ist ein einsamer Junge. Draußen spielen ist gefährlich, weil die Sonne Hautkrebs verursacht und ihm Mörder auflauern könnten. Im Haus zu bleiben ist das Beste, aber es macht einen Gefangenen aus ihm.

Nicht weit von Kimnyak entfernt, in der Stadt Arusha, bereiten sich Albinos auf die Selbstverteidigung vor. "Ich habe die erste Anzahlung für eine Pistole geleistet", erzählt Godson Mollel, Vorsitzender der Arusha-Abteilung der landesweiten Organisation Chama cha Albinos, die allerdings nur etwas mehr als 200 Mitglieder hat. Er ist mit dem kleinen Metili nicht verwandt - die meisten Maasai in der Arusha-Region heißen Mollel oder Leyser. Godson Mollel hat Angst. "Ich muss mich selbst schützen, weil die Behörden das nicht tun."

Um seinen Waffenschein zu lesen, muss sich der 40-Jährige den Zettel ganz dicht vor die Augen halten. Die Frage, ob es nicht gefährlich ist, eine Waffe zu besitzen, wenn er kaum sehen kann, ist für ihn nicht relevant. "Ich habe Angst", rechtfertigt er sich. "Tagsüber traue ich mich kaum auf die Straße, und abends schließe ich mich zu Hause ein. Eine Pistole verschafft mir Beruhigung."

In seinem Innenstadtbüro kann er kaum Gäste empfangen. Es reicht gerade für einen Tisch und einen Stuhl. Durch das offene Fenster dringen Geräusche vom nahen Markt hinein - eine andere Welt. "Ich habe selten Spaß im Leben", sagt Godson Mollel. "Vorige Woche erst ist ein Albino verblutet, während seine Angreifer ihm Beine, Penis und Hodensack abhackten. Dann rasierten sie ihm die Haare ab." Das Grab eines Albinos, der vor Kurzem in Arusha eines natürlichen Todes starb, musste zubetoniert werden. "Nur so kann seine Familie sicher sein, dass nachts nicht die Zauberer kommen, um die Leiche auszugraben", erzählt Godson.

Es ist schwer, Verständnis für seine potenziellen Mörder aufzubringen. Und doch ist es das, was Al-Shaymaa Kwegyir in der fernen Hauptstadt Daressalam jeden Tag aufs Neue versucht. "Die Leute sind arm und ungebildet", verteidigt die einzige Albinoparlamentarierin Tansanias diejenigen, die ihr und anderen Albinos nach dem Leben trachten. "Niemand hat ihnen je gesagt, dass wir ganz normale Menschen sind." Auch Kwegyir wurde als Kind gehänselt, "Niemand" nannten ihre Mitschüler sie oder "Geist". Jetzt wurde Kwegyir von Tansanias Präsident Jakaya Kikwete persönlich zur Parlamentsabgeordneten ernannt. "Als er mich angerufen hat, konnte ich kaum fassen, dass er denkt, dass ich genauso gut arbeiten kann wie ein normaler Mensch", platzt es aus der langjährigen Aktivistin heraus. Die immer wieder gehörten Vorurteile haben Narben hinterlassen. "Wenn ich mich um einen Job beworben habe, wurde ich als Einzige nicht zu einem Gespräch eingeladen, weil die Arbeitgeber dachten: Die kann ohnehin nichts."

Früher, sagt Kwegyir, seien Albinos oft schon nach der Geburt umgebracht worden. "Sie wurden ertränkt, oder man hat ihnen das Genick umgedreht. Ein Albinobaby galt als Fluch." Ihrer Mutter hat Kwegyir nie vergessen, dass sie ihr immer wieder versichert hat, wie sehr sie die Tochter liebt. "Sie hat gesagt, Gott hat mich so gewollt", sagt Kwegyir, und ihre Augen werden feucht. "Das gibt mir bis heute die Kraft, durchs Land zu reisen und Aufklärung zu betreiben."

Die Serie der Morde ist in jüngster Zeit abgeebbt. Dazu hat nach Ansicht der Abgeordneten auch beigetragen, dass die Regierung inzwischen zur Jagd auf die Albinomörder geblasen hat - mit dem Mittel der Denunziation. "Wir haben im ganzen Land Urnen und Wahlkabinen aufgestellt, und im Schutz der Anonymität konnten die Leute die Namen derer aufschreiben, die sie für schuldig halten." Kwegyir glaubt, dass mindestens vier Arten von Gangstern am Albinogeschäft mitverdienen. "Es gibt Scouts, die herausfinden, wo Albinos leben, es gibt die Mörder, dann diejenigen, die die Körperteile abtrennen und verkaufen, und schließlich gibt es noch die Kunden."

Derzeit stellt die Regierung Listen aller Personen zusammen, die in eine dieser Kategorien fallen. Was genau mit den Verdächtigten geschehen soll, weiß Kwegyir nicht - schließlich gibt es auch in Tansania Gesetze, die die Strafverfolgung regeln. "Wir wollten den Mördern vor allem Angst machen, und das ist uns gelungen." Mehr als 200 Menschen wurden verhaftet, bestätigt Godson Mollel in Arusha - verurteilt wurde noch niemand.

Die Albino-Selbsthilfegruppen lassen nicht locker. Sie haben zusammen mit Menschenrechtsorganisationen Klage beim Obersten Gericht eingereicht, weil die Regierung Leben und Gesundheit von Albinos nicht schütze und damit die tansanische Verfassung verletze. Letzte Woche begannen die Anhörungen in der Sache.

Die Sensibilisierung der tansanischen Öffentlichkeit für die Albinos ist neu - wie auch die Aufmerksamkeit für die geheime Welt der Wunderheiler. Maimuna Ramadhani hat in Arusha ein winziges Geschäft, eingeklemmt zwischen einer Schneiderei und einem Friseursalon. Sie verkauft Kräuter gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden. Sie benutze keine Albinokörperteile, sagt sie, "nicht mal Blut von Tieren. Ich verarbeite bloß Pflanzen und Wurzeln. Ich bin eine Naturheilerin, kein Zauberer." Dennoch bietet auch sie ein Öl für die Stirn an, das Glück bringen soll.

"Ich glaube nicht, dass die tansanianischen Zauberer verantwortlich sind", sagt sie zu den Morden und hat dafür eine professionelle Erklärung: "Man muss die Haut vom Fleisch trennen. Dazu braucht man Chemikalien, und die haben wir in Tansania genauso wenig wie Kenntnisse darüber." Die Regierung hat vorläufig allen Naturheilern und Zauberern die Arbeit verboten. Aber die Geschäfte gehen weiter wie früher.

Keiner scheint zu wissen, warum die Gewaltwelle gegen Albinos 2007 anfing. Godson Mollel glaubt, nigerianische TV-Filme sind schuld. Das sind Dramen voller Geister, Zauberer und Wunder. In Nigeria ist der Glaube, dass Albinos außerordentliche Kräfte besitzen, weit verbreitet. Sie werden oft eingeladen, um Segnungen auszusprechen, etwa beim Bezug eines neuen Hauses oder der Eröffnung eines neuen Betriebes. Dort ist ihr Anderssein positiv besetzt.

Die billig produzierten und verkauften nigerianischen Videos, als "Nollywood" bekannt, sind in ganz Afrika verbreitet. "Die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwindet für dumme Menschen", meint Godson Mollel. "Irgendwie muss es ein paar Menschen auf tödliche Gedanken gebracht haben." Auch der Aktivist Kimayo warnt: "Im Fernsehen laufen immer mehr nigerianische Serien und Filme, in denen Geisterheiler eine schier unbegrenzte Macht haben. Das stärkt natürlich die traditionell ohnehin schon mächtigen Heiler im Dorf."

Dazu kommt die Gier. Am Anfang gruben die Beschaffer noch Leichen von Albinos auf Friedhöfen aus, um die Nachfrage zu bedienen. Als aber ein vollständiger Albinokörper bis zu 350.000 Euro einbrachte, schlossen sich überall im Land Kopfjäger der Hatz an. Auch in Kenia hat es die ersten Morde gegeben. In Burundi, wo am 19. Mai in der Stadt Ruyigi nahe der Grenze zu Tansania der erste Prozess wegen einer Serie von Albinomorden begann, hat der oberste Staatsanwalt der Grenzregion alle Albinos der Gegend in sein Haus einquartiert, das er wie eine Festung schützt. Den langen Marsch nach Ruyigi legen die meisten fernab der Hauptstraßen im Schutz der Dunkelheit zurück.

(Copyright die tageszeitung, 29.5.09)

Dienstag, 14. April 2009

Geiseldrama auf hoher See beendet


Es ist der Stoff, aus dem große Dramen sind: ein Kapitän, der sich als Geisel zur Verfügung stellt, um Schiff und Besatzung zu retten; vier Piraten, die von Bord eines manövrierunfähigen Rettungsbootes aus das Geschäft ihres Lebens machen wollten; und eine militärische Supermacht, die mit drei Kriegsschiffen jede Bewegung an Bord des nur wenige hundert Meter entfernten Rettungsbootes verfolgte. Kein Wunder, dass die Geiselnahme auch dramatisch endete.

"Der Kommandant an Bord der 'USS Bainbridge' hat innerhalb von Sekunden entschieden, dass sich Kapitän Richard Phillips in akuter Lebensgefahr befindet", erklärte der Chef des Zentralkommandos der US-Marine, Vize-Admiral William Gortney, kurz nach der Befreiung am Samstagabend. Da hatten die Piraten offenbar ihre Waffen auf Phillips gerichtet, nachdem die US-Verhandlungsführer sich geweigert hatten, das geforderte Lösegeld von zwei Millionen US-Dollar zu bezahlen. "Drei Piraten wurden von Scharfschützen erschossen, der vierte ergab sich." Phillips Befreiung sei von Spezialeinheiten ausgeführt worden.

Dem 53-jährigen Phillips, dessen Schicksal in den vergangenen Tagen ganz Amerika bewegt hatte, geht es gut. Er soll bald nach Hause fliegen. Mit Jubelgebrüll reagierte Phillips Crew auf die Befreiung: Die 19 Seeleute an Bord der "Maersk Alabama" waren am Samstagabend in Kenias Hafenstadt Mombasa angekommen. "Wir haben es geschafft", rief ein Matrose von Bord der "Alabama" über Absperrungen hinweg Journalisten zu. "Captain Phillips ist unser Held", schrie ein anderer.

Doch nicht alle feiern. Andrew Mwangura, der die Piraterie vor Somalias Küste seit Jahren verfolgt, befürchtet, dass die gewaltsame Befreiung das Leben künftiger Geiseln gefährdet. "Man hat die Piraten gewalttätiger gemacht", so Mwangura. In der Vergangenheit sei den Geiseln nie etwas geschehen. "Jetzt wird es passieren, dass Piraten Geiseln umbringen, um so ihr eigenes Leben zu retten." Selbst US-Militär Gortney räumt das ein. "Dadurch könnte die Gewalt in diesem Teil der Welt zweifellos sprunghaft zunehmen." Mehrere Piratengruppen haben bereits mit Vergeltung gedroht.

In der Nacht zum Montag flogen zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden Armeehelikopter über Piratenhäfen an der somalischen Küste. "Erst töten sie unsere Freunde, dann müssen wir Angst vor Bombardements haben", so ein Pirat. "Amerika ist unser neuer Feind." Der Fall Phillips scheint auch Bewegung in die politische Debatte zu bringen. Der Kongressabgeordnete Donald Payne landete am Montag als erster US-Politiker seit dem traumatischen Tod mehrerer US-Soldaten 1994 in Mogadischu, um Gespräche mit der weitgehend machtlosen Übergangsregierung zu führen.

Nach der Freilassung von Phillips befindet sich jetzt noch ein amerikanisches Schiff in der Hand somalischer Seeräuber. Der Schlepper unter italienischer Flagge war am Samstag gekapert worden. Auch der deutsche Frachter "Hansa Stavanger" mit fünf deutschen Seeleuten an Bord wird seit mehr als einer Woche von Piraten festgehalten.

Gerätselt wird unterdessen über die Fracht an Bord der "Maersk Alabama". Laut offiziellen Angaben befindet sich in den Containern Lebensmittelhilfe für Ostafrika. Doch FBI und CIA, die kurz nach der Ankunft in Mombasa die Kontrolle über die "Alabama" übernommen haben, weigern sich kenianischen Zollbeamten zufolge, den Inhalt zu deklarieren. Es könnten militärisch heikle Güter darunter sein: Die "Maersk Alabama" ist Teil eines Spezialprogramms der Marine, mit dem vertrauenswürdige Schiffe für Militärtransporte akquiriert werden.

(Copyright die tageszeitung, 14.4.09)

Dienstag, 7. April 2009

Der gedeckte Mörder


"Hier ist Radio Libre Mille Collines", ruft der Moderator schwer atmend in sein Mikrofon. "Die Gräben sind erst zur Hälfte mit Tutsi-Leichen gefüllt, helft mit, sie aufzufüllen!" Es ist Frühjahr 1994 in Ruanda, seit dem 7. April haben die Morde an Tutsi und moderaten Hutu begonnen. Macheten, die schon vor Monaten lastwagenweise eingeführt worden sind, werden an die Hutu-Bevölkerungsmehrheit verteilt. Angeheizt wird die Stimmung von den Scharfmachern im Freien Radio der tausend Hügel, die später sogar Musikstücke senden, die den Völkermord glorifizieren. Später werden Medienwissenschaftler sagen, dass die Hasssendungen maßgeblich dazu beigetragen haben, den Völkermord am Laufen zu halten.

Der Mann, der hinter Radio Libre Mille Collines steckt, ist derselbe, der den Import von zehntausenden Macheten organisierte: Félicien Kabuga, einer der reichsten Männer Ruandas und Hutu-Extremist, für dessen Ergreifung die US-Regierung ein Lösegeld von 5 Millionen US-Dollar ausgesetzt hat. Doch 15 Jahre nach Beginn des Genozids ist der inzwischen 74-Jährige immer noch auf der Flucht. "Von den 97 Angeklagten haben wir 84 festnehmen können", bilanziert Roland Amoussouga, Sprecher des Internationalen Kriegsverbrechertribunals für Ruanda im tansanischen Arusha. "Nur 13 sind noch auf der Flucht."

Doch unter diesen 13 sind die vielleicht wichtigsten noch lebenden Hintermänner des Genozids: der damalige Verteidigungsminister Augustin Bizimana etwa, und Protais Mpiranya, Chef der besonders brutalen Präsidialgarde. Und Kabuga, der als Finanzier des Völkermordes gilt. "Bei vielen wissen wir ungefähr, wo sie sich aufhalten", sagt Hassan Jallow, der Chefankläger des von den UN eingerichteten Tribunals. Doch das reicht zur Festnahme nicht aus, denn das Tribunal hat keine Polizei. Wenn Jallow weiß, wo sich ein Verdächtiger aufhält, dann muss er die Regierung des Landes um Amtshilfe bitten. "Und nicht alle Regierungen sind so kooperativ, wie wir uns das wünschen würden."

Niemand zweifelt ernsthaft daran, dass sich Félicien Kabuga seit fast 15 Jahren meistens in Kenias Hauptstadt Nairobi aufhält. Am 3. September 1994 stempelten Einreisebeamte seinen Pass am internationalen Flughafen, seine Frau und sechs Kinder folgten kurze Zeit später nach. Kenia war nicht Kabugas erste Wahl: Weder die Schweiz noch das damalige Zaire war bereit, den Völkermörder aufzunehmen.

In Kenia hingegen wurde Kabuga mit offenen Armen empfangen. "Der damalige ruandische Botschafter Cyprien Habimana sorgte dafür, dass eine ganze Reihe von Völkermördern Flüchtlingsstatus bekamen", erklärt ein damaliger Mitarbeiter von Kenias Ausländerbehörde im Schutz der Anonymität. Erst im Dezember wurde Habimana von der neuen Regierung nach Kigali zurückgerufen. Da hatte Kabuga bereits seine erste Wohnung im schicken Gemina Court bezogen, gleich neben der Witwe von Expräsident Juvénal Habyarimana. So groß war der Andrang der Extremisten, dass im September 1994 in der All Saints Basilica eine eigene Schule für 140 ihrer Kinder eröffnet wurde, in der auf Kinyarwanda unterrichtet wurde. Auch die tutsifeindliche Hetzschrift Kangura, die in kongolesischen Hutu-Flüchtlingslagern verteilt wurde, wurde in Nairobi gedruckt.

Die Kenia-Connection der Hutu-Elite um den ermordeten Präsident Juvenal Habyarimana, dessen Flugzeug am Vorabend des 7. April 1994 abgeschossen wurde, hat Tradition. Habyarimana selbst war mit Kenias autokratischem Präsidenten Daniel arap Moi gut befreundet und unterhielt mehrere Firmen in Mombasa und an Kenias Küste. Auch Kabuga hatte Verbindungen. Sein wohl nützlichster Beschützer soll der damalige Chef des gefürchteten Geheimdienstes, Zakayo Cheruiyot, gewesen sein. Vieles spricht dafür, dass es innerhalb von Bürokratie und Politik bis heute zahlreiche Männer gibt, die ihre schützende Hand über Kabuga halten.

Selbst der sonst eher diplomatische Chefankläger des Völkermordtribunals Jallow kritisiert Kenias Regierung mittlerweile öffentlich. "Im Kongo hat die Regierung Probleme mit ihrer Kapazität und kann deshalb viele Flüchtlinge nicht fassen", so Jallow. "In Kenia geht es nicht um Kapazität, es geht um politischen Willen."

Eine von Jallow ins Leben gerufene Taskforce, der Vertreter des Tribunals und der kenianischen Polizei angehören, legte vor nicht einmal einem Jahr einen bestürzenden Bericht vor: Das Netzwerk, das Kabuga zu seinem Schutz aufgebaut habe, umfasse den Expolizeipräsidenten des Landes, zwei persönliche Referenten des Präsidenten, zwei Minister, Kenias obersten Verwaltungschef und Heerscharen von Geschäftsleuten und Rechtsanwälten. Ein Vertrauter des ehemaligen Präsidenten Mois habe zudem mit der neuen Regierung eine Vereinbarung darüber geschlossen, dass Kabuga weiterhin geschützt werde. Die Regierung Kibaki, die bis heute im Amt ist, wies alle Vorwürfe zurück. Der Bericht wurde nie veröffentlicht.

Wer den Fall Kabuga verfolgt, lebt gefährlich. Der kenianische Journalist Cyrus Ombati, der die Spur Kabugas seit Jahren verfolgt, ist sich dessen bewusst. Und dennoch will er nicht schweigen. "Die Regierung behauptet, Kabuga sei nicht im Land, aber gleichzeitig hat sie ihn gerade wegen Steuerhinterziehung angeklagt", weist er auf einen der vielen Widersprüche hin. "Polizeibeamte geben im Vieraugengespräch offen zu, dass er sich in Kenia frei bewegen kann", so Ombati. "Und gleichzeitig sagen sie dir: Pass bloß auf, was du über ihn schreibst!"

Das kenianische Finanzimperium Kabugas umfasst Immobilien, Farmen, Hotels, Transport- und ein Busunternehmen sowie eine Import-Export-Firma. Zwar hat Kenias Regierung nach langem Zögern Konten und Besitztümer Kabugas eingefroren, doch mindestens zwei Konten, die Jallows Taskforce im vergangenen Jahr überprüfen wollte, scheinen noch intakt zu sein. "Weder die Barclays Bank noch die Family Bank war bereit, uns bei der Aufklärung zu unterstützen", sagt ein Insider. Auch die Konten von Geschäftspartnern und Kabugas Schwiegersohn seien bis heute nicht gesperrt.

Einmal schien es, als seien die Verfolger kurz davor, Kabuga festzunehmen. Der Geschäftsmann William Munuhe vereinbarte ein Treffen mit Kabuga, bei dem die Polizei zugreifen sollte. Als Kabuga nicht wie vereinbart zum Treffen erschien, wurde der Einsatzleiter ungeduldig. Weil Munuhe seinen Telefonhörer nicht abnahm, brachen die Beamten die Tür auf. Sie fanden den 27-Jährigen tot in seinem Bett - er war mit einem Kopfschuss ermordet worden.

Auch weil die Polizei den Tod Munuhes lange geheim hielt, gehen viele bis heute davon aus, dass Polizei-Insider den Geschäftsmann verraten hatten. Vor einem Jahr, Jallow hatte einen kritischen Bericht vor dem UN-Sicherheitsrat angekündigt, meldete die Polizei auf einmal die Festnahme Kabugas. Erst einige Tagen später, die Sicherheitsratssitzung war vorbei und Jallow zurück in Arusha, stellte sich heraus: Der Verhaftete war nicht Kabuga, sondern Charles Nyandwi, ein Mathematikdozent an Nairobis Universität, der Kabuga überhaupt nicht ähnlich sieht.

Doch Jallow will nicht aufgeben. "Kabuga bleibt einer der wichtigsten Flüchtlinge für uns, wir wollen ihn hier vor Gericht sehen, bevor wir Ende des Jahres die Verhandlungen einstellen", so der Chefankläger. Und etwas realistischer setzt er nach: "Diese Verbrechen verjähren nicht." Irgendwann werde man Kabuga finden und festnehmen. "Er kann wegrennen, aber er kann sich nie in Sicherheit wiegen."

(Copyright die tageszeitung, 7.4.09)

Samstag, 21. März 2009

Papst zelebriert afrikanische Identität


Als Papst Benedikt XVI. am Freitag feierlich von Angolas Präsident Eduardo dos Santos am Flughafen von Luanda empfangen wird, feiern die Jugendlichen in Sambizanga, einem Slum der Hauptstadt, schon seit mehr als sechs Stunden. Kurz nach Sonnenaufgang heizten lokale Musikgrößen tausenden jungen Leuten ein. Immer wieder unterbrechen "Papa, Papa"-Rufe die Rhythmen. "Es ist wie ein Wunder, der Papst kommt zu uns und wird uns segnen", freut sich Julieta. Am Sonntag will sie wie alle hier dabei sein, wenn der 81-jährige Papst den größten Gottesdienst in der Innenstadt hält.

Über mangelnde Euphorie bei seiner Afrikareise kann Benedikt sich nicht beschweren. Wie in Angola, so jubelten auch in Kameruns Hauptstadt Jaunde zehntausende Gläubige, als der Papst am Donnerstag in einem Stadion die Messe las. Für viele fand er den richtigen Ton: "Afrika ist ein Kontinent der Hoffnung, der durch die Tyrannei des Materialismus gefährdet wird." Für solche Sätze, die das Leid der meist armen Besucher auffingen, jubeln sie. Ein Bericht des Vatikans geht noch weiter: Darin heißt es, multinationale Kräfte beuteten den Kontinent gemeinsam mit skrupellosen Politikern aus. "Dies ist ein Prozess, der im Namen der Moderne die afrikanische Identität zerstören will."

Solche Zitate lassen ahnen, wie der Papst die katholische Kirche in Afrika positionieren will: Mehr afrikanische Identität soll im Kampf gegen den Islam wie die boomenden Pfingstkirchen helfen. Zwar leben bald die meisten Katholiken in Afrika: 149 Millionen sollen es sein, vor 30 Jahren war es noch ein Drittel. Doch trotz dieser Zunahme wächst die Konkurrenz noch schneller: Auf 147 Millionen schätzt das Pew-Forum in Afrika die evangelikalen Christen. Auch der Islam, seine Anhänger werden auf 400.000 geschätzt, wächst - nicht zuletzt dank einer aus Saudi-Arabien und Libyen finanzierten Missionsbewegung. Zwar predigte Benedikt XVI. bei einem Treffen mit 22 kamerunischen Imamen Toleranz und das Ende religiöser Auseinandersetzungen. Doch die im Herbst in Rom angesetzte Afrika-Synode soll auch beraten, wie die katholische Kirche die Macht auf ihrem Zukunftskontinent sichern kann.

Längst nicht alle jubeln dem Papst bei seinem ersten Afrikabesuch zu: Oppositionsanhänger werfen ihm vor, das wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verfehmte Regime von Präsident Paul Biya nicht klar genug zu kritisieren. "Wir erleben hier in Kamerun einen Verfall der Werte", sagte Oppositionsführer John Fru Ndi. "Wir brauchen einen spirituell beflügelten Neuanfang."

Viele Bürgerrechtsgruppen Kameruns haben ihre Wurzeln in der katholischen Kirche. Doch der Papst nutzte seinen Besuch im Präsidentenpalast vor allem, um Präsident samt Familie zu segnen. In Angola, wo Ölgelder verschwinden und die Masse der Bevölkerung hungert, befürchten Papstkritiker eine ähnliche Sprachlosigkeit. Und während die Bevölkerung sich am Papstkommentar zu Kondomen nicht sonderlich stört, sind Aktivisten sauer. "In welchem Jahrhundert lebt der Papst eigentlich?", fragt Aids-Aktivist Alain Fogué. "Von 100 Katholiken benutzen doch mindestens 99 Kondome, und das ist auch gut so."

(Copyright die tageszeitung, 21.3.09)