<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342</id><updated>2012-02-16T16:08:39.297+03:00</updated><category term='Chagos'/><category term='Sudan'/><category term='Sierra Leone'/><category term='Libyen'/><category term='Umwelt'/><category term='Tansania'/><category term='Zentralafrikanische Republik'/><category term='Namibia'/><category term='Simbabwe'/><category term='Kenia'/><category term='Mauretanien'/><category term='Tschad'/><category term='Darfur'/><category term='Aethiopien'/><category term='Nigeria'/><category term='Somalia'/><category term='Mauritius'/><category term='Malawi'/><category term='Angola'/><category term='Uganda'/><category term='Burkina Faso'/><category term='Kamerun'/><category term='Kongo'/><category term='Südafrika'/><category term='Aequatorialguinea'/><category term='Ghana'/><category term='- Buch'/><category term='Elfenbeinküste'/><category term='Somaliland'/><category term='Ruanda'/><category term='Guinea'/><category term='Madagaskar'/><category term='Sambia'/><title type='text'>oneplanetmedia</title><subtitle type='html'>Marc Engelhardt berichtet aus Afrika</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>155</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-6443492225301319159</id><published>2010-05-12T14:04:00.003+03:00</published><updated>2010-05-12T14:08:52.426+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zentralafrikanische Republik'/><title type='text'>Massenflucht aus einem Land ohne Staat</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/S-qL5v6HpLI/AAAAAAAAAfw/dRH4WZ_KaiY/s1600/800px-Neue_Z%C3%BCrcher_Zeitung.svg.png"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 62px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/S-qL5v6HpLI/AAAAAAAAAfw/dRH4WZ_KaiY/s320/800px-Neue_Z%C3%BCrcher_Zeitung.svg.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5470338521623930034" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Heftige Kämpfe zwischen Rebellen und der Armee haben im Norden der Zentralafrikanischen Republik eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind alleine in den vergangenen Tagen mehr als 1.000 Zentralafrikaner jenseits der Grenze im Süden Tschads registriert worden. Das Parlament in der Hauptstadt Bangui hat wegen der Unruhen gerade die für Sonntag geplanten Wahlen abgesagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kämpfe zwischen der Armee und Rebellen der ‚Demokratischen Front des Zentralafrikanischen Volkes’ (FDPC) nehmen seit Wochen an Intensität zu. „Die lokale Bevölkerung wird von allen Konfliktparteien vertrieben, von Rebellen, von Regierungssoldaten oder schlicht von Banditen“, weiß Annette Rehrl, UNHCR-Sprecherin im Süden Tschads. Ihren Zahlen zufolge leben 70.000 zentralafrikanische Flüchtlinge in Lagern im Tschad, dazu kommen geschätzte 330.000 Vertriebene im eigenen Land. Eine Lösung des seit Jahren immer wieder aufflammenden Dauerkonflikts ist nicht in Sicht, glaubt Edward Dalby von der International Crisis Group. „Die jüngste Gewaltwelle geht auf das Konto einer zersplitterten Rebellengruppe, in der es keinerlei Disziplin mehr gibt“, erklärt er. „Die Rebellen haben aus Frust über den verschleppten Friedensprozess damit begonnen, willkürlich Menschen zu entführen und zu foltern.“ Dass die wenigen unterbezahlten und zudem schlecht ausgerüsteten Regierungssoldaten den Rebellen tatsächlich Einhalt gebieten können, ist unwahrscheinlich. Schließlich scheinen selbst die Truppen der UN-Mission MINURCAT hilflos: Ende November etwa wurden zwei französische Helfer von Rebellen entführt, obwohl sie Geleitschutz von MINURCAT-Soldaten hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Dauerkrise in der Zentralafrikanischen Republik, wo auf einer Fläche Frankreichs und Belgiens gerade einmal vier Millionen Menschen leben, ist eine humanitäre Tragödie auf Raten. Vor anderthalb Jahren, als fünf Rebellengruppen und die Regierung des Putschisten François Bozizé sich auf einen ‚nationalen Dialog’ einigten, schwiegen die Waffen für ein paar Monate. Dann wurde wieder gekämpft. Inzwischen ist das Land so unsicher, dass das Parlament am Montag die Wahlen auf unbestimmte Zeit verschob. Bis das Land sicher genug ist, soll Präsident François Bozizé an der Macht bleiben, der sich dort 2003 hingeputscht hat. 2005 ließ er sich wiederwählen, seine Amtszeit wäre - ohne die vom Parlament beschlossene Verlängerung - Anfang Juni ausgelaufen. Doch das Land, das einst von Kaiser Bokassa regiert wurde, hat ohnehin noch nie einen demokratischen Machtwechsel erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer in der Hauptstadt Bangui mit Regierungsvertretern spricht, die streng auf ihre Anonymität achten, gewinnt zudem das Gefühl, dass man das Land jenseits der Stadtgrenze längst aufgegeben hat. „Das Hinterland wird beherrscht von Rebellengruppen und Straßenräubern“, erklärt auch Peter Weinstabel, der in Bangui die deutsche Botschaft vertritt. Deshalb sei die Zentralafrikanische Republik, in der es neben Gold und Diamanten hunderte andere wertvolle Mineralien gibt, eines der ärmsten Länder der Welt. „Die Instabilität hält jeden Investor ab.“ Verfall und Stagnation sind an jeder Straßenecke zu beobachten. Überall bröckelt der Putz, die wenigen Straßen sind voller Schlaglöcher, an jedem zweiten Haus das Dach eingestürzt. Vor zehn Jahren hatte die Republik noch gut 500 Unternehmen, sagt Weinstabel, heute seien es noch fünfzig. „Und von denen funktionieren vielleicht zehn.“ Eine kleine Elite lebe von den Ressourcen, die vor zwanzig, dreißig Jahren erwirtschaftet worden seien. Erneuert werde nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo der Staat das Land als ungeschützte Hülle zurücklässt, machen sich Invasoren wie die Lumpensoldaten der ugandischen ‚Widerstandsarmee des Herrn’ (LRA) breit. Ihre Übergriffe, weiß Muriel Cornelis, Direktorin der Abteilung für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission in Bangui, nehmen zu. „Die LRA ist verzweifelt, ihre Rebellenkämpfer brauchen alles: Nahrung, Kleidung, Unterkunft.“ Augenzeugen berichten von niedergebrannten Dörfern, vergewaltigten Kindern und Opfern, denen die Lippen oder Ohren abgeschnitten worden sind. In den Dörfern, wo die LRA zuschlägt, gibt es keine Polizei. Selbst die Flucht ist schwierig, weil es im ganzen Land nur 700 Kilometer asphaltierte Straßen gibt. Manchmal müssen die Flüchtigen wochenlang im Wald aushalten und von dem leben, was sie dort finden. „Das hier ist keine Krise im normalen Sinn“, gibt die Belgierin Cornelis zu. „Die Vertreibungen sind schlimm, aber immer noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.“ Dennoch seien die Gesundheitsversorgung, der Zugang zu Trinkwasser und Nahrung oder gar zu Bildung so katastrophal wie in Ländern, wo ein heftiger Bürgerkrieg tobe oder sich eine Naturkatastrophe ereignet habe. „Das liegt daran, dass es im Land seit 20, 30 Jahren keine Regierung, keine Ordnung mehr gibt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Humanitäre Hilfe ist dementsprechend schwierig. Im Norden, wo die Lage so kritisch ist, haben sich ebenso wie im Nordosten die Hilfsorganisationen längst zurückgezogen. Im Geheimen befürchten manche, was passiert, wenn die Regierungsarmee ihren Kampf gegen die Rebellen gewinnt. Denn in manchen Landesteilen sorgen nur noch sie für relative Stabilität.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-6443492225301319159?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6443492225301319159'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6443492225301319159'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2010/05/massenflucht-aus-einem-land-ohne-staat.html' title='Massenflucht aus einem Land ohne Staat'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/S-qL5v6HpLI/AAAAAAAAAfw/dRH4WZ_KaiY/s72-c/800px-Neue_Z%C3%BCrcher_Zeitung.svg.png' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5053537099903546448</id><published>2010-04-11T12:42:00.001+03:00</published><updated>2010-04-11T12:44:29.497+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sudan'/><title type='text'>Die Jungen haben die Schnauze voll</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/S8GZ5t-F00I/AAAAAAAAAfg/Cer8BMxdX2g/s1600/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/S8GZ5t-F00I/AAAAAAAAAfg/Cer8BMxdX2g/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5458813440221369154" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Opposition hatte gerade ihren Boykott angekündigt, da marschierten die Jugendlichen von Girifna bereits mit Transparenten vor der Zentrale der Wahlkommission in der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf. "Wir wollen freie Wahlen", stand auf ihren Transparenten", oder auch nur: "Girifna", sudanesisch-arabischer Dialekt für "Wir haben die Schnauze voll". Wenn die Wahlen, die am Sonntag im Sudan beginnen werden, etwas Gutes haben, dann, dass sich erstmals eine zivilgesellschaftliche Opposition gegen den vom Internationalen Strafgerichtshof als Kriegsverbrecher gesuchten Präsidenten Omar al-Bashir regt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klare Worte, glaubt Siraj Omar, sind der Schlüssel, um möglichst viele Sudanesen davon zu überzeugen, dass al-Bashir nicht gewinnen darf. "Wir versuchen, die Leute in einer Sprache zu erreichen, die sie verstehen", sagt der Mitgründer von Girifna, einer Organisation, die sich für die Ablösung Bashirs engagiert. Vor einigen Monaten von einer Handvoll Studenten gegründet, hat sie stetig neue, mehrheitlich junge Anhänger gewonnen. Die Spitzenkandidaten der Opposition, zumeist Politgrößen vergangener Jahrzehnte und jenseits der siebzig, hätten verlernt, wie man die Massen erreicht, meint Omar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten oppositionellen Parteien und Bewerber haben sich überdies in den letzten Tagen zurückgezogen und den Boykott erklärt. Dass Bashir die Wahl gewinnt, steht außer Frage. Dennoch gibt der 21-jährige Omar nicht auf. "Wir wollen politischen und sozialen Wandel, bei den Wahlen müssen wir anfangen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch haben die Aktionen von Girifna etwas partisanenhaftes, so etwa die Verteilung von Flugblättern, wenn Omar mit schnellem Schritt an allen Sitzreihen eines Busses entlangstürmt und an der nächsten Station herausspringt, bevor jemand die Verfolgung aufnehmen kann. "Ich habe keine Angst um mich selbst", sagt Omar trotzig. "Ich habe allenfalls Angst davor, dass sie mir meine Flugblätter wegnehmen könnten." Auf den Flyern in grellem Orange ist eine Hand zu sehen, die das Victory-Zeichen macht, und wiederum der Girifna-Wahlspruch: "Wir haben die Schnauze voll!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Omar vertraut auf neue die neuen Medien. In ihrem Blog verbreitet die Bewegung aktuelle Betrugsvorwürfe und Aufrufe zu Versammlungen, zu denen auch per SMS eingeladen wird. Auf einer Facebook-Seite können Unterstützer zu "Fans" werden, kurze Updates werden per Twitter verschickt. Auf YouTube hat die Gruppe ein Rap-Video eingestellt, das für faire Wahlen wirbt. "Zwei Drittel aller Wähler sind Jugendliche. Wenn wir die erreichen können, ändert sich etwas."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Botschaft wirkt, zeigt die Reaktion des Regimes. Omars Freund Abdallah Mahdi Badawi, ein 18-jähriger Student, wurde Mitte März Opfer eines Überfalls von Geheimagenten. "Ein neues Girifna-Mitglied, Hassan, wollte sich mit mir treffen, er hatte noch einen Freund dabei." Auf dem Weg zu einem nahen Teehaus zerrten die beiden Mahdi in eine enge Gasse, bedrohten ihn mit einer Pistole und brachten ihn in ein Büro, an dessen Wand ein Porträt des gefürchteten ehemaligen Geheimdienstchefs Salah Gosh hing. "Dreizehn Männer haben mich geschlagen, mit Knüppeln, Peitschen und Elektrokabeln. Sie schrien mich an: Was sind eure Pläne, wer sind eure Mitglieder, wo kommt euer Geld her?!" Einmal hielten sie Mahdi eine Pistole an die Schläfe und drohten, abzudrücken. Ein anderes Mal drückten sie Mahdi ein Glas an die Lippen, das angeblich ein tödliches Virus beinhaltete. "Sie haben mir gedroht, sie seien die Leute, die Mohammed Musa umgebracht haben, den Studenten aus Darfur, der im Februar in Omdurman ermordet wurde."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Mahdi überlebte. Bevor die Männer ihn gehen ließen, musste er eine Reihe von Dokumenten unterzeichnen, unter anderem einen Schuldschein über 31.000 Euro. Wegen dieses Schuldscheins kennt Mahdi sogar den Namen seines Peinigers: Armeeleutnant Mohammed Nur Aldaiem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sind nicht zuletzt Vorfälle wie dieser, die die junge Zivilgesellschaft und die Opposition in dem Aufruf an die Weltgemeinschaft vereinen, die Wahlen im Sudan nicht anzuerkennen. Manche wie die Sudan Democracy First Group fordern internationale Wahlbeobachter auf, abzuziehen, um den Wahlen nicht künstlich Legitimität zu verleihen. Ein erster Erfolg: Die Leiterin der EU-Wahlbeobachtungsmission, Véronique De Keyser, kündigte am Mittwoch den Abzug ihrer Beobachter aus Darfur an. "Nicht einmal humanitäre Helfer können dorthin", so De Keyser, "also können wir es auch nicht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Copyright die tageszeitung, 10.4.10&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5053537099903546448?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5053537099903546448'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5053537099903546448'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2010/04/die-jungen-haben-die-schnauze-voll.html' title='Die Jungen haben die Schnauze voll'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/S8GZ5t-F00I/AAAAAAAAAfg/Cer8BMxdX2g/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8414967156848745128</id><published>2010-04-11T12:41:00.001+03:00</published><updated>2010-04-11T12:42:16.907+03:00</updated><title type='text'>Hinweis</title><content type='html'>Liebe Leser, aus technischen Gründen sind in den vergangenen Monaten keine Artikel gepostet worden. Ab sofort gibt es wieder regelmäßig neue Posts.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8414967156848745128?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8414967156848745128'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8414967156848745128'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2010/04/hinweis.html' title='Hinweis'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2582363873728797328</id><published>2009-08-25T10:59:00.002+03:00</published><updated>2009-08-25T11:00:31.244+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Fragen in der Nacht</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SpOaEzwfrEI/AAAAAAAAAfY/gw22JLtFFTc/s1600-h/logo_berliner_zeitung.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 59px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SpOaEzwfrEI/AAAAAAAAAfY/gw22JLtFFTc/s320/logo_berliner_zeitung.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5373808187786898498" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Sie klopfen an alle Türen, und wer zu Hause ist, muss sie einlassen. Gestern Abend machten sich mit Einbruch der Dunkelheit in Kenias Straßen Volkszähler auf den Weg, die bis Ende des Monats herausfinden wollen, wer in dem ostafrikanischen Land lebt. "Die Zeit für uns alle ist gekommen, uns zählen zu lassen", wandte sich Kenias Präsident Mwai Kibaki in einer TV-Ansprache an die Nation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir haben Vorkehrungen getroffen, um auch Obdachlose, Straßenkinder und Reisende zu zählen", sagt Anthony Kilele, Direktor der Statistikbehörde. "Selbst Babys, die bis kurz vor Mitternacht geboren sind, werden von uns erfasst." Erste Berechnungen gehen davon aus, dass die Bevölkerung seit der letzten Zählung 1999 deutlich stärker gewachsen ist als bislang geschätzt: von 29 auf 40 Millionen - bisherige Hochrechnungen waren von 35 Millionen ausgegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was jedoch viele Kenianer gegen die Volkszählung aufbringt, sind Fragen zu ihrer Stammeszugehörigkeit. Gerade erst ein Jahr ist vergangen seit den ethnisch aufgeheizten Unruhen mit mehr als 1 000 Toten. Weite Teile Kenias leiden bis heute unter Spannungen, immer wieder gibt es Ausschreitungen mit Toten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung steht bedauerlicherweise im Mittelpunkt dieser Volkszählung", wettert Njoki Ndung'u von der kenianischen Bürgerrechtsbewegung "Mars Group". Nach Ansicht der Gruppe könnten Politiker die Angaben zur ethnischen Zusammensetzung des Landes für Manipulationen im Vorfeld der nächsten Wahlen 2012 missbrauchen. "Dabei gibt es inzwischen so viele Mischehen im Land, dass viele Kenianer keiner einzelnen Ethnie mehr angehören", so Ndung'u.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Statt sich um eine Aufklärung der Unruhen und die Aussöhnung der Nation zu kümmern, setzten viele Politiker weiterhin auf die ethnische Karte, um ihre Macht zu erhalten. "Die Kluft zwischen verschiedenen Stämmen ist immer noch so groß, dass die Regierung ethnische Zugehörigkeit als wichtigstes Einstellungskriterium nutzt", sagt Ndung'u. Vor allem in der Hauptstadt Nairobi haben Kritiker angekündigt, die umstrittenen Fragen bewusst falsch zu beantworten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu der politischen Unsicherheit kommt die Angst vor der Zählung selber. Bei Volkszählungen wurden in der Vergangenheit immer wieder Haushalte überfallen, weil sich Räuber als Volkszähler ausgaben. Dass die Zählung nachts stattfindet, können viele deshalb nicht verstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Aber es geht nicht anders, wenn wir ein Bild davon bekommen wollen, wer wo wohnt", verteidigt Chef-Statistiker Kilele das Vorgehen. Auch Präsident Kibaki verspricht Sicherheit: "Viele Volkszähler sind direkt aus der Nachbarschaft rekrutiert worden. Die Gezählten kennen also meist diejenigen, die vor der Tür stehen." Doch die Unsicherheit ist groß, auch deshalb, weil Muster der Zählerausweise und Uniformen bis heute nicht veröffentlich worden sind. Manch einer wird so aus Furcht die Tür verschlossen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 25.9.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2582363873728797328?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2582363873728797328'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2582363873728797328'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/08/fragen-in-der-nacht.html' title='Fragen in der Nacht'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SpOaEzwfrEI/AAAAAAAAAfY/gw22JLtFFTc/s72-c/logo_berliner_zeitung.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7455031816123594089</id><published>2009-08-20T16:45:00.002+03:00</published><updated>2009-08-20T16:49:18.092+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Kein Wasser, kein Fleisch</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/So1US3j6A8I/AAAAAAAAAfQ/1vL61hLZlsw/s1600-h/IMG_3606_w.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/So1US3j6A8I/AAAAAAAAAfQ/1vL61hLZlsw/s320/IMG_3606_w.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5372042613651801026" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Von den Rinderherden, die die farbenfroh gekleideten Massai normalerweise durch die Ebenen am Fuß des Kili-mandscharo treiben, ist in diesen Tagen nichts mehr zu sehen. Die einst grüne Landschaft ist braun und grau, Farben des Todes und der Not. „Noch keine Dürre war so schlimm wie diese“, sagt der Massaihirte Mengeti ole Lomni. Drei Jahre lang hat es hier kaum geregnet, die letzte Regenzeit ist ganz ausgefallen. Wasser ist Mangelware, die meisten Brunnen sind ausgetrocknet. Der Durst ist das Einzige, was für die Bevölkerung derzeit noch schlimmer ist als der Hunger. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mehr als zwanzig Millionen Menschen in Kenia, Somalia und Äthiopien ist die Nahrungsmittelversorgung nicht mehr gesichert. Mit dem Regen bleibt auch die Ernte aus, entsprechend steigen die Preise. Ein Paket Maismehl, Grundnahrungsmittel der meisten Kenianer, kostet derzeit 120 Schillinge (1,10 Euro), fast einen Tageslohn. Die zwei Kilo reichen einer vierköpfigen Familie für ein paar Tage, vorausgesetzt, es gibt genug Wasser zum Strecken. Kenias Landwirtschaftsminister William Ruto rechnet frühestens in einem Jahr mit einer Entspannung der Versorgungslage. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich sollten in Zeiten der Not die staatlichen Maisreserven auf den Markt gebracht werden, teils als Nothilfe, teils, um den Preis zu drücken. Doch offiziellen Angaben zufolge liegen in den staatlichen Maissilos nur noch zweieinhalb statt normalerweise acht Millionen Sack Mais. Einen guten Teil der Differenz sollen korrupte Ministerialbeamte und sogar der Landwirtschaftsminister selbst für Millionengewinne ans Ausland verkauft haben. Zwar hat die Regierung angekündigt, Armee und Polizei aufs Land zu schicken, um Hilfslieferungen zu verteilen. „Aber ich frage mich, was die verteilen wollen“, sagt sich Iris Krebber von der Deutschen Welthungerhilfe in Kenia. „Nach meinem Wissen fehlt es nicht an Verteilern, sondern an Hilfsgütern zum Verteilen.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Preise auf den Märkten sind so hoch, dass Bewohner der Armenviertel sich inzwischen von Schweinefutter ernähren. „Ein Sack mit 90 Kilo kostet 1200 Schillinge“, erklärt Jane Wanjiru, alleinerziehende Mutter von vier Kindern. „Für einen Sack Weizenmehl müsste ich mehr als das Dreifache zahlen, das kann ich mir nicht leisten.“ So legt die 35-Jährige mit fünf Freundinnen zusammen, um Schweinefutter zu kaufen. „Ein Sack ernährt sechs Familien für mehr als eine Woche.“ Die Zubereitung, sagt Wanjiru, ist schwierig: Um aus dem stinkenden Pflanzen- und Tiermehl eine Art Fladen zu backen, muss sie eine Handvoll des teuren Weizenmehls zugeben und einen Löffel Öl in der Pfanne erhitzen. Das Ergebnis sieht eher aus wie ein bröckliger Keks, doch Wanjirus Kinder greifen zu. Unter Magenschmerzen leiden sie, sagt die Mutter, und unter Durchfall. „Aber was soll ich ihnen sonst geben? Hilfslieferungen hatten wir hier schon seit einem Monat nicht mehr.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Massaihirten wie Mengeti ole Lomni sehen unterdessen zu, wie sich ihr einziger Reichtum, die Rinderherden, dezimieren. Weil es überall im Land trocken ist, kehren immer mehr Herden in die Heimat zurück, wo sie notgeschlachtet werden. Der Verkauf lohnt sich nicht. Für die klapperdürren Kühe bekommen sie auf dem Markt gerade mal noch umgerechnet zehn Euro – normalerweise ist es vierzigmal so viel. Durch die Schlachtungen haben die Massai zumindest für den Moment etwas Fleisch. Doch wie er ohne Vieh in Zukunft überleben will, bleibt für ole Lomni ein unlösbares Rätsel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Rheinischer Merkur, 20.8.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7455031816123594089?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7455031816123594089'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7455031816123594089'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/08/kein-wasser-kein-fleisch.html' title='Kein Wasser, kein Fleisch'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/So1US3j6A8I/AAAAAAAAAfQ/1vL61hLZlsw/s72-c/IMG_3606_w.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2421135832193579221</id><published>2009-08-18T13:51:00.001+03:00</published><updated>2009-08-18T13:53:26.919+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Rationierter Alltag</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SoqIFok9A_I/AAAAAAAAAfI/dkI8DJ5VLu8/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SoqIFok9A_I/AAAAAAAAAfI/dkI8DJ5VLu8/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371255135965873138" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Dieser Text ist eine Montagsproduktion. Das ist nicht im übertragenen Sinne gemeint. Weder hat dieses Global Village erkennbare Macken, noch ist es aus minderwertigen Bausteinen von einem vom Wochenende ermüdeten Arbeiter zusammengesetzt worden. Nein, es ist schlicht an einem Montag geschrieben. Denn nur am Montag, so legt es ein zweiseitiger, eng bedruckter Plan der kenianischen Elektrizitätswerke dar, gibt es Strom für meinen Computer. Dann erst wieder am Mittwoch, und schließlich am Freitag. An den restlichen Wochentagen bleibt die Steckdose tot: So will es die neu eingeführte Stromrationierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit umzugehen will gelernt sein. Frische Milch kaufen wir nur noch sonntags, dienstags und donnerstags, möglichst abends, damit die Kühlregalkälte (große Supermärkte haben dank eigener Generatoren Strom rund um die Uhr) bis zum nächsten Morgen vorhält. Das gilt für alle verderblichen Waren. Das Eisfach ist sowieso längst leergeräumt, im Regal daneben sind Kerzenpakete gestapelt. Die werden derzeit so eifrig gehamstert, dass sie oft ausverkauft sind. Eigentlich soll zwar zumindest nachts der Strom wieder angedreht werden, doch das klappt nicht immer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wäsche waschen wir nur noch mittwochs, denn von Freitag bis Montag gibt es kein Wasser. Auch das ist wegen ausgebliebener Regenfälle rationiert. Weil die Waschmaschine Strom, aber eben auch Wasser braucht, läuft sie mittwochs von früh morgens bis spät abends. Das Telefon schließlich ist schon lange rationiert, wenn auch leider nicht so vorhersehbar: Im Schnitt funktioniert es fünf Tage im Monat, was daran liegt, dass es in Nairobi zu viele Nummern für zu wenige Anschlüsse gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einziges Gesprächsthema der Kenianer ist derzeit, was als nächstes rationiert wird. Am wahrscheinlichsten wird es Zucker sein, denn wegen der Dürre sind die Ernten schlecht gewesen. Auch Maismehl, Milch und andere Hauptnahrungsmittel sind heiße Kandidaten. An den Ladenregalen hängen vielerorts schon erste Schilder: Nicht mehr als zwei Packungen auf einmal kaufen! Auch Diesel dürfte knapp werden, nicht zuletzt, weil in den Einkaufszentren mehr Generatoren brummen als je zuvor. Zwar hat die Politik Besserung versprochen. Doch die bisherigen Vorschläge waren echte Montagsproduktionen: im übertragenen Sinne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Copyright Berliner Zeitung, 18.8.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2421135832193579221?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2421135832193579221'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2421135832193579221'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/08/rationierter-alltag.html' title='Rationierter Alltag'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SoqIFok9A_I/AAAAAAAAAfI/dkI8DJ5VLu8/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-3321456787538894093</id><published>2009-06-16T17:50:00.000+03:00</published><updated>2009-07-21T17:53:48.549+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kongo'/><title type='text'>Kongos Kreislauf des Krieges</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXWV9qdvKI/AAAAAAAAAd8/fvliItoubuk/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXWV9qdvKI/AAAAAAAAAd8/fvliItoubuk/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360926604272712866" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Von den meisten Plastikplanen auf den aus Holz, Pappe, Stroh und plattgedrückten Konservendosen notdürftig zusammengezimmerten Hütten sind kaum mehr als Fetzen übrig geblieben. Jetzt in der Regenzeit, wenn die Tropfen am Nachmittag wie ein dichter Vorhang vom Himmel fallen, verschwinden nicht nur die Wege, sondern auch die Unterkünfte der gut 5.000 Vertriebenen im Lager Mugunga 1 in einer stinkenden Mixtur aus Dreck und Schlamm. "Wir haben nichts, um die Dächer auszubessern", klagt Fikiri Jamboku, ein Mann Anfang 40, der jeden Morgen in seinen blauen Polyesteranzug steigt, auf den größten Platz des Lagers marschiert und wartet. Worauf, das weiß er selbst nicht genau. "Es gibt immer weniger Hilfe, im Monat bekomme ich noch drei Kilo Mehl, ein Säckchen getrockneter Bohnen und einen halben Liter Öl - das muss für die ganze Familie reichen." Zurück ins Dorf will Jamboku dennoch nicht. "Es gibt hier keine Arbeit, es gibt keine Felder, und die Kinder werden in der feuchten Hütte krank - aber wenigstens sind wir am Leben." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie die meisten im Camp Mugunga am Rand der Provinzhauptstadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo, so stammt auch Jamboku aus der Stadt Masisi in der gleichnamigen Bergregion weiter westlich. Er landete vor fast einem Jahr hier, auf der Flucht vor den Kämpfen zwischen Kongos Armee, Rebellen des "Nationalkongresses zur Verteidigung des Volkes" (CNDP) des Tutsi-Generals Laurent Nkunda, örtlichen Mai-Mai-Milizen und den nach dem Völkermord aus Ruanda geflohenen Hutu-Extremisten der "Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas" (FDLR). "Ich habe nichts retten können", erinnert sich Matata Kalamiva, ein grauer, hochgewachsener Mann, der ein T-Shirt und ein leuchtend rotes Basecap trägt. "Alles, was ich besitze, ist noch in Masisi, wir mussten Hals über Kopf vor Nkundas Leuten fliehen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch im Januar schöpften Kalamiva, Jamboku und die anderen Hoffnung: eine gemeinsame Militäroperation Kongos und Ruandas sollte die Rebellenbewegungen zur Aufgabe zwingen. Es ging vor allem gegen die Hutu-Milizen der FDLR, aber Höhepunkt der Aktion war die Verhaftung Nkundas auf ruandischem Boden. "Da haben wir schon gefeiert: bald geht es zurück", sagt mit leiser Stimme Kanyangesi Kapalata, ein gebeugter Alter im beigen Hemd. "Aber dann wurde alles noch schlimmer."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn statt des erhofften Friedens wird in Masisi und in anderen Teilen der Provinz Nord-Kivu so heftig gekämpft wie lange nicht. Die FDLR haben viele ihrer alten Positionen zurückerobert. "Den Menschen geht es eindeutig schlechter als vor der Offensive", sagt Marcel Stoessel vom Hilfswerk Oxfam. "Mädchen und Frauen werden brutal vergewaltigt, Häuser werden abgefackelt, ganze Dörfer geplündert." Nicht nur die FDLR-Milizen, auch die Soldaten der unterbezahlten kongolesischen Armee gehören zu den Tätern - manche sagen, sie sind für die meisten Gräueltaten verantwortlich. "Jeder steht unter Generalverdacht", so Stoessel. "Ständig gibt es sogenannte Racheattacken gegen die Zivilbevölkerung." Mehr als 300.000 Menschen sind seit Anfang dieses Jahres aus ihren Dörfern geflohen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Analyst der UN-Mission, der seinen Namen nicht gedruckt sehen will, macht für die gestiegene Gewalt einen Ende März unterzeichneten Friedensvertrag verantwortlich. "Die CNDP ist jetzt offiziell Teil der Armee und hat dadurch Orte erreicht, wo sie vorher nie war", sagt er. Dies habe andere Gruppen geärgert. Schon hat die erste Partei den Vertrag aufgekündigt. "Ich sprach letzte Woche mit einem Mai-Mai-Anführer aus Masisi, der hat angekündigt, man werde sich mit den Hutu-Extremisten zusammentun."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entlang der Straße von Goma nach Masisi entstehen derzeit fast täglich neue Lager wie Mugunga I. Von "vorsorglicher Flucht" sprechen die humanitären Helfer in Goma, dem Versuch, erwarteten Massakern zu entgehen. Ähnliches sehen die Helfer bereits in der angrenzenden Provinz Süd-Kivu. "Wenn die Militäroperation gegen die FDLR wie geplant in Süd-Kivu fortgesetzt wird, dann wird es dort mindestens genauso schlimm werden wie hier", so Stoessel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 16.6.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-3321456787538894093?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3321456787538894093'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3321456787538894093'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/06/kongos-kreislauf-des-krieges.html' title='Kongos Kreislauf des Krieges'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXWV9qdvKI/AAAAAAAAAd8/fvliItoubuk/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2206180710381678150</id><published>2009-06-10T17:54:00.001+03:00</published><updated>2009-07-21T17:55:28.181+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nigeria'/><title type='text'>Nigerias schwarze Wirtschaft</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXWz7-WcCI/AAAAAAAAAeE/wlShavWYphc/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXWz7-WcCI/AAAAAAAAAeE/wlShavWYphc/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360927119215325218" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein später Sieg. Nach 13 Jahren juristischen Tauziehens in den USA zahlt der britisch-niederländische Ölmulti Shell 15,5 Millionen US-Dollar an die Hinterbliebenen des nigerianischen Bürgerrechtlers Ken Saro-Wiwa und dessen Mitstreiter. Die außergerichtliche Einigung, die am Montag in New York verkündet wurde, hinterlässt alle Seiten als Gewinner: Shell ist juristisch reingewaschen, die Kläger erfahren finanzielle Genugtuung und Nigerias Regierung kann endlich neue Ölinvestoren anwerben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Verfahren "Wiva vs. Shell" geht zurück auf den berüchtigtsten Justizmord in Nigerias düsterer Geschichte. Am 10. November 1995 wurde der Schriftsteller Ken Saro-Wiwa zusammen mit acht weiteren Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung Mosop (Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes) gehenkt. Die Leichen wurden mit Säure übergossen und in einem Massengrab verscharrt. Mosop hatte friedliche Proteste gegen die verheerenden ökologischen Folgen der Shell-Ölförderung im Siedlungsgebiet der Ogoni angeführt, die gewaltsam unterdrückt wurden. Ihr Führer Saro-Wiwa, bereits als Schriftsteller bekannt, wurde damit Leitfigur des gewaltfreien Widerstandes gegen Nigerias Militärherrschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Shell hat tief ins Herz der Ogoni gegraben", hatte Saro-Wiwa 1990 bei der Gründung von Mosop gesagt, und nach seiner Hinrichtung reichte sein Sohn Ken Wiwa Klage gegen Shell ein: "Sie waren nicht die Henker, aber ihre Fingerabdrücke sind überall zu sehen." Um Millionengewinne zu sichern, habe Shell sich enger Verbindungen zur Militärdiktatur bedient und Angriffe auf mutmaßlich rebellische Dörfer befohlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Shell wies beharrlich alle Vorwürfe zurück, und im Laufe der Jahre entwickelte sich ein undurchdringliches Justizgeflecht. Erst am 3. Juni wurde die Klage wegen direkter Mitverantwortung Shells an Saro-Wiwas Tod vom New Yorker Bezirksgericht ausgesetzt, während eine andere Klage gegen Shells nigerianische Tochter wegen Mitverantwortung an Menschenrechtsverletzungen erneut zugelassen wurde. Der jetzt erzielte Vergleich beendet beide Verfahren, "um die Unsicherheiten, Lasten und Kosten weiterer andauernder Verfahren zu eliminieren", wie es in der Vergleichsschrift heißt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Mein Vater wäre glücklich mit dem Ergebnis", sagte Wiwa, der in London lebt, aber inzwischen als Sonderberater von Nigerias zivilem Präsidenten Umaru YarAdua für mehr Entwicklung im Delta eintritt. Umweltaktivist Nnimo Bassey, der mit den ermordeten "Ogoni Neun" gestritten hatte, ist ebenfalls zufrieden: "Der Vergleich zeigt eindeutig, dass Shell schuldig ist. Shell zahlt zwar nur eine kleine Summe, aber der Vergleich ist eine Ouvertüre für das, was Shell und die anderen Öl-Multis noch erwartet!" &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ogoni-Aktivisten sind offenbar wieder versöhnt mit Nigerias Staat. Der 2007 gewählte Präsident YarAdua hat nicht nur Ken Wiwa als Berater eingebunden. Saro-Wiwas Nachfolger als Mosop-Chef, Ledum Mitee, wurde Chef einer Regierungskommission zur Zukunft des Niger-Deltas. Ihr Abschlussbericht Ende letzten Jahres empfiehlt, 25 statt wie bisher 13 Prozent der Öleinnahmen in den Fördergebieten zu belassen, Ölfirmen eine Versicherungspflicht gegen Umweltschäden aufzuerlegen und kostenlose Schulbildung einzuführen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im April 2008 entzog Nigerias Regierung Shell die Lizenz zur Ausbeutung der Ölfelder im Ogoni-Land. Die Förderung war ohnehin längst eingestellt; nun muss auch ein neues Bieterverfahren beginnen. Nigerias Regierung will alle Joint-Venture-Verträge mit ausländischen Ölkonzernen neu aushandeln, mit höheren Anteilen für die nigerianische Seite und einer Verpflichtung zur Nutzung lokaler Zulieferer in den Fördergebieten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Gesiegt haben wir erst, wenn wir nachhaltige Entwicklung in ganz Nigeria haben, nicht nur in Ogoniland", sagt Mosop-Chef Mitee. In diesem Reformelan sind Gerichtsverfahren gegen Ölinvestoren nicht mehr nützlich. Die Ogoni-Protestler von einst sind Teil des Establishments geworden, und vor Ort haben radikalere Gruppen den friedlichen Protest in bewaffneten Kampf verwandelt. Kein Wunder: Nigeria verdient Milliarden am Erdölexport, aber im Niger-Delta herrschen Elend und Gewalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Oloibiri, wo 1956 Shell die allerste Ölquelle Nigerias bohrte, endet die Teerstraße am Dorfanfang. Von hier geht es unbefestigt weiter durch den Matsch. Bis zum Haus des Dorfältesten Sunday Foster Inengite-Ikpesu muss man von Pfütze zu Pfütze springen. "Oloibiri Well No. 1, drilled June 1956, 12.000 Feet" steht auf einem rostigen Blechschild im Gras. Hier begann vor 53 Jahren Nigerias Ölabenteuer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Uns hat das Öl nichts gebracht", sagt der 72-jährige Dorfälteste. "Die Grundschule wurde vor dem Ölboom gebaut, die Sekundärstufe danach. Beide sind stark renovierungsbedürftig. Das Krankenhaus ist seit einigen Jahren verlassen. Die einzige Straße gab es auch schon vor dem Öl. Einen Wasserturm haben wir, aber noch kein Wasser. Strom gibt es gar nicht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In seiner Kindheit sah es anders aus. Früher war Oloibiri der älteste und wichtigste Ort in der Region. Es gab große Märkte. Oloibiri war Stützpunkt für Missionare und die Regionalregierung. Und dann entdeckte man sogar Erdöl. Aber Anfang der 70er-Jahre und viele Ölquellen weiter war Schluss. Oloibiri fiel wieder in die Armut zurück, ohne dass von seinem Ölreichtum etwas hängengeblieben wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Früher habe ich es nicht so gespürt, aber heute bin ich sehr wütend", sagt der alte Sunday Foster, ein drahtiger, freundlicher Mann mit grauem Haar. "Die Jungen wollen kämpfen und sie sind bereit, für die gute Sache zu sterben", warnt er. Wenn er könnte, würde er auch, aber er sei zu alt. Er setzt jetzt auf Aufklärung. "Damals wussten wir nicht, was geschieht, wir waren ignorant. Aber heute gehen fast alle zur Schule. Ich sage meinen Kindern:  Lasst das nicht wieder geschehen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die einzige Wirtschaft, die hier boomt, ist krimineller Natur. Wenn die Nacht hereinbricht, sind auf den zahlreichen Wasserwegen des Niger-Deltas Barken unterwegs mit Öl, das illegal aus Pipelines abgezapft wurde und in größeren Häfen auf Tanker umgeladen wird. Die Gewinne schmieren Rebellengruppen wie die "Bewegung zur Emanzipation des Niger-Deltas" (MEND), aber auch lokale Politiker  ein Grund dafür, dass sich Gesetzlosigkeit ausbreitet. Kidnapping ausländischer Ölangestellter, Schutzgelderpressung von Ölfirmen und die Vermietung von Schlägertrupps an Politiker sind weitere Einkommensquellen des mafiösen Sumpfs im Niger-Delta. Dass die Region unterentwickelt ist, kommt den Hintermännern gelegen: je größer die Not, desto größer die Unterstützung für die selbsternannten Wohltäter, die die Region hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Allein mit den illegalen Ölexporten machen die Syndikate 60 Millionen am Tag", sagt ein Insider. Nigeria droht dadurch der Staatsbankrott: Wegen Sabotageakten der MEND und des Rückzugs von Investoren und Betreibern ist die tägliche Ölförderung von 2,2 Millionen Barrel, wie es die Haushaltsplanung 2009 vorsieht, auf derzeit 1,38 Millionen gefallen. Seit dem Beginn der Kämpfe im Ölgebiet hat Nigerias Staat nach Regierungsschätzungen 20,7 Milliarden Dollar Öleinnahmen verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit Mitte Mai versuchen  mehr als 3.000 Soldaten in der größten Militäroperation seit Jahren, die Rebellen und Schmuggler mit Kriegsschiffen, und Kampfhubschraubern in die Schranken zu weisen. Zivilisten müssen das Leid tragen, wie meist in Nigeria. Hunderte wurden getötet, Zehntausende harren im Busch aus. Im Gegenzug haben MEND-Kämpfer fünf große Exportpipelines gesprengt. In der Nacht zum Dientag lief ein Ultimatum  an die Ölfirmen aus, das Niger-Delta zu verlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 10.6.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2206180710381678150?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2206180710381678150'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2206180710381678150'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/06/nigerias-schwarze-wirtschaft.html' title='Nigerias schwarze Wirtschaft'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXWz7-WcCI/AAAAAAAAAeE/wlShavWYphc/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8565539423288871752</id><published>2009-05-30T17:55:00.002+03:00</published><updated>2009-07-21T17:57:05.788+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ruanda'/><title type='text'>Tausend Hügel begrünen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXXNs4lwzI/AAAAAAAAAeM/xadKs4Oxvxk/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXXNs4lwzI/AAAAAAAAAeM/xadKs4Oxvxk/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360927561841230642" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Als "Land der tausend Hügel" war Ruanda einst bekannt. Wer heute aus der Hauptstadt Kigali hinausfährt, findet jedoch von der einstigen grünen Kulturlandschaft nicht mehr viel vor. Ganze Abhänge sind abgerutscht, die rotbraune Erde ist nackt und unbewachsen. Am Fuß der Hügel wälzen sich schlammige Fluten, gesättigt vom einstigen Ackerland. Erosion ist eines der größten Umweltprobleme in einer der kleinsten Nationen Afrikas. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neun Millionen Menschen leben hier auf einer Fläche von der Größe Belgiens; fast alle sind Kleinbauern. Brandrodung, Abholzung und Überbewirtschaftung  laugen das Land aus. Und dabei steigt die Bevölkerungsdichte rasant. In zwanzig Jahren, so sagen die Demoskopen voraus, wird die Bevölkerung sich verdoppelt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kaum zu glauben, dass das Land eine ökologische Vorzeigenation sein soll. Doch genau das wird Ruanda vom Global Footprint Network bescheinigt, das jährlich den "Ökologischen Fußabdruck", also den Umweltverbrauch aller Länder, misst. In Ruanda liegt der bei 0,7 und damit deutlich unter dem, was die Bevölkerung an Umweltverbrauch für sich beanspruchen dürfte. 1,0 ist dieser Idealwert, Deutschland etwa liegt mit 4,2 deutlich darüber; die gesamte Erde hat einen Fußabdruck von 2,23 - das bedeutet, mehr als zwei Planeten wären nötig, um die derzeitige Naturzerstörung auszugleichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Ruanda als eines der ärmsten Länder der Erde einen niedrigen Fußabdruck hat, ist noch nicht überraschend - dass dieser Fußabdruck aber seit Jahren kleiner wird, obwohl die Wirtschaft wächst, doch. Welches Geheimnis hat Ruanda, das andere Länder nicht haben? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entschlossenheit, sagt Ruandas Präsident Paul Kagame. "Afrikas Wirtschaftswachstum hängt direkt von Landwirtschaft, Tourismus, Fischerei und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen ab. All das ist nur mit einem effektiven Umweltmanagement möglich." Bei einem Finanzgipfel in Kigali warf Kagame den afrikanischen Regierenden jüngst in brüskem Tonfall vor, in Umweltfragen immer in Verzug zu sein: "Unser generelles Problem in Afrika ist die Umsetzung."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer den Mund so voll nimmt, muss zu Hause Erfolge vorweisen können: Dazu gehören in Ruanda etwa die Programme für Aufforstung und Terrassierung, die die Nationale Umweltbehörde REMA im ganzen Land vorantreibt. Inzwischen stammen nach REMA-Angaben bereits achtzig Prozent des in Ruanda verbrauchten Holzes aus einheimischen, nachwachsenden Plantagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine weitere Kernfrage lautet: Wie kann der Energiebedarf eines Landes gedeckt werden, das innerhalb von zehn Jahren ein Drittel der Bevölkerung ans Stromnetz anschließen will - derzeit sind es gerade einmal sechs Prozent - und auf weitere Industrialisierung baut?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Antwort gibt Eva Paul. Die ehemalige Mitarbeiterin der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) gehört zu der großen ausländischen Community, die im Infrastrukturministerium in Kigali arbeitet. Diese Spezialisten sollen dem Land helfen, bis 2020 ökologisch nachhaltig vom Entwicklungs- zum Schwellenland aufzusteigen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Seit November vergangenen Jahres pumpen wir Methan aus dem Kivu-See in einen schwimmenden Generator", erklärt Eva Paul in ihrem Büro im Regierungsviertel. In der Tiefe des Kivu-Sees an der Grenze zum Kongo liegen Methan-Vorkommen, die für mehr als 50 Jahre ausreichen könnten. "Im Moment werden vom Kivu-See aus zwei Megawatt ins Netz eingespeist", so Paul. "Gerade haben wir einen Vertrag mit der amerikanischen Firma Contour Global unterschrieben, die die Leistung bis Ende kommenden Jahres auf 100 Megawatt erhöhen wird." 100 Megawatt - das ist fast doppelt so viel wie Ruandas derzeitige Gesamtleistung. Ein Konsortium, an dem der Aga Khan beteiligt ist, verhandelt in diesen Monaten über die Lizenz, weitere 100 Megawatt Strom zu erzeugen. "Ein südafrikanischer Investor will aus dem Methan 1.000 Barrel Treibstoff pro Tag erzeugen, und wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die die Herstellung von Kunstdünger aus Methan prüft", so Paul. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Afrikas größte Solaranlage, nur eine halbe Stunde Fahrt von Kigali entfernt auf einem Hügel gelegen, ist ein Prototyp für Insellösungen. "Solarenergie ist zu teuer, um sie ins Netz einzuspeisen", so Paul. In einem extra Programm werden derzeit Schulen und Krankenhäuser mit Solarzellen ausgestattet. Dem gleichen Zweck dienen die 15.000 Biogasanlagen, die derzeit mit Unterstützung der GTZ vor allem an Latrinen von Kleinbauern installiert werden. "Die Familien kochen mit Biogas statt mit Feuerholz, das schont die Ressourcen", erklärt Koordinator Gerard Hendriksen. Ressourcenarmut, so scheint es, macht - zumindest im Falle Ruanda - erfinderisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 30.5.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8565539423288871752?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8565539423288871752'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8565539423288871752'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/05/tausend-hugel-begrunen.html' title='Tausend Hügel begrünen'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXXNs4lwzI/AAAAAAAAAeM/xadKs4Oxvxk/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8457912923910439128</id><published>2009-05-29T17:57:00.000+03:00</published><updated>2009-07-21T18:02:29.986+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tansania'/><title type='text'>Die weißen Schwarzen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXYXUvUjII/AAAAAAAAAeU/M7gillIUcQ0/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXYXUvUjII/AAAAAAAAAeU/M7gillIUcQ0/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360928826670222466" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Trommeln schlagen dumpf, eine helle Stimme singt dazu. David Ntanga und seine zehnköpfige Tanzgruppe bewegen sich im Takt. Die Menge hält den Atem an, als die Truppe völlig synchron nach vorne springt. Die Musik erstirbt, Beifall brandet auf. Ein lang gezogener Pfiff aus einer der hinteren Reihen schmerzt in den Ohren. Ein paar hundert Menschen haben sich versammelt, um der Performance zuzusehen; Ntanga ist zufrieden. "Es gibt immer mehr Menschen, die uns zujubeln und sagen: Macht weiter so", freut sich der Mittdreißiger in Jeans und kurzärmeligem Khakihemd. "Aber die Mehrheit glaubt immer noch, wir können nichts. Schließlich sind wir nur Albinos."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Albino Kulturbefreiungsfront" nennt sich Ntangas Ensemble, und der Name ist Programm. Mit Tanz, Musik, Theater und Filmvorführungen tourt die Gruppe seit Wochen durch Tansania und Nachbarländer, tritt in Clubs und auf staubigen Dorfplätzen auf. "Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind", sagt Ntanga. "Für viele einfache Leute ist es das erste Mal, dass sie einen Albino bewusst ansehen und nicht einfach angeekelt wegschauen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kampf um mehr Verständnis für ihr Anderssein ist in Tansania nicht nur eine Frage der Emanzipation, sondern des Überlebens. Vor rund einem Jahr begannen die ersten Ritualmorde, bei denen Albinos lebend Arme oder Beine abgehackt wurden. Andere wurden umgebracht, bevor man ihnen die Haut abzog. "Nach Sonnenuntergang bin ich nicht mehr auf der Straße unterwegs", sagt Ntanga, der in einem der Armenviertel von Tansanias Drei-Millionen-Metropole Daressalam lebt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tansania gilt als das Land mit den meisten Albinos weltweit, schätzungsweise 200.000, wovon aber nur 4.000 registriert sind. Seit zwielichtige Wunderheiler die Parole ausgegeben haben, dass sie ihren Besitzer reich machen können, ist der Handel mit Albinokörperteilen ein Riesengeschäft. Die Polizei schätzt die Zahl der Morde auf mehr als 40. Ernest Kimayo glaubt aber, dass es wesentlich mehr sind, sie seien den Behörden bloß nie gemeldet worden. Auch er überlegt sich zweimal, wohin er geht. "Ich habe sogar Angst, tagsüber in ein Büro zu gehen oder Geschäftspartner zu treffen, weil ich nicht sicher sein kann, ob mich derjenige nicht an die Mörder verkaufen will", sagt der Vorsitzende des tansanischen Albinoverbandes. An die schiefen Blicke, die schwarze Tansanier den bleichen Albinos zuwerfen, hat Kimayo sich gewöhnt. Auch dass Leute die Straßenseite wechseln, wenn er kommt, berührt ihn nicht mehr. "Als Kind wollten mich immer alle betatschen: Wenn wir die Haut anfassen, fließt sofort Blut heraus, haben die gesagt", erinnert sich Kimayo. Doch Unverständnis und Diskriminierung sind das eine. "Es ging uns nie wirklich gut, aber so einen Horror wie jetzt haben wir noch nie erlebt."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In seinem kleinen, stickigen Büro auf dem Gelände des Ocean Road Hospital, einem der größten Krankenhäuser der Stadt, sammelt Kimayo die Geschichten der Opfer. Besonders schlimm, sagt er, sei die Lage im Westen Tansanias, wo der Geisterglaube sehr verbreitet ist. Auffällig viele Tote gab es in den Dörfern am Victoriasee, weil Fischer Albinohaare in ihre Netze flechten und damit auf eine größere Ausbeute hoffen. Auch in den Minen der Region glaubt man, dass der Gebrauch von Albinokörperteilen Glück beim Schürfen bringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Esther Charles war erst zehn Jahre alt, als sie von einer Bande in der elterlichen Hütte in ihrem Heimatdorf Shilela aufgespürt wurde. Das fröhliche Mädchen mit dem weißen Haar und den empfindlichen Augen wurde brutal ermordet: mit Macheten regelrecht in Stücke geschnitten. Finger, Augen, Geschlechtsteile oder auch nur ein Stück Haut bringen den Mördern weit mehr Geld, als sie sonst in einem Monat verdienen können, weiß Kimayo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auftraggeber der grausamen Verfolger sind anerkannte Wunderheiler. Und die sind aus dem tansanischen Alltag nicht wegzudenken. "Unternehmer legen Albinoschädel auf ihre Goldmine, damit das Gold auf magische Weise an die Oberfläche steigt", berichtet Kimayo. "Fischer benutzen Albinofleisch als Köder, weil sie glauben, dass die gefangenen Fische dann Gold im Bauch haben." Andere sind der Ansicht, dass sich ihre Krankheiten durch Albinokörperteile heilen lassen. Auf der Straße hört Kimayo ständig Getuschel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im winzigen Ort Kimnyak im Westen Tansanias, am Fuße des 4.600 Meter hohen Berges Meru, lebt der siebenjährige Metili Mollel bei seinen Großeltern. Er ist ein echter "weißer Maasai" - ein Albinojunge aus dem ostafrikanischen Hirtenvolk. Bis zum vorigen Jahr war sein schlimmster Feind die Sonne, die seine Haut erbarmungslos verbrennt. Dann wollte sein Vater ihn umbringen, weil bei den Maasai Albinos als Inkarnation des Teufels gelten. Großvater Samuel Mollel rettete seinem Enkel das Leben und nahm ihn auf, obwohl die Familie nur von ein paar Kühen und Ziegen und etwas Maisanbau lebt. "Ich darf nicht alleine auf die Straße", sagt der Junge. "Nicht mal zu den Nachbarn kann ich allein gehen." Auf der Straße wird er als "Zero Zero" beschimpft - als Brut des Teufels. Noch versteht er diesen Schimpfnamen nicht, aber seine Großeltern wissen Bescheid. In der schönen, leeren Savannenlandschaft ist die Polizei weit entfernt, und Albinos sind schutzlos. "Eigentlich ist der Kleine nie alleine. Wir haben ihn auch gewarnt, Süßigkeiten von Fremden anzunehmen", erzählt der Großvater.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst die Schule stellt für Metili keinen sicheren Platz dar. "Meine Augen sind schlecht, ich kann oft nicht erkennen, was an der Tafel steht. Der Lehrer will, dass ich in eine Sonderschule gehe", erzählt der Junge mit leiser Stimme. In ganz Tansania gibt es nur eine solche Sonderschule - in der weit entfernten Hauptstadt Daressalam. Metili setzt sich in den Schatten des Hauses. Er ist ein einsamer Junge. Draußen spielen ist gefährlich, weil die Sonne Hautkrebs verursacht und ihm Mörder auflauern könnten. Im Haus zu bleiben ist das Beste, aber es macht einen Gefangenen aus ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht weit von Kimnyak entfernt, in der Stadt Arusha, bereiten sich Albinos auf die Selbstverteidigung vor. "Ich habe die erste Anzahlung für eine Pistole geleistet", erzählt Godson Mollel, Vorsitzender der Arusha-Abteilung der landesweiten Organisation Chama cha Albinos, die allerdings nur etwas mehr als 200 Mitglieder hat. Er ist mit dem kleinen Metili nicht verwandt - die meisten Maasai in der Arusha-Region heißen Mollel oder Leyser. Godson Mollel hat Angst. "Ich muss mich selbst schützen, weil die Behörden das nicht tun."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um seinen Waffenschein zu lesen, muss sich der 40-Jährige den Zettel ganz dicht vor die Augen halten. Die Frage, ob es nicht gefährlich ist, eine Waffe zu besitzen, wenn er kaum sehen kann, ist für ihn nicht relevant. "Ich habe Angst", rechtfertigt er sich. "Tagsüber traue ich mich kaum auf die Straße, und abends schließe ich mich zu Hause ein. Eine Pistole verschafft mir Beruhigung."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In seinem Innenstadtbüro kann er kaum Gäste empfangen. Es reicht gerade für einen Tisch und einen Stuhl. Durch das offene Fenster dringen Geräusche vom nahen Markt hinein - eine andere Welt. "Ich habe selten Spaß im Leben", sagt Godson Mollel. "Vorige Woche erst ist ein Albino verblutet, während seine Angreifer ihm Beine, Penis und Hodensack abhackten. Dann rasierten sie ihm die Haare ab." Das Grab eines Albinos, der vor Kurzem in Arusha eines natürlichen Todes starb, musste zubetoniert werden. "Nur so kann seine Familie sicher sein, dass nachts nicht die Zauberer kommen, um die Leiche auszugraben", erzählt Godson.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist schwer, Verständnis für seine potenziellen Mörder aufzubringen. Und doch ist es das, was Al-Shaymaa Kwegyir in der fernen Hauptstadt Daressalam jeden Tag aufs Neue versucht. "Die Leute sind arm und ungebildet", verteidigt die einzige Albinoparlamentarierin Tansanias diejenigen, die ihr und anderen Albinos nach dem Leben trachten. "Niemand hat ihnen je gesagt, dass wir ganz normale Menschen sind." Auch Kwegyir wurde als Kind gehänselt, "Niemand" nannten ihre Mitschüler sie oder "Geist". Jetzt wurde Kwegyir von Tansanias Präsident Jakaya Kikwete persönlich zur Parlamentsabgeordneten ernannt. "Als er mich angerufen hat, konnte ich kaum fassen, dass er denkt, dass ich genauso gut arbeiten kann wie ein normaler Mensch", platzt es aus der langjährigen Aktivistin heraus. Die immer wieder gehörten Vorurteile haben Narben hinterlassen. "Wenn ich mich um einen Job beworben habe, wurde ich als Einzige nicht zu einem Gespräch eingeladen, weil die Arbeitgeber dachten: Die kann ohnehin nichts."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher, sagt Kwegyir, seien Albinos oft schon nach der Geburt umgebracht worden. "Sie wurden ertränkt, oder man hat ihnen das Genick umgedreht. Ein Albinobaby galt als Fluch." Ihrer Mutter hat Kwegyir nie vergessen, dass sie ihr immer wieder versichert hat, wie sehr sie die Tochter liebt. "Sie hat gesagt, Gott hat mich so gewollt", sagt Kwegyir, und ihre Augen werden feucht. "Das gibt mir bis heute die Kraft, durchs Land zu reisen und Aufklärung zu betreiben."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Serie der Morde ist in jüngster Zeit abgeebbt. Dazu hat nach Ansicht der Abgeordneten auch beigetragen, dass die Regierung inzwischen zur Jagd auf die Albinomörder geblasen hat - mit dem Mittel der Denunziation. "Wir haben im ganzen Land Urnen und Wahlkabinen aufgestellt, und im Schutz der Anonymität konnten die Leute die Namen derer aufschreiben, die sie für schuldig halten." Kwegyir glaubt, dass mindestens vier Arten von Gangstern am Albinogeschäft mitverdienen. "Es gibt Scouts, die herausfinden, wo Albinos leben, es gibt die Mörder, dann diejenigen, die die Körperteile abtrennen und verkaufen, und schließlich gibt es noch die Kunden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derzeit stellt die Regierung Listen aller Personen zusammen, die in eine dieser Kategorien fallen. Was genau mit den Verdächtigten geschehen soll, weiß Kwegyir nicht - schließlich gibt es auch in Tansania Gesetze, die die Strafverfolgung regeln. "Wir wollten den Mördern vor allem Angst machen, und das ist uns gelungen." Mehr als 200 Menschen wurden verhaftet, bestätigt Godson Mollel in Arusha - verurteilt wurde noch niemand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Albino-Selbsthilfegruppen lassen nicht locker. Sie haben zusammen mit Menschenrechtsorganisationen Klage beim Obersten Gericht eingereicht, weil die Regierung Leben und Gesundheit von Albinos nicht schütze und damit die tansanische Verfassung verletze. Letzte Woche begannen die Anhörungen in der Sache.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sensibilisierung der tansanischen Öffentlichkeit für die Albinos ist neu - wie auch die Aufmerksamkeit für die geheime Welt der Wunderheiler. Maimuna Ramadhani hat in Arusha ein winziges Geschäft, eingeklemmt zwischen einer Schneiderei und einem Friseursalon. Sie verkauft Kräuter gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden. Sie benutze keine Albinokörperteile, sagt sie, "nicht mal Blut von Tieren. Ich verarbeite bloß Pflanzen und Wurzeln. Ich bin eine Naturheilerin, kein Zauberer." Dennoch bietet auch sie ein Öl für die Stirn an, das Glück bringen soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich glaube nicht, dass die tansanianischen Zauberer verantwortlich sind", sagt sie zu den Morden und hat dafür eine professionelle Erklärung: "Man muss die Haut vom Fleisch trennen. Dazu braucht man Chemikalien, und die haben wir in Tansania genauso wenig wie Kenntnisse darüber." Die Regierung hat vorläufig allen Naturheilern und Zauberern die Arbeit verboten. Aber die Geschäfte gehen weiter wie früher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keiner scheint zu wissen, warum die Gewaltwelle gegen Albinos 2007 anfing. Godson Mollel glaubt, nigerianische TV-Filme sind schuld. Das sind Dramen voller Geister, Zauberer und Wunder. In Nigeria ist der Glaube, dass Albinos außerordentliche Kräfte besitzen, weit verbreitet. Sie werden oft eingeladen, um Segnungen auszusprechen, etwa beim Bezug eines neuen Hauses oder der Eröffnung eines neuen Betriebes. Dort ist ihr Anderssein positiv besetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die billig produzierten und verkauften nigerianischen Videos, als "Nollywood" bekannt, sind in ganz Afrika verbreitet. "Die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwindet für dumme Menschen", meint Godson Mollel. "Irgendwie muss es ein paar Menschen auf tödliche Gedanken gebracht haben." Auch der Aktivist Kimayo warnt: "Im Fernsehen laufen immer mehr nigerianische Serien und Filme, in denen Geisterheiler eine schier unbegrenzte Macht haben. Das stärkt natürlich die traditionell ohnehin schon mächtigen Heiler im Dorf."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt die Gier. Am Anfang gruben die Beschaffer noch Leichen von Albinos auf Friedhöfen aus, um die Nachfrage zu bedienen. Als aber ein vollständiger Albinokörper bis zu 350.000 Euro einbrachte, schlossen sich überall im Land Kopfjäger der Hatz an. Auch in Kenia hat es die ersten Morde gegeben. In Burundi, wo am 19. Mai in der Stadt Ruyigi nahe der Grenze zu Tansania der erste Prozess wegen einer Serie von Albinomorden begann, hat der oberste Staatsanwalt der Grenzregion alle Albinos der Gegend in sein Haus einquartiert, das er wie eine Festung schützt. Den langen Marsch nach Ruyigi legen die meisten fernab der Hauptstraßen im Schutz der Dunkelheit zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 29.5.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8457912923910439128?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8457912923910439128'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8457912923910439128'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/05/die-weien-schwarzen.html' title='Die weißen Schwarzen'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXYXUvUjII/AAAAAAAAAeU/M7gillIUcQ0/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-958804079873939577</id><published>2009-04-14T18:02:00.013+03:00</published><updated>2009-07-21T18:04:24.640+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somalia'/><title type='text'>Geiseldrama auf hoher See beendet</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXY8AvIc5I/AAAAAAAAAec/IP3VVaGtJNI/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXY8AvIc5I/AAAAAAAAAec/IP3VVaGtJNI/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360929456955880338" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es ist der Stoff, aus dem große Dramen sind: ein Kapitän, der sich als Geisel zur Verfügung stellt, um Schiff und Besatzung zu retten; vier Piraten, die von Bord eines manövrierunfähigen Rettungsbootes aus das Geschäft ihres Lebens machen wollten; und eine militärische Supermacht, die mit drei Kriegsschiffen jede Bewegung an Bord des nur wenige hundert Meter entfernten Rettungsbootes verfolgte. Kein Wunder, dass die Geiselnahme auch dramatisch endete. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Der Kommandant an Bord der 'USS Bainbridge' hat innerhalb von Sekunden entschieden, dass sich Kapitän Richard Phillips in akuter Lebensgefahr befindet", erklärte der Chef des Zentralkommandos der US-Marine, Vize-Admiral William Gortney, kurz nach der Befreiung am Samstagabend. Da hatten die Piraten offenbar ihre Waffen auf Phillips gerichtet, nachdem die US-Verhandlungsführer sich geweigert hatten, das geforderte Lösegeld von zwei Millionen US-Dollar zu bezahlen. "Drei Piraten wurden von Scharfschützen erschossen, der vierte ergab sich." Phillips Befreiung sei von Spezialeinheiten ausgeführt worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem 53-jährigen Phillips, dessen Schicksal in den vergangenen Tagen ganz Amerika bewegt hatte, geht es gut. Er soll bald nach Hause fliegen. Mit Jubelgebrüll reagierte Phillips Crew auf die Befreiung: Die 19 Seeleute an Bord der "Maersk Alabama" waren am Samstagabend in Kenias Hafenstadt Mombasa angekommen. "Wir haben es geschafft", rief ein Matrose von Bord der "Alabama" über Absperrungen hinweg Journalisten zu. "Captain Phillips ist unser Held", schrie ein anderer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch nicht alle feiern. Andrew Mwangura, der die Piraterie vor Somalias Küste seit Jahren verfolgt, befürchtet, dass die gewaltsame Befreiung das Leben künftiger Geiseln gefährdet. "Man hat die Piraten gewalttätiger gemacht", so Mwangura. In der Vergangenheit sei den Geiseln nie etwas geschehen. "Jetzt wird es passieren, dass Piraten Geiseln umbringen, um so ihr eigenes Leben zu retten." Selbst US-Militär Gortney räumt das ein. "Dadurch könnte die Gewalt in diesem Teil der Welt zweifellos sprunghaft zunehmen." Mehrere Piratengruppen haben bereits mit Vergeltung gedroht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Nacht zum Montag flogen zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden Armeehelikopter über Piratenhäfen an der somalischen Küste. "Erst töten sie unsere Freunde, dann müssen wir Angst vor Bombardements haben", so ein Pirat. "Amerika ist unser neuer Feind." Der Fall Phillips scheint auch Bewegung in die politische Debatte zu bringen. Der Kongressabgeordnete Donald Payne landete am Montag als erster US-Politiker seit dem traumatischen Tod mehrerer US-Soldaten 1994 in Mogadischu, um Gespräche mit der weitgehend machtlosen Übergangsregierung zu führen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Freilassung von Phillips befindet sich jetzt noch ein amerikanisches Schiff in der Hand somalischer Seeräuber. Der Schlepper unter italienischer Flagge war am Samstag gekapert worden. Auch der deutsche Frachter "Hansa Stavanger" mit fünf deutschen Seeleuten an Bord wird seit mehr als einer Woche von Piraten festgehalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerätselt wird unterdessen über die Fracht an Bord der "Maersk Alabama". Laut offiziellen Angaben befindet sich in den Containern Lebensmittelhilfe für Ostafrika. Doch FBI und CIA, die kurz nach der Ankunft in Mombasa die Kontrolle über die "Alabama" übernommen haben, weigern sich kenianischen Zollbeamten zufolge, den Inhalt zu deklarieren. Es könnten militärisch heikle Güter darunter sein: Die "Maersk Alabama" ist Teil eines Spezialprogramms der Marine, mit dem vertrauenswürdige Schiffe für Militärtransporte akquiriert werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 14.4.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-958804079873939577?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/958804079873939577'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/958804079873939577'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/04/geiseldrama-auf-hoher-see-beendet.html' title='Geiseldrama auf hoher See beendet'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXY8AvIc5I/AAAAAAAAAec/IP3VVaGtJNI/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1473530892161006822</id><published>2009-04-07T18:04:00.000+03:00</published><updated>2009-07-21T18:06:11.048+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ruanda'/><title type='text'>Der gedeckte Mörder</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXZSt0LCaI/AAAAAAAAAek/hZAbk4K5Od0/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXZSt0LCaI/AAAAAAAAAek/hZAbk4K5Od0/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360929847013738914" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;"Hier ist Radio Libre Mille Collines", ruft der Moderator schwer atmend in sein Mikrofon. "Die Gräben sind erst zur Hälfte mit Tutsi-Leichen gefüllt, helft mit, sie aufzufüllen!" Es ist Frühjahr 1994 in Ruanda, seit dem 7. April haben die Morde an Tutsi und moderaten Hutu begonnen. Macheten, die schon vor Monaten lastwagenweise eingeführt worden sind, werden an die Hutu-Bevölkerungsmehrheit verteilt. Angeheizt wird die Stimmung von den Scharfmachern im Freien Radio der tausend Hügel, die später sogar Musikstücke senden, die den Völkermord glorifizieren. Später werden Medienwissenschaftler sagen, dass die Hasssendungen maßgeblich dazu beigetragen haben, den Völkermord am Laufen zu halten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mann, der hinter Radio Libre Mille Collines steckt, ist derselbe, der den Import von zehntausenden Macheten organisierte: Félicien Kabuga, einer der reichsten Männer Ruandas und Hutu-Extremist, für dessen Ergreifung die US-Regierung ein Lösegeld von  5 Millionen US-Dollar ausgesetzt hat. Doch 15 Jahre nach Beginn des Genozids ist der inzwischen 74-Jährige immer noch auf der Flucht. "Von den 97 Angeklagten haben wir 84 festnehmen können", bilanziert Roland Amoussouga, Sprecher des Internationalen Kriegsverbrechertribunals für Ruanda im tansanischen Arusha. "Nur 13 sind noch auf der Flucht." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch unter diesen 13 sind die vielleicht wichtigsten noch lebenden Hintermänner des Genozids: der damalige Verteidigungsminister Augustin Bizimana etwa, und Protais Mpiranya, Chef der besonders brutalen Präsidialgarde. Und Kabuga, der als Finanzier des Völkermordes gilt. "Bei vielen wissen wir ungefähr, wo sie sich aufhalten", sagt Hassan Jallow, der Chefankläger des von den UN eingerichteten Tribunals. Doch das reicht zur Festnahme nicht aus, denn das Tribunal hat keine Polizei. Wenn Jallow weiß, wo sich ein Verdächtiger aufhält, dann muss er die Regierung des Landes um Amtshilfe bitten. "Und nicht alle Regierungen sind so kooperativ, wie wir uns das wünschen würden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Niemand zweifelt ernsthaft daran, dass sich Félicien Kabuga seit fast 15 Jahren meistens in Kenias Hauptstadt Nairobi aufhält. Am 3. September 1994 stempelten Einreisebeamte seinen Pass am internationalen Flughafen, seine Frau und sechs Kinder folgten kurze Zeit später nach. Kenia war nicht Kabugas erste Wahl: Weder die Schweiz noch das damalige Zaire war bereit, den Völkermörder aufzunehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kenia hingegen wurde Kabuga mit offenen Armen empfangen. "Der damalige ruandische Botschafter Cyprien Habimana sorgte dafür, dass eine ganze Reihe von Völkermördern Flüchtlingsstatus bekamen", erklärt ein damaliger Mitarbeiter von Kenias Ausländerbehörde im Schutz der Anonymität. Erst im Dezember wurde Habimana von der neuen Regierung nach Kigali zurückgerufen. Da hatte Kabuga bereits seine erste Wohnung im schicken Gemina Court bezogen, gleich neben der Witwe von Expräsident Juvénal Habyarimana. So groß war der Andrang der Extremisten, dass im September 1994 in der All Saints Basilica eine eigene Schule für 140 ihrer Kinder eröffnet wurde, in der auf Kinyarwanda unterrichtet wurde. Auch die tutsifeindliche Hetzschrift Kangura, die in kongolesischen Hutu-Flüchtlingslagern verteilt wurde, wurde in Nairobi gedruckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kenia-Connection der Hutu-Elite um den ermordeten Präsident Juvenal Habyarimana, dessen Flugzeug am Vorabend  des  7.  April  1994  abgeschossen wurde, hat Tradition. Habyarimana selbst war mit Kenias autokratischem Präsidenten Daniel arap Moi gut befreundet und unterhielt mehrere Firmen in Mombasa und an Kenias Küste. Auch Kabuga hatte Verbindungen. Sein wohl nützlichster Beschützer soll der damalige Chef des gefürchteten Geheimdienstes, Zakayo Cheruiyot, gewesen  sein.  Vieles  spricht  dafür,  dass  es innerhalb von Bürokratie und Politik bis heute zahlreiche Männer gibt, die ihre schützende Hand über Kabuga halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst der sonst eher diplomatische Chefankläger des Völkermordtribunals Jallow kritisiert Kenias Regierung mittlerweile öffentlich. "Im Kongo hat die Regierung Probleme mit ihrer Kapazität und kann deshalb viele Flüchtlinge nicht fassen", so Jallow. "In Kenia geht es nicht um Kapazität, es geht um politischen Willen." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine von Jallow ins Leben gerufene Taskforce, der Vertreter des Tribunals und der kenianischen Polizei angehören, legte vor nicht einmal einem Jahr einen bestürzenden Bericht vor: Das Netzwerk, das Kabuga zu seinem Schutz aufgebaut habe, umfasse den Expolizeipräsidenten des Landes, zwei persönliche Referenten des Präsidenten, zwei Minister, Kenias obersten Verwaltungschef und Heerscharen von Geschäftsleuten und Rechtsanwälten. Ein Vertrauter des ehemaligen Präsidenten Mois habe zudem mit der neuen Regierung eine Vereinbarung darüber geschlossen, dass Kabuga weiterhin geschützt werde. Die Regierung Kibaki, die bis heute im Amt ist, wies alle Vorwürfe zurück. Der Bericht wurde nie veröffentlicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer den Fall Kabuga verfolgt, lebt gefährlich. Der kenianische Journalist Cyrus Ombati, der die Spur Kabugas seit Jahren verfolgt, ist sich dessen bewusst. Und dennoch will er nicht schweigen. "Die Regierung behauptet, Kabuga sei nicht im Land, aber gleichzeitig hat sie ihn gerade wegen Steuerhinterziehung angeklagt", weist er auf einen der vielen Widersprüche hin. "Polizeibeamte geben im Vieraugengespräch offen zu, dass er sich in Kenia frei bewegen kann", so Ombati. "Und gleichzeitig sagen sie dir: Pass bloß auf, was du über ihn schreibst!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kenianische Finanzimperium Kabugas umfasst Immobilien, Farmen, Hotels, Transport- und ein Busunternehmen sowie eine Import-Export-Firma. Zwar hat Kenias Regierung nach langem Zögern Konten und Besitztümer Kabugas eingefroren, doch mindestens zwei Konten, die Jallows Taskforce im vergangenen Jahr überprüfen wollte, scheinen noch intakt zu sein. "Weder die Barclays Bank noch die Family Bank war bereit, uns bei der Aufklärung zu unterstützen", sagt ein Insider. Auch die Konten von Geschäftspartnern und Kabugas Schwiegersohn seien bis heute nicht gesperrt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einmal schien es, als seien die Verfolger kurz davor, Kabuga festzunehmen. Der Geschäftsmann William Munuhe vereinbarte ein Treffen mit Kabuga, bei dem die Polizei zugreifen sollte. Als Kabuga nicht wie vereinbart zum Treffen erschien, wurde der Einsatzleiter ungeduldig. Weil Munuhe seinen Telefonhörer nicht abnahm, brachen die Beamten die Tür auf. Sie fanden den 27-Jährigen tot in seinem Bett - er war mit einem Kopfschuss ermordet worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch weil die Polizei den Tod Munuhes lange geheim hielt, gehen viele bis heute davon aus, dass Polizei-Insider den Geschäftsmann verraten hatten. Vor einem Jahr, Jallow hatte einen kritischen Bericht vor dem UN-Sicherheitsrat angekündigt, meldete die Polizei auf einmal die Festnahme Kabugas. Erst einige Tagen später, die Sicherheitsratssitzung war vorbei und Jallow zurück in Arusha, stellte sich heraus: Der Verhaftete war nicht Kabuga, sondern Charles Nyandwi, ein Mathematikdozent an Nairobis Universität, der Kabuga überhaupt nicht ähnlich sieht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Jallow will nicht aufgeben. "Kabuga bleibt einer der wichtigsten Flüchtlinge für uns, wir wollen ihn hier vor Gericht sehen, bevor wir Ende des Jahres die Verhandlungen einstellen", so der Chefankläger. Und etwas realistischer setzt er nach: "Diese Verbrechen verjähren nicht." Irgendwann werde man Kabuga finden und festnehmen. "Er kann wegrennen, aber er kann sich nie in Sicherheit wiegen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 7.4.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1473530892161006822?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1473530892161006822'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1473530892161006822'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/04/der-gedeckte-morder.html' title='Der gedeckte Mörder'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXZSt0LCaI/AAAAAAAAAek/hZAbk4K5Od0/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5941943417622086489</id><published>2009-03-21T18:06:00.004+03:00</published><updated>2009-07-21T18:07:54.449+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Angola'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kamerun'/><title type='text'>Papst zelebriert afrikanische Identität</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXZtMbJejI/AAAAAAAAAes/i6TwIBtkelA/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXZtMbJejI/AAAAAAAAAes/i6TwIBtkelA/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360930301906876978" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Als Papst Benedikt XVI. am Freitag feierlich von Angolas Präsident Eduardo dos Santos am Flughafen von Luanda empfangen wird, feiern die Jugendlichen in Sambizanga, einem Slum der Hauptstadt, schon seit mehr als sechs Stunden. Kurz nach Sonnenaufgang heizten lokale Musikgrößen tausenden jungen Leuten ein. Immer wieder unterbrechen "Papa, Papa"-Rufe die Rhythmen. "Es ist wie ein Wunder, der Papst kommt zu uns und wird uns segnen", freut sich Julieta. Am Sonntag will sie wie alle hier dabei sein, wenn der 81-jährige Papst den größten Gottesdienst in der Innenstadt hält. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über mangelnde Euphorie bei seiner Afrikareise kann Benedikt sich nicht beschweren. Wie in Angola, so jubelten auch in Kameruns Hauptstadt Jaunde zehntausende Gläubige, als der Papst am Donnerstag in einem Stadion die Messe las. Für viele fand er den richtigen Ton: "Afrika ist ein Kontinent der Hoffnung, der durch die Tyrannei des Materialismus gefährdet wird." Für solche Sätze, die das Leid der meist armen Besucher auffingen, jubeln sie. Ein Bericht des Vatikans geht noch weiter: Darin heißt es, multinationale Kräfte beuteten den Kontinent gemeinsam mit skrupellosen Politikern aus. "Dies ist ein Prozess, der im Namen der Moderne die afrikanische Identität zerstören will."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Zitate lassen ahnen, wie der Papst die katholische Kirche in Afrika positionieren will: Mehr afrikanische Identität soll im Kampf gegen den Islam wie die boomenden Pfingstkirchen helfen. Zwar leben bald die meisten Katholiken in Afrika: 149 Millionen sollen es sein, vor 30 Jahren war es noch ein Drittel. Doch trotz dieser Zunahme wächst die Konkurrenz noch schneller: Auf 147 Millionen schätzt das Pew-Forum in Afrika die evangelikalen Christen. Auch der Islam, seine Anhänger werden auf 400.000 geschätzt, wächst - nicht zuletzt dank einer aus Saudi-Arabien und Libyen finanzierten Missionsbewegung. Zwar predigte Benedikt XVI. bei einem Treffen mit 22 kamerunischen Imamen Toleranz und das Ende religiöser Auseinandersetzungen. Doch die im Herbst in Rom angesetzte Afrika-Synode soll auch beraten, wie die katholische Kirche die Macht auf ihrem Zukunftskontinent sichern kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Längst nicht alle jubeln dem Papst bei seinem ersten Afrikabesuch zu: Oppositionsanhänger werfen ihm vor, das wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verfehmte Regime von Präsident Paul Biya nicht klar genug zu kritisieren. "Wir erleben hier in Kamerun einen Verfall der Werte", sagte Oppositionsführer John Fru Ndi. "Wir brauchen einen spirituell beflügelten Neuanfang."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Bürgerrechtsgruppen Kameruns haben ihre Wurzeln in der katholischen Kirche. Doch der Papst nutzte seinen Besuch im Präsidentenpalast vor allem, um Präsident samt Familie zu segnen. In Angola, wo Ölgelder verschwinden und die Masse der Bevölkerung hungert, befürchten Papstkritiker eine ähnliche Sprachlosigkeit. Und während die Bevölkerung sich am Papstkommentar zu Kondomen nicht sonderlich stört, sind Aktivisten sauer. "In welchem Jahrhundert lebt der Papst eigentlich?", fragt Aids-Aktivist Alain Fogué. "Von 100 Katholiken benutzen doch mindestens 99 Kondome, und das ist auch gut so."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 21.3.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5941943417622086489?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5941943417622086489'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5941943417622086489'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/03/papst-zelebriert-afrikanische-identitat.html' title='Papst zelebriert afrikanische Identität'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXZtMbJejI/AAAAAAAAAes/i6TwIBtkelA/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-378971861430756630</id><published>2009-03-11T18:08:00.001+03:00</published><updated>2009-07-21T18:09:57.595+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tansania'/><title type='text'>Kontinent meistbietend zu verkaufen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXaOujEhVI/AAAAAAAAAe0/KTsZqDIgSH8/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXaOujEhVI/AAAAAAAAAe0/KTsZqDIgSH8/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360930878002595154" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Tröstende Worte hatte IWF-Chef Dominic Strauss-Kahn für die Finanzminister und Funktionsträger aus Afrika in der tansanischen Hafenstadt nicht übrig: "Auch wenn es gedauert hat, bis die Krise Afrika erreicht hat: Sie kommt, und ihre Folgen werden schwer sein." Strauss-Kahn sprach seine Warnung auf dem Gipfeltreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus, der am Dienstag in Daressalam begann. "Afrikas Aufschwung wird enden, Millionen werden erneut verarmen", sagte der IWF-Chef. Schon die bislang befürchtete Halbierung des afrikanischen Wirtschaftswachstums auf 3 Prozent sei kaum zu halten, so Strauss-Kahn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor allem Afrikas reichere Nationen spüren die Krise schon seit Monaten. Händeringend suchen Regierungen nach neuen Einnahmequellen - und haben eine der letzten begehrten Ressourcen entdeckt, die ihnen noch zum Verkauf bleibt: Land. Weil Erz- und Ölpreise gesunken sind, Investoren und Touristen ausbleiben und afrikanische Auswanderer immer weniger Geld aus dem Ausland nach Hause überweisen können, klingen die Angebote vor allem aus Asien und Arabien immer attraktiver. Schon in wenigen Wochen wird der saudische Konzern Hadco auf seinen Feldern im Sudan die erste Ernte einfahren. Gemüse, Weizen und Viehfutter von 10.000 Hektar Land sollen helfen, den seit Jahren steigenden Bedarf an Lebensmitteln in Saudi-Arabien zu decken. Für das Land an den fruchtbaren Bänken des Nils hat Hadco unbestätigten Informationen zufolge 95 Millionen US-Dollar Pacht an die Regierung in Khartum gezahlt - und mehr Geld soll folgen. Sudans Regierung hat den Golfstaaten angeblich bereits 900.000 Hektar bestes Farmland zugesagt, für 99 Jahre Pacht. Offiziell will das in Khartum freilich niemand bestätigen. Denn der Verkauf von Ackerland an ausländische Investoren ist bei den Bürgern, fast überall in Afrika überwiegend Kleinbauern, nicht sonderlich beliebt. Am höchsten hinaus will der koreanische Mischkonzern Daewoo, der auf Madagaskar Futtermais und Ölpalmen anbauen will. 1,3 Millionen Hektar hat die Regierung des bettelarmen Inselstaats dafür bereitgestellt. In Kenias Tana-Flussdelta sollen 40.000 Hektar Land an den Golfstaat Katar verpachtet werden - zum Anbau von Früchten und Gemüse. Ein Viertel Ersparnis gegenüber dem Weltmarktpreis erwarten die Regierungen, die mit den Verpachtungen praktisch ihr Hoheitsgebiet erweitern. Von "Neokolonialismus" sprechen denn auch Kritiker wie der britische Umweltschützer George Monbiot. "Früher haben die reichen Nationen Kanonenschiffe und Glasperlen eingesetzt, heute sind es Anwälte und Scheckbücher", so Monbiot. "Der Westen will sich mit aller Kraft vor der drohenden Nahrungsmittelkrise retten, auch wenn das heißt, das Menschen anderswo verhungern werden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch diese Kritik teilen nicht alle. Der Nahrungsmittelexperte des UN-Umweltprogramms, Christian Nellemann, betont, es führe kein Weg daran vorbei, die vorhandenen Ackerflächen besser zu bewirtschaften. "Wir müssen auch verhindern, dass mehr als die Hälfte aller geernteten Güter bei Transport und Lagerung verloren gehen", so Nellemann. "Aber wir müssen auch die Ernteerträge erhöhen, wenn wir angesichts des Bevölkerungswachstums die drohende Hungerkrise aufhalten wollen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mary Fosi, Staatssekretärin in Kameruns Umweltministerium, bettelt förmlich um Investoren: "Hauptsache, jemand entwickelt unsere Landwirtschaft." Natürlich wäre es schöner, wenn Kamerun Unterstützung beim Aufbau seiner eigenen Landwirtschaft bekäme, sagt Fosi. "Aber wir können es uns eben nicht aussuchen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 11.3.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-378971861430756630?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/378971861430756630'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/378971861430756630'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/03/kontinent-meistbietend-zu-verkaufen.html' title='Kontinent meistbietend zu verkaufen'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXaOujEhVI/AAAAAAAAAe0/KTsZqDIgSH8/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-61908548950113039</id><published>2009-03-07T18:10:00.000+03:00</published><updated>2009-07-21T18:11:17.197+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Todesschüsse im Berufsverkehr</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXahIfELiI/AAAAAAAAAe8/2MkdUyV-pnI/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXahIfELiI/AAAAAAAAAe8/2MkdUyV-pnI/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5360931194202762786" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Kenias Regierungssprecher Alfred Mutua ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So dachte sich kaum jemand etwas, als er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz über den renommierten Menschenrechtler Oscar Kamau Kingara und seine Organisation herzog. "Die Oscar-Stiftung ist eine Fassade, über die die Mungiki-Sekte sich Geld und Unterstützung vom Ausland beschafft", schäumte Mutua, während Anhänger der Mungiki-Miliz in den Straßen der Hauptstadt Nairobi und anderswo in Kenia gegen die Polizei und ihre systematischen Erschießungen demonstrierten, die Kingara aufgedeckt hatte. Einige Stunden nach Mutuas Pressekonferenz wurden Kingara und sein Kollege John Paul Oulu in ihrem Wagen erschossen, als sie am helllichten Tag mitten in Nairobi im Stau standen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Unter den gegebenen Umständen muss man Kenias Polizei für die Morde verdächtigen", ließ der entsetzte UN-Sonderberichterstatter Philip Alston wenige Stunden später in einer Erklärung mitteilen. Der australische UN-Mann fordert eine unabhängige Aufklärung mit Hilfe südafrikanischer oder britischer Spezialisten. Erst eine Woche vorher hatte Alston einen Bericht darüber vorgelegt, wie Todesschwadronen in Kenia im Jahr 2007 hunderte Mungiki-Mitglieder ermordet hatten. Zu seinen Gewährsleuten gehörten auch die beiden Menschenrechtler, die jetzt tot sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon am Tag, als Alston seinen Bericht vorstellte, war es ihm bange gewesen. "Man hat uns überwachen lassen und Zeugen bedroht, in einem Fall wurde den Bewohnern eines ganzen Vertriebenenlagers der Entzug von Essen für den Fall angedroht, dass man mit uns redet." Alston sprach damals zudem von einem Brief von Präsident Mwai Kibaki, der ihn sehr beunruhigt habe. "Ich kann mir nicht sicher sein, dass unsere Zeugen unbehelligt bleiben werden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Polizeisprecher Eric Kiraithe wies am gestrigen Freitag den Vorwurf zurück, Kenias Polizei habe mit dem Mord zu tun. "Das waren Kriminelle, die Studentenunruhen anfachen wollten." Nach Kingaras Tod hatten sich Studenten und Sicherheitskräfte Straßenschlachten bis in die Nacht hinein geliefert. Ein Student wurde von der Polizei erschossen. Gestern war die Lage weiter angespannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was Kingara und Alston in ihren Berichten aufgedeckt hatten, ist ein mafiöses System in Kenias Polizei. Mit Kopfschüssen wurden 2007 binnen weniger Monate mehr als 500 junge Männer erschossen. Dahinter steckte eine Todesschwadron namens "Kwe Kwe", die in Absprache mit der Polizeiführung jeden ermordet, der womöglich ein Mitglied der Mungiki sein könnte. Die Mungiki, eine illegale Jugendmiliz des Kikuyu-Volkes in Kenia, zu dem auch Präsident Kibaki gehört, sind unangenehm: die mafiöse Gang, die Schutzgelder erpresst und für Geld Terror walten lässt, schlägt säumigen Schuldnern gerne mal die Köpfe ab. Und doch, so betonte der Menschenrechtler Kingara stets, haben auch sie ein Recht auf einen fairen Prozess.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 7.3.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-61908548950113039?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/61908548950113039'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/61908548950113039'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/03/todesschusse-im-berufsverkehr.html' title='Todesschüsse im Berufsverkehr'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SmXahIfELiI/AAAAAAAAAe8/2MkdUyV-pnI/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1334456780914008571</id><published>2009-02-25T10:53:00.002+03:00</published><updated>2009-02-25T11:04:06.869+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='- Buch'/><title type='text'>NEU ERSCHIENEN: Der Hüter der zerfallenden Bücher</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT6C0qZxMI/AAAAAAAAAd0/q12r-x0sGVU/s1600-h/Umschlag-Rep-Afrika.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 175px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT6C0qZxMI/AAAAAAAAAd0/q12r-x0sGVU/s320/Umschlag-Rep-Afrika.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306641187352462530" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Frisch erschienen (25. Februar) ist meine Sammlung von Reportagen aus allen Ecken Afrikas - der Verlag schreibt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch nach fünf Jahren in Afrika sind es einfache Menschen und ihre Schicksale, die den Korrespondenten Marc Engelhardt am meisten faszinieren. Ihre Geschichten beschreiben am besten, welche Folgen »große« Ereignisse oder schwelende Konflikte tatsächlich haben. Da ist der Bibliothekar Saif Islam, der in der mauretanischen Wüste jahrhundertealten Büchern beim Verfall zusehen muss, obwohl er sie so sehr liebt, dass er die darin enthaltenen Verse vorsingen kann. Der ugandische Jugendliche Deogratius Okema, der den Kindermörder verehrt, der ihn selbst verschleppte und zwang, seine eigene Familie zu ermorden. Oder der Berliner Architekt Martin Grütters, der in einer der unwirtlichsten Gegenden Afrikas im Alleingang versucht, Entwicklungshilfe zu leisten – und dabei an der eigenen Hilfsbereitschaft zu scheitern droht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unfassbarkeit Afrikas lässt sich nur durch ihre Akteure, die kleinen Helden, tragischen Verlierer und skurrilen Persönlichkeiten begreifen. Ihre Geschichten hat Marc Engelhardt aufgeschrieben und schafft so ein ganz persönliches Bild von Afrika: von einem Kontinent, wo nicht nur Not und Leid, sondern auch Wagemut und Ideenreichtum herrschen; einem Kontinent, auf dem nicht nur gestorben, sondern vor allem gelebt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ISBN 978-3-85452-955-2&lt;br /&gt;Picus Verlag, 132 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 14,90 Euro&lt;br /&gt;(Ein Klick auf die Überschrift führt zum Buch auf amazon.de)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1334456780914008571?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.amazon.de/Hüter-zerfallenden-Bücher-Afrikanische-Schicksale/dp/3854529554/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1235548954&amp;sr=1-1' title='NEU ERSCHIENEN: Der Hüter der zerfallenden Bücher'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1334456780914008571'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1334456780914008571'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/02/neu-erschienen-der-huter-der.html' title='NEU ERSCHIENEN: Der Hüter der zerfallenden Bücher'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT6C0qZxMI/AAAAAAAAAd0/q12r-x0sGVU/s72-c/Umschlag-Rep-Afrika.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4118041586782628225</id><published>2009-02-20T10:39:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:43:08.721+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Umwelt'/><title type='text'>Quecksilber verboten</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT2X3n8ftI/AAAAAAAAAdU/ec7_xTyUcVY/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT2X3n8ftI/AAAAAAAAAdU/ec7_xTyUcVY/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306637150878203602" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das Gipfeltreffen der Umweltminister geht zwar erst heute zu Ende, doch ein Ergebnis gilt bereits als sicher: Sieben Jahre nach der Aufnahme von Verhandlungen über ein Verbot von Quecksilber habe man sich auf den Ausstieg geeinigt, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) der taz in Nairobi. "Es wird einen echten Verhandlungsauftrag geben, um in zwei Jahren zu einem Ergebnis zu kommen, wie wir Quecksilber weltweit aus dem Verkehr ziehen", sagte Gabriel, der gemeinsam mit seinen EU-Kollegen seit Jahren für das Verbot kämpft. Die USA hatten eine Einigung stets verhindert. Erst eine Kehrtwende in Washington machte den Deal möglich: "Man merkt, wie schnell die Atmosphäre sich verändert hat."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine vom Gipfel eingesetzte Arbeitsgruppe hat jetzt den Auftrag, aus dem Ausstiegsbeschluss innerhalb von zwei Jahren ein rechtlich verbindliches Abkommen zu machen. Über dessen Details wurde am Donnerstag bereits heftig diskutiert. "Alle sind sich einig darin, dass es eine rechtlich bindende Verordnung geben soll", sagt der Sprecher des UN-Umweltprogramms (Unep), Nick Nuttall. "Aber es gibt Länder, die die Verordnung perspektivisch um andere Schwermetalle erweitern wollen, andere wollen es beim Quecksilber belassen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quecksilber gilt als eine der giftigsten Substanzen. Jedes Jahr werden 6.000 Tonnen des Schwermetalls freigesetzt, ein Drittel von Kohlekraftwerken. "Die Menge nimmt zu, weil vor allem in Asien immer mehr Kohle verbrannt wird", warnt Nuttall. Das aus der Kohleverbrennung stammende Quecksilber gelangt in die Atmosphäre und von dort in die menschliche Nahrungskette. Am gefährlichsten ist der Verzehr von kontaminiertem Fisch. In Schweden gelten Hechte und einige andere Fischarten aus mehr als 50.000 Seen als so sehr kontaminiert, dass die Behörden Frauen im geburtsfähigen Alter davon abraten, sie zu essen. "Der Rest der Bevölkerung darf sie maximal einmal pro Woche zu sich nehmen", so Unep-Chef Achim Steiner. Kein Wunder, dass jeder heute lebende Mensch Quecksilber in sich trägt. "Und die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass selbst kleine Mengen schon gesundheitsgefährdend sind." Folgen von Quecksilbervergiftung sind Gehirn-, Leber-, Lungen- und Nervenschäden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In vielen Entwicklungsländern setzen sich Menschen bis heute freiwillig dem Schwermetall aus. Goldschürfer in Brasilien, Simbabwe, Indien und Papua-Neuguinea waschen das Edelmetall mithilfe von Quecksilber aus und vergiften damit nicht nur sich selbst, sondern ganze Landstriche. Nuttall schätzt die Zahl der betroffenen Goldschürfer samt Familien auf zehn Millionen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das Quecksilberverbot in Kraft tritt, müssen sich nicht nur Goldschürfer nach Alternativen umsehen. Viele industrielle Prozesse sind auf Quecksilber angewiesen. Während es kaum noch Quecksilberthermometer gibt, enthalten die meisten LCD-Displays von Elektrothermometern das Schwermetall. Auch Energiesparbirnen enthalten Quecksilber. "Es handelt sich um etwa ein Milligramm, das ist eine winzige Menge, die auf die Spitze eines Kugelschreibers passt", verteidigt sich Philips-Manager Nick Kelso, der an einer Technikmesse auf dem UN-Gelände teilnimmt. "Wer herkömmliche Birnen kauft, verbraucht mehr Energie und produziert dadurch weit mehr Quecksilber, als in einer Energiesparbirne steckt." Doch einen Stand weiter präsentiert die chinesische Firma Megaman bereits quecksilberfreie Energiesparlampen. "Wir haben das Quecksilber durch Amalgam ersetzt", erklärt David Fan. "Die Birnen sind genauso hell."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 20.2.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4118041586782628225?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4118041586782628225'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4118041586782628225'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/02/quecksilber-verboten.html' title='Quecksilber verboten'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT2X3n8ftI/AAAAAAAAAdU/ec7_xTyUcVY/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-331108230555354832</id><published>2009-02-10T10:23:00.002+03:00</published><updated>2009-02-25T10:26:36.977+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Madagaskar'/><title type='text'>DJ gegen Joghurtverkäufer</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaTym6mPiII/AAAAAAAAAcs/YUpXZq_HAzM/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaTym6mPiII/AAAAAAAAAcs/YUpXZq_HAzM/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306633011327895682" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seiner jüngsten Provokation hatte Andry Rajoelina, 34, einen besonders jugendlichen Anstrich gegeben. Statt zu einer politischen Kundgebung lud der ehemalige DJ und gefeuerte Bürgermeister von Madagaskars Hauptstadt Antananarivo zu einem Konzert mit beliebten Musikern. Mehr als 20 000 vor allem junge Anhänger des charismatischen Redners waren dabei, als Rajoelina auf dem größten Platz der Stadt seine neue "Übergangsregierung" für Madagaskar vorstellte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum neuen Präsidenten hatte Rajoelina sich schon eine Woche zuvor gekürt. "Kraft meines Amtes ernenne ich Monja Roidenfo zum ersten Premierminister der Vierten Republik", rief Rajoelina, immer wieder unterbrochen vom Jubel der Menge, die er kurz darauf zum Marsch auf den Palast des Präsidenten Marc Ravalomanana aufforderte. Doch was als Machtbeweis begann, endete als Blutbad.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir haben friedlich demonstriert", berichtet Jocelyn Ratolojanahary, die gestern mit einer bandagierten Hand im größten Krankenhaus der Hauptstadt sitzt. "Dann, ohne Vorwarnung, haben die Sicherheitskräfte das Feuer auf uns eröffnet." Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie Polizei und Militär wahllos in die Menge schießen. Als die Masse in Panik flieht, werden Demonstranten zu Tode getrampelt. Mindestens 28 Oppositionsanhänger kamen nach Polizeiangaben ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Menschen waren nur mit ihrem Mut bewaffnet", lässt Rajoelina Journalisten wissen, die seine Krankenhausvisite filmen. Ein seit Wochen stehendes Verhandlungsangebot der Regierung schlägt Rajoelina aus: "Das Blut wurde nicht umsonst vergossen, wir machen weiter bis zum endgültigen Sieg", sagt er am Sonntag. Gestern Abend stimmen die beiden Kontrahenten dann aber einer UN-Vermittlung zu. Rajoelina nennt als Voraussetzung die Einsetzung einer Interims-Regierung bis zu Neuwahlen sowie die Bestrafung der Verantwortlichen für das Blutbad vom vergangenen Sonnabend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Demonstranten, die am Samstag vor dem Präsidentenpalast niedergemäht wurden, sind die jüngsten Opfer eines erbarmungslosen Machtkampfes zwischen Rajoelina und Präsident Ravalomanana.In den vergangenen Wochen sollen in der Inselrepublik vor der afrikanischen Küste mehr als 125 Menschen ihr Leben verloren haben. Es ist die schlimmste Krise seit Ravalomanana vor sieben Jahren zum Präsidenten gewählt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damals weigerte sich der seit mehr als 25 Jahren regierende Marxist und Marineoffizier Didier Ratsiraka, den Wahlsieg Ravalomananas anzuerkennen. Ratsiraka ließ die Straßen und Brücken rund um die Hauptstadt Antananarivo verminen und hungerte die Bevölkerung aus. Erst als sich nach fünf Monaten ohne Grundnahrungsmittel und Benzin die Armee auf Ravalomananas Seite schlug, floh Ratsiraka ins Exil nach Frankreich. Die ehemalige Kolonialmacht hatte ihn bis zuletzt gestützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnell machte Ravalomanana sich einen Namen als einer, der das heruntergewirtschaftete Land auf die Beine stellen könnte. Die meisten Leute auf der Insel sind Subsistenzfarmer; nur wenige bauen Vanille und Kaffee an, die beiden wichtigsten Exportagrargüter. Bis heute leben trotz neuer Rohstofffunde mehr als zwei Drittel der Bevölkerung unterhalb des Existenzminimums von einem Dollar am Tag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Ravalomanana verbreitete Aufbruchsstimmung, auch weil er Armut kennt: Aufgewachsen in einer Vorstadt von Antananarivo, verkaufte der heute 59-Jährige Joghurt vom Gepäckträger seines Fahrrads herab. Heute ist Ravalomanana der größte Unternehmer des Landes. In Interviews lobt er gerne Deutschland im allgemeinen und deutsche Molkereien ganz besonders. Sein Mischkonzern Tiko durchdringt alle madagassischen Wirtschaftszweige: außer Molkereien gehören Ravalomanana Supermärkte, Zeitungen sowie ein Radio- und Fernsehsender. Das Präsidentenamt nutzt er geschickt, um seine Marktposition auszubauen und seinen Reichtum zu vergrößern. So wurde aus ihm binnen kurzer Zeit eine Art afrikanischer Berlusconi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ravalomanana wurde zwar Ende 2006 mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Doch vor allem in der Hauptstadt wächst der Unmut seitdem ständig. "Wir sind ein armes Land, es sollte vorwärts gehen für uns", klagt ein Taxifahrer. "Aber es geht immer nur abwärts." Wie die meisten in Antananarivo, will auch der Mann mit grauem Haar anonym bleiben. Nicht erst seit Samstag gilt Ravalomanana als autoritärer Herrscher. "Die einzigen, die Geld machen, sind doch der Präsident und seine Bagage", sagt eine Marktverkäuferin. Als vor einigen Monaten Gerüchte die Runde machten, dass die Regierung eine Fläche von 1,3 Millionen Hektar an den koreanischen Mischkonzern Daewoo verpachten wollte, war für sie wie für viele andere die Grenze erreicht. Auf der Fläche, halb so groß wie Belgien, will Daewoo Schweinefutter und Ölpalmen für Biodiesel anbauen. "Kurz danach hat sich der Präsident eine neue Privatmaschine gekauft, die haben die doch finanziert", glaubt die Händlerin. Die Kosten für die nach Ravalomananas Wünschen umgebaute Boeing 737: fast 50 Millionen Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein Wunder, dass Vertreter der internationalen Helfergemeinde auf den Präsidenten schlecht zu sprechen sind. "Madagaskar wird auf lange Sicht eines der wenigen afrikanischen Länder sein, wo die Armut zu- statt abnimmt", glaubt der inzwischen abgelöste Repräsentant des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Belgier Pierre van den Boogaerde. Zahlreiche Geber, unter ihnen die EU, hatten ihre Hilfen schon vor den jüngsten Unruhen suspendiert. Der Unmut gegen Ravalomanana ist es, den Rajoelina für seinen Aufstieg nutzen will. Seinen Bürgermeisterwahlkampf bestritt der Mann mit schrillen T-Shirts und Rapmusik. Wegen seiner Rasanz nennt man ihn nach dem französischen Schnellzug: TGV. Er verspricht Wandel und ist Ravalomanana ähnlicher, als er selber zugeben will. Außer zwei Werbeagenturen besitzt Rajoelina auch eine Radio- und Fernsehstation; seit Wochen rührt Viva für den Boss die Werbetrommel. Als "TGV" vor etwas mehr als einem Jahr Bürgermeister wurde, ließ er kurzerhand alle Werbetafeln einer konkurrierenden Werbeagentur abnehmen. Heute gehört sie seiner Firma Injet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt eine Aura von Unsicherheit: Nachdem Rajoelina am 26. Januar den Präsidentenkonvoi mit Steinen bewerfen ließ, musste Ravalomanana die Hauptstadt fluchtartig verlassen. Er hat inzwischen aufrüsten lassen - das Blutbad vom Samstag hat ein von ihm frisch ernannter Sicherheitschef zu verantworten. Die Verteidigungsministerin trat gestern zurück, mit der Begründung, sie könne nicht akzeptieren, dass das Blut ihrer Landsleute vergossen worden sei. Offenbar bröckelt der Rückhalt des Präsidenten in der Armee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Flucht des Präsidenten hatten Rajoelinas Anhänger mehr als 24 Stunden auf ein Wort ihres Anführers warten müssen. Schließlich meldete sich Rajoelina per Radio und rief zur Ruhe auf. Viele Beobachter glauben, dass der Mann, der sich nach Madagaskars Gesetzen erst in sechs Jahren als Präsident zur Wahl stellen darf, damals die Chance vertat, in den zwei Tage lang ungeschützten Präsidentenpalast einzuziehen. Umso erstaunlicher ist die Vehemenz, mit der Rajoelina sich jetzt als starker Mann verkauft. "Auf dem Land kennen ihn viele überhaupt nicht", gibt selbst einer seiner Berater zu bedenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Rajoelina, den viele für seinen frischen Esprit unterstützt hatten, gehen Anhänger verloren. "Es gibt seit Tagen kaum noch Salz, Öl und Zucker auf den Märkten", berichtet Nadine Ralaivao, eine Großhändlerin. "Benzin wird knapp." Steigende Preise und die Toten auf den Straßen haben viele Rajoelina-Fans umgestimmt. "Wir wollten jemand, der näher am Volk ist", sagt ein Jugendlicher, "einen Bürgerkrieg wollten wir nicht."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-331108230555354832?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/331108230555354832'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/331108230555354832'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/02/dj-gegen-joghurtverkaufer.html' title='DJ gegen Joghurtverkäufer'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaTym6mPiII/AAAAAAAAAcs/YUpXZq_HAzM/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4418410493668141481</id><published>2009-02-04T10:26:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:30:58.071+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tansania'/><title type='text'>Das Elend der Bleichen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaTzhvHvOsI/AAAAAAAAAc0/M8GHwnLt_Ps/s1600-h/kimayo.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 214px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaTzhvHvOsI/AAAAAAAAAc0/M8GHwnLt_Ps/s320/kimayo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306634021859441346" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Sonne rot glühend im indischen Ozean vor Daressalaam versinkt, schlägt Ernest Kimayo einen schnelleren Schritt ein, um rechtzeitig vor der Dunkelheit zu Hause zu sein. Früher hat der vierfache Vater die Nacht geliebt, wenn die gleißenden Sonnenstrahlen verschwunden sind und Kimayo sich ohne Kopfbedeckung durch die Straßen von Tansanias Hauptstadt bewegen konnte. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seit einem Jahr fürchtet sich der Albino vor seinen potenziellen Mördern, die ihn in Stücke hacken und seine Körperteile an Zauberheiler verkaufen wollen. Überall im Land sind solche Morde passiert, auf mehr als 40 schätzt die Polizei die Zahl der Opfer. Kimayo fürchtet, er könnte der nächste sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich habe Angst, in eine Bar zu gehen oder an den Strand", sagt Kimayo, der in einem engen, stickigen Büro sitzt, das dem Ocean Road Hospital, einem der größten Krankenhäuser der Stadt, angeschlossen ist. "Ich habe sogar Angst, tagsüber in ein Büro zu gehen oder Geschäftspartner zu treffen, weil ich nicht sicher sein kann, ob derjenige mich an die Mörder verkaufen will."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An die schiefen Blicke, die schwarze Tansaniern den bleichen Albinos zuwerfen, hatte Kimayo sich gewöhnt. Auch dass Leute die Straßenseite wechseln, wenn er kommt, berührt ihn nicht. "Als ich ein Kind war, wollten die anderen mich immer betatschen: wenn wir die Haut anfassen, fließt das Blut sofort raus, haben sie gesagt", erinnert sich Kimayo. "Unverständnis und Diskriminierung gab es immer, aber so einen Horror wie jetzt haben wir noch nie erlebt."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besonders schlimm ist es auf dem Land, im Westen Tansanias, wo der Geisterglaube bis heute weit verbreitet ist. Die kleine Esther Charles war erst zehn Jahre alt, als eine Bande sie in der Hütte der Eltern in ihrem Heimatdorf Shilela aufspürte. Das fröhliche Mädchen mit seinem weißen Haar und den empfindlichen Augen wurde mit Macheten in Stücke geschnitten. Finger, Augen, Geschlechtsteile oder auch nur ein Stück Haut bringen den Mördern mehr Geld, als sie sonst in einem Monat verdienen können, sagt Kimayo. Auftraggeber der grausamen Verfolger sind anerkannte Geisterheiler, die ihren Kunden Reichtum versprechen. "Unternehmer haben Albinoschädel auf ihre Goldmine gelegt, damit das Gold auf magische Weise an die Oberfläche wandert", weiß Kimayo. "Fischer benutzen Albinofleisch als Köder, weil sie glauben, dass die gefangenen Fische dann Gold im Bauch haben." Andere sagen, Krankheiten könnten mit Hilfe von Albino-Körperteilen geheilt werden. Auf der Straße hört Kimayo ständig Getuschel. "Da geht unser Glück vorbei, sagen die einen. Lass es uns tun, wir brauchen das Geld, sagen andere."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kimayo kennt fast alle Geschichten. Er ist Vorsitzender des tansanischen Albinoverbandes, der in dem stickigen Büro seinen Hauptsitz hat. Dass die Zentrale auf dem Krankenhausgelände liegt, nicht weit von der Krebsstation entfernt, hat seine Gründe. "Es ist ein Fluch, in Afrika ohne schützende Hautpigmente geboren zu werden", seufzt Kimayo, der selbst in geschlossenen Räumen eine Sonnenbrille trägt. Die Sonne scheint so stark, dass viele Albinos schon im Teenageralter Hautkrebs entwickeln. Viele sterben vor ihrem dreißigsten Geburtstag. Eine medizinische Behandlung können sich die meisten der auf 200 000 geschätzten tansanischen Albinos schlicht nicht leisten. "Viele von uns brechen die Schule ab, weil unsere Augen sehr schwach sind und es in den Schulen keine Unterstützung gibt", sagt Kimayo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andere Tansanier schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch; das können Albinos nicht. "Erntehelfer, Straßenverkäufer, Autowäscher arbeiten alle unter der brennenden Sonne, gegen die wir keinerlei natürlichen Schutz haben." Deshalb leiden die meisten Albinos Armut. Bisher war das wichtigste Projekt von Kimayos Organisation, genug Geld für Sonnencreme und breitkrempige Hüte zusammenzubekommen. Sonntags traf man sich, um gemeinsam zu essen und sich um die besonders Bedürftigen zu kümmern. Doch die knapp 12 000 Euro, die ihm im vergangenen Jahr Spender, vor allem in Tansania lebende Ausländer, zur Verfügung stellten, reichten schon dafür vorne und hinten nicht. Gegen die neue Gefahr haben die Albinos erst recht kaum Mittel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kimayo, 41, zeigt achselzuckend auf ein Telefon, das auf dem staubigen Holztisch steht. "Die Polizei hat uns das geschenkt, damit wir sie im Notfall alarmieren können." Doch einem Verfolgten auf dem Land nutzt das wenig. Dabei hat Tansanias Präsident Jakaya Kikwete die grausamen Morde zur Chefsache gemacht. "Diese Morde sind eine Schande für unsere Gesellschaft", erklärte er in einer eigens angesetzten Fernsehansprache. "Man wird nur durch harte Arbeit reich und nicht, indem man Mitbürger ermordet und zerstückelt." Kikwete hat die Registrierung von Albinos angeordnet, um sie besser schützen zu können. Eine Albinoaktivistin ernannte er zur Abgeordneten, als Signal, dass Albinos vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sind. Zauberheilern im ganzen Land entzog man die Lizenzen, jetzt müssen sie sich prüfen lassen. Kimayo wurde dieser Tage für sein Engagement mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Doch der Horror geht weiter: Gerade erst wurde in der Nähe des Viktoriasees wieder ein Albino ermordet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Menschen glauben ihren Heilern, sie stellen keine Fragen", glaubt Kimayo. "Viele denken, die sind so bleich, die sind eh keine Menschen, sondern Geister, das macht die Grausamkeit umso leichter." Dazu kommt die Gier. Anfangs gruben die Zulieferer der Zaubermeister Leichen von Albinos auf Friedhöfen aus, um die Nachfrage zu bedienen. Heute, wo ein vollständiger Albinokörper für angeblich 350 000 Euro verkauft wird, haben sich überall im Land Kopfjäger der Hatz angeschlossen. "Einer Frau schlugen sie beide Beine über den Knien ab und ließen sie einfach verbluten lassen, weil ein Heiler Beine brauchte", berichtet Kimayo mit stockender Stimme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Längst müssen auch Albinos in den Nachbarländern um ihr Leben fürchten. In Burundi hat der oberste Staatsanwalt einer Grenzregion zu Tansania alle Albinos der Gegend in sein Haus einquartiert, das er wie eine Festung schützt. Den langen Marsch in die Provinzhauptstadt Ruyigi legen die meisten nur im Schutz der Dunkelheit, fernab der Hauptstraßen zurück. Auch in Kenia hat es die ersten Morde gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Armen auf dem Land ihre Hoffnung auf skrupellose Geisterheiler setzen, hat viele Gründe. Die meisten der vierzig Millionen Tansanier leben unterhalb der Armutsgrenze, wie Generationen vor ihnen. Allerdings ist das Fernsehen in ihr Leben getreten, "Da laufen immer mehr nigerianische Serien und Filme, in denen Geisterheiler eine schier unbegrenzte Macht haben, das stärkt natürlich die traditionell ohnehin schon mächtigen Heiler im Dorf," sagt Kimayo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Stadt ist es kaum anders: In Daressalaam leben drei Millionen Menschen, Slums umringen die Innenstadt mit ihrer Kolonialarchitektur. In den wuchernden Armenvierteln regeln die Menschen ihr Zusammenleben vielfach bis heute wie in einer dörflichen Gemeinschaft. Um weitere Morde zu verhindern, glaubt Kimayo, muss man auf diese Menschen zugehen. "Wir versuchen, in Schulen und anderswo aufzuklären und Diskussionen zu veranstalten, aber das ist nicht leicht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kimayo verriegelt am Abend die Tür seines Hauses besonders früh, um sich in Sicherheit zu bringen. Zumindest um seine Kinder, sagt Kimayo, muss er sich nicht sorgen. Er ist mit einer schwarzen Tansanierin verheiratet. "Alle meine vier Söhne sind schwarz." Welch eine Erleichterung für den Vater.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 4.2.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4418410493668141481?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4418410493668141481'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4418410493668141481'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/02/das-elend-der-bleichen.html' title='Das Elend der Bleichen'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaTzhvHvOsI/AAAAAAAAAc0/M8GHwnLt_Ps/s72-c/kimayo.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4868975918151872984</id><published>2009-02-03T10:44:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:46:12.438+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Libyen'/><title type='text'>Afrikas König der Könige</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT3LEOAn7I/AAAAAAAAAdc/aJHNExyyv8A/s1600-h/gaddafi.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 200px; height: 312px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT3LEOAn7I/AAAAAAAAAdc/aJHNExyyv8A/s320/gaddafi.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306638030432411570" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Schon vor seiner Ankunft beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba sorgte Muammar al-Gaddafi für einen Eklat. Er komme nicht nur als libyscher Revolutionsführer, ließ er den verblüfften Staats- und Regierungschefs per Rundschreiben mitteilen, sondern als "König der afrikanischen Könige" - und erwarte, als solcher empfangen zu werden. Als Gaddafi äthiopischen Boden betrat, ließ er sich entsprechend von sieben traditionellen afrikanischen Königen begleiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sind Auftritte wie dieser, mit denen Gaddafi seinen Ruf als Exzentriker geprägt hat. Der im Regelfall ungekämmte politische Einzelgänger, nur echt mit Sonnenbrille und Dreitagebart, schlägt bei Staatsbesuchen Präsidentensuiten aus und stattdessen im Hotelgarten Beduinenzelte auf. Selbst jahrelangen Vertrauten gilt er als vollkommen unberechenbar, er berät sich mit niemandem. Als kürzlich in Guinea die Armee putschte, flog Gaddafi im Privatjet in die Hauptstadt Conakry und musste wieder abziehen, als klar wurde, dass niemand mit ihm sprechen wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei steht außer Frage, dass der 1942 nahe der libyschen Stadt Sirte geborene Gaddafi ein politisches Ausnahmetalent ist. Im September wird er den 40. Jahrestag seiner Revolution feiern lassen, des unblutigen Putsches, mit dem der damals 27-jährige Colonel Libyens König Idris absetzen ließ. In seinem "Grünen Buch", Gaddafis Pendant zur Mao-Bibel, verkündete er Libyens Alternative zu Sozialismus und Kapitalismus, der die Gründung von Volkskomitees und seines "Massenstaats" folgte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unternehmen wurden erst verstaatlicht, seit einigen Jahren wird wieder privatisiert. Denn dogmatisch ist Gaddafi nur bei einem: seiner unangefochtenen Führerschaft. Opposition und freie Presse werden brutal unterdrückt, bis vor einigen Jahren durften Ausländer das Land nur im Ausnahmefall betreten. Das lag auch daran, dass Gaddafi Terroristen aus aller Welt Unterschlupf gewährte, den Bau von Massenvernichtungswaffen ankündigte und den Anschlag auf ein PanAm- Flugzeug über Lockerbie anordnete. Erst seit er 2003 allem Terror abschwor, ist Gaddafi im Westen wieder gesellschaftsfähig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Afrika zieht Gaddafi an vielen Strippen: Er finanziert Rebellen im Tschad, im Sudan und vielen weiteren Ländern und macht zeitgleich Regierungen mit großzügigen Überweisungen willfährig. Außenstehende mag es da überraschen, dass Gaddafi sich ausgerechnet der afrikanischen Einheit verschrieben hat. Die Gründung der AU war vor allem seine Idee, Gaddafis immer wieder verkündetes Ziel sind die Vereinigten Staaten von Afrika. An deren Spitze: er selbst, Gaddafi der Erste, König der afrikanischen Könige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 3.2.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4868975918151872984?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4868975918151872984'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4868975918151872984'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/02/afrikas-konig-der-konige.html' title='Afrikas König der Könige'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT3LEOAn7I/AAAAAAAAAdc/aJHNExyyv8A/s72-c/gaddafi.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7472657946841962836</id><published>2009-01-29T10:46:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:49:31.514+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Chagos'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mauritius'/><title type='text'>Vertrieben aus dem Paradies</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT39fUl6kI/AAAAAAAAAdk/tc9UK_md9lk/s1600-h/mauritius.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT39fUl6kI/AAAAAAAAAdk/tc9UK_md9lk/s320/mauritius.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306638896701237826" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;An seine Kindheit im Paradies hat Olivier Bancoult eine besonders intensive Erinnerung. "Ich höre immer noch den Klang der Kolraba, unserer traditionellen Trommel, die mein Vater mir geschenkt hat, als ich klein war." Das Instrument liegt bis heute in der Hütte der Bancoults auf Peros Banhos, einer der 65 Chagos-Inseln, die zwischen den Malediven und Mauritius mitten im Indischen Ozean liegen. "Meine Eltern sind damals, 1968, überstürzt aufgebrochen, weil meine Schwester dringend zur Behandlung ins Krankenhaus auf Mauritius musste", erzählt Bancoult heute in Port Louis, der mauritischen Hauptstadt. Olivier war da gerade vier Jahre alt. "Sie haben alles zurückgelassen, sie dachten ja, wir kommen wieder." Doch weder Olivier noch seine Eltern und Geschwister haben ihre Heimat seitdem wiedergesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer auf den Chagos-Inseln gelebt hat, der erinnert sich an unbeschwerte Tage. Wellen schlugen in die sanft geschwungene Bucht aus strahlend weißem Sand, in der Ferne blitzten Korallenriffe. Fische gab es im Überfluss, und an Land spendeten Kokospalmen Schatten und Früchte, die die Bewohner nur vom Boden auflesen mussten. Doch dieses Paradies ist verloren gegangen. Seine Bewohner wurden von den Chagos-Inseln vertrieben. Verantwortlich dafür ist ein anderes Inselreich im Nordwesten Europas - das Vereinigte Königreich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Olivier Bancoults Schicksal, das einige tausend andere Chagossianer ganz ähnlich erlitten haben, ist die Geschichte einer zunächst geleugneten und dann verdrängten Vertreibung eines ganzen Volkes. Sie beginnt zu britischen Kolonialzeiten Anfang der Sechzigerjahre, als die Chagos-Inseln noch zu Mauritius gehörten. Wer damals auf einer der gut sechzig Inseln lebte und zum Arzt gehen musste oder Werkzeuge kaufen wollte, der fuhr mit dem Schiff nach Mauritius, denn auf dem entlegenen Archipel gab es solche Angebote nicht. Die Chagossianer blieben für ein paar Wochen auf Mauritius, dann fuhren sie wieder zurück nach Hause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch im Frühjahr 1968, Mauritius war gerade unabhängig geworden, war auf einmal alles anders. "Als meine Eltern nach der Behandlung meiner Schwester die Schiffsreise zurück buchen wollten, teilte ihnen der Zahlmeister mit, das sei unmöglich", erzählt Bancoult. "Eure Inseln sind verkauft worden, erwiderte er, "an die USA, die bauen da eine Militärbasis."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Militärareal auf Diego Garcia, der größten Chagos-Insel mit einem weltweit einmaligen Naturhafen, ist heute einer der größten US-Militärstützpunkte der Welt. Von der strategisch günstig gelegenen Insel werden Luftangriffe auf Afghanistan, den Irak und Pakistan geflogen. Lindsey Collen, eine auf Mauritius lebende Schriftstellerin und Frauenrechtlerin, hat die Vorgeschichte der Militärbasis ausgiebig untersucht. Dokumente, die jahrzehntelang in Archiven verstaubten, sowie persönliche Gespräche belegten, wie die Vereinigten Staaten und die Briten Anfang der Sechzigerjahre einen Plan schmiedeten, der aus einem Agentenroman stammen könnte, erzählt Collen. "Die USA wollten unbedingt eine unbewohnte Insel im Indischen Ozean haben, um von dort aus den Mittleren Osten und die Ölrouten kontrollieren zu können."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Amerikaner bereiteten ihre Pläne mitten im Kalten Krieg vor. Vorauskommandos der US-Armee schauten sich mehrere britische Kolonialinseln an und entschieden, Diego Garcia sei am besten geeignet. "Da haben die Briten gesagt: Kein Problem, wir gründen einfach eine neue Kolonie, die wir Mauritius nicht mit in die Unabhängigkeit geben", sagt die Schriftstellerin. Der mauritischen Regierung im Wartestand setzten die Briten ein Ultimatum: Entweder kommt schnell die Unabhängigkeit ohne die Chagos-Inseln - oder es gibt gar keine Unabhängigkeit. "Das war nicht einfach nur illegal, sondern verstieß eindeutig gegen die UN-Charta", ärgert sich Lindsey Collen heute noch. Letztendlich setzten sich die Briten durch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1965 wehte über den Chagos-Inseln erstmals die Flagge der "Britischen Territorien im Indischen Ozean". Das tut sie noch heute. Die Insel Diego Garcia wurde kurz danach wie vereinbart an die USA verpachtet, für zunächst fünfzig Jahre. In einem Brief an die Regierung des Vereinigten Königreichs in London forderte die US-Armeeführung, die Insel sei zu "räumen und danach zu säubern". Kurzerhand kappten die Briten alle Versorgungsfahrten zu den Chagos-Inseln. Wie Olivier Bancoults Familie strandeten viele ungewollt auf Mauritius, andere flohen. "Den Sturköpfen, die zum Schluss noch da waren, setzten sie ein Fanal", berichtet Collen. "Hunde, die auf Diego Garcia praktisch zur Familie gehörten, wurden zusammengetrieben und vor den Augen der Bevölkerung vergast." Von nun an ging die Angst bei den verbliebenen Chagossianern um: Wenn wir bleiben, könnte das Gleiche mit uns passieren. Unterdessen versicherten britische Diplomaten am Sitz der Vereinten Nationen in New York, die Inseln seien unbewohnt. Eine Lüge, die London noch jahrzehntelang aufrechterhielt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich erlebten die Menschen aus Chagos eine Vertreibung: Schiffe nahmen sie an Bord, und dort hausten die Bewohner des paradiesischen Eilands wochenlang im Frachtraum, wo sie auf einer Ladung von Vogelexkrementen, einem Düngemittel, schlafen mussten. Viele starben auf der Reise, vor allem Kinder. Auf Mauritius ging es den Überlebenden kaum besser, erinnert sich Olivier Bancoult: "Ich bin wie die meisten in absoluter Armut aufgewachsen, es ist ein Wunder, dass ich eine Schulausbildung bekommen habe." Die meisten dieser Menschen lebten und leben bis heute in den ärmsten Vierteln von Port Louis. Die wenigen Häuser, die die mauritische Regierung den orientierungslosen Insulanern anbot, waren bei Unruhen kurz zuvor weitgehend zerstört worden und dienten als Ziegenställe. Es gab kein Wasser, keinen Strom, keine Toiletten. Was den Neuankömmlingen blieb, waren winzige Wohneinheiten in den Häusern. Die 14-köpfige Familie Bancoult hatte nur ein Schlafzimmer. Nach einem ausgeklügelten Schichtplan organisierten sie die Schlafenszeiten, weil nicht für alle gleichzeitig Platz vorhanden war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir kamen von einer Insel, wo wir alle in Frieden lebten und niemand Not litt", erinnert sich Bancoult an seine Kindheit. "Auf Mauritius gab es dann kein Geld, keine Häuser und keine Jobs für uns, keine Chance, ein besseres Leben zu führen. Stattdessen gab es auf einmal Drogen, Alkohol, Prostitution."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den ersten Jahren nach ihrer Ankunft und dem Schock starben die meisten Chagossianer. Bancoults Vater erlitt noch am selben Tag im Hafen einen Schlaganfall, an dem ihm der Zahlmeister offenbart hatte, er könne nicht nach Hause zurückkehren. Zwei Jahre lang dämmerte er mit gelähmtem Oberkörper vor sich hin, bevor er starb. Zwei von Olivier Bancoults Brüdern soffen sich zu Tode, ein dritter starb an Herzversagen. Bancoults Schwester beging Selbstmord, wie auch andere Vertriebene. "Sie alle sind an der Trauer gestorben, ihre Heimat verloren zu haben."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als einer der wenigen Chagossianer, der lesen und schreiben kann, hat Bancoult die Rückkehr auf die Chagos-Inseln zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Das hat er seiner kämpferischen Mutter Rita versprochen, die Anfang der Siebzigerjahre die ersten Proteste vor der britischen Botschaft in Port Louis organisierte. "Da ging es um unsere Anerkennung", berichtet Bancoult, heute noch empört. "Die Briten behaupteten ja, es gäbe uns nicht, wir wären Gastarbeiter, obwohl meine Familie schon in vierter Generation auf Peros Banhos lebte." Als die Bilder der gewaltsam niedergeschlagenen Proteste London erreichten, änderte die britische Regierung allmählich ihre Politik. Als Bewohner einer Inselgruppe, die direkt der britischen Krone untersteht, bekamen die Chagossianer schließlich britische Pässe. Und damit auch Zugang zur britischen Gerichtsbarkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Jahr 2000 errang Bancoult seinen ersten Sieg vor Großbritanniens High Court, dem Obersten Gerichtshof. In drastischen Worten bestätigten die Richter die Kläger darin, dass die Ausweisung der Inselbevölkerung illegal gewesen sei. Doch die Labour-Regierung unter Tony Blair nutzte das uralte Recht des königlichen Edikts, um die Rückkehr dennoch zu verbieten. Das Parlament wurde auf diese Weise ausgeschaltet - eine Methode, die ein Berufungsgericht 2007 als "Machtmissbrauch" verurteilte. Es forderte erneut die Rückkehr der Chagossianer. Doch das britische Oberhaus, die letzte Instanz, widersprach, angeblich aus Kostengründen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz dieser Rückschläge gibt Bancoult nicht auf. "Wir haben bereits eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht", sagt er, und er klingt kämpferisch wie seine Mutter. "Und wir bereiten einen Fall für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor, denn das, was die britische Regierung uns angetan hat, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Olivier Bancoult wartet auf den Tag, an dem er seinen Kindern seine Heimat zeigen kann. "Auch wenn sie auf Mauritius geboren wurden, ihre Wurzeln liegen auf Peros Banhos." Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, sagt Bancoult, verbrieft das universelle Recht jedes Menschen auf Rückkehr in seine Heimat. Er will nicht mehr erreichen, aber auch keinesfalls weniger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 29.1.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7472657946841962836?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7472657946841962836'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7472657946841962836'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/01/vertrieben-aus-dem-paradies.html' title='Vertrieben aus dem Paradies'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT39fUl6kI/AAAAAAAAAdk/tc9UK_md9lk/s72-c/mauritius.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-995090186209129201</id><published>2009-01-24T10:31:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:32:49.128+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ruanda'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kongo'/><title type='text'>Ex-Verbündete setzen Nkunda fest</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT0Ajft0TI/AAAAAAAAAc8/v-tsebbzVYo/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT0Ajft0TI/AAAAAAAAAc8/v-tsebbzVYo/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306634551314731314" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seit Jahren galt Laurent Nkunda als Ruandas Mann im Osten Kongos. Geld und Waffen sollen aus dem Nachbarstaat an Nkunda geflossen sein. Als die Rebellen des Generals im Oktober auf die kongolesische Stadt Goma zumarschierten, halfen ihm ruandische Panzer mit Schüssen von jenseits der Grenze. Ein UN-Bericht zitierte vor einigen Wochen gar Belege dafür, dass Nkunda seine Militäroperationen direkt mit dem ruandischen Präsidialamt abgesprochen habe. Dennoch wurde Nkunda jetzt verhaftet - und zwar von denen, die ihn bislang unterstützt hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Nkunda wurde am Vortag gegen halb elf Uhr abends von ruandischen Soldaten in Bunagana festgenommen, das ist die Grenzstadt vom Kongo nach Ruanda", bestätigt der Sprecher der UN-Mission im Kongo, Jean-Paul Dietrich, am Freitag. Die gemeinsame Truppe aus kongolesischen und ruandischen Soldaten, die seit Tagen im Ostkongo gegen Rebellen vorgeht, hatte Nkunda aufgefordert, sich zu ergeben. Nkunda floh nach Ruanda - und wurde kurz hinter der Grenze auf ruandischem Boden festgesetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer von Nkundas engsten Vertrauten, Jean-Desiré Muiti, konnte es am Freitag noch nicht fassen. "Nkunda ist zu Konsultationen nach Kigali gerufen worden", so Muiti. Diese Fehleinschätzung spricht dafür, dass Nkunda womöglich Opfer einer Täuschung wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kongos Informationsminister Lambert Mende feierte die Festnahme des Abtrünnigen als Beginn des Friedens im Osten Kongos, der seit mehr als zehn Jahren vom Bürgerkrieg erschüttert wird. Er forderte die Auslieferung Nkundas. "Es gibt einen kongolesischen Haftbefehl, er ist Kongolese, und er hat seine Verbrechen im Kongo begangen - sein Fall muss im Kongo verhandelt werden." Mende forderte Nkundas Rebellen auf, sich der Regierungsarmee anzuschließen. "Mit Nkundas Festnahme ist seine Rebellion praktisch vorbei", sagt Mende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;UN-Sprecher Dietrich ist zurückhaltender. Bei Nkunda habe man zumindest gewusst, woran man war. "Jetzt müssen wir abwarten, wer nach Nkunda kommt und hoffen, dass die versprochene Niederlegung der Waffen auch wirklich stattfindet." Dietrichs Skepsis gilt Bosco Ntaganda, der als starker Mann der Rebellengruppe gilt. Der hat zwar versprochen, den Kampf zu beenden, doch wegen des Einsatzes von Kindersoldaten wird er vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht, er hat viel zu verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Festnahme Nkundas ist der erste Erfolg der gemeinsamen ruandisch-kongolesischen Offensive, an der laut UN mehr als 3 500 ruandische Soldaten beteiligt sind. Bislang hatten die Führungen beider Länder davon gesprochen, militante Hutu zu verfolgen, die für den Völkermord in Ruanda verantwortlich gemacht werden. Stattdessen wurde Tutsi-General Nkunda festgenommen, der im Namen der Opfer des Völkermords Angst und Schrecken verbreitete. Beim Einmarsch seiner Truppen vor sechs Jahren in Bukavu etwa schauten UN-Blauhelme zu, während Nkundas Truppen vergewaltigten und plünderten. "Nkundas Truppen haben schwere Menschenrechtsverletzungen zu verantworten", sagt Anneke van Woudenberg von Human Rights Watch. "Ihm muss ein Prozess gemacht werden, der internationalen Standards entspricht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 24.1.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-995090186209129201?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/995090186209129201'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/995090186209129201'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/01/ex-verbundete-setzen-nkunda-fest.html' title='Ex-Verbündete setzen Nkunda fest'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT0Ajft0TI/AAAAAAAAAc8/v-tsebbzVYo/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1256490457117560099</id><published>2009-01-21T10:32:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:35:36.734+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Familienfest</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT0sfm5DyI/AAAAAAAAAdE/aLviw_pnhEQ/s1600-h/obama.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px; height: 306px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT0sfm5DyI/AAAAAAAAAdE/aLviw_pnhEQ/s320/obama.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306635306185330466" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seit vier Tagen wird in Kogelo, der Heimatstadt von Barack Obamas Vater tief im Westen Kenias, schon gefeiert. Kistenweise fließt das warme Bier, das Kenias größte Brauerei aus gegebenem Anlass von "Senator" in "President" umgetauft hat. In Kogelo freilich ist das egal: Hier bestellt man am Tresen schon seit Monaten mit dem Spruch "Ein Obama, bitte".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dutzende Kamerateams aus der ganzen Welt sind gekommen, um die Party in Kogelo zu verfolgen. "Kenia ist ein sehr korruptes Land, ein Land ohne Zukunft, mit viel Leid und Hunger", bescheidet etwa Gregory, der in Kogelo lebt und dessen Stimme vor lauter Ausgelassenheit quietscht. "Wenn Obama als US-Präsident vereidigt ist, wird sich das ändern; er kommt von hier, er wird uns helfen." Ganz Kenia werde Obama verändern, glaubt der Jugendliche, und endlich Entwicklung und Aufschwung ins Land bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit solchen Erwartungen steht Gregory nicht alleine da. "Sein Blut stammt von hier, aus diesem Land", sagt auch die in der Hauptstadt Nairobi lebende Julia Karimi. "Wir erwarten nicht, dass er Präsident von Kenia wird, aber er sollte etwas tun, um unser Leben besser zu machen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gäbe es nicht schon ein Suaheli-Wort für Hoffnung, "Obama" hätte beste Chancen darauf. Überall in Kenia prangt das lachende Gesicht der Lichtgestalt aus Übersee: Auf T-Shirts und Bussen, auf Hauswänden und auf den bunten Kangas, den traditionellen Tüchern, die vor allem an der Küste getragen werden. "Glückwunsch Barack Obama", steht darunter. "Du bist der Wille Gottes."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach den blutigen Unruhen vor einem Jahr, von denen Kenia sich bis heute nicht erholt hat, ist der Ehrenkenianer einer der letzten Hoffnungsträger, findet die junge Massaifrau Shirleen Ilante. Sie hofft, dass Kenia von Obamas Beispiel lernt: "Unsere Politiker müssen ihren Egoismus aufgeben, wir brauchen selbstlose Anführer wie Obama", sagt sie. Vor allem aber müsse Kenia lernen, dass jetzt die junge Generation an der Reihe sei. "Obamas Botschaft an ganz Afrika und Kenia im Besonderen lautet: Die alte Garde soll endlich aufhören und uns jungen Leuten eine Chance geben."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass sich die wegen Korruption und Amtsmissbrauch verschrienen kenianischen Politiker ein Beispiel nehmen, glaubt freilich nicht jeder. Ein Student an Nairobis Universität, der nur Anthony genannt werden will, ist skeptisch. "Mir ist Obamas Amtseinführung ehrlich gesagt ziemlich egal", wettert er. "Mag schon sein, dass er afrikanischer Herkunft ist und ich auch, aber sein Land ist nicht mein Land." Kenia, so glaubt Anthony, sollte seine Probleme selber anpacken, anstatt auf einen Präsidenten im fernen Washington zu hoffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anthonys Kritik wendet sich auch direkt an eine Delegation unter Führung von Kenias Außenminister Moses Wetangula, die gestern in Washington weilte - uneingeladen. Auf Wetangulas Anfrage hatte die US-Botschaft kühl wissen lassen, dass andere Staaten bei der Vereidigung traditionell nur durch ihre Botschafter vertreten seien. Das hielt die Ministerriege nicht davon ab, trotzdem nach Washington zu fliegen. Ein Skandal, findet der ehemalige Vizeminister und Bürgerrechtler, Kalembe Ndile. "Das ist eine unfassbare Verschwendung von Steuergeldern dafür, dass die Minister sich die Vereidigung letztlich nur auf dem Hotelzimmer ansehen können." In seiner Rage stellte Ndile dem Außenminister vergangene Woche einen Fernseher vor seine Tür - als Geschenk: "Soll er sich das Spektakel hier ansehen, das ist für uns alle billiger."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als geladene Ehrengäste sind in Washington nur einige kenianische Angehörige Obamas dabei - allen voran Obamas Großmutter Sarah. "Das ist der Tag, auf den ich seit Monaten gewartet habe", sagte die 87-Jährige kurz vor ihrem Abflug in Nairobi. "Ich kann nicht verhehlen, dass ich sehr, sehr glücklich bin." Es ist das zweite Mal, dass Sarah Obama zu ihrem Enkel in die USA reist. An seine Vereidigung als Senator von Illinois, zu der Obama sie ebenfalls eingeladen hatte, kann sie sich noch gut erinnern: "Viel zu kalt war das!". Als Gastgeschenk hat Oma Obama die Insignien der Macht im Gepäck, wie man sie im Westen Kenias kennt: einen dreibeinigen Hocker, ein Schild und einen Wedel aus Ziegenhaar zum Verscheuchen von Fliegen. "Außerdem wollte ich ihm einen Speer mitbringen, aber mir wurde gesagt, dass ich den aus Sicherheitsgründen nicht mit in den Flieger nehmen darf."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Mehrheit der Kenianer, die von Washington nur träumen können, ist die Vereidigung schlicht ein Freudentag. "Das wird wie Weihnachten und Silvester zusammen, die Party des Jahrhunderts", sagt der 31-jährige Gärtner Milton, der wie Obamas kenianischer Vater zur Ethnie der Luo gehört und normalerweise im Botschaftsviertel arbeitet. Zwar hat Kenias Regierung diesmal, anders als am Tag nach Obamas Wahl, keinen Feiertag ausgerufen, doch für die Feier hat sich Milton ein paar seiner wenigen Urlaubstage genommen. Die hohen Fahrtkosten von Nairobi nach Kisumo hat er gern getragen: "Das ist es mir wert." Denn nirgendwo wird Obama am Dienstag so sehr gefeiert wie im Westen Kenias, im "Luoland".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kisumu sollen im größten Stadion der Stadt gleich mehrere Großbildleinwände aufgestellt werden, damit bis zu 100 000 Gäste die feierliche Zeremonie ohne Rempeleien verfolgen können. In Kakamega, der zweitgrößten Stadt der Region, werden mehr als 50 000 Gäste zu der Übertragung erwartet, die von einem Livekonzert begleitet wird. Aus den Lautsprechern dröhnt dort immer wieder die Hymne, die der kenianische Musiker Onyi Papa Jey geschrieben hat: "Obama, Sohn unseres Volkes", singt er, und der Bass dröhnt tief dazu. "Freund, der sich zu seinen Wurzeln in Kenia bekennt."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In die staubige Provinzstadt ist zudem eigens für die Party die südafrikanische Starsängerin Yvonne Chaka Chaka angereist. Doch der wahre Star des Abends, da sind die Besucher sich einig, ist auch in Kakamega nur auf der Leinwand zu sehen. Während Obama spricht, verstummen die Musiker und lauschen andächtig den Worten aus dem fernen Amerika.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 21.1.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1256490457117560099?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1256490457117560099'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1256490457117560099'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/01/familienfest.html' title='Familienfest'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT0sfm5DyI/AAAAAAAAAdE/aLviw_pnhEQ/s72-c/obama.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-3013800456880164775</id><published>2009-01-05T10:49:00.000+03:00</published><updated>2009-02-25T10:51:33.271+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somalia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Aethiopien'/><title type='text'>Äthiopien hinterlässt in Somalia ein Trümmerfeld</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT4ZM0BFEI/AAAAAAAAAds/b1eYoBL0IMc/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT4ZM0BFEI/AAAAAAAAAds/b1eYoBL0IMc/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306639372769104962" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Zwei Jahre nach ihrem Einmarsch in Somalia hat Äthiopiens Armee nach eigenen Angaben ihren Rückzug begonnen. "Es handelt sich um einen Prozess, der einige Zeit in Anspruch nehmen wird", erklärte Simon Bereket, Berater von Äthiopiens Premierminister Meles Zenawi. Dagegen, dass mit dem Abzug der militärisch bedeutendsten Kraft in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ein Machtvakuum entsteht, habe man vorgesorgt. "Wir haben die nötigen Schritte unternommen, um einen Rückfall in die Gesetzlosigkeit früherer Zeiten zu verhindern", so Bereket.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von einem möglichen "Rückfall" kann keine Rede sein. Ein Trümmerfeld hinterlässt die äthiopische Armee, die bisher Somalias machtlose Übergangsregierung unter dem inzwischen zurückgetretenen Präsidenten Abdullahi Yusuf im Amt gehalten hatte. Vor dem äthiopischen Einmarsch zur Einsetzung Yusufs Ende 2006 hatte es in Mogadischu erstmals seit fünfzehn Jahren eine Art Stabilität gegeben. Die regierende "Union Islamischer Gerichtshöfe" (UIC) hatte in nur einem halben Jahr an der Macht die illegal errichteten Straßensperren und "Mautstellen" abgebaut und die Warlords mit ihren Privatarmeen entmachtet. Selbst der damals noch gering ausgeprägten Piraterie vor Somalias Küste bereiteten die Islamisten unter der Führung des als vergleichsweise moderat geltenden Scheich Scharif Ahmed ein Ende. Zugleich verboten sie zwar die Vorführung von Fußballübertragungen und anderen Fernsehsendungen und ließen Diebe öffentlich zu Tode steinigen. Doch viele Bewohner Somalias, traditionell einem toleranten Islam verbunden, nahmen den fremden Islamismus zugunsten der Wiederkehr eines friedlichen Alltags in Kauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem äthiopischen Einmarsch und dem Sturz der UIC war es damit vorbei: Die islamischen Gerichtshöfe spalteten sich, die Extremisten gewannen an Gewicht. Ihre Truppen, die Al-Schabab-Milizen, liefern sich seitdem aus dem Untergrund heraus Kämpfe mit den äthiopischen Truppen und jedem, den sie als mit Äthiopien verbündet ansehen. 10.000 zivile Opfer, so UN-Schätzungen, haben diese Kämpfe gefordert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anstelle der Äthiopier will Somalias kopflose Übergangsregierung nun offenbar den ehemaligen Gegner einspannen. Augenzeugen berichten, Kämpfer von Scharifs moderater UIC-Fraktion hätten am Wochenende mehrere von den Äthiopiern verlassene Polizeistationen besetzt. "Damit wollen wir einen Ausbruch neuer Gewalt verhindern", sagte einer der Milizenführer lokalen Radiosendern. Scharif hatte sich letztes Jahr auf einen Friedensvertrag mit der Übergangsregierung geeinigt. Die Zahl der Abgeordneten im weitgehend machtlosen Übergangsparlament wurde über Nacht verdoppelt, um Platz für Scharifs Fraktion zu schaffen. Jetzt scheint sich der Deal auszuzahlen: Wenn Scharifs Truppen ihre ehemaligen islamistischen Kampfgenossen aufhalten können, dürfte Scharif die Nachfolge von Präsident Abdullahi Yusuf sicher sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Mogadischu kursieren bereits Gerüchte, nach denen Scharif sich in Kairo mit Schabab-Eminenz Scheich Hassan Dahir Aweys treffen will. Die Aussöhnung mit Aweys, der von den USA als Terrorist gesucht wird, wird von mehreren arabischen Nationen betrieben. Auch Premierminister Hassan Hussein Nur Adde gilt als Befürworter einer Verhandlungslösung mit den radikalen Islamisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter Druck geraten ist die Schabab, die weite Teile Somalias kontrolliert, in den vergangenen Wochen durch eine neue Miliz namens Ahlus-Sunnah wal-Dschama'a, die bereits mehrere von den Islamisten besetzte Gebiete zurückerobert hat. "Wir werden Al-Schabab bekämpfen, bis sie Vergangenheit sind", kündigte einer ihrer Anführer, Scheich Abdullahi Abu Yusuf, am Sonntag an. Ob hinter der neuen Bewegung moderate Islamisten stecken oder entmachtete Warlords, ist derzeit unklar. Womöglich wird die Truppe auch von Äthiopien unterstützt. Denn dass Äthiopien Somalia einer wie auch immer gearteten islamistischen Regierung überlässt, glaubt in Somalia niemand. So überraschen auch Berichte nicht, nach denen mehrere Hundertschaften der äthiopischen Armee am Wochenende im Südwesten Somalias einmarschierten, wo die Schabab ihre Hochburgen hat. Der angebliche äthiopische Rückzug könnte sich schon in den kommenden Tagen als Überraschungsoffensive entpuppen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 5.1.09)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-3013800456880164775?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3013800456880164775'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3013800456880164775'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2009/01/athiopien-hinterlasst-in-somalia-ein.html' title='Äthiopien hinterlässt in Somalia ein Trümmerfeld'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT4ZM0BFEI/AAAAAAAAAds/b1eYoBL0IMc/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-3610591562649244442</id><published>2008-12-18T10:35:00.002+03:00</published><updated>2009-02-25T10:37:43.507+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ruanda'/><title type='text'>Colonel Tod tritt vor seinen Richter</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT1PbELATI/AAAAAAAAAdM/aGKbHFnSvkw/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT1PbELATI/AAAAAAAAAdM/aGKbHFnSvkw/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5306635906261385522" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Stufen, die in die Katakomben unter der Kirche von Ntarama führen, knarren in der Stille. Nur wenige Meter abwärts führt die schmale Treppe in eine kalte und staubige Gruft, in der die sterblichen Überreste tausender Opfer des Genozids von 1994 aufgebahrt sind. Särge stapeln sich an den Wänden, doch von den meisten Toten ist nicht mehr übrig geblieben als der Schädel. Wie groteskes Obst an einem Marktstand liegen sie auf Brettern aufgereiht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als im April 1994 die Verfolgung der Tutsi und moderaten Hutu begann, verschanzten sich die Verfolgten von Ntarama in der Kirche, weil sie sich dort sicher fühlten. Doch die Verfolger kannten kein Erbarmen: Sie warfen erst Granaten und stürmten dann das Gotteshaus. Mehr als 10 000 Menschen, so berichten die wenigen überlebenden Augenzeugen, wurden mit Macheten und bloßen Händen umgebracht. Im ganzen Land waren es bis zum Ende des Völkermords mindestens 800 000.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Ntarama wurden so viele ermordet, dass auch heute, 14 Jahre nach dem Genozid, nicht alle Gebeine unter der Erde sind. Im Seitenschiff der Kirche stehen Plastiksäcke voller Knochen, die noch beigesetzt werden müssen. "Niemand soll jemals sagen können, den Genozid habe es nicht gegeben", hofft André Kamana, der Touristen durch die Gedenkstätte führt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mann, der den Völkermord an der ethnischen Bevölkerungsminderheit der Tutsi minutiös vorbereitet haben soll, sitzt seit elf Jahren in einer Zelle im tansanischen Arusha, wo er sich dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal für Ruanda stellt. Heute geht sein Prozess zu Ende: Nach 408 Verhandlungstagen verkündet der erste Senat das Urteil gegen Théoneste Bagosora, genannt Colonel Tod. Das Urteil gilt als das bedeutendste seit der Einrichtung des Tribunals.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Anklage gegen den 1941 geborenen Militär, der im Genozid als Kabinettsdirektor das Verteidigungsministerium leitete, lautet unter anderem auf Verschwörung, Aufhetzung und Anstiftung zum Völkermord sowie diverse Verbrechen gegen die Menschlichkeit. "Bagosora nahm an der Planung, Vorbereitung und Ausführung einer Strategie (für den Völkermord) teil", heißt es in der Klageschrift. "Die Verbrechen wurden von ihm persönlich, mit seiner Hilfe oder von seinen Untergebenen mit seinem Wissen und Einverständnis ausgeführt." Auch Morde und Vergewaltigungen warfen ihm Zeugen der Anklage im Laufe des Prozesses vor. Bagosora gab offenkundig nicht nur die Befehle, sondern war bei den blutigen Massakern gerne selbst dabei. Er selbst will davon nichts wissen: Bis heute weist Bagosora alle zwölf Anklagepunkte zurück. "Ich glaube nicht an die Theorie, dass es einen Genozid gegeben hat", ließ er das verblüffte Tribunal wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei war Bagosora zweifellos einer seiner Organisatoren. Nach dem gewaltsamen Tod von Ruandas Präsident Juvénal Habyarimana - sein Flugzeug wurde beim Landeanflug auf Ruandas Hauptstadt Kigali abgeschossen - riss Bagosora sofort die Macht an sich; Stunden später begannen die ersten Massaker. "Bagosora übernahm die Kontrolle über Ruanda", sagte der kanadische General Roméo Dallaire im Prozess aus. An sein Treffen mit Bagosora an besagtem Abend erinnert er sich genau: "Bagosora erklärte mir, das Militär werde jetzt die Regierung übernehmen, und ich erinnerte ihn daran, dass Ruanda immer noch eine Premierministerin habe, die jetzt an der Spitze des Staates stehe."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bagosora habe sich aufgeregt, niemals werde er das akzeptieren. Wenige Stunden später waren Premierministerin Agathe Uwilingiyimana und ihre Schutztruppe, zehn belgische UN-Blauhelme, tot. Bagosora trifft da bereits alle Entscheidungen: Er verhängt eine Ausgangssperre und ruft das Komitee zusammen, das eine ihm genehme Übergangsregierung wählt. Bei einer Party erklärt er Zeugen zufolge in bester Laune: "Wir müssen alle Tutsi umbringen, um jeden Preis. Eine solche Chance kriegen wir nie wieder." Moderate Offiziere, die das nicht mittragen wollen, entlässt er oder stellt sie kalt. Vor allem aber setzt er den Völkermord ins Werk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Listen habe Bagosora verteilt, berichtet ein Zeuge, der im Prozess von Den Haag aus über Video gegen Bagosora aussagt. "Ab dem 9. April gab es eine Liste von ihm, auf der prominente Tutsi standen, die als erste umgebracht werden sollten." Wer darauf stand, sei meist einen Tag später tot gewesen. Bagosora ist kein Opportunist, er ist Überzeugungstäter. Seine erste Liste von "Staatsfeinden" stellte er bereits drei Jahre vor dem Genozid auf, als Präsident Habyarimana ihm den Auftrag gibt, eine Antwort auf die Frage zu finden: Was müssen wir tun, um den Feind militärisch, propagandistisch und politisch zu besiegen? Habyarimanas Hutu-dominierte Einparteienregierung spürte den Druck der Ruandischen Patriotischen Front (RPF), einer mehrheitlich aus Tutsi bestehenden Rebellenbewegung, die von Uganda aus operierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bagosoras Bericht liest sich bereits wie die Hetzreden, die er während des Genozids im Radio verbreiten lässt. "Der Feind, das sind die Tutsi, regierungskritische Hutu und Ausländer, die mit Tutsi verheiratet sind." Bei mehreren öffentlichen Veranstaltungen spricht Bagosora noch unverblümter: "Wir brauchen einen Krieg, der das Land in ein apokalyptisches Chaos stürzt, damit wir alle Tutsi eliminieren können, dann erst haben wir Frieden." Als Habyarimana 1993 einen Friedensvertrag mit der RPF unterschreibt, verlässt Bagosora unter Protest den Saal. Mehrere wollen gehört haben, wie er sich mit dem Satz verabschiedete: "Ich kehre nach Ruanda zurück, um die Apokalypse vorzubereiten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Unterstützung eines faschistoiden Zirkels von Hutu-Extremisten, der von der Frau des Präsidenten geführt wird, schafft Bagosora die militärische Basis für den Völkermord. Sein 1993 geschriebenes Programm für "Zivile Selbstverteidigungsgruppen", das er zunächst nicht umsetzen darf, ist ein Leitfaden für die mit Macheten und kruden Waffen ausgerüsteten Mordtrupps, die ein Jahr später binnen Wochen in ganz Ruanda aufgestellt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bagosora selbst soll entschieden haben, dass Gewehre für die Massenmorde zu teuer seien, auf sein Geheiß wurden hunderttausende Macheten importiert. Verantwortlich für die Aufstellung der Trupps blieb bis zuletzt Bagosora. "Das Modell der Zivilen Verteidigungsgruppen, für welches aufgerüstete Zivilisten zur Eliminierung aller Tutsi aufgehetzt wurden, machte aus einem potenziellen Bürgerkrieg einen Genozid", konstatiert die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch. Im Prozess wurden Filme gezeigt, die Bagosora zeigen, während er den Milizen Befehle gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch trotz der erdrückenden Beweislast gibt sich Bagosora als Opfer einer politischen Verschwörung. "Ich erkläre feierlich, dass ich niemals einen Menschen getötet oder die Ermordung von irgendjemandem angeordnet habe", erklärte er in seinem Schlussplädoyer. Seine Verteidiger haben geschuftet, um diesen Eindruck zu untermauern. 160 Zeugen haben sie aufgeboten, fast doppelt so viele wie die Anklage. Am Gesamteindruck änderte das wenig. Der Architekt der ruandischen "Endlösung" steht vor ernsthaften Richtern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 18.12.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-3610591562649244442?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3610591562649244442'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3610591562649244442'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/12/colonel-tod-tritt-vor-seinen-richter.html' title='Colonel Tod tritt vor seinen Richter'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SaT1PbELATI/AAAAAAAAAdM/aGKbHFnSvkw/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2833304953756672708</id><published>2008-12-11T14:36:00.001+03:00</published><updated>2008-12-11T14:39:10.389+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somalia'/><title type='text'>Schiffe, Ladung und Routen sind bestens bekannt</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SUD71GuM-nI/AAAAAAAAAcA/9p9Iz2jl8xU/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SUD71GuM-nI/AAAAAAAAAcA/9p9Iz2jl8xU/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5278495653034261106" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das Auffahren immer neuer Kriegsschiffe vor dem Horn von Afrika hat Somalias Piraten bisher keinen Dämpfer versetzt. Zwar wurde in der vergangenen Woche kein neues Schiff entführt - eine versuchte Kaperung vor Tansanias Küste schlug fehl -, doch die 25-köpfige Besatzung des saudischen Supertankers "Sirius Star" etwa wartet auch fast einen Monat nach der Verschleppung darauf, dass der staatliche Reeder und ihre Entführer sich auf ein Millionenlösegeld einigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seeleute wissen um die Macht der Seeräuber: Aus Angst vor einem Angriff ließ der Kapitän des deutschen Kreuzfahrtschiffes "MS Columbus" die fast 250 Touristen an Bord am Mittwoch nach Dubai ausfliegen, während er das Schiff mit Kleinstbesatzung durch die gefährlichen Gewässer geleiten will. Eine beantragte Militäreskorte war vorher abgelehnt worden. Somalias Piraten, glaubt Andrew Mwangura von Kenias Seafarer Association, handeln nach wie vor aus einer Position der Stärke heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Piraten sind mit modernster Technik ausgerüstet und können aus 200 Kilometern Entfernung die Registriernummer eines Schiffs erkennen", weiß Mwangura. Dazu komme, dass die Hintermänner der Piraten international vernetzt seien und genau über Schiffe, Ladungen und Routen Bescheid wüssten. Auch die EU-Mission in den Gewässern rund um Somalia, an der nach Willen des Bundeskabinetts nun auch die Deutsche Marine teilnehmen soll, werde an der Überlegenheit der Piraten nichts ändern. "Kriegsschiffe sind allenfalls eine kurzfristige Lösung."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit solchen Einschätzungen steht Mwangura, der das Treiben der Piraten in der Region seit Jahren aufmerksam verfolgt, beileibe nicht allein da. Doch an immer kämpferischen Tönen aus aller Welt ändert das nichts. "Niemand sollte überrascht sein, wenn die chinesische Marine Schiffe schickt, um die Piraten auszuradieren", kündigte zuletzt der chinesische General Jin Yinan an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Somalias Piraten, die das Nachrichtengeschehen aufmerksam verfolgen, drohen inzwischen mit deutlichen Worten. Hieß es zunächst, man werde Besatzungen gut behandeln, meldete sich jetzt ein Pirat von Bord des ukrainischen Frachters "MS Faina" zu Wort, der die brisante Fracht von 30 Panzern an Bord hat. "Einige Crewmitglieder haben sich danebenbenommen", erklärte der Mann, nachdem offenbar mehrere Entführte versucht hatten, die Piraten zu überwältigen. "Sie riskieren ernsthafte Bestrafungen." Den Eignern riet er, sich mit den Verhandlungen über ein Lösegeld zu beeilen: "Die Besatzung ist frustriert, und wir sind es auch." Die Entführung dauert bereits mehr als zweieinhalb Monate. Insgesamt haben die Piraten derzeit gut ein Dutzend Schiffe und 200 Seeleute in ihrer Gewalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während in Europa noch über den anstehenden Marineeinsatz diskutiert wird, wächst innerhalb der Vereinten Nationen der Druck, das Problem von Landseite zu lösen. "Es ist klar, dass die Piraterie eng mit dem Fehlen von Frieden und Stabilität in Somalia zusammenhängt", erklärte der UN-Sonderbeauftragte Ahmedou Ould Abdallah am Mittwoch zur Eröffnung eines zweitägigen Antipirateriegipfels in Nairobi. Am Donnerstag werden dazu 140 Regierungsvertreter aus 40 Ländern erwartet. "Wir hoffen, dass die hochrangige Besetzung zu mehr internationaler Zusammenarbeit führen wird", so Ould Abdallah. Deutlich sagen will es niemand, doch hinter den Kulissen wird bereits die Entsendung einer UN-Eingreiftruppe diskutiert. Seit Jahren hat der Sicherheitsrat entsprechende Anliegen vertagt, jetzt scheint die Zeit reif - zumal die somalische Regierung ihr Einverständnis signalisiert hat. Insider im UN-Hauptquartier in New York berichten, dass sich dort seit Wochen Somalia-Experten aus aller Welt die Klinke in die Hand geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 11.12.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2833304953756672708?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2833304953756672708'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2833304953756672708'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/12/schiffe-ladung-und-routen-sind-bestens.html' title='Schiffe, Ladung und Routen sind bestens bekannt'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SUD71GuM-nI/AAAAAAAAAcA/9p9Iz2jl8xU/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7062287631767752801</id><published>2008-12-10T14:26:00.005+03:00</published><updated>2008-12-11T14:28:53.252+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>"Tausende Choleratote" in Simbabwe</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SUD5afa6q8I/AAAAAAAAAb4/DvRw40ly2Nw/s1600-h/mzlogo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 140px; height: 56px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SUD5afa6q8I/AAAAAAAAAb4/DvRw40ly2Nw/s320/mzlogo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5278492996784532418" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wer in den einst reichen Vorstädten von Harare wohnt, der hat zumindest noch den Swimming Pool. "Seit Wochen schöpfen wir unser Trinkwasser aus dem Becken", berichtet Florence Mbala (Name geändert) telefonisch aus der simbabwischen Hauptstadt. "Aus den Wasserhähnen kommt schon lange nichts mehr." In den Armenvierteln wie Mbare bedeutet das: Menschen trinken, was sie kriegen können. "Ich habe Männer gesehen, die aus Pfützen am Wegesrand Wasser geschöpft haben", so Mbala. Weil auch die Kläranlagen nicht mehr funktionieren und rohe Abwässer aus den Kanälen in die Straßen laufen, breitet sich die Cholera rasend schnell aus - trotz internationaler Hilfe. Auf mehr als 600 hat sich die offizielle Zahl der Choleraopfer am Dienstag erhöht, nahezu 14.000 Fälle hat die Weltgesundheitsorganisation bisher registriert - soweit die offiziellen Zahlen. Doch Simbabwer wie Itai Rusike glauben indes, dass die Zahl der Toten in die Tausende geht. "Es ist unmöglich zu sagen, wieviele genau sterben", sagt der Direktor der simbabwischen Hilfsorganisation 'Nachbarschaftshilfe für Gesundheit'. Das gelte vor allem auf dem Land. "Krankenhäuser dort sind zu, es gibt keine Ärzte oder Krankenschwestern, selbst die Telefone sind ausgefallen, so dass man nichts erfährt." Das alles, sagt Rusike, seien die Zeichen eines auseinanderbrechenden Staates.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dafür, dass in Simbabwe auch die letzten Überreste des Staates auseinanderbrechen, ist die Cholera-Epidemie das bislang deutlichste und erschreckendste Symptom. Selbst Simbabwes Gesundheitsminister David Parirenyatwa muss inzwischen einräumen, dass die Regierung hilflos ist. "Unsere Krankenhäuser funktionieren nicht, wir brauchen dringend internationale Hilfe, um die Versorgung wieder in Gang zu bringen." Solche Töne aus dem Kabinett, das Präsident Robert Mugabe in seinem eisernem Griff hat, waren bislang nicht zu hören. Cholera ist nicht das einzige Problem: Ein achtjähriger Junge, der beim Spielen auf dem Schulhof hinfiel, starb nach einer Woche, weil niemand sein geschwollenes Knie behandeln konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer helfen will, ist inzwischen schnell überfordert. Ein Pfarrer, der seit Monaten Mais aus dem Ausland nach Simbabwe schmuggelt, um den Ärmsten zu helfen, stöhnt: "Wir haben einen solchen Ansturm auf unsere Kirche erlebt, dass wir jetzt unsere Tore schließen mussten - alles andere wäre zu gefährlich, weil der Geheimdienst uns genau im Blick hat." Denn viele der Hilfesuchenden vor allem in Harare sind Anhänger der Opposition. Das Maismehl will der Pfarrer, der auch Hilfen aus Deutschland erhält, jetzt über befreundete Gemeinden verteilen. Auch das rare Rehydrierungspulver zur Behandlung der Cholera soll so verteilt werden. "Ich komme aus Uzumba im Umland von Harare, aus meinem Dorf alleine sind 300 Menschen vertrieben worden", erzählt Fiona Musaka (Name geändert), eine derjenigen, die vor dem Kirchentor um Hilfe betteln. Auf dem Rücken hat sie das jüngste ihrer vier Kinder gebunden. "Mindestens fünfzehn Bewohner wurden umgebracht, andere wurden so misshandelt, dass die jetzt behindert sind." Gerne würde sie zurück auf ihren Hof, doch ihr eigenes Haus wurde niedergebrannt, weil sie im Wahlkampf Werbung für die Opposition von Morgan Tsvangirai machte. "Ich habe kein Zuhause mehr."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Givemore Nyakudyas Kind, eine Tochter, ist tot: vor drei Wochen starb sie an Cholera. "Diejenigen, die nicht an Cholera sterben, werden verhungern", prognostiziert er düster. In den Läden gibt es kaum noch etwas zu kaufen, und wenn, dann ist es für die meisten unerschwinglich. 35 Millionen Simbabwe-Dollar kostet derzeit ein Brot; morgen werden es vermutlich 70 Millionen sein, so schnell steigen die Preise. Der ohnehin wertlose Simbabwe-Dollar erreicht derzeit neue Tiefen, seit die Regierung am Freitag neue Millionengeschenke an Militär und Polizei ausgezahlt hat. Doch selbst solch kaum verbrämte Bestechung reicht offenbar nicht mehr aus, um Mugabes letzte Unterstützer bei der Stange zu halten. Zwar wurden Polizei und Militär am Dienstag angewiesen, jeden Protest schon im Keim niederzuschlagen. Doch mit Waffen ausgerüstet wurden die Einheiten nicht. "Die Armeeführung weiß nicht mehr, auf wen sie sich verlassen kann", sagt ein Insider. Spätestens seit Soldaten vor einer Woche Unruhen in Harare anführten, weil sie vor einer Bank stundenlang erfolglos auf Geld gewartet hatten, gilt der Sicherheitsapparat als Risiko für die Regierung. Ein gutes Viertel der Streitkräfte, so schätzen Bewohner in Harare, ist kurz davor, zu desertieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Aargauer Zeitung, 10.12.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7062287631767752801?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7062287631767752801'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7062287631767752801'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/12/tausende-choleratote-in-simbabwe.html' title='&quot;Tausende Choleratote&quot; in Simbabwe'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SUD5afa6q8I/AAAAAAAAAb4/DvRw40ly2Nw/s72-c/mzlogo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2217846823724980384</id><published>2008-12-06T15:16:00.000+03:00</published><updated>2008-12-08T15:19:50.033+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ghana'/><title type='text'>Schon wirkt das süße Gift</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/ST0QsuFwk_I/AAAAAAAAAbY/2QdGBQAB_58/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/ST0QsuFwk_I/AAAAAAAAAbY/2QdGBQAB_58/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5277392698820563954" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Markt von Ashaiman erreichen die Händler ihre Höchstform: Bevor die schwüle Mittagshitze in der Arbeitervorstadt am Rand von Ghanas Hauptstadt Accra jeden Schritt zur Qual macht, werfen sie sich förmlich auf die in buntes Tuch gewickelten Hausfrauen und die Männer in Anzügen, die sich durch die engen Gänge drängen. Füllige Verkäuferinnen wedeln mit mächtigen Yamswurzeln und rasseln mit Bottichen voll Reis, aber nur wenige Kunden greifen zu. "Ich verdiene 55 Cedi im Monat", rechnet der Lehrer Felix Akwafo vor. Das entspricht etwa 45 Euro. "Zwanzig gehen für die Miete drauf, bleibt etwa ein Cedi, den ich pro Tag für alles andere ausgeben kann." Knapp ein Euro. Die Preise für die Grundnahrungsmittel Yams, Reis oder Bohnen steigen seit Monaten. "Ich versuche, mit Nachhilfestunden zuzuverdienen, aber auch die Eltern sind knapp bei Kasse."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Sonntag geht Akwafo wählen, das Parlament und einen Nachfolger für Präsident John Kufuor, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten darf. Einen westafrikanischen Musterstaat nach westlichem Gusto hat Kufuor aus der ehemaligen Militärdiktatur gemacht. In Europa und den USA wird er dafür gerühmt. In Ghana sehen ihn viele vor allem als den Präsidenten, unter dem das Leben immer teurer geworden ist. Seine potenziellen Nachfolger verkünden deshalb seit Monaten, was sie besser machen wollen für die Menschen in Orten wie Ashaiman. Freie Schulbildung, sozialer Wohnungsbau, kostenlose Gesundheitsversorgung sind nur einige der Versprechen für die verarmte Mehrheit. Zwar entstand unter Kufuor eine solide Mittelschicht, die sich Auto, Haus und Urlaub leisten kann, doch fühlt sich die Masse der Geringverdiener, solche wie Felix Akwafo, abgehängt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ashaiman verändert sich", findet auch Josephine Dzimedi. Sie leitet die Schule, an der Felix Akwafo eine sechste Klasse unterrichtet. "Aus Accra ziehen immer mehr Leute her, die sich ein Einfamilienhaus bauen." Neuerdings gibt es Straßenlaternen, nach und nach ziehen die zahlungskräftigen neuen Nachbarn ein. "Nur mit der Wasserversorgung haben wir noch ein Problem, aber das wir wohl auch bald gelöst", sagt die Schulleiterin. Einerseits freut sie sich über die Aufwertung der Vorstadt, die kurz nach der Unabhängigkeit Ghanas 1957 als Auffanglager für diejenigen begann, die beim Bau des Hafens Tema verdrängt wurden. Sie errichteten Häuser, erst aus Holz, dann aus Stein. Heute zählt Ashaiman Hunderttausende von Menschen, der ehemalige Slum ist eine der größten Siedlungen des Landes. Doch für die Armen, klagt Dzimedi, tut der Staat nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Es gibt eine einzige staatliche Schule, in jeder Klasse sitzen 70, 80 Kinder. Da lernen sie nichts." Deshalb kaufte Dzimedi selbst ein Stück Land und gründete in besseren Holzschuppen ihre eigene Schule. Mit Mikrokrediten der Hilfsorganisation Opportunity International hat sie die Schule Stück für Stück erweitert, mehr als 300 Schüler werden heute unterrichtet. Die Hälfte der Klassenräume hat bereits steinerne Mauern; den Kredit von umgerechnet 20 000 Euro zahlt Dzimedi in Monatsraten pünktlich ab. "Politiker kamen und gingen, ich habe keine Veränderung erlebt", sagt sie. "Ich kämpfe immer noch selbst für meine Schule, wie immer." Doch nicht alle sind so geduldig wie die massige, selbstbewusste Frau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Marktplatz von Ashaiman stehen vor allem Jugendliche in Grüppchen zusammen. Erregt diskutieren sie. "Die Stimmung vor den Wahlen ist angespannt", hat Dzimedi beobachtet. Gerüchte machen die Runde, über Seilschaften, über die Günstlinge des neuen Reichtums. Denn ab 2010, so heißt es, wird in Ghana Öl fließen: Direkt vor der Küste wurde 2007 eines der reichsten Vorkommen Afrikas entdeckt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Der Streit darum, wer vom Öl profitiert, vergiftet schon jetzt die politische Atmosphäre", urteilt Kwesi Aning, der 30 Autominuten von Ashaiman entfernt die Forschungsabteilung am Internationalen Trainingszentrum für Friedenstruppen leitet. "Die Erwartungen sind immens und kaum einzulösen." Das gilt vor allem für die meist arbeitslosen Jugendlichen, von denen viele weder Schulabschluss noch Ausbildung haben. "Das sind ungelernte Hilfskräfte, die im Ölgeschäft keine Jobs kriegen", so Aning.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch in Erwartung des Ölreichtums steigen die Preise für Land, Mieten und Lebenshaltung in und um Accra. Die Wut der jungen Leute wurde durch Politiker angestachelt, die auf ihren Kundgebungen Geldscheine austeilten, um die Jugend auf ihre Seite zu ziehen. Die Folge: So gewalttätig wie dieser Wahlkampf war noch keiner.Vor allem im besonders armen Norden kam es zu Ausschreitungen. Bei Schusswechseln zwischen Anhängern von Opposition und Regierung gab es mehrere Tote.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Alles wird größer, protziger, besser, davon will ich auch was abhaben", ärgert sich auch Baba, ein Mann mit Schnurrbärtchen, Anfang 20, der neben einer der vielen Baustellen im Zentrum Accras Bleistifte verkauft. In Erwartung des Öls erlebt Accra einen beispiellosen Aufschwung. Hotels, Bürohochhäuser und Einkaufszentren entstehen. Indische und chinesische Bautrupps haben gerade den neuen Präsidentenpalast fertiggestellt: die monströse Version eines asiatischen Tempels mit Anleihen aus Ghanas Folklore für 50 Millionen Dollar. Der Staat ist pleite, soeben hat Ghana 750 Millionen Dollar Staatsanleihen aufgenommen. Auch internationale Kreditgeber rechnen damit, dass Petrodollars alle Schulden begleichen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Öl ist nicht die einzige Finanzquelle für Ghanas neue Kulisse. Viele der Baustellen, da ist Kwesi Aning sicher, sind vor allem Waschmaschinen für Schwarzgeld aus dem internationalen Drogenhandel. Ghana ist in den vergangenen Jahren zum wichtigen Drehkreuz aufgestiegen. "Drogengeld durchdringt längst alle staatlichen Institutionen und gefährdet den Zusammenhang unserer Gesellschaft", sagt Aning. "Zoll, Polizei, Justiz und Politik: Alle sind in das Geschäft mit Kokain und Heroin für Europa verstrickt."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganze Dörfer machen mit: In dem Fischerort Prampan entdeckten Fahnder vor zwei Jahren 1 900 Kilo Kokain in einem Schuppen. Und als ein Abgeordneter der Regierungspartei, Eric Amoateng, in New York verhaftet wurde, als er Heroin im Wert von sechs Millionen Dollar ins Land schmuggeln wollte, protestierte sein Wahlkreis fast geschlossen gegen die Festnahme. Viele, so glaubt Aning, waren in Amoatengs Geschäfte verstrickt. Selbst der Wahlkampf, der teuerste, den Ghana je sah, sei durch Drogengelder mitfinanziert. "Es wärenaiv zu glauben, es sei anders."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kolumbianische Kartelle haben Westafrika mit seinen schwachen Staatsstrukturen als Durchgangsstrecke auf dem Weg nach Europa entdeckt. Sie heuern Ghanaer an, um auf See oder an der Küste beim Transport der großen Mengen Kokain zu helfen. Bezahlt werden die Helfer in Naturalien. Diese Drogen werden dann in einem zweiten, "kleinen" Kreislauf nach Norden geschickt: "Dazu braucht man viele Helfer, denn Kokain wird meist mit Boten geschmuggelt, die die Drogen verschlucken oder anders verstecken", sagt ein Zöllner, der auf Accras Flughafen Kotoka arbeitet. Seinen Namen darf er nicht nennen. Einige seiner direkten Vorgesetzten, da ist er sicher, seien in das Geschäft mit den Drogen verwickelt. "Wer quatscht, muss dran glauben." Auch der Binnenmarkt wächst, willige Dealer gibt es an Plätzen wie Ashaiman genug. "Gelingt es der neuen Regierung nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren, den Drogensumpf trockenzulegen", prophezeit Aning, "werden die Drogenbosse das Land ganz kontrollieren."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 6.12.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2217846823724980384?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2217846823724980384'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2217846823724980384'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/12/schon-wirkt-das-se-gift.html' title='Schon wirkt das süße Gift'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/ST0QsuFwk_I/AAAAAAAAAbY/2QdGBQAB_58/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1583283034265556938</id><published>2008-12-01T10:07:00.004+03:00</published><updated>2008-12-01T10:10:42.162+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nigeria'/><title type='text'>Blutige Politik</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/STON1yoUUDI/AAAAAAAAAbI/BcS364dYckg/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/STON1yoUUDI/AAAAAAAAAbI/BcS364dYckg/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5274715543844442162" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Leichen liegen achtlos aufeinandergeworfen im Hof der Zentralmoschee von Jos. Viele von ihnen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt oder verstümmelt. Mindestens vierhundert Tote seien es, berichten Augenzeugen. Wie viele Opfer die Massaker in der Hauptstadt der nigerianischen Plateau-Provinz am Wochenende wirklich gefordert haben, ist bisher nicht bekannt. Ein Sprecher der örtlichen Polizei sagt am Sonntag nur, es seien "sehr viele".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unruhen in Jos sind die schlimmsten, die die Bewohner der Provinz im Zentrum des Landes seit Jahren erlebt haben. Polizisten patrouillieren mittlerweile mit der Armee durch die Armenviertel der Stadt, um eine von Gouverneur Jonah Jang verkündete Ausgangssperre durchzusetzen. Ihr Befehl lautet, jeden potenziellen Unruhestifter umgehend zu erschießen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Begonnen hatten die Massaker am Donnerstagabend. Nach den Kommunalwahlen wurden die Stimmen zwar noch ausgezählt, doch unter Anhängern der oppositionellen All Nigeria Peoples Party (ANPP) kursierte bereits das Gerücht, dass der wichtige Wahlkreis im Norden von Jos verloren sei - an die landesweit regierende People's Democratic Party (PDP). Während die ANPP vor allem als Partei der aus dem muslimischen Norden zugewanderten Bevölkerung gilt, die zu den ethnischen Gruppen der Hausa und Fulani gehört, ist die PDP traditionell die Partei der aus dem christlichen Süden stammenden Yoruba. In Jos mischen sich wie überall in Nigerias Zentralregion die Ethnien und Religionen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorurteile zwischen den Bevölkerungsgruppen werden von Politikern in dieser Region immer wieder instrumentalisiert. Die so geschürten politischen Konflikte mündeten in Jos bereits in der Vergangenheit in blutige Straßenschlachten und Massaker zwischen Christen und Muslimen, zwischen Hausa und Yoruba. Bei Kämpfen zwischen christlichen und islamischen Milizen waren vor sieben Jahren mehr als tausend Bewohner von Jos ums Leben gekommen. Drei Jahre später wurde in Plateau der Ausnahmezustand verhängt, nachdem christliche Milizen zweihundert Muslime in der Stadt Yelwa brutal ermordet hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesem Muster folgten auch die jüngsten Massaker. Als erstes steckte der wütende Mob in der Nacht zum Freitag mehrere Kirchen und Moscheen in Brand. Dann brach Chaos aus: Menschen wurden mit Macheten zerstückelt, zu Tode geprügelt oder an eilends errichteten Straßensperren angezündet. Tausende Häuser und Geschäfte gingen in Flammen auf, hunderte geparkte Autos wurden zertrümmert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mindestens zehntausend Bewohner flohen, vor allem die ärmsten: Christen aus vorwiegend von Muslimen bewohnten Slums brachten sich in Sicherheit in mehrheitlich christlichen Slums; Muslime flohen entsprechend in die andere Richtung. Andere verbarrikadierten sich in Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inmitten der Kämpfe verkündete der Vorsitzende der Wahlkommission, Gabriel Zi, die PDP habe nicht nur den Wahlkreis im Norden von Jos, sondern auch alle anderen sechzehn Wahlkreise gewonnen. "Die Wahlen waren fair, gerecht und transparent", sagte Zi. Dieser Auftritt fachte die Kämpfe, an denen längst militante christliche und muslimische Milizengruppen beteiligt waren, weiter an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einen Zufall glaubt kaum jemand in Jos. "Das war eine minutiös vorbereitete Attacke", urteilt etwa der Pfarrer Yakubu Pam. "Einige wenige gierige und unzufriedene Leute haben den Frieden der vergangenen Jahre aufgegeben und die Wahlen zu einem Kampf auf Leben und Tod erklärt." Wer aus seiner Sicht die Rädelsführer sind, lässt Pam gerne durchblicken: "Unsere muslimischen Brüder und Schwestern hatten ihre Autos längst weggeparkt, als die Unruhen begannen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Präsident des obersten Rates für islamische Angelegenheiten, Sultan Sa'ad Abubakar, weist die Vorwürfe zurück und ruft seinerseits die Christen zur Ruhe auf: "Eine Politik des Hasses und der Ungerechtigkeit darf keinen Keil zwischen die Bevölkerung Nigerias treiben." Auch der Generalsekretär der Vereinigung nigerianischer Christen, Samuel Salifu, macht die Politik verantwortlich: "Wir sind es leid, immer die gleichen Krisen zu sehen, wenn einige Politiker in ihrem Eigeninteresse die religiöse Karte spielen." Damit spricht er aus, was viele Nigerianer denken: Christliche und muslimische Milizen werden von Politikern je nach Interessenlage eingekauft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die derart Gescholtenen lassen am Wochenende keine Reue erkennen, im Gegenteil. Die Vorsitzenden der unterlegenen Oppositionsparteien fordern eine Annullierung der Wahl und werfen der Regierung vor, die Massaker in Jos selbst organisiert zu haben. "Die Strategie ist doch glasklar", wettert der Parteisprecher des oppositionellen Action Congress, Alhadschi Lai Mohammed: "Die fälschen die Wahl und sorgen dann für Chaos, damit die Ergebnisse nicht hinterfragt werden können."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Regierung von Plateau bestätigt mittlerweile, mindestens fünfhundert Gewalttäter seien festgenommen worden. Zeitungen sprechen von mindestens dreimal so vielen. Viele hätten Militär- oder Polizeiuniformen getragen, sagt der Justizminister von Plateau, Edward Pwajok. Bewohner von Jos berichten, Polizisten hätten willkürlich das Feuer auf unschuldige Bewohner in mehreren Slums eröffnet. Auch einige hundert schwer bewaffnete Kämpfer sollen festgenommen worden sein. Sie hatten offenbar versucht, von außerhalb in die Stadt zu gelangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 1.12.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1583283034265556938?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1583283034265556938'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1583283034265556938'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/12/blutige-politik.html' title='Blutige Politik'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/STON1yoUUDI/AAAAAAAAAbI/BcS364dYckg/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8472701643825643392</id><published>2008-11-19T10:11:00.008+03:00</published><updated>2008-12-01T10:15:19.242+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somalia'/><title type='text'>Fette Piratenbeute</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/STOO9j9kU0I/AAAAAAAAAbQ/lkBNATX0KDo/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 249px; height: 59px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/STOO9j9kU0I/AAAAAAAAAbQ/lkBNATX0KDo/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5274716776857621314" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Der 330 Meter lange Riesentanker "Sirius Star" ist eines der größten und modernsten Schiffe der Welt. Erst vor wenigen Monaten lief er vom Stapel und galt als absolut piratensicher. Selbst wenn der Tanker wie auf seiner jüngsten Fahrt mit voller Ladung tief im Wasser liegt, befindet sich die Reling immer noch so weit über dem Meeresspiegel wie ein mittleres Hochhaus. Noch nie ist ein Schiff dieser Größe Opfer von Piraten geworden. Doch mehr als 1.000 Kilometer von Somalias Küste entfernt, in Gewässern, wo zum ersten Mal somalische Piraten gesichtet wurden, griff eine Bande nun zu und machte den Fang ihres Lebens: An Bord der "Sirius Star" befinden sich zwei Millionen Barrel Öl, geschätzter Wert: mehr als 70 Millionen Euro. "Die haben den Jackpot geknackt", sagt Andrew Mwangura von Kenias Seafarer Association, der die Piratenüberfälle aufmerksam beobachtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst der ranghöchste US-Militär in der Region, Marineadmiral Mike Mullen, ist beeindruckt: "Die sind wirklich gut. Gut bewaffnet und taktisch geschickt." Vermutlich von einem ebenfalls gekaperten nigerianischen Frachter aus gelang es den Piraten, an Bord des Tankers zu kommen. "Und wenn die erst mal drauf sind, kann man eh nichts mehr tun - dann haben sie ja die Geiseln in ihrer Gewalt", sagt Mullen. Die 25 Besatzungsmitglieder stammen nach Angaben der saudischen Eigner aus Großbritannien, Kroatien, Polen, den Philippinen und Saudi-Arabien. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das US-Militär verfolgte zwar den Weg der "Sirius Star" an die nordsomalische Küste am Dienstag, ein militärisches Eingreifen wurde aber nicht in Erwägung gezogen, sagte ein Armeesprecher in Dschibuti, wo die US-Marine ihren Stützpunkt hat. Doch es scheint kaum vorstellbar, dass die USA die neue Dimension der Piraterie einfach hinnehmen werden. Nicht nur, weil das Öl an Bord der "Sirius Star" für die USA bestimmt war. Die anhaltenden Überfälle auf einer der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt, auf der jährlich 20.000 Schiffe zwischen Asien, Europa und den USA unterwegs sind, gefährden das Rückgrat der kriselnden Weltwirtschaft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derzeit befinden sich ein Dutzend Schiffe und 250 Besatzungsmitglieder in der Hand von somalischen Piraten. Nach dem Überfall auf die "Sirius Star" gilt es als noch wahrscheinlicher, dass große Reedereien den Golf von Aden meiden und im großen Bogen die Alternativroute um das Kap der Guten Hoffnung einschlagen. Das würde jedoch drei Wochen mehr Reisezeit und damit eine Verteuerung so gut wie aller auf der Strecke bewegten Importgüter bedeuten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch auch das bisher deutlichste Zeichen eines gemeinsamen Vorgehens gegen die Piraten, drei Kriegsschiffe unter Nato-Befehl, denen im Dezember eine EU-Mission folgen soll, haben bisher das Geschäft mit der Piraterie nicht stoppen können. Zu groß ist die Anziehungskraft der Boombranche im ansonsten in Schutt und Asche liegenden Somalia, das seit 1991 keine Regierung, keine Polizei und auch keine Küstenwache mehr hat. Wo noch vor zwei Jahren allenfalls armselige Fischerhütten standen, bauen die neureichen Piraten heute Villen. Vor den Baustellen parken Geländewagen der Luxusklasse. Kein anderes Geschäft ist derzeit so lukrativ, und die Gefahr schreckt im bürgerkriegsgeschüttelten Somalia niemanden. Im semiautonomen Puntland ist die Piraterie so zum mit Abstand wichtigsten Wirtschaftssektor avanciert. Fünfzig Millionen Dollar Lösegeld, so die Prognose allein für dieses Jahr, sind doppelt so viel wie der Etat der puntländischen Regierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Piratennestern wie Eyl, das Piraten schon seit Jahren als Unterschlupf dient, hat sich eine rege Dienstleistungsindustrie entwickelt: Sobald die eigentlichen Piraten - selten mehr als zehn Mann - ein neues Schiff gekapert haben, läuft eine wohl geölte Maschinerie an, berichtet ein somalischer Journalist, der nur Mohammed genannt werden möchte. "Männer ziehen Anzüge und schicke Schuhe an, werfen Laptops in ihre Landcruiser und fahren zum Hafen, um auf die ankommende Besatzung zu warten." Die einen erklären sich flugs zu Verhandlungsführern, andere zu Finanzverwaltern. Im Dorf warten Köche darauf, das lukrative Catering für die Geiseln zu übernehmen. "Wer schießen kann, übernimmt Wache: gut 50 auf dem Schiff, noch mal 50 davor." Jeder Helfer wird entlohnt, sobald das Lösegeld fließt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch auch die Piraterie hat, wie alles in Somalia, einen politischen Hintergrund. Jedes Lager verdient mit am Millionengeschäft: Harardere, wo die "Sirius Star" am Dienstag angeblich festmachte, ist das Territorium des berüchtigten Warlords Mohammed Abdi Hassan Afweyne, der sich in Interviews gerne mit seinen erfolgreichen Schiffsentführungen brüstet. Im Hauptberuf rüstet Afweyne befreundete Warlords wie Hussein Farah Aydid mit Waffen aus Eritrea auf, die gegen die Übergangsregierung und ihre äthiopischen Verbündeten eingesetzt werden. Aufseiten der Übergangsregierung von Präsident Abdullahi Yusuf, der aus Puntland stammt, koordiniert der Geschäftsmann Mohammed Jama Furuh das Geschäft mit der Piraterie. Von den Islamisten verjagt, die mittlerweile weite Teile Somalias zurückerobert haben, baute Yusuf den Geschäftsmann Furuh wieder auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Millionen aus den Lösegeldern haben zudem eine neue, dritte Kraft aufgebaut, deren politische Zugehörigkeit vorerst noch unklar ist. Doch fest steht: Mit ihrem Geld und den vermutlich modernsten Waffen am Horn von Afrika ist ihr Einfluss groß. Und mit jeder Entführung wächst er weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 19.11.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8472701643825643392?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8472701643825643392'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8472701643825643392'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/11/fette-piratenbeute.html' title='Fette Piratenbeute'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/STOO9j9kU0I/AAAAAAAAAbQ/lkBNATX0KDo/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5586904025943724070</id><published>2008-11-01T20:17:00.006+03:00</published><updated>2008-11-04T20:30:38.306+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Wir werden Präsident</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCGooxfc-I/AAAAAAAAASc/1Ky2eqN0-hg/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCGooxfc-I/AAAAAAAAASc/1Ky2eqN0-hg/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264855997093999586" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;"Neue Häuser brauchen wir", sagt einer der Bauern, die in Kogelo jeden Abend an der Bar stehen, einer aus Brettern zusammengenagelten Bude. "Im Heimatdorf des US-Präsidenten können wir doch nicht in Grashütten leben." In dem kleinen Dorf im Westen Kenias, wo die traditionell gebauten Hütten den staubigen Feldweg säumen und auf dem Marktplatz Ziegen meckern, fühlt man sich bereits als kollektiver Sieger. "Wir werden US-Präsident" heißt es dort, wo Barack Obamas Vater geboren wurde und begraben liegt und Obamas Großmutter bis heute ihren Mais anbaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Obama seine "Heimat" erst kennenlernte, nachdem sein Vater gestorben war, und auch dann nur kurz, tut seiner Popularität hier keinen Abbruch. Im Gegenteil, sagt der Direktor der Dorfschule, Manas Njuyo: "Wenn wir nur ein Bild von ihm sehen, sind wir begeistert und freuen uns." Njuyos Schule heißt längst Obama-Schule, was ihre Beliebtheit deutlich vergrößerte. Seitdem sitzen nicht mehr 40, sondern 60 Kinder in einer Klasse. Auf den meisten Marktständen in Kogelo prangt Obamas Name, ungezählte Lieblings-Kühe, -Ziegen und -Hühner sind nach dem "verlorenen Sohn", wie ihn Kenias größte Tageszeitung Nation taufte, benannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 86-jährige Oma Sarah Obama hat schon früh wissen lassen: Wenn ihr Enkel es schafft, dann will sie bei der Amtseinführung im Weißen Haus dabei sein. "Ich kann doch auf keinen Fall verpassen, wenn mein Enkel Präsident der Vereinigten Staaten wird."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So viel Vorfreude steckt an. Weil die Welt inzwischen weiß, dass Obama eine Oma in Afrika hat, will die Welt auch live dabei sein, wenn sie am Mittwoch einen Freudentanz aufführt - oder ein langes Gesicht macht. Das glauben jedenfalls die Planer in den Redaktionen der großen Zeitungen, der Radio- und Fernsehanstalten aus aller Welt, die ihre Korrespondenten in die westkenianische Einöde beordert haben. "Das Imperial ist vollkommen ausgebucht", bescheidet der Portier im edelsten Hotel der nächstgelegenen größeren Stadt Kisumu jedem Anrufer. Grashütten zu filmen ist gut, übernachten will man lieber woanders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Da kommen mehrere hundert", prophezeit ein Techniker des britischen Rundfunksenders BBC, der das gesamte Dorf bereits vermessen hat. Ü-Wagen, mobile Schnittstudios oder fahrbare Satellitenschüsseln müssen nur noch ihren auf dem Plan eingezeichneten Parkplatz finden. "Dann norden die sich ein, und fertig ist die Laube", sagt der BBC-Mann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Staunen über die blitzende Technik ist den Dorfbewohnern, von denen die meisten nicht mal ein Radio besitzen - geschweige denn Strom - längst vergangen. Die Journalisten aus dem Ausland sind "big business", darüber sind sich am Kneipentresen alle einig. Oder zumindest das einzige Business weit und breit, wo man "kidogo" - ein klein wenig - verdienen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer wissen will, wo wie und wann Obama bei einem seiner Besuche gestanden, gesessen oder gelegen hat, der findet mit Sicherheit einen ortskundigen Führer, der mit Feuer und Flamme bei der Sache ist. Denn obwohl in Kogelo in den vergangenen Monaten immer mal wieder so viele Kamerateams herumstanden wie auf einem mittleren Hollywood-Set, ist den Bewohnern die gute Laune nicht vergangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Welt soll sehen, wie wir uns freuen", ruft Henry, ein junger "Businessman" mit Fahrrad, dem kenianischen Privatsender KISS FM ins Mikro, der schon seit Tagen im Dorf präsent ist. Klar, irgendwie fand er es schon komisch, als kürzlich aus dem Nichts ein Scheinwerfer aufflammte und die Szenerie unter einem großen Mangobaum am Rande Kogelos erhellte, wo er gerade mit seiner Freundin knutschte. "Überall sind Kameras, alles wird gefilmt, und dann gibt es noch die Journalisten, die mit ihren Notizblöcken durch die Gegend streifen und nach irgendetwas suchen, was noch niemand aufgeschrieben hat", sagt Henry. Ein Dorf unter Belagerung sei Kogelo irgendwie, aber: "Cool ist es trotzdem." Wenn Obama gewinnt, will Henry feiern, "drei Tage und drei Nächte lang".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die engere Familie hat sich unterdessen hinter den Zaun mit Pfeilern aus Beton zurückgezogen, der Oma Sarah Obamas Haus seit Neuestem umgibt. Neben dem schweren Tor stehen zwei Zelte für die sieben kenianischen Polizisten, die das Haus seit dem versuchten Einbruch bei Oma Sarah Anfang September rund um die Uhr bewachen. Auch Barack Obama ist da, als lebensgroße Pappfigur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das mediale Herz von Kogelo ist Familiensache: Wer Obamas Oma interviewen möchte, muss einen Übersetzer aus dem engeren Familienkreis akzeptieren. Bezahlen muss man dafür nicht. Gestritten wird in der Familie derzeit noch darüber, wo die 85-Jährige nach der Wahl auftreten soll: vor ihrem Haus, oder doch lieber drinnen. Bis das Ergebnis vorliegt, herrscht ohnehin Funkstille, gab Familiensprecher Said Obama, ein Onkel des Präsidentschaftskandidaten, gerade bekannt: "Wir wollen nicht, dass die Medien mit Aussagen der Familie den Ausgang der Wahl beeinflussen." Ein bisschen genervt sieht der hochgewachsene, hagere Mann dabei aus. Kein Wunder, schließlich ist nicht jeder Korrespondent so freundlich wie die kanadische Reporterin, die Oma Obama erstmal eine Handcreme aus dem westafrikanischen Mali überreichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als im Vorwahlkampf - es war am Super-Tuesday - zwischen gut zehn Korrespondenten fast eine Prügelei darüber ausbrach, wer die fragile Oma zuerst interviewen dürfe - sie selbst war freilich nie gefragt worden -, riss Obamas Onkel Said erstmals der Geduldsfaden: "Wir bitten Sie, uns Ihren Besuch zumindest anzukündigen", sagte er damals.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch in Kenias Hauptstadt Nairobi ist Obama ein Star. Das dort gebraute "Senator"-Bier ist zum Lieblingsgetränk in den Slums avanciert. "Bitte ein Obama", so bestellt man die warmen Flaschen jetzt korrekt. "Vielleicht wird die Marke ja bald umbenannt und heißt dann President", spekuliert John, ein Souvenirverkäufer in der Innenstadt. Im Dauerstau auf Nairobis Straßen bietet er den Autofahrern längst nicht mehr den üblichen Krimskrams an, sondern T-Shirts mit der Aufschrift: "I love Obama". "Ein Bombengeschäft", sagt John. Aufkleber hingegen verkaufen sich nicht so gut, was daran liegen mag, dass fast jeder Autofahrer schon mindestens einen auf seinem Wagen kleben hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der neueste Hit in Nairobi sind Karten für das Musical "Obama", das am Samstag Premiere in Kenias Staatstheater feiert und für das sich der Komponist George Orido von Obamas Lebensgeschichte inspirieren ließ. Die wenigen Vorstellungen über "Das Leben eines kenianischen Amerikaners in Tanz, Musik, Worten und Gesang" sind bis zum Wahltag schon ausverkauft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein Wunder, dass auch Kenias generell eher ungeliebte Politiker sich im Erfolg von Obama sonnen wollen. Premierminister Raila Odinga, der nicht weit von Kogelo entfernt geboren ist, ließ kürzlich lancieren, er und Obama seien verwandt. Vor zwei Wochen dann schwebte er unangekündigt per Helikopter bei Oma Obama ein, die Medien hatte er gleich mitgebracht. Kein Pardon kennt die Regierung mit Obamas Kritikern: Als der Amerikaner Jerome Corsi sein Buch "Obama-Nation: Linke Politik und Personenkult" in Nairobi vorstellen wollte, wurde er noch am Flughafen abgeführt. Stundenlang saß er fest. "Wir wissen auch nicht, was wir mit ihm tun sollen", sagte ein Immigrationsbeamter. Irgendwo, angeblich ganz oben, fiel dann die Entscheidung: Corsi wurde ausgewiesen. Obamas Feinde sind in diesen Tagen auch Kenias Feinde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kogelo ist man unterdessen schon dabei, für die Zeit nach der Wahl zu planen. Viele dort hoffen, dass der durch die Wahlberichterstattung noch einmal steigende Bekanntheitsgrad Kogelos das Dorf zu einem Ziel für Touristen machen wird. Für eine "etwas andere Safari" in die "Heimat" Barack Obamas, so sagen Reisebüro-Mitarbeiter in Nairobi jedenfalls, habe es schon so einige Anfragen gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 4.11.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5586904025943724070?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5586904025943724070'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5586904025943724070'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/11/wir-werden-prsident.html' title='Wir werden Präsident'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCGooxfc-I/AAAAAAAAASc/1Ky2eqN0-hg/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2569745579090696109</id><published>2008-10-31T20:36:00.002+03:00</published><updated>2008-11-04T20:38:13.072+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Namibia'/><title type='text'>Wo das Geld vom Himmel fällt</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCIbeTe5uI/AAAAAAAAASs/R8vjvxAynAM/s1600-h/namibia.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCIbeTe5uI/AAAAAAAAASs/R8vjvxAynAM/s320/namibia.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264857969968735970" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wenige Tage vor Monatsende ist im Shop von Steven Eigowab wie immer wenig los. Die Regale sind leer, das kleine Lager auch. Doch das stört niemanden, denn durch die Tür, wo die trockene Mittagshitze sich mit der relativen Kühle des Ladens vermischt, ist seit dem Morgen kein Kunde gekommen. Eigowab zuckt mit den Schultern. "Kurz vor Monatsende ist es immer dasselbe: Alle warten auf neues Geld." Damit bezahlen die Kunden das, was sie im Lauf der vergangenen Wochen bei Eigowab haben anschreiben lassen. Mit dem Geld kauft Eigowab neue Waren, und der Kreislauf beginnt von vorne. Sorgen um die Kreditwürdigkeit seiner Kunden muss der Kaufmann sich seit Anfang Januar nicht mehr machen. Seitdem nämlich fließt das Geld in Otjivero garantiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der 1.200-Seelen-Gemeinde gut 100 Kilometer östlich von Namibias Hauptstadt Windhuk erhält jeder Bürger monatlich 100 Namibia-Dollar, umgerechnet sind das acht Euro. Reich ist man damit nicht, aber leben kann man davon, vielleicht sogar ein bisschen mehr. Tun muss man dafür nichts, es gibt keine Bedingungen und kein Kleingedrucktes. Wer in Otjivero lebt, bekommt das Geld. So einfach ist das.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigowab konnte es selbst kaum glauben, als vor mehr als einem Jahr der angesehene Bischof Zephania Kameeta im schäbigen Otjivero auftauchte und den Geldsegen versprach. "Ich habe das Misstrauen gespürt", sagt Kameeta. Der auf dem Dorfplatz versammelten Menschenmenge rief der 62-Jährige deshalb irgendwann zu: "Ich bin nicht den langen Weg aus Windhuk hierher gekommen, um zu lügen, dafür bin ich zu alt." Die Leute staunten, und Kameeta, eine Art namibischer Desmond Tutu, grinst noch heute über seine Spitzbüberei. Richtig ernst genommen, sagt Kameeta, haben die meisten ihn aber wohl erst, als Monate später die Zählung der Bürger begann. "Das Ganze war eine Nacht-und-Nebel-Aktion, selbst die Helfer haben wir erst unmittelbar vor der Abfahrt aus Windhuk informiert", erinnert sich Dirk Haarmann, der gemeinsam mit seiner Frau Claudia das Projekt zum Grundeinkommen in Otjivero im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche Namibias begleitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Geheimnistuerei sollte verhindert werden, dass Verwandte und Bekannte in Otjivero einströmen, um von dem weltweit einzigartigen Modellprojekt zu profitieren. Denn nur wer am Stichtag registriert wurde und jünger ist als 60 Jahre, bekommt das Geld: Genau 930 Menschen. Rentner, die bereits eine staatliche Grundversorgung erhalten, bleiben außen vor. Ansonsten kriegt jeder das Grundeinkommen, vom Säugling bis zum Familienvater, vom Bettler bis zum Reichen. "Das Grundeinkommen befreit die Menschen vom täglichen Existenzkampf", erklärt Haarmann, der aus dem rheinischen Mettmann stammt und seit fünf Jahren in Windhuk lebt. "Hunger macht ökonomisch keinen Sinn", glaubt der Theologe, der auch Soziologie studiert hat. "Nur wer nicht hungert, wird wirtschaftlich aktiv und kann sich selbst aus der Armut befreien." Damit stützt er den Bericht einer staatlichen Kommission, die der namibischen Regierung schon vor sechs Jahren die Einführung des Grundeinkommens für jeden Bürger zur Lösung der sozialen Schieflage im Land empfohlen hat. "Aber die Regierung hat gezögert und gezögert, bis Kirchen, Gewerkschaften und Verbände gesagt haben: jetzt wollen wir einfach mal einen Feldversuch wagen." Bis Ende 2009 läuft das Modellprojekt in Otjivero.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Finanziell, so hat Haarmann ausgerechnet, wäre die flächendeckende Einführung des Grundeinkommens kein Problem. Das ehemalige Deutsch-Südwestafrika hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas. Hier liegen die Diamanten förmlich in der Wüste herum, nur dass die Wüste von hohen Zäunen umgeben ist, Areale, die Sperrgebiete heißen. Deshalb ist die Schere zwischen Arm und Reich kaum irgendwo größer als in Namibia: Zwei Drittel der Namibier leben unterhalb der Armutsgrenze, ein Drittel der unter Fünfjährigen ist mangelernährt. Maximal vier Prozent des Bruttosozialprodukts wären nötig, so glaubt Haarmann, um die Lage grundlegend zu ändern. Finanziert werden soll das Grundeinkommen über Steuern, die Reiche stärker belasten, und über Einsparungen: Weil jeder das Gleiche bekommt, sind keine Überprüfungen nötig, kein bürokratischer Überbau. Das macht das Grundeinkommen für den Staat attraktiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der Profiteure in Otjivero ist John Thomason, der in der Morgensonne seine einjährige Tochter Hildegard auf dem Arm hält. "Ich kann jetzt einen alten Pick-up abbezahlen." Sein Hof ist übersät mit Ersatzteilen, mit Autos kennt Thomason sich aus. Doch das Kapital, mit seinem Wissen etwas anzufangen, fehlte ihm bisher. "Wenn Leute in die Stadt wollen, ins 50 Kilometer entfernte Gobabis, dann lade ich sie auf die Ladefläche und fahre sie dorthin." Zehn Namibia-Dollar verlangt er für die Hin- und Rückfahrt, bis zu zwölf Personen bekommt Thomason locker zusammen: wegen des Grundeinkommens gibt es auf einmal zahlende Kunden. In der ersten Woche nach der Auszahlung ist Thomason meist täglich unterwegs, den Rest der Zeit unternimmt er gelegentlich Botenfahrten nach Windhuk. Wenn er seine Kosten abrechnet, bleibt genug zum Leben und für das Schulgeld für seine drei anderen Kinder. "Mir geht es besser als früher", sagt der 43-Jährige. Da hat er wie die meisten in Otjivero gar keine reguläre Arbeit gehabt. Seine Frau hat auf den schmalen Streifen staubiger Erde, der das Dorf von den hohen Zäunen der benachbarten Farmen trennt, versucht, ein bisschen Gemüse anzubauen. Zu denen, die gewildert haben, will Thomason selbst nicht gehören, obwohl er Verständnis für die in der Nachbarschaft verschrienen Viehdiebe hat. "Die haben ja nicht wirklich gewildert, nur ab und zu eine Antilope oder so etwas ins Dorf gebracht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So sehr als Dorf von Ganoven und Taugenichtsen war Otjivero verschrien, dass die Leute Haarmann vor Start des Projekts gefragt haben, warum er gerade diesen Ort für ein Modellprojekt ausgewählt hat. "Ein Pfarrer hat mich gewarnt: Dieses Dorf ist ein Krebsgeschwür, geht da nicht hin", erinnert sich Haarmann. Inzwischen, berichten manche Dörfler stolz, seien die Farmer von nebenan ab und an gar bereit, Leute aus Otjivero als Erntehelfer oder Handlanger einzustellen. "Das wäre früher nicht möglich gewesen", frohlockt Steven Eigowab. Eigowab ist Chef des 18-köpfigen Komitees, das die Dorfbewohner kurz nach der Zählung gewählt haben. Die Idee hatten sie selbst, "um das Projekt zum Erfolg zu machen", sagt Eigowab. Das Komitee half mit, bei der ersten Geldausgabe Ordnung zu schaffen: Sonst wären viele der Wartenden wohl zertrampelt worden bei dem Ansturm auf die Kasse. Inzwischen weiß jeder, dass genug Geld für alle da ist. Das zweite Problem ist delikater: die richtige Verwendung. "Wir wollen nicht, dass alle ihr Geld gleich am Ausgabetag versaufen." Genau das nämlich werfen die Kritiker dem Projekt vor: den Untätigen werde Geld in den Rachen geworfen. Anstatt Arbeit zu belohnen, werde Untätigkeit finanziert. Und tatsächlich feierten die 13 Kaschemmen, Shebeens heißen sie hier, am Abend des ersten Ausgabetags das Geschäft ihres Lebens. Wegen Alkoholismus und "ungebührlichen Verhaltens" nahm die Polizei ein paar Bewohner mit in die Ausnüchterungszelle. Andere trugen ein paar Tage später stolz ein neues Handy oder anderes Konsumgut zur Schau. "Aber spätestens wenn einer den Nachbarn um einen Kredit angehauen hat, kam die Antwort: wieso, du hast doch auch deine 100 Dollar bekommen", so Eigowab. Am Zahltag Nummer zwo sei es entsprechend ziviler zugegangen. Das lag vielleicht auch daran, dass Eigowab und sein Komitee nicht müde wurden, an den Tagen davor warnend von Haus zu Haus zu ziehen: verschwendet nicht euer Geld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zwischenbericht, den Bischof Kameeta unlängst der namibischen Regierung vorlegte, zieht für die ersten sechs Monate eine fast enthusiastische Bilanz. Der Prozentsatz mangelernährter Kinder ist demnach von 42 auf 17 Prozent gefallen. Die Zahl der Eltern, die Schulgeld bezahlen, hat sich verdoppelt: Statt bisher 40 brechen nur noch fünf Prozent der Kinder die Schule ab. Auch Gesundheit steht ganz oben auf der Prioritätenliste: Die Zahl derjenigen, die vier Dollar für einen Arztbesuch auf den Tisch legten, hat sich seit Januar verfünffacht. Das für die Nachhaltigkeit des Projekts vielleicht wichtigste Ergebnis: Mit ihrer Arbeit ist es den Bewohnern gelungen, ein Gesamteinkommen zu erzielen, das über der Summe des ausgezahlten Grundeinkommens liegt. Die Kriminalität in und um Otjivero ging unterdessen um 20 Prozent zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit solchen Argumenten, hofft Haarmann, wird man die Regierung von einer Ausweitung des Projekts überzeugen können - trotz kraftvoller Gegenspieler, allen voran der Internationale Währungsfonds. "Die haben der Regierung die Kosten für das Grundeinkommen künstlich hochgerechnet und das mir gegenüber so begründet: wir sind halt gegen das Prinzip", ärgert sich Haarmann bis heute. Im einst so gefürchteten Otjivero mehren sich hingegen andere Sorgen. "Uns geht es jetzt gut", flüstert Joseph Kanep, der vom Grundeinkommen gerade sein Haus repariert. "Aber wir müssen uns schützen vor Schmugglern, Drogendealern und Banditen, die uns den Reichtum nehmen wollen." Für den Aufschwung in Otjivero gibt es vielleicht keinen besseren Beleg als die neue Angst, die Kanep mit vielen seiner Freunde teilt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 31.10.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2569745579090696109?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2569745579090696109'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2569745579090696109'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/10/wo-das-geld-vom-himmel-fllt.html' title='Wo das Geld vom Himmel fällt'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCIbeTe5uI/AAAAAAAAASs/R8vjvxAynAM/s72-c/namibia.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-104734952412142203</id><published>2008-10-30T20:30:00.009+03:00</published><updated>2008-11-04T20:36:09.042+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kongo'/><title type='text'>Panik in Goma</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCH8h7y3lI/AAAAAAAAASk/cWXG00lwYqs/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 49px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCH8h7y3lI/AAAAAAAAASk/cWXG00lwYqs/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264857438367178322" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Erst sah in Goma alles aus wie an einem ganz normalen Tag. Zwar wurde nur zwanzig Kilometer von der Innenstadt entfernt gekämpft - Truppen unter dem Mandat der Vereinten Nationen versuchten gemeinsam mit der kongolesischen Armee die Milizen des berüchtigten Rebellengenerals Laurent Nkunda zurückzuschlagen. Doch die Menschen in der Provinzhauptstadt Goma sind an Krisen gewöhnt. Also gingen die Kinder zur Schule, Läden waren geöffnet, die Märkte gut besucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber dann brach Chaos aus. "Das Gerücht ging um, dass die Front gegen Nkunda zusammengebrochen sei, und plötzlich begannen alle zu laufen wie die Hasen", berichtet Georg Dörken von der Deutschen Welthungerhilfe, der seit 15 Jahren in der Region tätig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chaotische Szenen spielen sich ab, als Soldaten mit vorgehaltener Waffe Lastwagen beschlagnahmen, um vor den Rebellen zu fliehen, andere in Panik mit ihren Panzern Autos überrollen. Während die Uno alle internationalen Hilfsorganisationen auffordert, die Stadt sofort zu verlassen, bleiben die Bewohner ohne Schutz durch die kongolesische Armee zurück. Am Abend verbreitet sich das Gerücht, die Regierung in Kinshasa wolle die Stadt kampflos an Nkunda übergeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis dahin hatte die Ankündigung des Rebellensprechers Bertrand Bisimwa, Goma erobern zu wollen, noch voreilig geklungen. Denn der Vormarsch der Rebellen stockte, nachdem UN-Blauhelme am Dienstagnachmittag mit einer Offensive bei Kibumba, gut 20 Kilometer vor Goma, begonnen hatten. Alan Doss, Leiter der UN-Mission im Kongo (Monuc), warnte da allerdings schon: "Wir bleiben, wir werden die Städte verteidigen, aber unsere Truppen sind am Ende ihrer Kräfte angelangt und wir brauchen dringend Verstärkung." Auf die Aufstockung der mit mehr als 17 000 Soldaten weltweit größten UN-Schutztruppe konnte sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aber bisher nicht einigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei warnen Hilfsorganisationen angesichts der enormen Zahl von Flüchtlingen vor einer Katastrophe. Viele hatten sich in den vergangenen Tagen zu Fuß aus den umkämpften Gebieten aufgemacht, um in Goma Sicherheit zu finden. "In unseren Feldlazaretten arbeiten die Ärzte rund um die Uhr", sagt Clio van Cauter, Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen in Goma. "Wir können nicht sagen, wie viele Flüchtlinge es genau sind, aber es sind sehr viele." Auf mehr als 800 000 hat die Uno die Zahl der Vertriebenen im Ost-Kongo Anfang des Jahres geschätzt. Dass die Zahl jetzt über die Millionengrenze steigt, ist wahrscheinlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele von ihnen sind schon länger vor den brandschatzenden und marodierenden Milizen auf der Flucht. Denn Nkunda, ein Tutsi mit kongolesischem Pass, hält die Region seit Jahren in Atem. 2004 marschierten er und seine Männer in Bukavu ein, der größten Stadt am südlichen Ende des Kivu-Sees. Unter den Augen von untätigen Blauhelm-Soldaten plünderten, vergewaltigten und mordeten Nkundas Leute, um sich dann zurückzuziehen. Die Blauhelme erklärten später, ihr Mandat habe kein Eingreifen zugelassen. Seither führt der "Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes", wie sich die Rebellentruppe schwülstig nennt, einen Guerillakrieg mit der Regierungsarmee, die selbst aus früheren Rebellen zusammengestückelt ist. Seine Hochburgen hat Nkunda in besonders unzugänglichen Gegenden der weitläufigen Region, in den Bergen nordwestlich des Virunga-Nationalparks und entlang der kongolesisch-ugandischen Grenze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was genau Laurent Nkunda mit seinem Kampf im Osten Kongos erreichen will, ist umstritten. Er gehört zu den Generälen, die im Kongokrieg für die einst mächtige "Sammlungsbewegung für ein demokratisches Kongo" (RCD Goma) gekämpft haben. Zwischen 1998 und 2003 kontrollierte seine Armee im Auftrag Ruandas die reichen Minen im Ostkongo. Als der Krieg zu Ende war, an dem zeitweise acht afrikanische Armeen beteiligt waren, sammelten sich um Nkunda diejenigen, die nicht - wie in den Friedensverträgen vorgesehen - in die kongolesische Armee integriert werden wollen. Und diejenigen, die wegen ihrer Kriegsverbrechen Angst vor Prozessen hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch das ist nicht alles. Kaum jemand zweifelt daran, dass hinter der größten Offensive Nkundas seit der Einnahme von Bukavu Kongos winziger Nachbar zum Osten steckt: Ruanda. Am Mittwoch mehrten sich Augenzeugenberichte, nach denen ruandische Truppen selbst an den Kämpfen beteiligt waren. Demnach sollen ruandische Panzer Stellungen der kongolesischen Armee im Norden von Goma beschossen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nkunda selbst begründet seine Feldzüge damit, er wolle die Tutsi im Ost-Kongo schützen und die für den Völkermord in Ruanda verantwortlichen Hutu-Extremisten dorthin zurücktreiben, wo ihnen der Prozess gemacht werden soll. Tatsächlich wären so nah an der Grenze verschanzte Hutu-Milizen für den ruandischen Präsidenten Paul Kagame, dessen Tutsi-Armee 1994 die militanten Hutu erst nach dem Völkermord an mehr als 800 000 Tutsi und moderaten Hutu vertreiben konnte, ein Sicherheitsrisiko.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die wahren Motive für Ruandas mutmaßliche Unterstützung könnten jedoch andere sein. "So lange im Ost-Kongo gekämpft wird, kann Ruanda ungestört die Minen in der Region ausbeuten und auf dem Schwarzmarkt Millionen damit machen", sagt ein Mitarbeiter einer großen deutschen Hilfsagentur in Kinshasa. Im Osten Kongos ballen sich Vorkommen wertvoller Mineralien wie Gold, Kobalt und Kupfer. Und noch ein in Ruanda knappes Gut gibt es: Land. "Gerüchte besagen, dass Ruanda die Kivu-Provinzen annektieren könnte, sobald Nkunda sie unter Kontrolle gebracht hat", sagt Georg Dörken von der Welthungerhilfe. "Beweise hat niemand, aber in Ruanda gibt es eine Bevölkerungsexplosion, Land ist jetzt schon äußerst knapp."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Menschen in Rutshuru, der Stadt, die den Rebellen schon am Mittwochmorgen in die Hände fiel, haben ihre Heimat lange nicht mehr gesehen. Wer hier ist, hat seinen persönlichen Alptraum schon hinter sich. In den Flüchtlingslagern nahe der Grenze zu Uganda leben Zehntausende, die in Panik vor den Milizen geflohen sind. Viele wurden von Nachbarn oder anderen Flüchtlingsgruppen gewarnt, als sie auf den Feldern arbeiteten, oder sind bei Nacht und Nebel aus dem Haus gerannt wie Mary, die vor einem Jahr mit ihrem kleinen Sohn im Kusasi Camp, einem der Lager von Rutshuru, ankam. "Wir haben nichts retten können, meinen Bruder und meinen Mann habe ich auf der Flucht verloren", sagt die junge Frau. Ihr Sohn wimmert im Fieber der Malaria, gegen die Mary ihn in den Behelfshütten aus Stroh und Plastikplanen nicht schützen kann. Mary hatte Glück: Vergewaltigung, Misshandlungen oder Folter, von denen die meisten Flüchtlinge berichten, blieben ihr erspart. Doch seit die Nkundas Truppen die Kontrolle in Rutshuru übernommen haben, sind die Vertriebenen wieder heimatlos. Während hinter ihnen humanitäre Einrichtungen geplündert und in Brand gesteckt werden, versuchen sie, jenseits der Grenze in Uganda Schutz zu suchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Geschundenen des Ost-Kongo, die in der einst reichsten Provinz des Kongo leben, macht sich nach mehr als zehn Jahren Krieg Hoffnungslosigkeit breit. Erst vor einigen Wochen legten einige lokale Abgeordnete ihr Mandat nieder und schlossen sich Nkundas Rebellenarmee an. Zwar überwiegt bei weitem die Abneigung gegen Nkunda, der von den Kongolesen als Marionette Ruandas betrachtet wird. Doch es sind nicht nur seine Truppen, die die Bewohner rund um den Kivu-See zittern lassen. Soldaten der kongolesischen Armee sind für ihre Brutalität ebenso bekannt wie für ihre Disziplinlosigkeit. Erst am Dienstag raubten sie Mitarbeitern der Caritas bei der Verteilung von Hilfsgütern Uhren, Geld und Kreditkarten. Dass die Regierungstruppen ihren Standpunkt nördlich von Goma aufgeben mussten, überraschte niemanden, ebenso wenig wie die Erklärung, dass jeder Soldat nur hundert Schuss Munition gehabt habe. "Die haben kein Geld, kein Essen, keine Ausrüstung", fasst ein kongolesischer Geschäftsmann in Goma zusammen. "Kein Wunder, dass man hier sagt: Die kongolesische Armee kennt nur den Rückwärtsgang."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die UN-Blauhelme kommen in der Bevölkerung kaum besser weg: Gerade erst mussten hundert indische Soldaten abgezogen werden, weil sie sich an minderjährigen Mädchen vergangen hatten. Eine im April bekannt gewordene Untersuchung wirft den Blauhelmen gar vor, mit illegal geschürften Mineralien gehandelt und Rebellen mit Waffen versorgt zu haben. Kein Wunder, dass aufgebrachte Kongolesen am Dienstag das UN-Hauptquartier in Goma mit Steinen bewarfen. Auch in Rutshuru wurden Blauhelme von wütenden Flüchtlingen angegriffen, als sie fünfzig ausländische Helfer in Sicherheit brachten - und sonst niemanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 30.1.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-104734952412142203?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/104734952412142203'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/104734952412142203'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/10/panik-in-goma.html' title='Panik in Goma'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCH8h7y3lI/AAAAAAAAASk/cWXG00lwYqs/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7769791975200763854</id><published>2008-10-06T20:43:00.000+03:00</published><updated>2008-11-04T20:45:48.734+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sudan'/><title type='text'>Zwei Ziegel vor, drei Ziegel zurück</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCKMWnMGVI/AAAAAAAAATE/kBuIeJjBkXc/s1600-h/rumbek.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 213px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCKMWnMGVI/AAAAAAAAATE/kBuIeJjBkXc/s320/rumbek.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264859909229123922" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wie er so braungebrannt mit löchrigem T-Shirt und kurzer Hose vor seinem selbstgebauten Haus steht, sieht er aus wie Robinson Crusoe, gestrandet an einem Ort, wo die Alltagsgesetze seiner alten Heimat keine Gültigkeit haben. Doch nach drei Jahren hat sich Martin Grütters an vieles gewöhnt, was im südsudanesischen Rumbek anders ist. Zumindest nimmt er es hin. "Seit ein paar Tagen versuche ich, meine Bauarbeiter zu erreichen, aber wenn jemand ans Telefon geht, dann sagt er ganz schnell ,Okay, bye'." Okay bye, das heißt in Rumbek so viel wie: Vergiss es. Und das ist eine schlechte Nachricht für den Architekten, der versucht, auf zwei Baustellen so viele Fortschritte wie möglich zu erzielen, bevor die Regenzeit hereinbricht und alle Arbeit endgültig ruht. Doch langsam geht es in jedem Falle. "Was die Handwerker dir hier als Arbeitszeit in Wochen voraussagen, nimmst du lieber gleich in Monaten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor fünf Jahren war Rumbek kaum mehr als eine Garnison: Die "Volksbefreiungsarmee" des Südsudan hatte hier ihre wichtigste Basis im mehr als zwanzigjährigen Krieg gegen sudanesische Truppen aus dem Norden. Bombenkrater prägen noch heute die unbefestigten Straßen. Im Regen verwandelt sich Rumbek in eine schlammige Seenlandschaft. Drei Jahre, nachdem die Anführer der afrikanisch-christlichen Ethnien im Süden Frieden mit der Regierung im islamisch-arabisch geprägten Norden geschlossen haben, ist von Entwicklung kaum etwas zu sehen - trotz Millionenhilfen aus Europa und den USA und trotz der Ölvorkommen, von denen die autonome Regierung des Südsudan auch profitiert. Rumbek ist seit dem Frieden gewachsen, mehr als 200 000 Bewohner hat die Stadt heute. Doch die Infrastruktur ist die gleiche, die während des Kriegs notdürftig ein paar tausend Soldaten versorgt hat. Statt Häusern stehen Tukuls über die Stadt verteilt, die traditionellen Rundhütten aus Stroh mit einem einzigen Raum, in dem das ganze Leben stattfindet. Latrinen stehen oft Kilometer entfernt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum Martin Grütters Anfang 2005 sein einträgliches Büro in Berlin gegen ein Leben in dieser Halbwüste getauscht hat, wo es keinen Strom, keine Wasserleitungen und auch sonst sehr wenig gibt, kann er selbst nur schwer erklären. "Kein Gehalt zu beziehen, vermittelt mir ein besseres Lebensgefühl", setzt er an und erinnert sich an seine Zeit als selbstständiger Architekt in Berlin: "Beim Rechnungenschreiben hatte ich immer ein schlechtes Gefühl. Am besten ging es mir, wenn ich einen Tag pro Woche in einem Jugendzentrum der Caritas gearbeitet habe." Ohne Bezahlung. Nicht einmal Fahrgeld durfte die Caritas erstatten. "Ich bin sowieso meist mit dem Fahrrad gefahren." Von Tempelhof nach Lichtenberg und zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fahrradfahren ist die vielleicht größte Leidenschaft des 45-Jährigen. Auch in Rumbek fährt er auf einem Mountainbike zu seinen Baustellen, während die meisten Entwicklungshelfer in weißen Landrovern über die Pisten rasen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Grütters an diesem Morgen sein Fahrrad an der Schule Mabor Ngap parkt, erlebt er eine Überraschung: Es wird gearbeitet. Fünf Zimmerleute ziehen eine Mauer. Grütters grüßt, läuft durch den Rohbau, gestikuliert, zeigt auf die Stricke, die den Verlauf der künftigen Wände abstecken und als Lot fungieren sollen. "Wenn man hier eine Mauer zieht, muss man schon mal mit zehn Zentimetern Toleranz rechnen", kommentiert er später den Baufortschritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber vor allem ist er glücklich, dass es weitergeht. Dass mehr als zwei Jahre nach Grundsteinlegung überhaupt schon Klassenräume stehen, in denen unterrichtet wird, scheint unglaublich, wenn man die Geschichte des Baus hört. "Einmal war ein Vertragspartner zwei Monate lang verschwunden", erinnert sich Grütters. "Später stellte sich heraus, er hatte einen Verkehrsunfall in der Nachbarstadt und saß zwei Monate im Gefängnis. Niemand, nicht einmal die Familie, wusste davon." Mit dem Nachfolger hatte Grütters noch mehr Scherereien. "Er hat die Frau seines Onkels verführt, und dieser wartete danach zwei Wochen lang mit der Kalaschnikow im Anschlag vor der Hütte des Übeltäters."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blutrache ist im Südsudan nichts Ungewöhnliches. "Eines Nachts kam der Arme zu mir und bettelte mich um 200 Dollar an für ein Flugticket, damit er dem Onkel entfliehen kann." Schließlich einigten sich die Streitenden gütlich: Sieben seiner besten Kühe musste der Verführer seinem Onkel überlassen. Bis diese Abmachung getroffen war, lag die Baustelle wochenlang brach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In solchen Fällen oder wenn die Bauarbeiter mal wieder nicht da sind, arbeitet Grütters einfach alleine weiter. Eines Nachmittags, der Architekt schleppte schwere Dachträger auf den Dachstuhl eines neuen Schulgebäudes und hämmerte sie fest, wurde es selbst dem Westfalen zu viel. "Die Lehrer saßen unterm Baum und haben zugeguckt, nicht mal den Hammer hat mir jemand gereicht." Er stieg vom Dach herunter und fuhr die Lehrerschar an, allesamt junge, kräftige Männer: "Kann mir hier vielleicht mal jemand helfen?" Gelacht hat niemand, aber erstaunte Blicke konnten die Lehrer nicht verbergen. "Aber Martin", sagte schließlich einer, "du weißt doch: man soll ohne Bezahlung nicht arbeiten." Dabei hätten die vom Staat bezahlten Lehrer ohne Martin Grütters keinen Job: Statt 120 Schüler wie vor drei Jahren hat Mabor Ngap heute zehn Mal so viele und entsprechend mehr Lehrer. Doch das feste Einkommen und der Stolz darüber, an der beliebtesten Schule der Stadt zu arbeiten, reichen nicht, um sich aus dem Schatten zu erheben. "Ich arbeite auch umsonst", rief Grütters. Die Verwunderung der Lehrer war ehrlich: "Wenn du das nicht willst, geh' doch nach Hause zurück." Den Nachmittag verbrachte Martin Grütters weiter hämmernd auf dem Dach - allein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Dankbarkeit erfahre ich hier nicht", bilanziert er. Auch nicht von den Eltern, die im Bürgerkrieg groß geworden sind und Schule eigentlich für Zeitverschwendung halten. Nur privat kann Grütters sich darüber freuen, dass heute ein gutes Fünftel der Schüler in Mabor Ngap Mädchen sind - auch das hat er geschafft. Manchmal fallen ihm die potenziellen Partner sogar in den Rücken: Weil sieben Klassen derzeit noch unter Palmen lernen müssen - in der Regenzeit fällt der Unterricht dann stundenlang aus -, wollte der Deutsche seine Spendengelder in den Bau neuer Klassenräume investieren. Doch die Schulbehörde stellte sich quer und forderte stattdessen ein Lehrerzimmer. Zähneknirschend gab Martin Grütters nach - und stoppte den Bau, als ihm 30 Sack Zement im Wert von mehr als 600 Euro von der Baustelle gestohlen wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauerte Wochen, bis die Schulbehörde überredet war, den Schaden zu übernehmen - und noch etliche mehr, um einen Laster aufzutreiben, der die Säcke vom nicht weit entfernten Lagerhaus zum Schulgelände bringen konnte. Lehrer oder Eltern halfen auch dieses Mal nicht. "Die haben gesagt: Was geht uns dein Zement an?", erzählt Martin Grütter ruhig. Aufzuregen scheint ihn das nicht. Seine Engelsgeduld ist die vielleicht wichtigste Voraussetzung, um irgendwann ans Ziel zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter entfernt von seinem Lehrmeister Aldo Rossi, dem Mailänder Architekten, der die Form eines Gebäudes wichtiger als dessen Funktion fand, könnte Martin Grütters kaum sein als hier in Rumbek, wo er sich Stunden vor seiner Abreise nach Deutschland noch um Grundlegendes wie die Höhe der Wände für das Lehrerzimmer kümmern muss. Als er ins Flugzeug steigt, ist klar, dass er in ein paar Wochen auf unfertige Baustellen zurückkehren wird. Aber zurückkehren wird er, das ist sicher. "Ich schmeiße die Flinte nicht ins Korn, das bin einfach nicht ich."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann zitiert er doch Aldo Rossi: "Einfachheit ist gut, hat er immer gesagt. Und das ist auch meine Lebensphilosophie." In Rumbek kann man damit weit kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 6.10.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7769791975200763854?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7769791975200763854'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7769791975200763854'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/10/zwei-ziegel-vor-drei-ziegel-zurck.html' title='Zwei Ziegel vor, drei Ziegel zurück'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCKMWnMGVI/AAAAAAAAATE/kBuIeJjBkXc/s72-c/rumbek.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1573297426360201081</id><published>2008-09-12T20:38:00.001+03:00</published><updated>2008-11-04T20:41:09.291+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Weltwunder in der Krise</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCJIW8vCyI/AAAAAAAAAS0/Kx6U0k1howc/s1600-h/simbabwe.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCJIW8vCyI/AAAAAAAAAS0/Kx6U0k1howc/s320/simbabwe.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264858741088389922" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das Donnern des Sambesi, der hier mehr als 100 Meter in die Tiefe stürzt, ist ohrenbetäubend. 1,7 Kilometer sind die Viktoriafälle breit. Pro Minute brechen jetzt in der Trockenzeit rund 20.000 Kubikmeter Wasser spektakulär die schroffen Felswände herab, nach der Regenzeit sind es mehr als eine halbe Million. Den Titel "Weltwunder" tragen die Viktoriafälle zu Recht. Umso erstaunlicher, dass kaum noch jemand kommt, um das Wunder mit eigenen Augen zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur knapp 30 Besucher haben sich seit Anfang September in das Besucherbuch eingetragen, das gleich hinter dem Eingang zum Victoria-Falls-Nationalpark ausliegt. Dabei sind nur hier, von der simbabwischen Seite aus, die Fälle in ihrer ganzen Pracht zu bestaunen. Die Katarakte im sambischen Nationalpark jenseits der Schlucht, die beide Länder trennt, sehen im Vergleich kläglich aus. "Alle sind hierhergekommen, um die Fälle zu sehen", erinnert sich Neva Makoni, der vor 30 Jahren in Victoria Falls geboren wurde. "Die Leute sind von Harare und Johannesburg nach Vic-Falls geflogen, haben hier ein paar Tage übernachtet, gut gegessen und auch sonst viel Geld ausgegeben." Doch diese goldenen Zeiten sind lange vorbei. Spätestens seit den Unruhen nach den Wahlen im März ist Victoria Falls vollends zur Geisterstadt verkommen. Vor dem Nationalpark versuchen die wenigen verbliebenen Souvenirverkäufer, den wenigen Besuchern simbabwische 100-Milliarden-Dollar-Scheine zu verkaufen - als wertloses Souvenir, für 1 US-Dollar. "Früher habe ich selbst Skulpturen aus Stein geschliffen und den Touristen verkauft, aber das habe ich inzwischen aufgegeben", erklärt Makoni. "Es lohnt sich nicht, wenn die Käufer fehlen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit zwei Tagen läuft der 30-Jährige deshalb mit einer unhandlichen Plastiktasche durch die Innenstadt. In ihr steckt eine Steppdecke, die Makonis Frau fein säuberlich zusammengefaltet hat. "Ich will unsere Bettdecke verkaufen, um das Schulgeld für meinen Sohn bezahlen zu können." Im vergangenen Trimester, berichtet Makoni unglücklich, habe die staatliche Vorschule noch umgerechnet 10 US-Dollar verlangt. "Aber jetzt will sie 35, wo soll ich das ohne Arbeit hernehmen?" Zehn Kinder, sagt er, gehen heute noch in die Schule, wo vor ein paar Monaten noch 200 getobt und gelernt haben. Aber der Direktor weigert sich, die Gebühr zu senken. In ein paar Tagen wird die Einrichtung vermutlich ohnehin dichtmachen. "Die Lehrer haben einen Streik angekündigt, weil sie mehr Geld wollen." In der Zeitung wird der Chef der Lehrergewerkschaft zitiert: "In den 80ern konnten sich Lehrer ein Haus leisten, in den 90ern noch ein Auto, heute ist selbst ein paar Schuhe zu teuer." Makoni versteht die Lehrer: "Die meisten sind ja ohnehin schon nach Botswana oder Sambia geflohen, um dort zu arbeiten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur Arbeit ist ein Problem in Robert Mugabes Simbabwe. In dem Gewirr aus Hütten jenseits der Touristenstadt an der Ausfallstraße, wo Makoni lebt, gibt es seit Wochen kein trinkbares Wasser mehr. "Die Leute vom Wasserwerk sagen, sie können wegen der ständigen Stromausfälle das Wasser nicht mehr ordentlich klären", weiß der 18-jährige Tamele, der seinen Nachnamen aus Angst vor Verfolgung nicht nennen will. Hat er denn Strom? "Nein, der war schon lange vor dem Wasser weg." Ein Freund von ihm hat sich kürzlich den Arm gebrochen und ging ins Krankenhaus. "Da haben sie ihn gleich wieder weggeschickt: Wer hier einen Gips will, muss Mull und Gips selber mitbringen." Einen Tag hat es Tamele gekostet, um das Nötigste aufzutreiben. Weil die Vorräte in den Apotheken aufgebraucht waren, brachte eine Bekannte Mullbinden von der anderen Seite der Viktoriafälle aus Sambia mit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neva Makoni und Tamele sind Ndebele, wie Morgan Tsvangirai, der Oppositionskandidat, der im fast 1.000 Kilometer entfernten Harare um die politische Macht kämpft. Internationale Beobachter und die meisten Simbabwer sind sich einig, dass Tsvangirai die Wahlen im März gewonnen hat und die "Stichwahl" Ende Juni, die der senile Präsident Mugabe nach einer massiven Einschüchterungskampagne allein bestritt, gegenstandslos ist. Doch Mugabe will die Macht nicht aufgeben, und Tsvangirai bleibt stur. Dass ausgerechnet Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, der als Verbündeter Mugabes gilt, zwischen den zerstrittenen Männern vermitteln kann, glaubt in dem Armenviertel am Stadtrand von Victoria Falls niemand. "Mugabe muss abtreten, sonst wird sich nichts ändern", ist Tamele wütend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ndebele haben es Mugabe nie verziehen, dass er kurz nach der Unabhängigkeit mit Militärgewalt einen Bürgerkrieg vor allem gegen die Ndebele und ihren politischen Führer, Joshua Nkomo, vorging. Mehr als 10.000 Ndebele wurden von einer in Nordkorea ausgebildeten Elitetruppe brutal getötet. Vor den juristischen Folgen dieses Massenmordes zittern heute noch Mugabegetreue in Politik und Militär. "Das ist der Grund, warum sie nicht nachgeben werden", gibt sich Makoni resigniert. "Sie werden Tsvangirai kaltstellen, und dann geht es weiter bergab."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Niedergang der einstigen Vorzeigeökonomie Simbabwe, wo die Inflation in diesem Jahr auf mehr als 11 Millionen Prozent geschätzt wird, ist in Victoria Falls auch deshalb so deutlich zu sehen, weil es sich um eine Kunststadt handelt, gebaut für die fehlenden Touristen. 300.000 Übernachtungsgäste zählte Victoria Falls noch 1995. Weil Investoren damals immer mehr neue Hotels bauen wollten, warnten Naturschützer vor schweren Folgen für die Umwelt, sollte sich die jährliche Besucherzahl wie prognostiziert bis 2005 auf fast eine Million erhöhen. Das Hotel Kingdom ist eines der letzten Auswüchse des damaligen Booms: ein monströser Koloss, angeblich der antiken Ruinenstadt Simbabwe nachempfunden. An deren Untergang wird man unweigerlich erinnert, wenn man mit lautem Echo durch die hohen, leeren Hallen in das zentrale Atrium läuft, eine von geschlossenen Restaurants umfriedete Ansammlung von Spielautomaten, die gespenstisch im Halbdunkel leuchten. Wo sind die Gäste? "Das sind Sie", strahlt der verloren wirkende Portier glücklich. "Sie sind derzeit der Einzige hier."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer heute überhaupt noch nach Victoria Falls kommt, der übernachtet in Sambia und kommt über die Stahlbrücke, die den unteren Sambesi überquert und beide Staaten verbindet. Ab zehn Uhr früh stürzen sich immer wieder Menschen von der Brücke in die Tiefe. Nicht aus Verzweiflung oder Not, sondern weil sie dafür bezahlt haben: Bungee-Jumping gehört zu den Attraktionen, mit denen sambische Reiseveranstalter vor allem junge Reisende nach Livingstone, dem sambischen Gegenstück zu Victoria Falls, locken. Auch Rafting, Paragliding und Abseilen gehören zu den Rennern. Mit dem Angebot rund ums Adrenalin haben die Sambier aus der Not eine Tugend gemacht. Zusammen mit der Simbabwekrise hat das in der einst verschlafenen Provinzstadt zu einem Bauboom geführt, der Victoria Falls alt aussehen lässt. Wer dennoch nach Simbabwe fährt, um die Fälle zu sehen, tut dies meist ein bisschen ängstlich. "Glaubst du, die lassen uns wirklich wieder raus?", fragt eine österreichische Urlauberin leise ihren Mann, während sie ein Einreiseformular ausfüllt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Sorgen haben die Simbabwer nicht, die jeden Morgen bei Sonnenaufgang den Weg über die Brücke bis zum ersten sambischen Spar-Supermarkt zurücklegen, zehn Kilometer von der Grenze entfernt. "Um sieben Uhr früh stehen bei uns schon Hunderte Schlange, die Brot kaufen wollen", stöhnt eine der Kassiererinnen, die gerade wieder eine Einkaufswagenladung Toastbrot durchzählt. 40 Stück hat John, einer der Händler, für etwa 50 Euro-Cent pro Stück gekauft. Das Geld zieht er vorsichtig aus seiner linken Socke. Vor der Tür packt er das Brot in große Kartons, dann stellt er sich zu den Simbabwern, die auf der anderen Seite des Parkplatzes auf ein Sammeltaxi warten. In Victoria Falls verkauft John das Brot - für 3 Euro pro Stück. "Ich zahle für das Brot und die Taxifahrt, und die Zöllner wollen natürlich auch Geld sehen." Weil es simbabwisches Brot schon seit Wochen kaum noch gibt, kauft es dennoch jeder, der es sich irgendwie leisten kann. Das Gleiche gilt für Zucker oder Maismehl, das in 25-Kilo-Säcken auf dem Kopf über die Grenze getragen wird. Der kleine Grenzverkehr gehört zu den Absurditäten in Mugabes Simbabwe: Er ist eigentlich verboten, aber jeder toleriert ihn, weil sonst alle hungern würden. Bis ins 500 Kilometer entfernte Bulawayo, Simbabwes zweitgrößte Stadt, und sogar nach Harare reichen die Wege der Kleinhändler, von denen kaum einer mehr als 20 Euro Startkapital hat. Wenn die Sonne rot glühend untergeht über den Viktoriafällen, verstauen sie säckeweise sambische Lebensmittel in den Nachtzug, der ins Landesinnere fährt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 12.9.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1573297426360201081?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1573297426360201081'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1573297426360201081'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/09/weltwunder-in-der-krise.html' title='Weltwunder in der Krise'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCJIW8vCyI/AAAAAAAAAS0/Kx6U0k1howc/s72-c/simbabwe.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8663724081098044817</id><published>2008-09-08T20:41:00.001+03:00</published><updated>2008-11-04T20:43:09.127+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Süßer Tod</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCJmFyXcBI/AAAAAAAAAS8/lMkP5UJFGUc/s1600-h/tanadelta.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 213px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCJmFyXcBI/AAAAAAAAAS8/lMkP5UJFGUc/s320/tanadelta.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264859251877572626" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Sonne den Nebel vertreibt, der am frühen Morgen den Fluss Tana bedeckt, verwandeln sich die Schatten am Ufer in Krokodile. In Gruppen von zehn oder mehr liegen die gelb-grünen Kolosse dort, wo die sumpfige Grasebene auf den Fluss trifft. Ihre scheinbare Behäbigkeit täuscht. Wenn ein unachtsamer Schlag mit dem Ruder die Stille durchbricht, rutschen selbst die wuchtigsten binnen Sekunden den leichten Abhang hinunter und tauchen platschend ins Wasser ein. "Da drüben, ein Mangroven-Eisvogel", lenkt Kazungu den Blick auf rostrot und blau leuchtendes Gefieder in einem Busch. Kazungu ist Führer in der Wildnis von Kenias Küste im Nordosten des Landes. Wer den italienisch dominierten Badeort Malindi mit dem Geländewagen verlässt und immer weiter Richtung Somalia fährt, der landet nach drei Stunden auf holprigen Feldwegen hier im Delta des Tana, der 800 Kilometer weiter westlich im Hochland entspringt und hier in den Indischen Ozean mündet. Viele sind es nicht, die sich hierher verirren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Bis vor ein paar Jahren haben die Shifta, somalische Banditen, immer wieder Raubzüge ins Delta hinein veranstaltet", weiß Kazungu, der seit 27 Jahren auf dem Fluss und seinen hunderten Nebenarmen zu Hause ist. Geboren ist der knapp 50-Jährige in Malindi, doch dorthin kehrt er nur zurück, um Benzin oder andere Zivilisationsgüter zu kaufen. "Ich brauche die Natur, die Stille, die Tiere hier draußen." Über den Fluss schwebt ein violetter Reiher, auf Baumstümpfen sitzen riesige Fischadler, auf einer Sandbank hat sich eine Gruppe von Nilpferden versammelt. "Wenn die Shifta-Überfälle etwas Gutes hatten, dann, dass es hier immer noch so aussieht wie vor Jahrzehnten", flüstert Kazungu, während er vorsichtig die Nilpferde umkreist. Doch mit dem Frieden im Tana-Delta könnte es schon bald vorbei sein. Denn wenn es nach dem Willen von Kenias größtem Zuckerproduzenten Mumias geht, werden die Moore und Feuchtwiesen in kurzer Zeit unter einer 20.000 Hektar großen Zuckerrohrplantage verschwunden sein - einer Fläche von der Größe Hannovers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Der Großteil der Ernte soll in Bioethanol verwandelt und als Treibstoff nach Europa verkauft werden", weiß Serah Munguti von der Umweltorganisation Nature Kenya. Die dazu nötige Fabrik soll gleich neben den Plantagen errichtet werden. Der aus dem Westen Kenias stammende Zuckerproduzent, der zu dem Projekt eisern schweigt, rechnet mit einem Riesengeschäft: Auch weil der Preis für Rohöl unaufhörlich steigt, prognostiziert Mumias in seinem Projektantrag einen jährlichen Gewinn von mindestens 1,2 Milliarden kenianischen Schillingen (umgerechnet 12 Millionen Euro). Solche Gewinne, sagt Munguti, sind nur realisierbar, weil die wahren Kosten für das Projekt nicht eingerechnet sind. "Mumias will gut ein Drittel des Flusswassers im Delta umleiten, um die Plantagen zu bewässern, mit katastrophalen Folgen für Natur und Bevölkerung." Weite Teile des Deltas würden trockenfallen, Habitate für bedrohte Tier- und Vogelarten verschwinden. Bauern, die ihre Felder nur mit Flusswasser bewirtschaften, säßen auf dem Trockenen. Mit Pestiziden getränkte Abwässer von den Feldern sollen zudem ungeklärt in den Fluss und damit in den Indischen Ozean eingeleitet werden, wo die vorherrschenden Strömungen das Gift gleichmäßig an den Badestränden Kenias verteilen würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Munguti und ihre Kollegen haben deshalb bereits eine Gegenrechnung aufgemacht: Die Gewinne aus Landwirtschaft, Viehwirtschaft und der Entwicklung von Ökotourismus in dem bedeutenden Vogeldurchzugsgebiet würden das Dreifache dessen einbringen, was Mumias verspricht. Doch weder Mumias, eins von Kenias größten Unternehmen mit einem Marktwert von fast 300 Millionen Euro, noch die Regierung in Nairobi hat sich bisher zu den Briefen geäußert, die die Umweltschützer seit Monaten schreiben. Selbst die im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung erhobenen Kritikpunkte sind bis heute unbeantwortet. Im Juni gab Kenias Umweltbehörde dennoch grünes Licht - nach einer dreimonatigen "Prüfung", von der Munguti sagt, dass ihr Ergebnis unrechtmäßig ist. "Wir haben gegen die Entscheidung geklagt, und wir gehen davon aus, dass wir Recht bekommen werden." Doch sicher kann man sich dessen in Kenia nicht sein. Der Spruch "Warum einen Rechtsanwalt bezahlen, wenn man den Richter kaufen kann" hat nicht umsonst bis heute Gültigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch nicht alle im Delta sind gegen das Projekt. Der Nordosten Kenias gilt als vergessener Landstrich. Seit Jahrzehnten sind hier nicht einmal die wenigen Straßen unterhalten worden. Wirtschaftshilfen flossen in die Heimatprovinzen der Präsidenten, das Hochland oder das Rift Valley, je nachdem. Dass sich jetzt diese Region zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit ein solches Großprojekt anbietet, begrüßt Ali Omar Buya ganz ausdrücklich. Der Ortsvorstehers von Shirigishu, einem Bauerndorf am Ufer eines mäandrierenden Nebenarms des Tana, wiederholt immer wieder seinen Wahlspruch: "Maendeleo, maendeleo, maendeleo", Entwicklung, Entwicklung, Entwicklung - im westlichen Sinne. Auf das Dach seiner mit Wellblech gedeckten Lehmhütte hat Buya eine Satellitenschüssel montiert, noch ist sie die einzige im Dorf. An den beiden Kiosks, vor denen Jugendliche in Jeans und T-Shirt herumhängen, dröhnt die Rap-Musik eines lokalen Radiosenders aus scheppernden Lautsprechern. "Wir sind ein Dorf voller Arbeitslosen", beschreibt Buya die Lage. "Mumias hat uns Jobs versprochen, einen Job für jeden Mann im Dorf, und das ist es, was wir brauchen." Landwirtschaft und Handel, von jeher die Lebensgrundlage der sesshaften Pokomo-Volksgruppe, reichten nicht aus, um dem Dorf den verdienten Lebensstil zu sichern. "Das machen wir weiterhin, aber wir brauchen mehr Einkommensmöglichkeiten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für kenianische Verhältnisse ist das 1.000-Seelen-Dorf Shirigishu zumindest wohlhabend. Die vom Fluss bewässerten Reisfelder erwirtschaften ebenso gut verkäuflichen Überschuss wie die Felder für Mais, Bohnen und Spinat. Die in den vollen Korrals gehaltenen Ziegen sind fett und sehen gesund aus, und Fischer in ihren Kanus angeln genug Fische aus dem Tana, um den Tisch eines jeden Hungernden zu decken. Es gibt eine Schule und eine Krankenstation in Shirigishu. Doch nach westlicher Lesart sind die Bewohner arm: In den wenigsten Taschen klimpert Geld, und wenn, dann zu wenig. Das Zuckerrohr soll das ändern. "Natürlich wissen wir zwischen Worten und Taten zu unterscheiden", gibt sich der Dorfälteste Abdallah Moyo bedächtig. Die Mumias-Agenten seien im Dorf gewesen, hätten sich die Forderungen angehört und seien seitdem verschwunden. "Wir sind für das Projekt, aber nur, wenn auch wir tatsächlich profitieren."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Shirigishu bis nach Darga sind es zwei Stunden Gewaltmarsch durch den Sumpf. Doch wenn es um den geplanten Zuckerrohranbau geht, könnten die beiden Dörfer auch Lichtjahre voneinander entfernt sein. "Mumias will das Land, unser Land, und wir gehen leer aus", regt sich Rafu Bobo auf. Eingewickelt in einen karierten Kanga, dem traditionellen Bekleidungstuch an der Küste, sitzt er im Schatten der örtlichen Moschee auf einer Bastmatte. "Dieses Mumias-Volk ist vor ein paar Wochen in ein Nachbardorf gegangen, und die Bewohner haben sie einfach fortgejagt, so wie wir", grinst der zahnlose Alte. Beide Dörfer werden nicht von Pokomo, sondern von den Orma bewohnt, nomadischen Viehhirten, die vor Jahrhunderten aus Äthiopien ins Tanadelta gezogen sind. In Bobos Kultur dreht sich alles ums Rind. "Selbst wenn du Präsident von Kenia bist, Respekt haben wir nur, wenn du eine große Rinderherde besitzt", erklärt Mohammed Bocha, der Einzige im Dorf, der fließend Suaheli spricht. Früher wanderten die Orma mit Zelten durch das Delta, inzwischen sind sie halbsesshaft geworden. "Frauen, Kinder und Alte bleiben hier, während die jungen Männer mit den Herden durch das Delta ziehen." Überall am Tana sind sie zu sehen, die Herden, die nur wenige Meter von den Krokodilen entfernt Flusswasser saufen. Steht hier erst mal Zuckerrohr, ist es mit dem Tränken vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Orma steht fest: Sie sind die wahren Besitzer des Landes am Fluss Tana. "Wir haben gegen die Shifta um dieses Land gekämpft, mehr als 400 unserer Männer sind dabei getötet worden", erklärt Bobo. Dass jetzt irgendwelche Männer in einer fernen Stadt ihre hart erkämpften Weiden mit einem Federstrich verkauft haben sollen, kann der Dorfchef kaum glauben. Urkunden wechselten den Besitzer, doch wer die Rechte am "Trust Land" verkauft hat, Land, das der Staat im Auftrag der Bewohner verwaltet und nicht verkaufen darf, ist bis heute ein wohlgehütetes Geheimnis. "Damit ist der lokale Abgeordnete zum Millionär geworden", glaubt Bocha zu wissen, und unwahrscheinlich ist das nicht. Das Weideland, das den Orma als Ersatz angeboten wurde, ist von Tsetsefliegen verseucht, die die gefürchtete Malaria übertragen. In dem Millionengeschäft spielen die Nomaden, deren Lebensweise fast alle sesshaften Kenianer für primitiv und rückständig halten, keine Rolle. "Wer nicht in einem Auto fährt oder in einem festen Haus wohnt, mit dem wird nicht verhandelt", bilanziert Bocha. Doch geschlagen geben will er sich dennoch nicht. "Wir haben die Shifta besiegt, wir werden auch die Invasion mit Zuckerrohr verhindern."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 8.9.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8663724081098044817?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8663724081098044817'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8663724081098044817'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/09/ser-tod.html' title='Süßer Tod'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SRCJmFyXcBI/AAAAAAAAAS8/lMkP5UJFGUc/s72-c/tanadelta.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-907166522098877747</id><published>2008-06-29T22:59:00.005+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:54.202+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Südafrika'/><title type='text'>Baustelle Südafrika</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk8hwoP9vI/AAAAAAAAASM/KzgVT9tbkGQ/s1600-h/No1ACFgvVo9B.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk8hwoP9vI/AAAAAAAAASM/KzgVT9tbkGQ/s320/No1ACFgvVo9B.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5217768193972500210" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wenn am Sonntag in Wien die Euro 2008 zu Ende geht, sind es nicht einmal mehr zwei Jahre, bis am 11. Juni 2010 in Johannesburg der Anpfiff zur ersten Fußball-WM auf afrikanischem Boden gegeben wird. Mehr als 400.000 Besucher aus aller Welt werden zu dem einmonatigen Spektakel erwartet. "Die WM in Südafrika wird eine Feier afrikanischer Menschlichkeit ", verspricht Chef-Organisator Danny Jordaan. Doch ob Afrikas "Regenbogennation" dieses Versprechen halten kann, bezweifeln selbst im eigenen Land immer mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der 24-jährige Maurice aus Simbabwe etwa, der bis vor einigen Wochen am Stadtrand von Johannesburg gelebt hat, will nach den Pogromen gegen Ausländer im Mai so bald nicht wieder nach Südafrika zurück. "Sie haben mich verprügelt, sie haben mein Haus geplündert und alles zerstört, was ich besaß." Mehr als fünfzig Immigranten kamen in den Unruhen im Mai ums Leben, zehntausende wurden wie Maurice bis heute vertrieben. Dass Polizei und Politik wochenlang nicht in der Lage waren, den Ausschreitungen ein Ende zu machen, bedrückt WM-Organisator Jordaan besonders. "Unser Land ist aus vollkommen falschen Gründen in die Schlagzeilen geraten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich glaubt niemand, dass WM-Besucher in Südafrika Angst vor ausländerfeindlichen Übergriffen haben müssen. Doch hinter den Ausschreitungen steckt die riesige Schere zwischen arm und reich in Afrikas wohlhabendster Nation: Gut ein Drittel der Südafrikaner sind arbeitslos. Die Masse der ungelernten Arbeiter, die für vielleicht 250 Franken im Monat arbeitet, kann die steigenden Preise für Lebensmittel und Unterkunft kaum noch bezahlen. Auf dem Land kommt dazu, dass die versprochene Umverteilung von Land an schwarze Farmer bislang nicht stattgefunden hat. Kein Wunder, dass Kriminalität in Südafrika boomt. Mehr als 50 Morde pro Tag registrierte Südafrikas Polizei im vergangenen Jahr. "Die hohe Kriminalitätsrate droht Besucher davon abhalten, zur WM zu kommen", warnte kürzlich Tourismusminister Marthinus van Schalkwyk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfang Juni gingen in Pretoria zehntausend Demonstranten gegen die wachsende Kriminalität auf die Straße. "Die neunjährige Tochter eines Freundes wurde vergewaltigt und dann ermordet, da musste ich etwas unternehmen", erklärt der Organisator Desmond Dube. Auch der Vorsitzende des südafrikanischen Fußballbundes, Raymond Hack, wurde vor einem Jahr Opfer eines Raubüberfalls. Doch Südafrikas Polizei glaubt, gewappnet zu sein: "Die meisten Morde geschehen in den Townships, Touristen sind sicher", so ein Sprecher. 30.000 neu eingestellte Polizisten sollen WM-Besucher schützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kriminalität ist nur eines der Probleme, die Südafrikas Regierung bis 2010 bewältigen muss. Da sind die zehn Stadien, fünf davon Neubauten. "Alle Stadien werden bis Januar 2009 fertig sein", verspricht zwar der zuständige Vize-Finanzminister Jabu Moleketi. Doch Streiks auf den Baustellen und juristische Streitereien haben zu Verzögerungen geführt. "Mit den Stadien in Port Elizabeth und Kapstadt haben wir Probleme, das Zieldatum einzuhalten", gesteht Jordaan ein. Das vorgesehene Budget von umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Franken sei zudem schon überschritten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch schwerer vorherzusagen ist der Ausbau der für die WM nötigen Infrastruktur: In Bloemfontein etwa sind erst 6.500 der geplanten 20.000 Hotelzimmer verfügbar. Der Ausbau von Straßen und Flughäfen ist zwar im Gang, doch es fehlt immer noch an Bussen und Flugzeugen, um die Fußballfans durch das riesige Land zu transportieren. Ein Schnellzug, der die staugeplagten Straßen in Johannesburg entlasten soll, wird nach Plan erst 11 Tage vor WM-Beginn fertig - das ist mehr als knapp. Südafrikas Stromversorger hat unterdessen wegen fehlender Kraftwerke für die kommenden fünf Jahre großflächige Stromausfälle vorhergesagt. Im Januar hingen Touristen in der Seilbahn zu Kapstadts Tafelberg stundenlang in der Luft, weil der Strom weg war. Goldminen mussten ihren Betrieb einstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wenigstens Südafrikas größtes Potential ist intakt: Mit Herz und Begeisterung sind die Südafrikaner dabei, 85 Prozent glauben einer jüngsten Umfrage zufolge fest daran, dass ihre WM zu einem Riesenerfolg wird. "Für uns geht es um mehr als nur ein Sportevent, wir wollen ein neues Nationalbewusstsein schaffen", verspricht Jordaan einen Enthusiasmus, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Der Sonntag, 29.6.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-907166522098877747?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/907166522098877747'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/907166522098877747'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/baustelle-sdafrika.html' title='Baustelle Südafrika'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk8hwoP9vI/AAAAAAAAASM/KzgVT9tbkGQ/s72-c/No1ACFgvVo9B.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1223645086792333101</id><published>2008-06-26T22:56:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:54.441+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>König der Bettler</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk7EPLSNZI/AAAAAAAAASE/AWYvqsbfvPM/s1600-h/logo.png"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk7EPLSNZI/AAAAAAAAASE/AWYvqsbfvPM/s320/logo.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5217766587264808338" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Nach seiner Niederlage im März war Robert Mugabe schon abgemeldet, jetzt ist er zurück. Und wenn man seinen Anhängern glauben will, wird er bleiben: bis zum bitteren Ende. Porträt eines Mannes, der die Macht in Simbabwe seit 28 Jahren nicht abgeben will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Zum Lesen des kompletten Artikels auf die Überschrift klicken)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1223645086792333101?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.stern.de/politik/ausland/625251.html?nv=ct_mt' title='König der Bettler'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1223645086792333101'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1223645086792333101'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/knig-der-bettler.html' title='König der Bettler'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk7EPLSNZI/AAAAAAAAASE/AWYvqsbfvPM/s72-c/logo.png' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5342041606298819666</id><published>2008-06-26T22:45:00.006+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:54.726+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somaliland'/><title type='text'>Im Schlupfwinkel von Löwenohr</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk4pMdv_RI/AAAAAAAAARs/n7ip3jc7LVY/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk4pMdv_RI/AAAAAAAAARs/n7ip3jc7LVY/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5217763923657227538" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Jacht, die am Sonntag im Golf von Aden gekapert worden ist, dümpelt auch drei Tage später noch im seichten Wasser nahe der Küstenstadt Las Korey. Der Tank ist leer, weiß der Verwaltungschef der Region, Jama Dabeed, zu berichten. Seine Truppen, die zur Armee der halbautonomen Region Puntland im Norden Somalias gehören, haben das Schiff zwar gefunden, können es aber ohne Treibstoff nicht bergen. Deshalb bleibt die Jacht dort, wo die Entführer der Besatzung den Anker geworfen haben. Am Heck weht noch immer die deutsche Flagge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesseits des Ozeans erstreckt sich eine staubige, bergige Halbwüste. Die nomadische Bevölkerung der Gegend lebt von Kamelzucht und Fischerei, sonst gibt es wenig, auch keine wirksame Staatsgewalt. Doch man kennt sich hier, am östlichsten Punkt Afrikas, und deshalb weiß man auch, wer die Entführer sind. "Löwenohr" wird der Chef der Truppe genannt, und sein Großvater hat eine Farm in den Bergen, nicht weit von Las Korey entfernt. "Dort befinden sich die Entführten, ich habe sie gesehen und es geht ihnen gut", zitiert ein Radiosender in Puntlands Hauptstadt Garowe einen Ältesten aus der Region. Auch ein Sprecher der Entführer hat sich inzwischen gemeldet: "Die Ausländer sind in unsere Gewässer eingedrungen, wir wollen Steuern und Lösegeld." Ein Arzt soll unterwegs sein zu der Farm von Löwenohrs Opa, um die Gefangenen zu untersuchen. An Details zu den Entführern herrscht kein Mangel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Umso überraschender ist es, dass am Mittwoch immer noch unklar ist, wer genau auf dem Boot war. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte zwar, dass es sich um zwei Deutsche handelt. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass ein deutsches Kind an Bord der Jacht gewesen sei, sagte ein Sprecher. Er ließ offen, ob es Kontakt zu den Entführern gibt. Möglicherweise ist es tatsächlich das Ehepaar mittleren Alters aus Süddeutschland, von dem der lokale Verwaltungschef Dabeed spricht und das angeblich von Ägypten nach Thailand fahren wollte. Andere Offizielle aus der Region berichten, die Jacht sei aus dem gegenüberliegenden Jemen gekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer auch immer sich am Sonntag an Bord der Jacht befand, war offenbar zur falschen Zeit am falschen Ort. Fischer sollen das Schiff nahe der Küste entdeckt haben, womöglich, nachdem es wegen Treibstoffmangels manövrierunfähig geworden war. Sie alarmierten Löwenohr, der mit ein paar Kumpanen und Kalaschnikows das Boot einnahm. Es handelte sich wohl nicht um organisierte Piraterie, wie sie vor Somalias Ostküste fast täglich vorkommt. "Da hat jemand eine Gelegenheit ausgenutzt", meint ein Kenner der örtlichen Zustände.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kompliziert ist die Lage auch deshalb, weil rund um Las Korey immer wieder gekämpft wird. Die ölreiche Maakhir-Region hat im vergangenen Jahr ihre Unabhängigkeit erklärt, was den Präsidenten von Puntland auf den Plan rief. Adde, wie Mohammed Musa Hersi genannt wird, hatte nämlich bereits lukrative Förderlizenzen an einen australischen Konzern verkauft. Unterstützt werden die Separatisten in Maakhir von Truppen aus dem weiter westlich gelegenen Somaliland, das sich 1991 einseitig von Somalia lossagte und seitdem - für somalische Verhältnisse - als eine Art Musterländle galt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil die Zuständigkeiten dermaßen unklar sind, stehen jetzt zwei Trupps am Fuß der Bergkette, um die Geiseln zur Not mit Gewalt zu befreien, berichten Dorfälteste. Anfang des Jahres war es der somaliländischen Armee gelungen, auf diese Weise den deutschen Entwicklungshelfer Daniel Bronkel zu befreien, der nicht einmal 50 Kilometer von Las Korey entfernt von Entführern aus seinem Auto gezerrt worden war. 24 Stunden später war er wieder frei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum die Jacht überhaupt in den Küstengewässern vor Somalia unterwegs war, dürfte sich erst klären, wenn die Geiseln wieder frei sind. Die Vereinten Nationen nennen den Golf von Aden, der vom Indischen Ozean ins Rote Meer führt, die gefährlichste Wasserstraße der Welt. Der empfohlene Mindestabstand zur Küste beträgt 200 Kilometer - überall sonst sind es nur 50. Der Grund: Es gibt keine Regierung, keine Küstenwache, keine Polizei in Somalia, niemanden, der Piraten ihr Geschäft vermiesen könnte. Erst am Mittwoch ließen Entführer ein holländisches Schiff frei, dass sie vor einem Monat entführt hatten - für fast eine Million Euro Lösegeld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Katastrophal ist das", verurteilte Puntlands machtloser Sicherheitsminister Jama Hersi Farah die Entscheidung des Reeders zu zahlen. "Puntland wird niemals irgendjemandem Lösegeld zahlen." Auch ein deutsches Schiff, die Lehmann Timber, ist seit einem Monat in der Hand von Entführern. Die Verhandlungen gestalten sich schwierig, beklagt sich die ukrainische Regierung, die sich um die Freilassung der osteuropäischen Crew bemüht. Angeblich sind einige Matrosen erkrankt, Eile ist geboten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 26.6.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5342041606298819666?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5342041606298819666'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5342041606298819666'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/im-schlupfwinkel-von-lwenohr.html' title='Im Schlupfwinkel von Löwenohr'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk4pMdv_RI/AAAAAAAAARs/n7ip3jc7LVY/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4580240131272814792</id><published>2008-06-25T22:53:00.016+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:54.978+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Schmierstoff aus München</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk6WmUKIbI/AAAAAAAAAR8/PP7prNRLQ34/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk6WmUKIbI/AAAAAAAAAR8/PP7prNRLQ34/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5217765803202060722" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Jugendmilizionäre, die in Simbabwe im Auftrag von Präsident Robert Mugabe Angst und Schrecken verbreiten, gehören zu den wenigen, die in dem bankrotten Land noch bezahlt werden. Für Massenvertreibungen und Einsatz in Folterlagern bekommen sie Geld, das aus Deutschland stammt: Das Münchner Unternehmen Giesecke und Devrient liefert unablässig frisches Spezialpapier für Banknoten nach Simbabwe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Noch vor zwei Wochen ist ein Flugzeug in Harare gelandet, das mehr als 400.000 Bögen Spezialpapier von Giesecke und Devrient für Banknoten an Bord hatte", weiß ein simbabwischer Journalist. Dass Mugabes Geld aus Deutschland kommt, ist in Simbabwe hinter vorgehaltener Hand weithin bekannt. Zwei Angestellte der Zentralbank bestätigen, dass die Lieferungen einmal wöchentlich aus Johannesburg kommen. Das können sie mit Eingangsquittungen belegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lieferungen, so bezeugen die Angestellten der Zentralbank, kommen über Johannesburg. Mit South African Airways, einer international renommierten Fluglinie für Werttransporte, braucht das auf Frachtlisten nur als "VAL" (Valuable für Wertgegenstand) ausgewiesene Spezialpapier nicht mehr als 13 Stunden, bis es von München über die südafrikanische Metropole in Harare landet. Die mit Wasserzeichen und Sicherheitsstreifen ausgestatteten Papierbögen werden vom Flugfeld im Polizeikonvoi zur Staatsdruckerei am Rand der simbabwischen Hauptstadt gebracht. Dort wird aus dem Papier per Aufdruck von immer mehr Nullen Geld gemacht - oder das, was man in Simbabwe Geld nennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn Simbabwe ist ein Land mit einer wertlosen Währung. Die Inflation wird auf zwei Millionen Prozent geschätzt, die Zentralbank   hat   gerade   den     75-Milliarden-Schein eingeführt. Noch  vor  drei  Monaten  waren  10-Millionen-Scheine im Umlauf. 75 Milliarden Simbabwe-Dollar sind auf dem Schwarzmarkt etwa vier Euro wert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Gorden Moyo von der oppositionsnahen Organisation "Bulawayo Agenda" ist das Geld aus Deutschland Mugabes wichtigste Waffe. "Ohne die ständigen Lieferungen aus München wäre die Terrorkampagne längst zusammengebrochen," sagt er. Denn das frisch gedruckte Geld ist Schmiergeld für die Regimetreuen und Kapital für das Regime. Angestellte der Zentralbank tragen die frisch gedruckten Scheine auf den Schwarzmarkt, um damit Dollar und Euro zu kaufen. "Damit schmiert die Regierung weitere Anhänger und kauft Waffen oder Munition."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der stete Geldfluss ermöglicht es den Mächtigen zudem, ansonsten unerschwingliche Luxusgüter auf Kosten der Staatskasse zu kaufen. Denn Simbabwe hat drei verschiedene Wechselkurse. Auf dem Schwarzmarkt ist ein US-Dollar 12 Milliarden Zim-Dollar wert und ein Euro 18 Milliarden. Den Schwarzmarkt nutzen Normalbürger, beispielsweise um Studiengebühren für ihre Kinder im Ausland oder nur im Ausland erhältliche Medikamente bezahlen zu können, oder für Visagebühren zur Ausreise in die USA, nach Großbritannien oder Südafrika. Simbabwische Unternehmen, die Devisen für Auslandsgeschäfte brauchen, können einen etwas günstigeren Interbankkurs benutzen, aber hier werden die Devisen von der Zentralbank zugeteilt, so dass viele Geschäftsleute doch auf den Schwarzmarkt angewiesen sind. Und schließlich gibt es einen komplett surrealen staatlich festgesetzten Wechselkurs, demzufolge ein US-Dollar 30.000 Zim-Dollar wert ist und ein Euro etwa 50.000 Zim-Dollar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser "offizielle" Kurs ist es, der Simbabwes Elite ein flottes Leben ermöglicht. Wer als Einreisender nach Simbabwe zu diesem Kurs die einheimische Währung  erwirbt,  müsste  für  den Gegenwert eines Brotes (derzeit 3,5 Milliarden Zim-Dollar) 70.000 Euro hinblättern. Umgekehrt ist der 75-Milliarden-Schein - auf dem Schwarzmarkt knapp vier Euro - nach diesem Wechselkurs 1,5 Millionen Euro wert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So konnte vor wenigen Monaten ein hoher Politiker, der zu den wenigen gehört, die Zim-Dollar zum "offiziellen" Kurs tauschen dürfen, eine 100.000 Euro teure Luxuskarosse für weniger als ein Zehntel Euro-Cent erwerben, weil er in Zim-Dollar zum "offiziellen" Kurs zahlte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstredend stehen solche Geschäfte nur denjenigen offen, die als unverzichtbare Stützen des Regimes gelten. Regierungsangehörige und die Präsidentenfamilie nutzen diesen Wechselkurs auf Auslandsreisen. Die Differenz zwischen den Wechselkursen übernimmt die Zentralbank.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass durch solche Machenschaften die Inflation weiter angeheizt wird, stört die Herrschenden nicht. Ist das Geld nichts mehr wert, wird das Papier aus München einfach mit noch mehr Ziffern bedruckt. Die Ersparnisse der meisten Simbabwer sind derweil schon lange wertlos geworden. Kein Wunder, dass Giesecke und Devrient (Jahresumsatz 2007: 1,5 Milliarden Euro) sich von Mugabe in Devisen bezahlen lässt. 500.000 Euro sollen pro Lieferung fließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Giesecke und Devrient will die Lieferungen weder bestätigen noch dementieren. "Mit der Produktion von Banknoten nehmen wir eine hoheitliche Aufgabe wahr und dürfen zu einzelnen Kundenbeziehungen keine Stellung nehmen", erklärt Unternehmenssprecher Heiko Witzke. "Customer Intimacy" nennt das die PR-Abteilung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anrüchig mag der Mugabe-Deal sein, illegal ist er nicht. "Es gibt keine europäischen Handelssanktionen gegen Simbabwe", erklärt der zuständige EU-Sprecher François Head. Einzig Waffen dürfen europäische Unternehmen nicht nach Simbabwe liefern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch eigentlich müsste die Führung von Giesecke und Devrient die Geschäfte mit Mugabe von sich aus einstellen, jedenfalls dann, wenn sie den hauseigenen "Verhaltenskodex" (laut Vorwort der "ethische Handlungsrahmen" des Unternehmens) ernst nimmt. Darin heißt es gleich zu Beginn unter der Überschrift "Menschenrechte": "Wir achten die persönliche Würde ... und die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen." Dass die Geldlieferungen für Mugabe dem entgegenstehen, scheint offensichtlich. Doch Unternehmenssprecher Witzke sieht das anders: "Wir halten uns an die Bewertung der Völkergemeinschaft und alle Vorgaben und Regeln, die es von nationaler und internationaler Seite gibt." Soll heißen: Ohne Handelssanktionen wird weiter deutsches Geld für Mugabe fließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 25.6.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4580240131272814792?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4580240131272814792'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4580240131272814792'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/schmierstoff-aus-mnchen.html' title='Schmierstoff aus München'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk6WmUKIbI/AAAAAAAAAR8/PP7prNRLQ34/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1557237659020236509</id><published>2008-06-19T22:49:00.009+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:55.323+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Aequatorialguinea'/><title type='text'>Afrikas letzter Söldner</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk5kXvJ7RI/AAAAAAAAAR0/f209nFnyM7g/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk5kXvJ7RI/AAAAAAAAAR0/f209nFnyM7g/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5217764940295302418" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Als Simon Mann am 7. März 2004 auf dem Flughafen von Harare verhaftet wurde, befand er sich gerade auf dem Weg, um mit 70 erfahrenen Exsoldaten einen afrikanischen Zwergstaat zu übernehmen. Doch daraus wurde nichts. Heute muss sich der 55-jährige Südafrikaner, der in Großbritannien geboren wurde, vor dem höchsten Gericht von Äquatorialguinea verantworten, jenem Land, das er hatte stürmen wollen. Der Vorwurf lautet auf Staatsverrat, Mann drohen 32 Jahre Haft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor er zum Söldnerchef wurde, durchlief der Sohn eines berühmten Cricketkapitäns und Erbe eines Brauereiimperiums praktisch alle Stationen der britischen Upperclass. Er besuchte Eton, College der Prinzen und Adligen, und die prestigeträchtige Militärakademie von Sandhurst. Mann kämpfte in der britischen Spezialeinheit SAS, zuletzt im Golfkrieg Anfang der 90er-Jahre. Da hatte er bereits sein erstes Unternehmen gegründet: "Executives Outcomes" kassierte für Söldnerbrigaden zum Schutz der Ölanlagen im Bürgerkriegsland Angola Millionen. Eine zweite Firma, "Sandline", versorgte Sierra Leones Armee im Bürgerkrieg Mitte der 90er-Jahre trotz Embargo mit Waffen und machte Schlagzeilen, als die gewaltsame Niederschlagung einer Rebellion in Papua-Neuguinea mit Festnahmen endete. Die Regierung wollte sich nicht mehr erinnern, Mann den Auftrag gegeben zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der globalen Schattenwelt käuflicher Armeen avancierte Mann zum Star, zu einem Söldner alter Schule, der im neuen Jahrtausend auszusterben droht. Seinen Auftraggebern erschien er deshalb wohl als der richtige Mann, um einen Putsch gegen den seit 29 Jahren in Äquatorialguinea regierenden Despoten Teodoro Obiang zu organisieren. Der Plan flog kurz vorher auf, als Manns Boeing 727 mit den Söldnern und tonnenweise Waffen an Bord am Flughafen von Harare gestürmt wurde. Mann, der die Tat inzwischen gestanden hat, bezeichnet sich selbst als Manager der Operation, die Architekten seien andere gewesen. Am ersten Prozesstag war das Gericht von Malabo von Soldaten umstellt, weil die Regierung fürchtet, die mutmaßlichen Hintermänner könnten Mann ermorden lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben der angeblichen Verwicklung von Spaniens Exministerpräsident José María Aznar und Südafrikas Geheimdienst ist die millionenteure Finanzierung der Operation am skandalumwittertsten. Prominentester Zuschussgeber ist Sir Mark Thatcher, Sohn der "eisernen Lady", der Mann einen Kampfhubschrauber finanzierte. Wenn Mann alle Hintermänner nennt, so ließ Obiang bereits durchblicken, könnte er mit einer Begnadigung rechnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 19.6.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1557237659020236509?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1557237659020236509'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1557237659020236509'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/afrikas-letzter-sldner.html' title='Afrikas letzter Söldner'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk5kXvJ7RI/AAAAAAAAAR0/f209nFnyM7g/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5295633538021247975</id><published>2008-06-14T23:09:00.003+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:55.643+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Goldener Start für Kenias Volksaktie</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk-H_Q-8QI/AAAAAAAAASU/dTXf6ozzHtY/s1600-h/logo_wr.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk-H_Q-8QI/AAAAAAAAASU/dTXf6ozzHtY/s320/logo_wr.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5217769950248104194" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Monatelang hat James Orengo am Essen gespart, Kneipenbesuche und Fahrten zu seiner Familie auf dem Land wurden gestrichen. Die Eltern gaben einen kleinen Zuschuss, der Arbeitgeber einen Kredit, dann hatte der Gärtner die 10.000 Kenianischen Schillinge, umgerechnet 100 Euro, zusammen, die er bei seiner Bank als Einlage für das Minimum von 2.000 Safaricom-Aktien einzahlte: "Das sind für mich fast zwei Monatseinkommen." Wie er, so machten es auch 840.000 andere: So hoch ist die Zahl der Kleinaktionäre, die jetzt ein Stückchen vom profitabelsten Unternehmen Ostafrikas besitzen. Der Mobilfunkriese hat im vergangenen Jahr mehr als 250 Millionen Euro Gewinn eingefahren. Kein Wunder, dass in Kenia eine Art Massenhysterie ausbrach, als die Regierung vor einigen Monaten ankündigte, ein Viertel des Unternehmens an die Börse zu bringen. Zum Schluss war die Aktie um mehr als 500 Prozent überzeichnet, einen solchen Ansturm hatte Kenias Aktienmarkt noch nie erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kenias Präsident Mwai Kibaki ließ es sich am Montag nicht nehmen, höchstpersönlich den Handel an Nairobis Börse zu eröffnen. Ihren Einstand feierte die neue Aktie mit satten Kursgewinnen: Am Mittag war jede Aktie schon 60 Prozent mehr wert als bei der Ausgabe. Nicht nur Orengo, der die Kursentwicklung über einen eigenes eingerichteten SMS-Service beobachtete, war erfreut: "Mir fällt ein Stein vom Herzen, zum Schluss war ich doch nicht mehr sicher, ob das klug angelegtes Geld war." Zeitungen hatten seit Wochen gewarnt, Spekulanten könnten mit Massenverkäufen den Wert der Aktie in den ersten Stunden in den Keller treiben. Das hätte Orengo hart getroffen, auch wenn er wegen der Überzeichnung - wie alle Kleinstanleger - statt der versprochenen 2.000 nur 420 Aktien abbekommen hat. Ab heute, so versprechen die Banken, wird Anlegern wie Orengo das zu viel gezahlte Kapital zurückgezahlt. Wegen der hohen Rückzahlungen, so warnte am Morgen Kenias Zentralbank, könnte in den kommenden Wochen Bargeld im Land knapp werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Staat ist eindeutig der große Gewinner dieses Börsengangs: Mit dem Verkauf seiner Aktienanteile macht Kenias Finanzminister mehr als 520 Millionen Euro Gewinn. An der Attraktivität der Aktie für die Anleger gibt es keinen Zweifel. Safaricom hat mehr als zehn Millionen Abonnenten, deutlich mehr als der einzige Rivale Celtel. Das Wachstumspotential ist dennoch groß, weil erst ein Drittel der 37 Millionen Kenianer ein Mobiltelefon besitzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch darüber können sich diejenigen nicht freuen, die im Zuge des Börsenansturms einen der Bankkredite in Anspruch nahmen, die überall offeriert wurden. Sie zahlen bereits seit zwei Monaten Zinsen für eine Summe, die sie größtenteils nicht in Aktien umsetzen konnten. Über die Rücküberweisung von vier Fünfteln der Einlage können sie sich nicht freuen, weil sie sich ohne die erhofften Kursgewinne die Rückzahlung des Kredits niemals leisten können werden. "Viele, die auf eine höhere Zuteilung spekuliert haben, werden pleite gehen", vermutet ein leitender Broker der Kenya Commercial Bank (KCB). Dazu kommt die seit Jahresanfang galoppierende Inflation, die jeden Gewinn zunichte zu machen droht: Im Mai lag die Rate bei 31,5 Prozent. "Die Regierung wird alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Inflationsrate wieder zu senken", versprach Kibaki am Montag. Doch welche Maßnahmen das sein könnten, ließ er offen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überschattet wird der Börsengang schließlich von einem Korruptionsskandal über die wahre Inhaberstruktur von Safaricom. Neben dem Staat und dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodacom sollen zwischen fünf und zehn Prozent der Aktien einer mysteriösen Firma namens "Mobitelea" mit Sitz auf Guernsey gehören, hinter der Oppositionspolitiker Funktionäre der alten Regierung von Präsident Kibaki vermuten. Jeder Versuch von Kenias Anti-Korruptionsbehörden, die Hintermänner von Mobitelea aufzudecken, ist bislang gescheitert. Aktivisten erklären, es gebe Widerstand "von ganz oben".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Wirtschaft regional Liechtenstein,&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5295633538021247975?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5295633538021247975'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5295633538021247975'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/goldener-start-fr-kenias-volksaktie.html' title='Goldener Start für Kenias Volksaktie'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SGk-H_Q-8QI/AAAAAAAAASU/dTXf6ozzHtY/s72-c/logo_wr.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8896637936580572921</id><published>2008-06-11T13:40:00.007+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:55.920+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Land des verlorenen Glaubens</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-swZl_KUI/AAAAAAAAARM/gmElqHUzQGM/s1600-h/kipkelion.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-swZl_KUI/AAAAAAAAARM/gmElqHUzQGM/s320/kipkelion.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5210573241394866498" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Stille im Kloster von Kipkelion ist absolut. Auf dem Berggipfel über den Teeplantagen, die weite Teile des kenianischen Rift Valleys bedecken, schluckt der dichte Wald jeden Ton von der nur wenige Meter entfernten Hauptstraße. Das vor mehr als fünfzig Jahren aus massivem Granit erbaute Refugium des Zisterzienserordens ragt wie ein Mahnmal in den von schwarzen Wolken durchzogenen Himmel. Wenn dieses Kloster ein Ort des Friedens ist, dann ist es ein trügerischer Frieden. So wie im Rest des Rift Valleys, das nach den Wahlen im Dezember die schlimmsten Massaker erlebt hat, ist auch in Kipkelion nie wieder Normalität eingekehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pater Stefano Rwegarulira, der das Kloster "Unsere Mutter Gottes von Victoria" leitet, liest jeden Tag die Zeitungen aus dem 200 Kilometer entfernten Nairobi. Auf einem Tisch liegen die meiste einen Tag alten Ausgaben vor dem kargen Speisesaal, in dem die zwölf verbliebenen Mönche schweigend ihre Mahlzeiten einnehmen. "Ich lese von der großen Koalitionsregierung und den Aufrufen der Politiker zum Ende des Hasses, aber hier hat sich nichts geändert." Seit drei Monaten regieren in Kenia fast 100 Minister beider politischer Lager gemeinsam. An diesem Mittwoch wird nicht weit vom Kloster entfernt wieder gewählt, es ist die Nachwahl für einen Abgeordneten, der während der Unruhen erschossen wurde. Opposition und Regierung, die jetzt in einem Boot sitzen, beschwören in diesem Wahlkampf unisono die Rückkehr der Einheit des Landes. Doch das, glaubt der Tansanier Rwegarulira, wird nicht klappen. "Die Wurzeln des Hasses zwischen den Ethnien hier gehen viel tiefer als der politische Konflikt, da spielt vor allem der Kampf um das knappe Land eine Rolle." Die Mehrheitsethnie der Kalenjin erhebt Anspruch auf die fruchtbaren Felder, auf denen nach der Unabhängigkeit Kenias 1963 Kikuyu aus dem Hochland, Luhya aus dem Westen oder Luo vom Viktoriasee angesiedelt wurden. Manche haben das Land von weißen Siedlern gekauft, andere bekamen es von Kenias erster Regierung zugewiesen. Im Januar eskalierte die schon seit Jahren angespannte Lage in Pogromen. Tausende Nichtkalenjin wurden von im Wahlkampf aufgehetzten ethnischen Milizen vertrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie flohen in die wenigen Orte, die ihnen sicher erschienen; Orte wie das Kloster von Kipkelion. "Es war am helllichten Tag, die Leute kamen aus allen Richtungen angerannt und sind auf unseren Hof geströmt", erinnert sich der Zisterzienser Rwegarulira. "Sie sind aus ihren Häusern getrieben worden, von jugendlichen Kalenjin, die mit Macheten bewaffnet waren. Dann wurden die Häuser angezündet, die meisten konnten nichts retten außer ihrem Leben." Am Ende des Tages waren es 700 Vertriebene, die die Mönche notdürftig im Stall, im Lagerraum und in der Abtei unterbrachten. Kipkelion liegt auf mehr als 2.000 Meter Höhe, nachts ist es trotz der Nähe zum Äquator empfindlich kalt. Flackernde Lichtkegel in der wolkenverhangenen Nacht zeigten den Mönchen an, wo die Milizen ihre Lagerfeuer angezündet hatten: Das Klostergelände war umstellt. "Wir haben die Polizei angerufen, und Hilfsorganisationen, damit wir die Flüchtlinge irgendwie versorgen konnten." Das Kloster von Kipkelion ist gebaut wie eine Festung, die anrückenden Polizisten konnten das Gebäude deshalb leicht verteidigen. Doch aus demselben Grund brauchten die Hilfsorganisationen mehrere Tage, bis sie sich durch den Belagerungsring bis ins Kloster durchschlagen konnten, um Decken und Lebensmittel zu bringen. Und die Versorgung war nicht das einzige Problem. "Eine Woche, nachdem die Vertriebenen hier angekommen waren, erhielten wir Nachricht von einem befreundeten Kalenjin." Rwegaruliras Stimme zittert, wenn er von der darauffolgenden Nacht erzählt. "Wie in der Nachricht vorhergesagt, zündeten die Milizen ein Haus in unserer Nachbarschaft an, die Flammen schlugen hell in den Himmel." Der Brandanschlag sollte ein Ablenkungsmanöver sein. Nur weil sie gewarnt worden waren, blieben die Polizisten im Kloster und schlugen mit ihren Maschinengewehren Hunderte zurück, die aus drei Richtungen auf die Abtei zustürmten. "Hätten wir nichts gewusst, wir wären am nächsten Morgen alle tot gewesen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die steinerne Abtei, in der die Luft noch ein paar Grad kälter ist als draußen, steht inzwischen wieder leer. Die Sonne scheint durch die mit Marienbildern verzierten Fenster aus Buntglas auf den steinernen Boden, auf dem sich bis Mitte Mai jeden Abend hunderte Körper zusammenrollten. "Vor zwei Wochen hat die Polizei die letzten Flüchtlinge abgeholt, seitdem können wir hier auch nachts wieder beten." Die Vigil, das erste Stundengebet des strikten Ordens, findet um drei Uhr früh statt. Um den Flüchtlingen ein wenig Ruhe zu lassen, fiel es seit Januar aus. "Wir haben irgendwann Zelte bekommen, aber das wäre noch ungemütlicher gewesen für die Familien", erklärt Rwegarulira. Die Zisterzienser sind ein nach innen gekehrter Orden, die Mönche brechen ihr Schweigegelübde in der Regel nur einmal in der Woche, sonst herrscht Stille. Anders als andere Mönche missionieren sie nicht und pflegen auch sonst kaum Kontakt zur Außenwelt. Dass sie für die Vertriebenen von Kipkelion ihren Gebetskalender umgestellt haben, kommt in den dicken Mauern der Abtei einer kleinen Revolution gleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer vor zwei Wochen noch in der Abtei lag, lebt jetzt in den Zelten, die das Rote Kreuz ins Kloster brachte. Der Weg ins Lager von Murao führt über steinige Feldwege, eine halbe Stunde entlang brachliegender Maisfelder, auf denen noch die Überreste der letzten Ernte zu sehen sind. Wer will, kann in den Feldern lesen: Wo Tee und Mais in den vom derzeitigen Starkregen genährten Feldern stolz in die Höhe ragen, leben Kalenjin. Wo in diesem Jahr die Ernte ausfällt, lebt der Rest. "Meine Farm ist dort drüben, ein Hektar Land und ein einfaches Farmhaus, aber es ist alles niedergebrannt und ich traue mich nicht zurück", klagt Jackson Ogero, ein sechzigjähriger Vater von acht Kindern. Mit seiner Frau, zwei Kindern und drei Enkeln teilt er sich stattdessen eine Art Doppelzelthälfte aus durchscheinendem weißen Plastik, in dem sich der Wind fängt. In der anderen Hälfte, die eine Plastikplane abtrennt, leben seine erwachsenen Kinder samt Familie. Insgesamt sind 200 Menschen hier, diejenigen, die keinen anderen Ausweg hatten, sagt Ogero: "Meine Kinder sind hier geboren und meine Enkel auch, ich habe keine andere Heimat, in die ich zurückkehren könnte." Die anderen 500 aus dem Kloster von Kipkelion sind in "das Land ihrer Ahnen" zurückgekehrt, wie es verbrämt heißt: In die Regionen, wo ihre Ethnie die Mehrheit stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ogero ist niedergeschlagen. "Wir sitzen von morgens bis abends hier rum und können nichts tun. Rund um uns herum sind Felder, die wir bestellen könnten, aber wir haben keine Geräte und kein Saatgut und wissen nicht, ob wir überhaupt bleiben können." Von der Regierung, sagt Ogero, hat sich im vergangenen halben Jahr noch niemand gezeigt, nur der örtliche Landrat habe einmal vorbeigeschaut und sei dann schnell wieder gegangen. "Dabei haben die uns doch Hilfe beim Wiederaufbau versprochen, aber wir haben nichts bekommen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wiederaufbau ist ein Wort aus dem fernen Nairobi, ebenso wie Versöhnung. In Molo, Mau Summit und all den anderen Dörfern entlang des ostafrikanischen Highways, der Kenias Küste und Uganda verbindet, liegen die meisten Hotels und Geschäfte immer noch in Schutt und Asche. Die Inhaber, die meisten von ihnen Kikuyu, trauen sich nicht zurück. Niemand weiß, ob sie jemals wiederkommen werden. So lange ragen Betongerippe auf beiden Seiten der Straße auf. Wenn es nach Joel Korir geht, sollen die Vertriebenen bleiben, wo sie sind. "Ein Schweizer kann in Europa doch auch nicht einfach nach England ziehen und dort Land beanspruchen, und so ist es hier auch." Mit abschätzigem Blick sieht der Kalenjinfarmer auf das Zeltlager von Murao, das nicht weit von seinen Feldern entfernt aufgebaut ist. "Man kann nicht mit denen zusammenleben, die dir dein Eigentum nehmen. Es ist gut, wenn sie gehen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An Versöhnung glaubt auch Pater Stefano Rwegarulira nicht. "Die Kalenjin sehen uns immer noch als ihre Feinde, viele wollen das Land haben, auf dem unser Kloster steht", sagt er ruhig, während er in Leder gebundene Bibeln in eine Metallkiste packt. Die Bibliothek des Ordens ist schon halb leer geräumt, in wenigen Tagen kommen die Lastwagen. Nach fünfzig Jahren in Kipkelion zieht der Orden nach Uganda, "erst kommen wir als Flüchtlinge bei der katholischen Kirche unter, dann suchen wir einen Standort für ein neues Kloster." Rwegarulira fürchtet, dass die Menschen in Kipkelion bei einem neuen Pogrom keinen Zufluchtsort mehr hätten. Doch sein Urteil steht fest. "Eine Chance auf Frieden gibt es hier nicht - und man kann nicht in Ruhe beten, wenn man ständig darauf achten muss, dass man nicht von hinten erstochen wird."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 11.6.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8896637936580572921?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8896637936580572921'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8896637936580572921'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/land-des-verlorenen-glaubens.html' title='Land des verlorenen Glaubens'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-swZl_KUI/AAAAAAAAARM/gmElqHUzQGM/s72-c/kipkelion.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5147595237438468280</id><published>2008-06-09T14:36:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:56.223+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Uganda'/><title type='text'>Armee des Propheten im Vormarsch</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-8LQm9G3I/AAAAAAAAARk/aE6XM_EqjdU/s1600-h/DerStandard.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-8LQm9G3I/AAAAAAAAARk/aE6XM_EqjdU/s320/DerStandard.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5210590195513891698" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;In Gulu, der größten Stadt im Norden Ugandas, haben sie sich gerade erst an den Frieden gewöhnt, der seit knapp zwei Jahren Einzug gehalten hat. Die Geschäfte sind frisch gestrichen, vollbeladene Lastwagen queren die Stadt auf dem Weg von Ugandas Hauptstadt Kampala in Richtung Südsudan. In den Sammellagern, wo sich bis September 2006 in ganz Norduganda mehr als zwei Millionen Bewohner vor den brutalen Angriffen der "Widerstandsarmee des Herrn" (LRA) versteckt haben, stehen die meisten Rundhütten leer. Doch mit der Normalität könnte es schon bald wieder vorbei sein. Denn die LRA unter der Führung des selbsternannten Propheten Joseph Kony führt wieder Krieg, warnt der südsudanesi- sche Informationsminister Gabriel Changson Cheng.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Südsudan als neues Opfer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die LRA hat den neuen Krieg begonnen, und diesmal sind wir die ersten Opfer", so Cheng. Bei Angriffen auf die zwei südsudanesischen Garnisonsdörfer Nabanga und Yamba, die in einer entlegenen Region nahe der Grenze zum Kongo liegen, sollen am Donnerstag mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen sein. Die LRA, so Cheng, habe Nahrungsmittel und Waffen gestohlen und bereite sich auf neue Attacken vor. Die Bemühungen um einen Frieden seien damit vorbei. "Es wäre sinnlos für uns, weiterhin als Vermittler zwischen LRA und ugandischer Regierung tätig zu bleiben."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Südsudans Armee, die derzeit in der Grenzregion zum Nordsudan um Abyei in Kämpfe verwickelt ist, behalte es sich vor, gegen die LRA zurückzuschlagen. "Der Südsudan wird nicht zum Kriegsschauplatz für die LRA werden." Hilfsorganisationen berichten zudem, dass einzelne LRA-Kommandos vor Jahren angelegte unterirdische Waffenlager geplündert haben. Konys Truppen scheinen gerüstet wie seit Jahren nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Nordugandas Bevölkerung stirbt damit die Hoffnung, dass einer der längsten Bürgerkriege Afrikas vorbei sein könnte. Mehr als 20 Jahre schon massakriert Konys Lumpenarmee auf brutalste Weise ganze Dörfer. Besonders gefürchtet ist die LRA, weil sie in dieser Zeit zehntausende Kinder entführt hat, die zu Kindersoldaten oder Sexsklaven gemacht wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem regierungslosen Niemandsland zwischen dem Ostkongo, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan werden seit Monaten Angriffe nach gleichem Schema gemeldet. Während der auf 600 Kämpfer geschätzte Kern der LRA gut tausend neue Soldaten zwangsverpflichtete, verschob Kony unter fadenscheinigen Ausreden immer wieder die geplante Unterzeichnung eines seit 2006 verhandelten Friedensvertrags. Kony, der ebenso wie zwei seiner engsten Vertrauten vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht wird, zeigte sich praktisch nie in der Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Kony hat die Verhandlungszeit genutzt, um aufzurüsten und neue Soldaten zu entführen", erklärt Ugandas Armeesprecher Paddy Ankunda wütend. Jetzt will Ugandas Armee gegen den LRA-Stützpunkt im Norden des Virunga-Nationalparks im Ostkongo vorgehen, gemeinsam mit kongolesischen und UN-Truppen. "Auch die US-Armee unterstützt den Vorstoß." Doch ähnliche Versuche, den Konflikt militärisch zu lösen, blieben in der Vergangenheit erfolglos. Zu unkontrolliert ist der Osten Kongos, in dem auch zahlreiche andere Rebellengruppen operieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon ruft der katholische Erzbischof in Gulu, John Odama, LRA und Regierung auf, das Friedensabkommen zu unterzeichnen. "Wenn wir jetzt in den Krieg ziehen, ist alles bisher Erreichte verloren." Doch damit widerspricht er dem ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni, der in der Vorwoche in einer Staatsansprache den Friedensprozess für beendet erklärte. Auch die südsudanesischen Vermittler haben schon aufgegeben. Am Wochenende ließ Sprecher Cheng verlauten, nicht nur die LRA, auch Ugandas Regierung habe nie wirklich Interesse an den Verhandlungen gezeigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Der Standard, 9.6.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5147595237438468280?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5147595237438468280'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5147595237438468280'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/armee-des-propheten-im-vormarsch.html' title='Armee des Propheten im Vormarsch'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-8LQm9G3I/AAAAAAAAARk/aE6XM_EqjdU/s72-c/DerStandard.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7958561410443120011</id><published>2008-06-03T14:23:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:56.488+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sudan'/><title type='text'>Apokalypse in Abyei</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-3VjoLqbI/AAAAAAAAARU/czUC-veiQ7w/s1600-h/rumbek-hauptstrasse.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-3VjoLqbI/AAAAAAAAARU/czUC-veiQ7w/s320/rumbek-hauptstrasse.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5210584874859866546" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Vertriebenen von Abyei, die es nach Tagen im unwegsamen Busch bis in die Region südlich des Flusses Kiir geschafft haben, sind froh, mit dem Leben davongekommen zu sein. "Die Kämpfe haben so plötzlich begonnen, dass die Bewohner Hals über Kopf geflohen sind", sagt der Österreicher Andreas Papp. Der Mediziner ist für die Organisation Ärzte ohne Grenzen in der unwegsamen Region unterwegs, wo Zehntausende Vertriebene notdürftig untergekommen sind. Sie haben alles verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach drei Jahren brüchigen Friedens zwischen dem islamisch-arabischen Norden und dem afrikanischen Süden Sudans wird in der ölreichen Grenzregion nördlich des Kiir wieder gekämpft. Seit Mitte Mai liefern sich die 31. Brigade der sudanesischen Armee, unterstützt von arabischen Reitermilizen und Einheiten der Südsudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA/M) heftige Gefechte. Weite Teile der Stadt Abyei sind zerstört, der US-Sondergesandte für den Sudan, Richard Williamson, spricht von Weltuntergangsstimmung. "Es sieht aus wie die Apokalypse, ich habe nirgendwo Menschen gesehen." Fast alle Hütten in der einst lebendigen Marktstadt seien niedergebrannt, überall lägen Kleidungsstücke und andere Gegenstände verteilt. "Es gibt dort nichts als Zerstörung, ganze Wohnviertel sind verschwunden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der UN-Sicherheitsrat, seit Sonntag unter US-Vorsitz, reist in dieser Woche durch Afrika und will die Kämpfe von Abyei zum Thema machen. Viele befürchten, dass in Abyei bereits eine mit Darfur vergleichbare Krise begonnen hat. Die Zahl der Vertriebenen wird schon jetzt auf mindestens 60 000 geschätzt. Allein 24 000 drängen sich in Agok, einer kleinen Siedlung, wo es nur zwei feste Gebäude gibt und sonst 2 000 Menschen leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Geländewagen fahren Ärzte wie Andreas Papp von Agok aus in die umliegenden Dörfer. Wenn sich herumgesprochen hat, dass die Mediziner da sind, wagen sich auch die Ängstlichen nach und nach aus dem Busch. "Wir haben in den vergangenen Tagen gut 140 Verwundete mit Gefechtsverletzungen behandelt", sagt Papp. Am häufigsten aber diagnostiziert er Unterernährung sowie Augen- und Atemwegserkrankungen, die sich im feuchten Unterholz schnell ausbreiten. Papp hat schon in Darfur gearbeitet, dort sei es in gewisser Weise besser gewesen. "In Darfur gibt es Lager, die gut organisiert sind, hier ist alles noch in der Schwebe: Die Hilfe läuft erst an, uns fehlt der Überblick und oft auch das Material."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn SPLA/M-Generalsekretär Pagan Amum es ernst meint, dann ist das Friedensabkommen mit dem Norden bereits obsolet. "Sudan steht am Rande eines neuen Bürgerkriegs, die Soldaten aus dem Norden haben gezielt Angehörige der Dinka-Ngok-Ethnie vertrieben, das sind ethnische Säuberungen." Ähnlich wie in Darfur rüstet Khartum auch in der Grenzregion von Abyei schon seit langem arabische Milizen aus, um gegen die afrikanische Bevölkerung vorzugehen. Die Missiriya-Milizen, die sich mit den Dschandschawid in Darfur vergleichen lassen, waren gleich zur Stelle, um die ausgebrannten Überreste der Stadt zu plündern, sagt der US-Sondergesandte Williamson. "Es ist eine Schande."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Abyei und Umgebung, wo sich fast alle Ölvorkommen des Sudan befinden, steht für Sudans Präsident Omar Hassan el Baschir weit mehr auf dem Spiel als in Darfur. Per Referendum könnte sich die Bevölkerung einfach von Khartum lossagen: Die Ölquellen - derzeit von chinesischen Firmen ausgebeutet - wären verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beide Seiten stehen zudem unter extremem Druck nicht nachzugeben. Baschir muss nach dem Überraschungsangriff von Darfur-Rebellen auf Khartum Anfang Mai Härte zeigen, auch um Kritiker aus den eigenen Reihen zu besänftigen. Den Ex-Rebellen der SPLA/M kommt der Konflikt gelegen, weil sie im Süden wegen Korruption und Misswirtschaft immer mehr an Rückhalt verlieren. Drei Jahre nach dem formellen Ende des Krieges und trotz vieler Millionen Euro Hilfsgelder hat etwa die 200 000-Einwohnerstadt Rumbek noch immer keine asphaltierte Straße. Wasser gibt es nur an den weit verstreuten Handpumpen, Latrinen sind rar, an eine zentrale Stromversorgung ist nicht zu denken. Bombenkrater, die Angriffe sudanesischer Kampfjets überall hinterlassen haben, verwandeln die Wege bei jedem Regenguss in eine Seenlandschaft. Die Stadt im Herzland der Dinka, Südsudans größter Bevölkerungsgruppe, hat sich kaum entwickelt; auf dem Land sieht es noch viel schlimmer aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausländische Helfer machen für diese Lage die SPLA/M verantwortlich. "Wenn wir über Probleme diskutieren, ist von den zuständigen Behörden nie jemand dabei", sagt ein Arzt, der seit drei Jahren für eine Hilfsorganisation in Rumbek arbeitet. "Da gibt es dieses Missverständnis, wir wären dazu da, das Land aufzubauen, und die Regierung der Ex-Rebellen schaut einfach zu." Wenn die Behörden nicht zuschauen, greifen sie zu, und zwar kräftig. Mehrmals wöchentlich werden Autos der Hilfsorganisationen an Straßensperren durch die SPLA/M konfisziert. Manchmal werden sie wenig später irgendwo stehen gelassen, doch seit Beginn der Kämpfe in Abyei sind schon mehrere dieser Lastwagen, voll besetzt mit Soldaten, in Richtung Norden aufgebrochen. "Der Gouverneur hat die Hilfsorganisationen zwar mit einem Schreiben ausgestattet, das die Beschlagnahme von Autos verbietet", so der Arzt, "aber das hilft wenig, weil die meisten Soldaten an den Straßenblockaden nicht lesen können."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach zwanzig Jahren im Busch fehlt den meisten auch sonst jede Fähigkeit, im zivilen Alltag zu bestehen. Weil die Rebellen-Regierung den Soldaten seit Jahresanfang keinen Sold ausgezahlt hat, müssen die Besitzer der wenigen Cafés und Marktstände die Soldaten täglich umsonst verköstigen. Dass sich zudem die Zahl der Überfälle von Uniformierten auf Bewohner Rumbeks ständig erhöht, kontert der zuständige Offizier lässig: "Da haben sicher ein paar Leute Uniformen gestohlen, unsere Soldaten machen so was nicht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Niemand will die Armee beleidigen und einen Putsch riskieren. Denn der könnte fatale Folgen haben, weil die SPLA/M intern heillos zerstritten ist. Hinter den Kulissen eines gerade beendeten Parteitags, der in einer eigens errichteten Versammlungshalle für mehr als tausend Delegierte stattfand, wurde vor allem über die Frage der möglichen Unabhängigkeit heftig diskutiert. Während die Mehrheit der Bevölkerung einen selbstständigen Südsudan will, gibt es in der Partei viele, die sich nicht vom Norden lossagen wollen. Denn bis heute leben zwei Millionen geflüchtete Südsudanesen rund um Khartum; sie würden im Falle der Unabhängigkeit des Südens über Nacht zu Ausländern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch den Ausschlag zugunsten eines selbstständigen Südsudan, so glaubt ein SPLA/M-Delegierter aus Rumbek, werden letztlich die USA geben. "Dass private Firmen im Auftrag der US-Armee die ehemaligen Rebellen aufrüsten, weiß hier in Rumbek jeder." Auf einem umzäunten Gelände sitzt die zum Rüstungskonzern Lockheed Martin gehörende PAE Group. Auch die DynCorp untersteht der US-Armee. Vor zwei Jahren gab der DynCorp-Vizepräsident öffentlich bekannt, man werde aus den Guerillakämpfern eine professionelle Armee machen. Die Kämpfe in Abyei, so glaubt denn auch ein UN-Mann in Rumbek, seien erst der Anfang. "Egal wie schwach die SPLA/M sein mag: Die USA werden nicht zulassen, dass Khartum einen neuen Krieg für sich entscheidet."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Vertriebenen von Abyei ist das eine schlechte Nachricht. Denn eine Holding mit Sitz in New York wartet schon auf die Unabhängigkeit, sagt der SPLA/M-Delegierte. "Der Armeechef selbst unterstützt die Firma dabei, nach der Unabhängigkeit nicht weit von Abyei nach Öl zu bohren." Im Kampf um Sudans Ölquellen könnten die derzeitigen Gefechte in Abyei erst der Auftakt sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 3.6.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7958561410443120011?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7958561410443120011'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7958561410443120011'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/apokalypse-in-abyei.html' title='Apokalypse in Abyei'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-3VjoLqbI/AAAAAAAAARU/czUC-veiQ7w/s72-c/rumbek-hauptstrasse.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-3779527854253439856</id><published>2008-06-03T11:21:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:56.651+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Ein Mann mit Zukunft</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SEZRyruuiXI/AAAAAAAAAQ8/exwVboct6Xg/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SEZRyruuiXI/AAAAAAAAAQ8/exwVboct6Xg/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5207939950274578802" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Arthur Mutambaras Anhänger glauben, dass nur er Simbabwe in eine bessere Zukunft führen kann. Von Zukunft versteht der ehemalige Professor für Robotik, der auch schon für die US-Weltraumbehörde Nasa gearbeitet hat, immerhin so einiges. Doch jetzt muss der 42-Jährige sich erst mal um seine ganz private Zukunft kümmern. Denn Mutambara sitzt seit Sonntag in Haft, weil er Simbabwes Alleinherrscher Robert Mugabe beleidigt haben soll. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach gestern von einem Einschüchterungsversuch und forderte die Freilassung Mutambaras. Ihm wurde ein Artikel zum Verhängnis, in dem er Mugabes Regierung als "illegitim" verurteilt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die vergleichsweise sanfte Kritik passt zu Mutambaras Image. Mehr taktisch als konfrontativ nennen ihn seine Freunde, einen hundertprozentigen Pragmatiker seine Gegner. Vor drei Jahren hat sich Mutambara mit Morgan Tsvangirai, dem Chef der oppositionellen "Bewegung für demokratischen Wandel" überworfen und kurze Zeit später die Führung einer Abspaltung der Bewegung übernommen. Viele schlossen sich ihm deshalb an, weil sie einen Kompromiss zwischen den beiden lautstarken Autokraten an der Spitze von Regierung und Opposition suchten. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, selbst ein Pragmatiker, soll Mutambara seine Unterstützung auf dem Weg nach oben zugesagt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Wahlkampf wollte Mutambara, zuletzt Direktor des Afrikanischen Instituts für Wirtschaft und Technologie, es allen recht machen: Wir wollen Menschenrechte und ein Ende der Wirtschaftskrise sofort, griff er den seit der Unabhängigkeit regierenden Mugabe an. Doch zugleich warf er dem Westen vor, für die Wirtschaftskrise mit verantwortlich zu sein. Zudem dürfe Landpolitik nicht im Interesse weißer Farmer, sondern aller Simbabwer gemacht werden. Auch deshalb wurde Mutambara nie den Ruf los, ein Mann von Mugabes Gnaden zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch deshalb glauben manche, dass die Festnahme Mutambaras gerade noch rechtzeitig kam, um politisch relevant zu bleiben. Der ehemalige Studentenführer will vom erhofften Sieg Tsvangirais bei der Stichwahl Ende Juni profitieren. Einen Schritt ist Mutambara seinem ehemaligen Widersacher schon entgegen gekommen: Die zehn Abgeordneten seiner Partei, so kündigte Mutambara unlängst an, würden mit Tsvangirais Fraktion zusammenarbeiten. Der braucht die Stimmen, um im Parlament seine Mehrheit gegen Mugabe zu behaupten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch selbst wenn Mugabe, wie viele erwarten, die Wahl zu seinen Gunsten fälschen sollte - ohne Fälschung ist ein Sieg Mugabes unmöglich - wüsste Mutambara die Chance wohl zu nutzen. Gemeinsam mit seinem Mitstreiter Simba Makoni, der für Mutambaras Partei als Präsidentschaftskandidat antrat, könnte er eine "konstruktive" Opposition für sich in Anspruch nehmen - anders als Tsvangirai, der für Mugabe und seine Anhänger ein rotes Tuch ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwar will die Mehrheit der Wähler den Wandel, weshalb Pragmatiker in der schlimmsten politischen und wirtschaftlichen Krise in Simbabwes Geschichte nicht hoch im Kurs stehen. Doch auf lange Sicht könnte Mutambaras Strategie des Sowohl-als-auch sich auszahlen. Kein Wunder - mit Zukunft kennt der Mann sich schließlich aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 3.6.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-3779527854253439856?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3779527854253439856'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3779527854253439856'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/ein-mann-mit-zukunft.html' title='Ein Mann mit Zukunft'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SEZRyruuiXI/AAAAAAAAAQ8/exwVboct6Xg/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5200304973062457086</id><published>2008-06-03T02:48:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:56.896+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Ubare, Kamau und der Maispreis</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-4TVRP_jI/AAAAAAAAARc/M4jIRTD6nYU/s1600-h/mais.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-4TVRP_jI/AAAAAAAAARc/M4jIRTD6nYU/s320/mais.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5210585936157474354" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Aska Karubo Ubare steht zwischen den vollgestopften Regalen, die um sie herum aufragen. Aus den Lautsprechern tönt blechern Musik, die ab und zu von knisternden Durchsagen unterbrochen wird. Ubares Blick wandert unsicher von rechts nach links und wieder zurück, schließlich greift sie ein Paket Maismehl und packt es in den leeren Einkaufswagen. Sie zögert und greift erneut zu, bis sie vier Pakete hat. "Ich war noch nie in einem Supermarkt", erklärt die 42-jährige Kenianerin ihre Überwältigung. "Hier gibt es so viel, und alles in riesigen Mengen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Ubare heute bei Nakumatt Mega, einem der größten Shoppingzentren Kenias, einkaufen kann, hat sie der Hilfsorganisation Care zu verdanken. Nach den Unruhen Anfang dieses Jahres, bei denen mehr als tausend Kenianer ums Leben kamen, hat Care sechstausend Einkaufsgutscheine zu je 1.000 Schilling - etwa 10 Euro - für die bedürftigsten Bewohner von Kibera, dem größten Slum in der Hauptstadt Nairobi, gestiftet. Zu ihnen gehört Ubare zweifellos: Außer um ihre drei eigenen Kinder kümmert sich die HIV-positive Frau auch um zwei Waisen von Verwandten, die an Aids gestorben sind. Ihr Mann hat sich schon seit Jahren nicht mehr blicken lassen. Ubares Schneiderei wurde im Januar von Unbekannten angezündet und brannte aus, jetzt hält sich die ehemalige Kleinunternehmerin mit Gelegenheitsjobs über Wasser. An diesem Tag kauft sie außer Maismehl noch 3 Liter Sonnenblumenöl, 2 Kilo Zucker, ein Stück Seife und 25 Teebeutel. Dann ist der Scheck verbraucht, bis auf 40 Schillinge, die braucht sie für den Bus zurück in den Slum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aska Karubo Ubare gibt jenem Phänomen ein Gesicht, das derzeit als "Neue Hungerkrise" Schlagzeilen macht. Zwar gibt es genug Lebensmittel, doch vor allem in den Städten, wo mittlerweile jeder zweite Afrikaner lebt, können sich immer weniger Leute sie noch leisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Maismehl und Öl nehmen mir die größten Sorgen für die kommenden Wochen", seufzt sie, nachdem sie die Einkäufe in ihrem Haus verstaut hat. Lange hat das nicht gedauert, denn der Bretterverschlag,  über  dem  ein Dach aus Wellblech den schlimmsten Regen abhält, ist nur 12 Quadratmeter groß. 1.200 Schillinge Miete zahlt sie jeden Monat, das ist zu viel, um sich auch noch ausgewogenes Essen zu leisten. Zweimal am Tag bereitet sie deshalb für die Kinder aus Wasser und Maismehl einen dünnen Brei zu, am Abend kocht sie dazu ein wenig bitteren Blattspinat, den die Kenianer Sukuma nennen. Fleisch hat es schon lange nicht mehr gegeben. "Die Lebensmittel werden immer teurer, ich bin froh, wenn ich das Nötigste bezahlen kann." Ihr Maismehl, das Hauptnahrungsmittel für alle Kenianer, kauft sie sonst immer auf dem örtlichen Markt. Für die 15 oder 20 Schillinge, die sie dann hat, bekommt sie nicht mehr als 200 Gramm. Bei Nakumatt würde sie zwar für 2 Kilo nur 76 Schillinge (umgerechnet 80 Eurocent) bezahlen, aber 76 Schillinge hat Ubare fast nie. Das wissen die lokalen Händler, sie fahren mit dem portionsweisen Verkauf an die Ärmsten ordentlich Gewinn ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Vor einem Jahr habe ich für die gleiche Menge Maismehl noch die Hälfte bezahlt, die Preise gehen ständig rauf", klagt Ubare. In ihrer Nachbarschaft sind kürzlich zwei Familien zusammengezogen, um Geld zu sparen, jetzt teilen sie sich ihre zwölf Quadratmeter zu zehnt. "Vielleicht müssen wir das auch irgendwann machen, damit wir weiterhin essen können."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es zutrifft, dass des einen Leid des anderen Freude ist, müsste Charles Nganga Kamau von morgens bis abends feiern. Sein Mais streckt sich zweieinhalb Monate nach der Saat schon stolz in die Höhe. "Diese Regenzeit ist gut, es ist nicht so trocken wie im vergangenen Jahr", strahlt der 60-Jährige, der bis 1994 im Postministerium gearbeitet hat. Danach hat er sich auf das Land seine Vorväter zurückgezogen und mit der Landwirtschaft begonnen. Zehn Sack Mais, jeweils zu 90 Kilo, erhofft sich Kamau von der Ernte, vorausgesetzt, der Regen fällt weiter. Einen halben Hektar misst sein Hof, auf der Hälfte baut er Mais an. Zehn Sack, das wäre für Kamau eine Rekordernte. Doch von plötzlichem Reichtum angesichts der steigenden Maismehlpreise in der Stadt kann er nicht berichten. "Auf dem Markt von Wangige, wo ich meinen Mais verkaufe, bekomme ich für zwei Kilo 50 Schillinge, genauso viel wie vor einem Jahr." Wer große Mengen verkauft, bekommt für zwei Kilo kaum mehr als 40 Schillinge - das ist der Abnahmepreis, den die staatliche Regulierungsbehörde empfiehlt. Auf dem Land, weit entfernt von den Märkten, ist sie oft der einzige Aufkäufer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Zwischenhändler, die in nicht ganz so entlegenen Gebieten von Hof zu Hof fahren und die Ernte aufkaufen, zahlen schlecht. Aber sie nehmen große Mengen ab, die sie nach Nairobi fahren, wo sie sie weiterverkaufen - zum Beispiel an Nakumatt. Die hohen Benzinpreise legen sie auf den Verkaufspreis um. Samt saftiger Gewinnspanne, die sie sich als Quasimonopolisten leisten können, sorgen manche Zwischenhändler dafür, dass ein Sack Kartoffeln, der in der Provinz 800 Schillinge kostet, in Nairobi für 2.000 verkauft wird. "Die Zwischenhändler", sagt Kamau, "profitieren mehr von der Knappheit als wir Bauern."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Landwirte horten derzeit ihre letzte Ernte, weil sie auf einen höheren Preis spekulieren. Das ist riskant, in den einfachen Lagerstätten zerstören immer wieder Pilzbefall oder Ratten die Ernte. "Spätestens nach der nächsten Ernte im Herbst werden wir bessere Preise verlangen können", hofft auch Kamau - als unweigerliche Anpassung an das höhere Preisniveau. Weil der Dieselpreis im vergangenen Jahr so stark gestiegen ist, zahlt Kamau fürs Mahlen seiner Ernte mehr als das Doppelte. Und die Preise der wenigen Verbrauchsgüter, die er nicht selbst anbaut, steigen fast jede Woche. "Zucker, Sonnenblumenöl und Gas machen mich fast zu einem armen Mann", sagt er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei hat Kamau es noch gut. Seine Kosten sind viel geringer als die der meisten. Vor zehn Jahren hat er auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Als Dünger nutzt er ausschließlich Kompost vom eigenen Hof, auch Insektenmittel gewinnt er aus einheimischen Pflanzen selber. Wenn er in vier Monaten erntet, werden seine Hauptkosten die 500 Schillinge gewesen sein, die er für das vom Staat zertifizierte Saatgut gezahlt hat. "Bekannte von mir, die konventionelle Landwirtschaft betreiben, jammern über die hohen Kunstdüngerpreise", weiß Kamau. "Der Sack kostet die Hälfte mehr als noch vor einem Jahr." Kunstdünger und auch Pestizide müssen in Kenia importiert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die steigenden Weltmarktpreise schlagen direkt in die kenianische Provinz durch. "Viele Freunde sagen mir, dass sie heute mit ihrer Ernte weniger verdienen als noch vor einem Jahr." Die meisten Farmer in Kenia sind wie Kamau Kleinbauern: Auf zweieinhalb Millionen schätzt Kenias Landwirtschaftsministerium die Zahl derer, die Mais anbauen. Das Getreide ist mehr als das nationale Grundnahrungsmittel - es ist eine nationale Passion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wann also werden die Landwirte endlich von den gestiegenen Lebensmittelpreisen profitieren? Bald, glaubt Romano Kiome, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium. "Eine Krise ist immer auch eine Chance", sagt er, "wenn die Farmer jetzt ihre Produktivität erhöhen, können sie bei der nächsten Ernte mehr Geld machen als je zuvor." Kiome und seine Beamten schlagen sich mit dem Problem herum, dass während der Gewaltausbrüche nach der Wahl mehr als dreieinhalb Millionen Sack Mais vernichtet und so viele Felder verwüstet wurden, dass der Ernteertrag selbst bei idealen Bedingungen um mindestens ein Sechstel fallen wird. "Der Rest muss entweder importiert werden - was bei den hohen Weltmarktpreisen heftig zu Buche schlägt -, oder aber wir schaffen es, den Output zu erhöhen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein von Geberländern finanziertes Kleinkreditprogramm über 30 Millionen Euro soll Farmern helfen, Saatgut und Dünger zu bezahlen und so zu den Gewinnern der Versorgungskrise zu gehören, die Kenia voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte treffen wird. So hoch prognostiziert Kiome die Marktpreise bis dahin, dass die Rückzahlung des Kredits plus 10 Prozent Zinsen kaum ein Problem darstellen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch in Kibera, Heim von einer Million Slumbewohnern, treiben Kiomes Prognosen einigen neue Schweißperlen auf die Stirn. Samuel Oninga arbeitet für eine Selbsthilfegruppe namens "Haki", Suaheli für "Gerechtigkeit". "Ich gehe von Haus zu Haus, und überall höre ich die gleichen Geschichten: Kaum einer kann sich noch sein Essen leisten." Wenn im Herbst der Maispreis steigt, wird die Situation in Kibera noch schlimmer werden, glaubt er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittelfristig hofft Kiome die steigenden Ladenpreise mit marktwirtschaftlichen Mitteln bewältigen zu können. Mit Kleinkrediten und Kurzlehrgängen versucht die Haki-Gruppe, die Zahl der Zwischenhändler zu erhöhen. "Die wachsende Konkurrenz soll die Verkaufspreise senken, und die Gewinne sollen in mehr Taschen landen als heute." Doch kurzfristig wird das nicht helfen. Viele hoffen, dass die Regierung im Herbst den Verkaufspreis für Maismehl künstlich niedrig hält, sei es über Subventionen oder die Beeinflussung des Marktes durch die staatliche Maisreserve. Deren Erhöhung hat die Regierung gerade verkündet. Sonst, so befürchtet Oninga, wird sich in Kibera bald niemand mehr sein tägliches Maismehl leisten können. Doch Subventionen selbst für die Ärmsten lehnt Kenias Regierung bislang entschieden ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 3.6.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5200304973062457086?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5200304973062457086'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5200304973062457086'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/06/ubare-kamau-und-der-maispreis.html' title='Ubare, Kamau und der Maispreis'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SE-4TVRP_jI/AAAAAAAAARc/M4jIRTD6nYU/s72-c/mais.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7344610156981356926</id><published>2008-05-19T13:08:00.003+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:57.063+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Umwelt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Malawi'/><title type='text'>Zehn Milliarden gegen den Hunger</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFSKFstnWI/AAAAAAAAAQs/I4xsMjck4VM/s1600-h/sachs.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFSKFstnWI/AAAAAAAAAQs/I4xsMjck4VM/s320/sachs.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5202029377871519074" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Mit 10 US-Dollar jährlich pro Bewohner eines Industriestaats ließe sich das Hungerproblem lösen - das ist zumindest die Überzeugung des UN-Sonderberaters Jeffrey Sachs. Damit beziffert er die benötigte Summe auf jährlich rund 10 Milliarden US-Dollar. Sachs ist gleichzeitig Chef des New Yorker Earth Institute an der Universität von Columbia, das sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt - Hunger und Armut sind die Spezialgebiete des Ökonomen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Mittelpunkt von Sachs Konzept steht ein globaler Fonds, in den die 7 Milliarden Euro pro Jahr fließen sollen. Der Fonds soll dazu dienen, Saatgut, Bewässerungssysteme und Dünger für Kleinbauern zu finanzieren und so die Landwirtschaft auf dem ärmsten Kontinent in Gang zu bringen. "Das Problem in Afrika ist, dass die Leute zu arm sind, um sich auch nur die einfachsten Investitionen leisten zu können", sagt Sachs. Während sich Ernteerträge überall auf der Welt erhöht haben, stagniere der Durchschnittsertrag von Afrikas Äckern seit fünfzig Jahren auf niedrigem Niveau bei 1 Tonne pro Hektar. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der zu ernährenden Bewohner um das Vierfache auf 900 Millionen gestiegen, bis 2050 könnten es 2 Milliarden Afrikaner sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sachs Fonds soll das Geld unbürokratisch direkt an Kleinbauern auszahlen - und damit Regierungsbehörden und ähnliche Geldfallen umgehen. Nach zwei bis drei Jahren, so schätzt Sachs, können aus Zuschüssen Darlehen werden, die die Farmer aus ihren Erlösen zurückzahlen. Das Vorbild hat Sachs 2002 selbst initiiert: den globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, der als Vorzeigemodell gilt. Geschätzte zwei Drittel der globalen Malaria- und 20 Prozent der Aids-Hilfen werden heute so finanziert. Das Problem: Sechs Jahre später hat die Bereitschaft von Gebern, in neue Instrumente einzuzahlen, stark nachgelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Das ist so ein Standardsatz: Statt neue Instrumente zu schaffen, sollten wir die bisherigen stärken. Aber die bisherigen Instrumente haben schlicht versagt", kritisiert Sachs. Vor allem am Internationalen Währungsfonds und der Weltbank lässt er kein gutes Haar. Sie hätten, ebenso wie zwanzig Jahre fehlgeleiteter Entwicklungshilfe, zu verantworten, dass Afrikas Landwirtschaft am Boden liege.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein politisches Vorbild hat Sachs bereits: Malawi, wo die Regierung vor wenigen Jahren gegen alle Auflagen von internationalen Kreditgebern verstieß und Farmern Kredite für Düngemittel erteilte. "Ein Sack Dünger pro Farmer und gute Wetterbedingungen haben die Ernte binnen eines Jahres verdoppelt." Woher Geberländer das Geld für den Milliardenfonds nehmen können, weiß Sachs auch: aus der Nahrungsmittelhilfe. "Die Lieferung von Nahrungsmitteln ist die am wenigsten nachhaltige Hilfe für Afrika." Geber hetzten derzeit von Notfall zu Notfall und hätten darüber die langfristigen Ziele aus dem Auge verloren. "Für akute Krisen gibt es das große Geld, während die wirklichen Probleme mit Studien abgespeist werden, die irgendwo verstauben." Für den Aufbau der afrikanischen Landwirtschaft müssten Europa, die USA und auch arabische Ölstaaten aber auch neues Geld in die Hand nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Sachs mit solchen Forderungen in Afrika gut ankommt, überrascht kaum. Kenias Präsident Kibaki äußerte sich ebenso begeistert wie sein tansanischer Amtskollege Jakaya Kikwete, der derzeit der Afrikanischen Union vorsteht. Aber auch aus Brüssel kommt zaghaft Zustimmung. Entwicklungskommissar Louis Michel stehe der Idee sehr wohlwollend gegenüber, heißt es aus der EU-Vertretung in Nairobi. In Brüssel soll Sachs sein Modell bereits hinter verschlossenen Türen vorgestellt haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 19.5.08; Photo Columbia University)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7344610156981356926?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7344610156981356926'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7344610156981356926'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/zehn-milliarden-gegen-den-hunger.html' title='Zehn Milliarden gegen den Hunger'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFSKFstnWI/AAAAAAAAAQs/I4xsMjck4VM/s72-c/sachs.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8433701374453265080</id><published>2008-05-19T12:53:00.002+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:57.305+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Tod und Terror in Simbabwe</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFPnFstnUI/AAAAAAAAAQc/Rr5CiZNYjAY/s1600-h/DerStandard.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFPnFstnUI/AAAAAAAAAQc/Rr5CiZNYjAY/s320/DerStandard.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5202026577552842050" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Am Vorabend der angekündigten Rückkehr nach Simbabwe gab der Sprecher von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai erneut einen Rückzieher bekannt. „Wir haben Informationen aus verlässlichen Quellen, nach denen ein Attentat gegen Morgan Tsvangirai geplant ist“, erklärte George Sibotshiwe in Johannesburg. Eigentlich hätte Tsvangirai, der seit den Wahlen Ende März nicht mehr in Simbabwe gewesen ist, am Samstag die Abgeordneten seiner Partei treffen sollen, die erstmals seit Simbabwes Unabhängigkeit 1980 im Parlament die Mehrheit stellen. Wann der Oppositionschef, der im vergangenen Jahr von Polizisten krankenhausreif geprügelt wurde, in seine Heimat zurückkehrt, ist unklar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Simbabwische Zeitungen, die der Opposition nahe stehen, berichteten am Wochenende von einem geplanten Anschlag im Stile des Mordes an Pakistans Oppositionschefin Benazir Bhutto. Milizen in Zivil hätten demnach Tsvangirai nach seiner Ankunft am Flughafen von Harare vor den Augen der Öffentlichkeit erschießen sollen. Simbabwes Regierungssprecher Bright Matonga wies die Vorwürfe nicht nur zurück, er machte auch keinen Hehl aus seiner Genugtuung darüber, dass Tsvangirai trotz der näher rückenden Stichwahl gegen Präsident Robert Mugabe am 27. Juni vorerst nicht in Simbabwe Wahlkampf machen wird. „Außerhalb des Landes herumzuhängen wird seiner Sache kaum helfen“, ließ Matonga in Harare wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich mehrt sich in der Opposition der Unmut darüber, dass Tsvangirai im sicheren Ausland weilt, während seine Anhänger Gewalt und Vertreibung ausgesetzt sind. Mindestens 40 Oppositionelle, so Schätzungen, sind seit den Wahlen umgebracht worden. Zehntausende sind auf der Flucht. Diejenigen, die es bis in die Hauptstadt Harare schaffen, berichten von minutiös geplanten Verfolgungen auf dem Land. „Die Namen von Oppositionsanhängern stehen säuberlich auf Listen eingetragen“, berichtet ein Lehrer aus dem Mudzi-Distrikt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Vorgehen der Milizen, die aus Geheimdienst, Mugabes Parteijugend und Kriegsveteranen genannten Unabhängigkeitskämpfern rekrutiert seien, sei immer das gleiche: „Sie holen ganze Familien aus ihren Höfen, brennen alles nieder und töten das Vieh.“ Die Überfallenen würden dann in Camps eingepfercht, wo sie misshandelt oder vergewaltigt würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lage könnte sich noch verschlimmern, wenn Berichte zutreffen, nach denen eine umstrittene Waffenlieferung aus China Simbabwe erreicht hat. Demnach sind einige der 1500 Raketen, 2500 Mörsergranaten, fast 100 Granatwerfer und dreieinhalb Millionen Schuss Munition von Bord des Frachters „An Yue Jiang“ bereits an Polizei und Militär verteilt worden. Das „Schiff der Schande“ war wochenlang vor Afrikas Küste gekreuzt, weil Gewerkschafter die Entladung in Südafrika, Mosambik und Namibia verhindert hatten. Angeblich wurden die Waffen jetzt im Hafen von Pointe-Noire in Kongo-Brazzaville entladen und von der in Großbritannien registrierten Fluggesellschaft Avient Aviation nach Harare geflogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Irrfahrt soll nur deshalb erfolgreich gewesen sein, weil auf persönlichen Befehl von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hin ein südafrikanischer Militärversorger den chinesischen Frachter mit dem nötigen Diesel versorgt haben soll. „Alles Propaganda“, ließ Mbekis Sprecher am Wochenende verlauten. Doch wie das Schiff, das Beobachter längst auf dem Heimweg nach China wähnten, es sonst so weit geschafft haben soll, ist rätselhaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Der Standard, 20.5.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8433701374453265080?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8433701374453265080'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8433701374453265080'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/tod-und-terror-in-simbabwe.html' title='Tod und Terror in Simbabwe'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFPnFstnUI/AAAAAAAAAQc/Rr5CiZNYjAY/s72-c/DerStandard.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-190783866592122732</id><published>2008-05-17T13:00:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:57.446+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Aethiopien'/><title type='text'>Äthiopiens Staat knebelt Zivilgesellschaft</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFQGlstnVI/AAAAAAAAAQk/GADRdSnodlQ/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFQGlstnVI/AAAAAAAAAQk/GADRdSnodlQ/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5202027118718721362" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Kritik hat Äthiopiens Premierminister Meles Zenawi noch nie gut vertragen: Als sich 2005 ein Sieg der Opposition bei den Parlamentswahlen abzeichnete, karrten Lastwagen tausende Oppositionsanhänger in Gefängnisse, ihre Parteichefs wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Proteste von Menschenrechtsgruppen ebenso wie internationaler Organisationen verhallten. Wenn es nach dem Willen von Äthiopiens Regierung geht, dann wird in Zukunft jede Art von Kritik ganz unmöglich sein. Ein Gesetzentwurf, der am 7. Juli im Parlament beschlossen werden soll, wird zivilgesellschaftliches Engagement praktisch unmöglich machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So sollen Polizisten oder Ministeriumsvertreter unangemeldet alle Sitzungen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) verfolgen dürfen. Die Regierung soll NGO-Mitarbeiter ohne Gerichtsprozess entlassen, Büros durchsuchen und Eigentum beschlagnahmen können, sobald ein Verdacht auf "ungesetzliches Handeln" vorliegt. Internationalen Organisationen wird praktisch jedes nicht rein humanitäre Engagement untersagt. Die Bereiche Demokratie, Menschenrechte, gutes Regierungshandeln und Konfliktbewältigung sollen für sie ebenso wie für fast alle äthiopischen NGOs tabu sein. Denn ein besonders perfider Paragraf definiert all jene Gruppen als "international", die nicht zu mindestens 90 Prozent aus äthiopischen Quellen finanziert werden. Außer Pseudo-NGOs, die in Wirklichkeit zur Regierungspartei gehören, kann diese Bedingung praktisch niemand erfüllen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die Regierung den Gesetzentwurf mit der Angst vor islamistischer Unterwanderung begründet, ist Äthiopiens NGO-Szene in Aufruhr. "Das ist der Versuch, eine bereits verschüchterte Zivilgesellschaft vollends mundtot zu machen und zu kriminalisieren", bilanziert ein Mitarbeiter einer deutschen NGO, der seinen Namen nicht zitiert sehen möchte. "Für uns wäre das Gesetz die Todesstrafe", befürchtet Minas Hiruy, Chef von Hope, einer äthiopischen Hilfsorganisation für Waisen. "Wir flehen die Regierung an, mit uns zu sprechen, bevor das Gesetz verabschiedet wird."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Äthiopiens Justizminister Assefa Kesito hat bereits Eile angemahnt: "Uns läuft die Zeit davon. Die NGOs können ihre Kommentare in den kommenden Tagen einreichen. Das muss reichen." Diplomaten in Addis Abeba hoffen, das Gesetz noch verhindern zu können. Immerhin zahlen Geberländer jährlich etwa eine Milliarde US-Dollar an rund 3.000 NGOs in Äthiopien, die mit diesem Geld in praktisch allen Bereichen Regierungsaufgaben übernehmen. "Einer Regierung, die ihr eigenes Geld überwiegend aus dem Ausland bekommt, steht es moralisch nicht an, NGOs wegen ihrer Finanzquellen zu disqualifizieren", urteilt Getner Assefa, ein äthiopischer EU-Berater.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 17.5.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-190783866592122732?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/190783866592122732'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/190783866592122732'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/thiopiens-staat-knebelt.html' title='Äthiopiens Staat knebelt Zivilgesellschaft'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SDFQGlstnVI/AAAAAAAAAQk/GADRdSnodlQ/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-865811507869461176</id><published>2008-05-15T17:51:00.008+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:57.637+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Mathe mit Mugabe</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCxOKlstnTI/AAAAAAAAAQU/XvbMx3iCQCU/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCxOKlstnTI/AAAAAAAAAQU/XvbMx3iCQCU/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5200617613531389234" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Als Junge habe ich im Laden meiner Eltern gestanden und war stolz, wenn ich abends die Einnahmen zählen durfte. Das Größte war es, Münzen in ein Raster zu schieben und später zu rollen. Kaufmännisches Rechnen habe ich also kurz nach der Muttermilch aufgesogen. Das rächte sich, als ich in Simbabwes Hauptstadt Harare frühstücken ging. Ein Nescafé, ein Doughnut, die Rechnung betrug 55 Millionen simbabwische Dollar. Ich zückte sechs 10-Millionen-Scheine. Verlegen sagte die Kellnerin: "Wir haben kein Kleingeld zum Wechseln, haben Sie fünf Millionen?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In meinem Umhängebeutel findet sich ein Umschlag, den mir ein Freund mitgegeben hat: Simbabwe-Dollar von seiner Reise im Dezember. Ich nehme einen dicken Stapel 50 000-Dollar-Scheine heraus und zähle 100 davon ab. Drei entsprachen im Dezember einem Bier. Später sah ich auf der Straße einen 50 000-Dollar-Schein liegen. Niemand bückte sich, 50 000 gibt es schon lange nichts mehr. Gerade hat die Zentralbank den 250-Millionen-Dollar-Schein präsentiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann waren meine Millionen alle und ich machte einen großen Fehler. Ich betrat zum Wechseln eine Bank. "Für einen Euro bekommen Sie hier 42 576 Simbabwe-Dollar", sagte der Angestellte an der Kasse. Das kaufmännische Rechnen setzte ein: 42 576 Simbabwe-Dollar für einen Euro, das hieße mein Nescafé mit Doughnut würde mich mehr als 1 000 Euro kosten. Das erschien mir viel. Ich packte meinen 50 000 Simbabwe-Dollar-Stapel und sagte: "Dafür hätte ich gerne Euro." Er lachte, schloss den Schalter und lud mich zu Kaffee und Aufklärung ein: Natürlich könne ich zum staatlich festgesetzten Kurs keine Euro kaufen. Das gehe nur auf dem Schwarzmarkt, zum echten Wechselkurs: ein Euro 60 gegen Millionen Simbabwe-Dollar. Nur einer kann in Simbabwe zum offiziellen Kurs in Euro wechseln: der Präsident.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fährt Mugabe in den Urlaub, laufen die Druckmaschinen in der Zentralbank von Harare besonders schnell, dann tauschen Bankangestellte die frischen Scheine auf dem Schwarzmarkt in Euro. Der Bankangestellte geht zurück zum Schalter, um die Inflation zu beobachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 15.5.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-865811507869461176?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/865811507869461176'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/865811507869461176'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/mathe-mit-mugabe.html' title='Mathe mit Mugabe'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCxOKlstnTI/AAAAAAAAAQU/XvbMx3iCQCU/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-6714481289480564482</id><published>2008-05-13T15:21:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:57.780+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sudan'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Darfur'/><title type='text'>Angriff auf Sudans Zentrum der Macht</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCraTlstnPI/AAAAAAAAAP0/kuKGQg9W4K0/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCraTlstnPI/AAAAAAAAAP0/kuKGQg9W4K0/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5200208749824679154" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Nachricht erreichte Omar Hassan al-Bashir am Samstag auf einer Pilgerfahrt: Sudans Präsident besuchte gerade die Grabstätte des Propheten Mohammed in Saudi-Arabien, als er dringend nach Khartum zurückgerufen wurde. Da hatten, vollkommen unerwartet, Rebellen aus Darfur Khartums Nachbarstadt Omdurman überfallen und nach eigenen Angaben eine Luftwaffenbasis eingenommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Straßen der Drei-Millionen-Metropole lieferten sich Milizen der "Bewegung für Gleichheit und Gerechtigkeit" (JEM) Kämpfe mit der Armee. Obwohl diese den Rebellen an Ausrüstung und Anzahl hoffnungslos überlegen war, dauerte es bis zum Sonntagabend, dass al-Bashir im staatlichen Fernsehen den Sieg verkünden konnte. Aufnahmen aus Omdurman zeigten unterdessen ausgebrannte Autos und Leichen in den Straßen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im seit 2003 währenden Darfur-Konflikt, der sich weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer mittlerweile fast entvölkerten Halbwüste abgespielt hat, markiert der Angriff vom Wochenende eine entscheidende Wende. Erstmals wird die Regierung in ihrer eigenen Bastion bedroht. Auch am Montag wurde noch von vereinzelten Kämpfen in Khartum berichtet, Details waren zunächst aber unklar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass es die im 600 Kilometer westlich liegenden Darfur operierende JEM schaffte, so dicht an Khartum heranzurücken, feierten ihre Führer am Montag zu Recht als militärischen Erfolg. "Die Regierung steht unter Schock", attestierte Rebellensprecher Achmed Hussein al-Bashirs Kabinett. Rebellenführer Khalil Ibrahim, dem trotz einer groß angelegten Suche und einem Kopfgeld etwa 100.000 Euro die Flucht gelang, frohlockte: "Dies ist der Anfang, das Ziel ist die Auslöschung des Regimes." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei seinem Blitzschlag will Ibrahim Fahrzeuge, Waffen und Geld erbeutet haben. "Es kommen noch mehr Kämpfer nach Khartum." Quellen, die der JEM-Führung nahe stehen, bestätigten der taz am Montag, dass es zwei Kolonnen der Rebellen nicht bis nach Omdurman geschafft hätten. "Mehrere JEM-Kommandeure waren zu Beginn der Kämpfe am Samstag tatsächlich überzeugt, dass sie Omdurman erobern könnten."  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch unabhängige Beobachter sind sich einig, dass es sich beim Angriff auf Sudans Hauptstadt um ein Himmelfahrtskommando handelte, das al-Bashirs Regierung schwächen sollte. "Die JEM ist schon immer entschlossener vorgegangen als die anderen Rebellengruppen in Darfur", berichtet ein Analyst. "Ihr eigentliches Ziel ist der Sturz von al-Bashirs Regierung, nicht eine isolierte Lösung für Darfur." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unterstützung bekam die JEM vermutlich direkt aus al-Bashirs Staatsapparat, wenn auch nicht so viel, wie erhofft. Ein US-Diplomat in Khartum erklärte, es gebe Anhaltspunkte für eine Palastrevolution. "Die Fakten sprechen für eine gewisse interne Beteiligung, auch wenn das genaue Ausmaß unklar ist." Zudem ist der Angriff der JEM eine Revanche für den Vorstoß von sudanesisch unterstützten Rebellengruppen auf Tschads Hauptstadt NDjamena Anfang Februar, bei denen Präsident Idriss Déby sich nur knapp im Amt halten konnte - auch mit Unterstützung der JEM, die ihre Basen auf tschadischem Boden hat und von Déby finanziert wird. Das war auch al-Bashir klar, als er in einer TV-Ansprache den Tschad für den Angriff verantwortlich machte und die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarn abbrach. "Wir behalten uns das Recht auf Vergeltungsschläge vor", schloss al-Bashir düster. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sudanesische Soldaten attackierten laut Berichten nur kurz darauf die tschadische Botschaft in Khartum. Zwar hat der Tschad jede Beteiligung zurückgewiesen, aber ein Alleingang der JEM scheint kaum denkbar.  Die hat am Wochenende mehrere führende Köpfe verloren, unter anderem Jamali Hassan Jelaladin, der als rechte Hand von JEM-Führer Ibrahim galt. Die Polizei nahm am Montag auch den islamistischen Oppositionsführer Hassan al-Turabi und mehrere Führungsmitglieder seiner Partei fest. Turabi gilt als Verbündeter der JEM. Beobachter befürchten, dass a-Bashir in den kommenden Tagen zurückschlagen wird. Schon kleinere Anlässe haben in der Vergangenheit ausgereicht, um Sudans Luftwaffe zur Bombardierung ganzer Dörfer in Darfur zu bewegen - mit tausenden Opfern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 13.5.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-6714481289480564482?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6714481289480564482'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6714481289480564482'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/angriff-auf-sudans-zentrum-der-macht.html' title='Angriff auf Sudans Zentrum der Macht'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCraTlstnPI/AAAAAAAAAP0/kuKGQg9W4K0/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5683256429982543274</id><published>2008-05-05T15:31:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:57.985+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Angst vor einem gewaltsamen Wahlkampf</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrcplstnRI/AAAAAAAAAQE/DUdsB1ZMkAo/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrcplstnRI/AAAAAAAAAQE/DUdsB1ZMkAo/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5200211326805056786" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Fünf Wochen nach der Präsidentenwahl und knapp 48 Stunden nach der Verkündung des Ergebnisses ließ Simbabwes Opposition am Sonntag offen, ob ihr Kandidat Morgan Tsvangirai an einer Stichwahl teilnehmen wird. "Bevor wir uns entscheiden, gibt es noch eine Menge Fragen zu klären", erklärte der Sprecher der "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC), Nelson Chamisa, der Präsident Robert Mugabe und seiner ZANU-PF nach Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse Diebstahl vorgeworfen hatte: "Wir haben diese Wahl im ersten Wahlgang mit 50,3 Prozent klar gewonnen." Der Wahlkommission zufolge hat Tsvangirai mit 47,9 Prozent die absolute Mehrheit verfehlt und muss deshalb erneut gegen Mugabe (43,2 Prozent) antreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die MDC-Führung traf am Sonntag in Johannesburg zusammen, um über ihre Strategie zu beraten. Doch die Zeichen mehren sich, dass Tsvangirai an der Stichwahl teilnehmen wird. "Ich werde zurückkehren", kündigte Tsvangirai, der sich kurz nach der Wahl ins Ausland abgesetzt hatte, an. "Mugabe tut so, als sei Simbabwe sein Privateigentum, das können wir nicht zulassen." Und MDC-Vizechefin Thokozani Khupe meint: "Wir sind überzeugt, dass eine Stichwahl unnötig ist, aber wenn es eine gibt, dann werden wir mit noch größerem Vorsprung gewinnen." Dafür spricht, dass die 8 Prozent, die für den zweiten Oppositionskandidaten Simba Makoni gestimmt haben, kaum Mugabe wählen werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn Mugabe gegen ein Maultier antreten würde, würde das Maultier gewählt, so sehr wollen die Leute, dass er verschwindet", beschreibt der in Ungnade gefallene Exminister Jonathan Moyo die Stimmung. Beim Internationalen Kunstfestival, das derzeit in Harare stattfindet, gibt es kein anderes Thema. "Um eine Diktatur zu erhalten, muss man die Leute ständig beschäftigen", beantwortet etwa der Schauspieler Daves Guzha in seinem neuen Stück die Frage nach dem Hintersinn des Überlebenskampfes, dem die arbeitslosen Simbabwer täglich ausgeliefert sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Opposition dennoch zögert, liegt daran, dass Mugabe bei der Stichwahl vermutlich auf Nummer sicher gehen wird. Diesmal würden noch mehr Namen aus den Wählerlisten gestrichen, mutmaßt anonym ein Kirchenvertreter. "Vor allem aber wird Mugabe mit Gewalt dafür sorgen, dass Wähler aus Oppositionshochburgen vertrieben oder eingeschüchtert werden, dass sie sich nicht trauen, zur Wahl zu gehen." Gerade erst hat Mugabe die Pensionen der "Kriegsveteranen", seinen militanten Unterstützern aus dem Befreiungskrieg, um mehr als das Fünffache erhöht. Mehrere Musiker und Künstler wurden brutal verprügelt, zehn Journalisten sind seit der Wahl verhaftet worden. Berichte, die vom Land durchdringen, bestätigen die schlimmsten Befürchtungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im nördlichen Sambesital müssen sich Flüchtlinge, die vor Mugabes Milizen geflohen sind, nachts im hohen Gras verstecken. "Meine achtjährige Tochter ist verschwunden, ich weiß nicht, ob ich sie jemals wiedersehen werde", berichtet Familienvater Clever Chiusaro, der nie wieder auf seine Farm zurückkehren will: "Die bringen mich um, wenn ich das tue." In der Nähe der Stadt Bulawayo sollen Milizen Kirchen stürmen. Den Terror gegen die Bevölkerung wollen Mugabes Unterstützer offenbar lange aufrecht erhalten. Sein Sprecher Bright Matonga kündigte bereits an, die Wahlkommission habe ein Jahr Zeit, den Urnengang vorzubereiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 5.5.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5683256429982543274?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5683256429982543274'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5683256429982543274'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/angst-vor-einem-gewaltsamen-wahlkampf.html' title='Angst vor einem gewaltsamen Wahlkampf'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrcplstnRI/AAAAAAAAAQE/DUdsB1ZMkAo/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1881231152141985454</id><published>2008-05-05T15:29:00.006+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:58.110+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somalia'/><title type='text'>US-Angriff tötet Somalias Islamistenchef</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrbdlstnQI/AAAAAAAAAP8/kXTiBIQfq-o/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrbdlstnQI/AAAAAAAAAP8/kXTiBIQfq-o/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5200210021134998786" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Der Tod erwischte Aden Hashi Ayro, den Kommandanten der Al-Shabaab-Miliz, im Schlaf. "Es war drei Uhr nachts, als wir eine laute Explosion hörten und auf die Straße gerannt sind", berichtet ein Bewohner über den US-Luftangriff in der Nacht zum Donnerstag auf das Dorf Dusamareb, das 300 Kilometer nördlich von Mogadischu nahe der äthiopischen Grenze liegt. "Das Haus, in dem Ayro schlief, war komplett zerstört, einige andere Häuser drumherum auch", erzählt einer der Ältesten von Dusamareb, Ahmed Mumin Jama.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mindestens 15 Menschen sollen ums Leben gekommen sein, außer Ayro auch ein weiteres hochrangiges Shabaab-Mitglied. Augenzeugen zufolge bombardierten mehrere Kampfflugzeuge vom Typ AC-130 das Dorf, bevor sie weiter in Richtung Äthiopien flogen. Die für Präzisionseinsätze ausgerüsteten Maschinen werden ausschließlich von der US-Armee benutzt. Deren Sprecher bestätigte einen Militärschlag in Somalia. Mukhtar Robow, der nach Ayro wohl hochrangigste Führer der Shabaab, erklärte Stunden nach dem Angriff: "Unser Bruder Aden Hashi ist den Märtyrertod gestorben durch die Hände der Amerikaner." Das werde die Shabaab-Milizen jedoch nicht davon abhalten, ihren heiligen Krieg weiterzuführen. "Wir sind auf dem richtigen Weg, deshalb wurden wir angegriffen." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz der markigen Worte dürfte der Tod Ayros al-Shabaab schwer treffen. Der erst Anfang 30-Jährige galt als Drahtzieher des an Irak erinnernden Guerillakrieges gegen Somalias Regierung und die sie unterstützende äthiopische Armee. Mit am Straßenrand versteckten Bomben, Blitzattacken im ganzen Land und sogar einem Selbstmordattentat - in Somalia bislang unbekannt - versetzt al-Shabaab ("Die Jugend") das Land so sehr in Unsicherheit, dass Übergangsregierung und Äthiopien unverhältnismäßig hart zurückschlagen und Millionen fliehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Taktik lernte Ayro im Krieg: Als Schützling des mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen Hassan Dahir Aweys - beide gehören dem Habr-Gedir-Subclan an - gelangte er 2001 in ein Trainingscamp für Terroristen in Afghanistan, kurz bevor die US-Armee dort einmarschierte. Vier Jahre später war Ayro am Aufstieg der islamischen Gerichtshöfe beteiligt, die Mitte 2006 die Macht in Mogadischu übernahmen. Doch die Führung des vergleichsweise moderaten Sheikh Sharif Ahmed ging Ayro nicht weit genug. Davon, Sharif Ahmed mit Gewalt zu stürzen, hielt Ayro nur Eritreas Armee ab, die al-Shabaab bis heute mit Waffen versorgt. Als Äthiopien Ende 2006 in Mogadischu einmarschierte und die islamistische Herrschaft beendete, floh Ayro in den unwegsamen Süden Somalias, wo die US-Luftwaffe vor mehr als einem Jahr schon einmal versuchte, ihn zu töten. Doch Ayro entkam - bis jetzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die USA ist der Tod Ayros der erste sichtbare Erfolg in ihrem Anti-Terror-Kampf in Somalia seit dem Sturz der islamischen Gerichtshöfe. In dem seit 1991 regierungslosen Somalia vermuten sie mindestens fünf weitere Terroristen, die an Anschlägen auf US-Ziele beteiligt gewesen sein sollen. In einem am Mittwoch vom US-Außenministerium veröffentlichten Bericht werden al-Shabaab und al-Qaida in Ostafrika als "größte Bedrohung amerikanischer Interessen in der Region" bezeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch während die USA beide Gruppen gleichsetzen, sieht die Wirklichkeit anders aus. Längst nicht alle Shabaab-Kämpfer stehen al-Qaida nahe. Moderate Somalier berichten bestürzt, wie sehr die äthiopische Besatzung der militanten Bewegung Auftrieb gegeben hat. Erstmals sind junge Männer in Somalia bereit, sich über die Clangrenzen hinweg militärisch zu engagieren. Zahlreiche den Äthiopiern nachgesagte Massaker wie der Tod von 12 Zivilisten in einem willkürlichen Rachefeldzug am Mittwoch in Baidoa erhöhen den Zuspruch für al-Shabaab weiter. Ihre Milizen übernahmen in der vergangenen Woche ganze Regionen, darunter die Stadt Jowhar, während regierungstreue Soldaten kampflos die Flucht antraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Mukhtar Robow steht ein Nachfolger für Ayro bereit, der diesem in Militanz nicht nachsteht. Als die USA al-Shabaab offiziell als Verbündete von al-Qaida einstuften, erklärte Robow: "Wir fühlen uns geehrt, auf der Terrorliste zu stehen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 2.5.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1881231152141985454?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1881231152141985454'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1881231152141985454'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/us-angriff-ttet-somalias-islamistenchef.html' title='US-Angriff tötet Somalias Islamistenchef'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrbdlstnQI/AAAAAAAAAP8/kXTiBIQfq-o/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-187987588637369779</id><published>2008-05-01T15:42:00.006+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:58.304+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Südafrika'/><title type='text'>Vom Paria zum Liebling</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrhXlstnSI/AAAAAAAAAQM/luOxP6xtlaQ/s1600-h/rheinischermerkur.png"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrhXlstnSI/AAAAAAAAAQM/luOxP6xtlaQ/s320/rheinischermerkur.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5200216515125550370" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Freunde bezeichnen den Mann als Vollblutpolitiker: Im Kampf gegen einen allmächtigen Präsidenten und das politische Establishment, so ihre Bilanz, lässt er sich auch von Schauprozessen und brutaler Ellbogentaktik nicht aufhalten. Anders als der abgehobene "Alte" stehe der langjährige Gewerkschafter mit beiden Beinen auf den Füßen und sei ein Mann der "kleinen Leute". Nein, nicht von Morgan Tsvangirai ist die Rede, dem kämpferischen simbabwischen Oppositionsführer, sondern von Jacob Zuma, dem neuen Chef des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC). Doch die Ähnlichkeiten zwischen beiden Politikern sind so groß, dass Anhänger der Opposition im gebeutelten Simbabwe den Südafrikaner Zuma als neuen Hoffnungsträger entdeckt haben. Von dem 1942 geborenen Zulu erhoffen sie sich ein Ende der ergebnislosen "stillen Diplomatie", die Südafrikas Präsident Thabo Mbeki seit Jahren propagiert. Erst kürzlich verkündete Mbeki, in Simbabwe gebe es gar keine Krise. Mehr als alles andere dürften solche Äußerungen dafür gesorgt haben, dass Zuma sich in den vergangenen Tagen stärker als zuvor für einen Wandel im vom 84-jährigen Robert Mugabe zu Grunde gerichteten Nachbarland aussprach. Denn Zuma will vor allem eins: Sich innerhalb und außerhalb der Partei gegen Mbeki profilieren, um seine Präsidentschaftskandidatur für die Wahlen 2009 perfekt zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwar kann der Chef der unbestritten mächtigsten Partei in Südafrika den politisch perfekten Lebenslauf vorweisen: Aufgewachsen als Sohn einer Witwe und ohne formale Schulausbildung, trat Zuma mit 17 Jahren dem im Apartheidsstaat verbotenen ANC bei und wurde später in dessen militärischem Flügel aktiv. Zuma wurde verhaftet und verbrachte zehn Jahre auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island, wo auch Nelson Mandela inhaftiert war. Aus dem Exil in Mosambik und Sambia kehrte Zuma unmittelbar nach der Legalisierung des ANC zurück nach Südafrika und verhandelte mit über die Post-Apartheids-Regierung. Doch all die politischen Meilensteine werden seit 2006 überschattet von Zumas Skandalen: Ungeschützter Sex mit einer HIV-positiven Frau ("ich habe danach geduscht, um kein AIDS zu bekommen"), die Zuma Vergewaltigung vorwirft - ein Gericht sprach ihn frei. Doch im August wird der bekennende Polygamist, der mindestens 18 Kinder von fünf verschiedenen Frauen hat, erneut vor Richtern stehen, diesmal wegen Korruption und Betrugsvorwürfen. Zwar stehen seine Unterstützer, allen voran der linke Flügel des ANC, unerschütterlich zu ihm - doch in Finanz- und Wirtschaftskreisen ist Zuma ebenso unten durch wie im Ausland. Die Krise in Simbabwe kommt Zuma gerade recht, um sich als präsidiabel zu verkaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Man darf eine Nation und im Effekt die internationale Gemeinschaft nicht in solch Anspannung versetzen", kritisierte Zuma schon Anfang April die simbabwische Wahlkommission, die auch einen Monat nach der Präsidentenwahl noch kein Ergebnis verkündet hatte. Da hatte Mbeki gerade erklärt, man könne gelassen auf ein Ergebnis warten. Auf Besuch in London wählte Zuma zwei Wochen später noch einmal kämpferische Worte: "Ich glaube kaum, dass in der simbabwischen Verfassung steht: Wahlergebnisse können bekannt gegeben werden, wann immer es der Wahlkommission beliebt." Gemeinsam mit Großbritanniens Premierminister Gordon Brown veröffentlichte Zuma eine Erklärung, in der beide eine sofortige Bekanntgabe der Ergebnisse und ein Ende der Gewalt in Simbabwe fordern. Und auf einmal stand Jacob Zuma, der einstige Paria, als neuer Darling des Westens im Rampenlicht. "Ich habe Morgan Tsvangirai getroffen, er ist ein Arbeiter wie ich und ein tapferer Mann", erklärte Zuma kurz darauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zumas Kritik an der Situation in Simbabwe soll ihm zudem an der Heimatfront helfen, beim südafrikanischen Gewerkschaftsbund COSATU, der ANC-Jugendbewegung und den Kommunisten, die ihn innerhalb des ANC stützen. Seit er Parteichef ist, hat Zuma seine Basis mit Beschwichtigungen irritiert. "An der südafrikanischen Wirtschaftspolitik wird sich unter meiner Führung nichts ändern", sagte Zuma etwa kürzlich. Was die Wirtschaft aufmuntern soll, verunsicherte diejenigen, die in Mbekis Südafrika ein Wirtschaftswachstum ohne neue Arbeitsplätze kritisieren. Dass Zuma seine Stimme zu Simbabwe erhebt,kommt hingegen gut an: COSATU und die Kommunisten hatten die Wahl in Simbabwe schon vor dem Urnengang als unzulässig gebrandmarkt, weil die Opposition unterdrückt werde. "Robert Mugabe hat uns missbraucht", erklärte etwa der ANC-Finanzchef und Zuma-Verbündete Mathews Phosa. Erst vergangene Woche stoppten Gewerkschaften einen Waffentransport ais China nach Simbabwe, indem ihre Mitglieder sich weigerten, einen Frachter im Hafen von Durban zu entladen. Das mit mehr als 70 Tonnen Waffen beladene Schiff musste nach China zurückkehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die Kritik des Populisten Zuma richtet sich, anders als bei seinen Verbündeten, nicht primär gegen Mugabe, sondern vor allem gegen seinen politischen Erzfeind Mbeki. Denn in Wirklichkeit haben Zuma und Mugabe mehr als nur einige Gemeinsamkeiten. So verlangen Zumas Berater, dass ein Drittel des Farmlandes bis 2014 in Händen schwarzer Bauern sein soll - bei weißen Bauern, die bis heute den Großteil der Landwirtschaft am Kap kontrollieren, weckt das unerfreuliche Erinnerungen an Mugabes Vertreibungen weißer Farmer in den vergangenen Jahren. Beide politischen Führer sind für ihre Brandreden bekannt - die britische "Times" titelte kurz nach Zumas Wahl zum Parteichef: "Ist das der neue Mugabe?" Mugabe war der erste Staatschef, der Zuma nach seiner Wahl zum ANC-Vorsitzenden ein Telegramm schickte. "Glückwünsche vom Bruder Führer", stand darin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Kritik an Mugabe selbst hat sich Zuma denn auch zurück gehalten. "Was nutzt es, Mugabe zu beleidigen?", verteidigte Zuma Südafrikas Blockade einer Simbabwe-Diskussion im UN-Sicherheitsrat. Auch für ein Waffenembargo sei es zu früh, urteilte Zuma, und konnte nicht umhin, Mbeki doch zumindest ein wenig Respekt zu zollen: "Südafrika tut mehr als die meisten." Dem Spiegel sagte Zuma vor einem Jahr: "Mugabe ist bei den Afrikanern sehr beliebt, die Europäer ignorieren das oft." Er, Zuma, habe Mugabe nicht widersprechen können, als er dem Westen bei einem persönlichen Gespräch Doppelzüngigkeit vorgeworfen habe: Der gewählte Mugabe werde vom Westen kritisiert, während die USA und Großbritannien Militärherrscher wie Pervez Musharraf unterstützten. "Da konnte ich nichts drauf erwidern."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch auch wenn seine Motive opportunistischer Natur sein mögen: Südafrikas Kritik, und sei sie noch so verhalten, ist für Simbabwes Opposition so wichtig, dass sie sich schon mangels Alternative an Zuma klammern muss. Das Land am Kap gilt neben China als einziges, das einen Regimewechsel in Harare herbeizwingen könnte. Zweifellos hat Zuma dafür im ANC das nötige Backing. "Er ist ein Mann, der zuhört", sagt einer seiner Anhänger über Jacob Zuma. Wenn das wirklich stimmt, dann wird Zuma auf Dauer nicht um härtere Kritik an Robert Mugabe herumkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Rheinischer Merkur, 1.5.2008)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-187987588637369779?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/187987588637369779'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/187987588637369779'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/05/vom-paria-zum-liebling.html' title='Vom Paria zum Liebling'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SCrhXlstnSI/AAAAAAAAAQM/luOxP6xtlaQ/s72-c/rheinischermerkur.png' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-6584459188383642604</id><published>2008-04-15T11:06:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:58.480+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Burkina Faso'/><title type='text'>Die Rückkehr des Hungers in Afrika</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARkK3Ay9AI/AAAAAAAAAPs/wZEW_ok-VVY/s1600-h/logo_stgallen_237x66.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARkK3Ay9AI/AAAAAAAAAPs/wZEW_ok-VVY/s320/logo_stgallen_237x66.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5189382808366412802" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es waren die größten Proteste, die der Sahelstaat Burkina Faso seit langem gesehen hat. Zehntausende gingen Ende Februar in den größten Städten des ehemaligen Obervolta auf die Straße, steckten Reifen in Brand, errichteten Straßensperren und lieferten sich Gefechte mit der Polizei. Fast 300 Demonstranten wurden verhaftet. Dabei hatten die meiste einfachen Männer und Frauen nichts anderes gefordert, als die Lebensmittelpreise zu senken. "Wir haben keine Wahl: Entweder wir demonstrieren oder wir verhungern", rief einer der Demonstranten. "Unsere Stimmen müssen endlich gehört werden", so ein anderer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Proteste wie diese häufen sich derzeit überall in Afrika: In Kamerun kamen Ende Februar mindestens 17 Menschen bei Aufständen gegen die gestiegenen Benzinpreise ums Leben. In der Elfenbeinküste strich Präsident Laurent Gbagbo Anfang April Einfuhrzölle und senkte Steuern auf Grundnahrungsmittel, nachdem bei Demonstrationen in der größten Stadt des Landes, Abidjan, die Polizei Tränengas eingesetzt hatte, um die Menge zu zerstreuen. Doch zeitgleich warnte Gbagbo: "Steigende Lebensmittelpreise sind ein globales Problem, diese Maßnahmen allein werden es nicht lösen." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grundnahrungsmittel sind derzeit in Afrika so teuer wie nie zuvor. Die Preise für Weizen, Mais, Zucker oder Pflanzenöl haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, sagt die Direktorin des Welternährungsprogramms, Josette Sheeran. "Der Hunger bekommt ein neues Gesicht. Selbst dort, wo die Ladenregale voll sind, hungern Menschen, weil sie sich die Waren nicht mehr leisten können." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die steigenden Preise treffen die Ärmsten ins Mark: Eine Portion Mais- oder Getreidebrei ist oft das Einzige, was sie sich am Tag leisten können. Wenn auch das wegfällt, haben sie gar nichts mehr. Besonders kritisch ist die Lage auf dem Land, wo die Menschen sich selbst versorgen müssen. Im Fall einer Missernte konnten sich die Bewohner bisher auf Nahrungsmittelhilfe durch die UN verlassen. Doch auch die ist gefährdet, so Sheeran. "Wir machen uns ernsthafte Sorgen um unsere Operationen." Denn die global gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln hat erstmals seit Jahrzehnten die Preise so weit steigen lassen, dass Güter knapp werden. Hilfsorganisationen können sich die Hilfe oft schlicht nicht mehr leisten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gründe für die gestiegenen Preise sind vielfältig: Vor allem in China und Indien wächst die Nachfrage nach Lebensmitteln und Fleisch, dessen Produktion im Verhältnis zu Gemüse oder Getreide mehr Fläche verbraucht. In traditionellen Weizenexport-Nationen wie den USA und Kanada spielt die gestiegene Nachfrage nach Biokraftstoffen eine Rolle - es gibt weniger Fläche für den Lebensmittelanbau. In Afrika selbst haben Landflucht und Bevölkerungszunahme das Verhältnis von Produktion zu Verbrauch verschlechtert. Im Sahelgürtel kommt die Ausbreitung der Wüsten hinzu, überall in Afrika verschlechtert zudem der Klimawandel die Bedingungen für Kleinbauern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass sich die Wut in so vielen afrikanischen Staaten auf die Regierungen konzentriert, hat zusätzliche Gründe. Bis heute werden viele Grundnahrungsmittel und Benzin staatlich subventioniert. Politikversagen, Korruption und Inflation sorgen dafür, dass bestimmte Waren nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind. Während die Bevölkerung in der Folge hungert, lassen die Regierungsvertreter es sich meist gut gehen. "Was sollen die Leute denn anderes tun, als gewalttätig zu werden", fragt Kameruns Oppositionsführer John Fru Ndi. Er sieht in den kommenden Monaten weitere Proteste auf Afrikas Staaten zukommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright St. Galler Tagblatt, 15.4.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-6584459188383642604?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6584459188383642604'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6584459188383642604'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/04/die-rckkehr-des-hungers-in-afrika.html' title='Die Rückkehr des Hungers in Afrika'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARkK3Ay9AI/AAAAAAAAAPs/wZEW_ok-VVY/s72-c/logo_stgallen_237x66.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7597229619751326622</id><published>2008-04-15T10:53:00.001+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:58.620+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Koalition steht, Unruhen gehen weiter</title><content type='html'>&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARf0XAy87I/AAAAAAAAAPE/6IPZ4B4Z8QE/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARf0XAy87I/AAAAAAAAAPE/6IPZ4B4Z8QE/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5189378023772844978" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es war erst ein paar Stunden her, dass Präsident Mwai Kibaki das neue Kabinett vorgestellt hatte. In den Slums der Hauptstadt Nairobi hatten Hunderte bis tief in die Nacht das Ende der schwersten Krise seit der Unabhängigkeit gefeiert. Doch als sie erwachten, war alles wie zuvor. Hunderte Mungiki, Anhänger einer illegalen mafiösen Sekte, errichteten Montagmorgen Barrikaden und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gekämpft wurde in Nairobis Armenvierteln und den Städten Naivasha, Nakuru und Limuru. Mindestens zwölf Menschen starben. Nairobis Hauptstraßen waren stundenlang gesperrt. In der Innenstadt blieben die meisten Büros leer, weil die Matatu genannten Sammeltaxen nicht mehr verkehrten. Erst am Nachmittag sah es so aus, als habe die Polizei zumindest Nairobi wieder unter Kontrolle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bilder erinnern fatal an den Jahresanfang, als sich Anhänger von Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga gegenseitig umbrachten. Bis heute leben hunderttausende Kenianer fern ihrer Heimat in Lagern, weil sie Angst vor der Rückkehr haben. Die Mungiki, eine kriminelle spirituelle Gruppe ethnischer Kikuyu, sind maßgeblich mit dafür verantwortlich. In den Slums von Nakuru und Naivasha haben sie längst die Herrschaft übernommen und verfolgen Nicht-Kikuyus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Polizei wird der Mungiki nicht Herr, auch weil hochrangige Politiker in die Organisation und ihre Schutzgeldgeschäfte etwa im Transportsektor verstrickt sein sollen. Anlass der Proteste am Montag war angeblich der Mord an der Frau von Mungiki-Chef Maina Njenga. Doch dürfte es auch eine Demonstration der Macht gewesen sein. Denn die will man der endlich vorgestellten großen Koalition, der Kibaki als Präsident und Odinga als Premier vorstehen, nicht kampflos überlassen. "Lasst uns die politischen Differenzen vergessen und mit der Arbeit beginnen", hatte Kibaki in seiner Rede vor dem Präsidentenpalast gefordert. Neben ihm nickte Premier Odinga. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;40 Minister hat die neue Regierung, plus Präsident, Premier, Generalstaatsanwalt und 53 Vizeminister. Bürgerrechtler hatten vergeblich auf eine deutlich kleinere Regierung gedrungen. So sitzt jetzt ein Jugendminister neben einer Ministerin für Kinder, ein Gesundheitsminister neben einem für Krankenhäuser. Auf den wichtigen Posten sind fast nur jene zu sehen, die schon seit Jahrzehnten mitregieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Schlüsselpositionen - Innen-, Außen-, Verteidigungs- und Finanzministerium - bleiben in der Hand von Kibaki-Anhängern. Odingas Leute müssen sich meist mit den B-Posten begnügen. "Die Einigung hätte besser ausfallen können, aber wir standen unter immensem Druck", rechtfertigte sich am Montag der neue Vizepremier Musalia Mudavadi, ein enger Vertrauter Odingas. Streit ist absehbar. So ist unklar, wer die Regierung führen soll. Während Odinga sich als Premier zuständig fühlt, haben Kibakis Getreue Widerstand angekündigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 15.4.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7597229619751326622?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7597229619751326622'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7597229619751326622'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/04/koalition-steht-unruhen-gehen-weiter.html' title='Koalition steht, Unruhen gehen weiter'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARf0XAy87I/AAAAAAAAAPE/6IPZ4B4Z8QE/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1771829773764797280</id><published>2008-04-14T11:00:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:58.786+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sambia'/><title type='text'>Keine Kritik an Diktator Mugabe</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARg63Ay89I/AAAAAAAAAPU/WGiUn5uJCHE/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARg63Ay89I/AAAAAAAAAPU/WGiUn5uJCHE/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5189379234953622482" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Diskussion des Sondergipfels der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) zur Lage in Simbabwe dauerte 13 Stunden, zehn Stunden länger als geplant. Doch als Sambias Außenminister Kabinga Pande gegen fünf Uhr früh am Sonntag in der sambischen Hauptstadt Lusaka vor die Presse trat, gab es dennoch keine Neuigkeiten. "In Simbabwe herrscht nicht im Geringsten eine Krise", bekräftigte Pande die bisherige SADC-Position. Dem Staatenbund gehören Simbabwe und seine 13 Nachbarn im südlichen Afrika an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über die Frage "Krise oder nicht" war dem Vernehmen nach die ganze Nacht gestritten worden. Simbabwes umstrittener Präsident Robert Mugabe selbst hielt es nicht einmal für nötig, sich in Lusaka selbst zu verteidigen, und ließ sich von drei Ministern vertreten. Schließlich hatte der mächtigste Mann am Tisch, Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, schon Tage zuvor verlauten lassen, dass es auch mehr als zwei Wochen nach der Stimmabgabe in Simbabwe noch kein Ergebnis der Präsidentenwahl gebe, sei kein Grund zur Sorge: "Wir können in Ruhe abwarten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dieser Einschätzung stehen Mbeki und seine Amtskollegen ziemlich alleine da. Als Zugeständnis an die Kritik aus dem Westen appellierten sie deshalb an die Wahlbehörde, sie möge die Wahlergebnisse doch zügig veröffentlichen - nach einer genauen Prüfung. Genau die gab Simbabwes Wahlkommission zeitgleich zum Lusaka-Gipfel bekannt: In 23 Wahlkreisen sollen die Stimmen am Samstag neu ausgezählt werden, in 22 davon ist nach Ansicht der regierenden Zanu-PF das Ergebnis zugunsten der Opposition gefälscht worden. Die Kampagne gegen angebliche Fälscher im Auftrag der oppositionellen Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) läuft schon seit Tagen: Immer wieder wird im Herald, der einzigen erlaubten Tageszeitung, von Verhaftungen berichtet. Die MDC befürchtet, dass Mugabe mit der "Überprüfung" den Wahlsieg der Opposition im Parlament rückgängig machen will. "Wir werden keine neuen Ergebnisse akzeptieren, die offensichtlich gefälscht sind", so MDC-Sprecher Nelson Chamisa. Heute soll eine Klage gegen die Neuauszählung eingereicht werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der 84-jährige Mugabe, der allen inoffiziellen Ergebnissen zufolge nach 28 Jahren Herrschaft als Staatsoberhaupt abgewählt wurde, regiert weiter wie gehabt. Er verlängerte gesetzeswidrig die Amtszeit seines Kabinetts und ließ alle politischen Demonstrationen verbieten. MDC-Chef Morgan Tsvangirai, der zu einem Generalstreik ab Dienstag aufgerufen hat, warnt vor der Errichtung eines Polizeistaats. "Soldaten verprügeln bereits auf dem Land vermeintliche Oppositionsanhänger." Die Bedingungen für eine mögliche Stichwahl für das Präsidentenamt seien demnach "weder frei noch fair". Während die MDC behauptet, dass Tsvangirai im ersten Wahlgang am 29. März mehr als die nötige absolute Mehrheit der Stimmen gewonnen hat, gehen Wahlbeobachter davon aus, dass er sie knapp verpasst hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 14.4.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-1771829773764797280?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1771829773764797280'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/1771829773764797280'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/04/keine-kritik-diktator-mugabe.html' title='Keine Kritik an Diktator Mugabe'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARg63Ay89I/AAAAAAAAAPU/WGiUn5uJCHE/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7560521926996264361</id><published>2008-04-11T17:24:00.005+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:59.029+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Simbabwe'/><title type='text'>Warten auf die Zeit nach Mugabe</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R_91TI0K9VI/AAAAAAAAAO0/Lh6pyy37TZY/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R_91TI0K9VI/AAAAAAAAAO0/Lh6pyy37TZY/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5187994267398370642" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Auf ein unsichtbares Zeichen hin rennen auf einmal alle los. Die Schritte hallen laut wider im Inneren von Eastgate, Harares modernstem Shopping- und Bürokomplex. Wer den Supermarkt erreicht hat, reiht sich geübt in die Schlange ein, die sich binnen Sekunden gebildet hat. "Es soll tatsächlich Brot kommen", flüstert eine Frau und schüttelt ungläubig den Kopf. "Hoffentlich stimmt es diesmal." Zehn Minuten lang passiert nichts, keiner in der Schlange sagt ein Wort. Dann ein Raunen, als zwei Männer tatsächlich vier Plastikkisten mit Toastbrot durch das Foyer in den Laden schieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch einmal zehn Minuten vergehen, dann kommen vier Angestellte heraus. Einer fragt den Ersten in der Schlange: "Ein Brot kostet 40 Millionen, hast Du genug Geld dabei?" Der Mann nickt, der Angestellte sagt: "Nur eins, nicht mehr", dann darf der Glückliche eintreten. Fünfzig Brote später ist der Zauber vorbei, der Rest der Schlange löst sich schnell auf. Zwei Jungen laufen zwischen den frustrierten Büroangestellten herum und flüstern: "Wollen Sie ein Brot kaufen? Nur 80 Millionen." Die meisten schütteln den Kopf. 80 Millionen simbabwische Dollar, zum Schwarzmarktkurs knapp 1,50 Euro, das ist für viele ein Fünftel des Monatsgehalts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eastgate liegt mitten im Zentrum von Simbabwes Hauptstadt Harare, Zweite Straße Ecke Robert Mugabe Avenue. Das Gebäude galt bei der Einweihung vor mehr als zehn Jahren als architektonisches Weltwunder, wegen seiner natürlichen Klimaanlage. Ein System von Röhren und Kanälen sorgt dafür, dass der Bau mit rund 5 500 Quadratmetern Verkaufsfläche und 26 000 Quadratmetern für Büroräume quasi von selbst seine Temperatur hält. Nachempfunden ist das Prinzip einem Termitenbau. Doch die ruhmreiche Vergangenheit von Simbabwe und von Eastgate ist lange vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir waren so weit vorne, wir waren die Vorzeigenation Afrikas", erinnert sich Franklin, ein Bankangestellter im Eastgate, wehmütig. "Und wo sind wir jetzt? Die Läden sind leer, nicht einmal Strom gibt es. Unser Land steht am Abgrund." Dass es einmal so viel besser war, macht den tristen Alltag in Harare für viele noch deprimierender.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dass Franklin, der wie die meisten in Simbabwe seinen vollen Namen nicht gedruckt sehen will, solche Sätze offen sagt, ist alleine schon ein Zeichen des Wandels. Seit den Wahlen vor fast vierzehn Tagen, bei denen die Opposition die Mehrheit im Parlament gewonnen hat, ist die Angst vor der allgegenwärtigen Geheimpolizei, dem CIO, bei vielen abgeflaut. Zwar flüstern viele noch, wenn sie über die Regierung sprechen. Den Namen von Präsident Robert Mugabe, der sich an die Macht klammert und dessen Partei die Verkündung des Wahlergebnisses hinauszögert und eine Nachzählung der Stimmen fordert, nehmen die wenigsten in den Mund. "Aber selbst der Geheimdienst ist gespalten, deshalb rede ich mittlerweile auf offener Straße über Politik", sagt der Unternehmensberater Gibson.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seinen Namen freilich will auch er geheim halten. Dafür teilt der ehemalige Unternehmer, dem Mugabes Partei ZANU-PF schon einmal erfolglos einen Ministerposten angeboten haben soll, freimütig sein Wissen. "Mugabe und die Polizeiführung wollten schon vor Tagen Unruhen in Harare schüren." Doch die jungen Polizeioffiziere eine Ebene tiefer seien nicht dazu bereit gewesen: "Die haben gesagt: Wenn Mugabe Leute umbringen will, dann soll er sich ein Maschinengewehr nehmen und selbst auf die Straße gehen, wir tun es nicht", sagt Gibson und lacht. Die Zeichen mehren sich, dass selbst die Unterstützung durch Polizei und Militär bröckelt, die bisher die unerschütterliche Basis für Mugabes Machterhalt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diejenigen, die in Mbare leben, der ältesten Armensiedlung der Stadt, haben schon lange keine Zweifel mehr daran, dass der seit der Unabhängigkeit regierende 84-jährige Präsident endlich abtreten muss. "Es gibt keine Baustellen und auch sonst keine Arbeit, deshalb bleiben die Leute hier", erklärt Robert, der auf seinem Lastwagen sonst Arbeiter zu Baustellen fährt. Jetzt liegt er im Schatten des Lkw, rechnet nicht damit, dass er bald aufbrechen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst für die Glücklichen, die eine Stelle haben, ist es schwer. "Zur Arbeit und zurück kostet mich der Bus heute 35 Millionen simbabwische Dollar", beschwert sich Gloria, die am Straßenrand auf einen der nur selten vorbeikommenden Busse wartet. "Und morgen ist es vielleicht schon wieder teurer, mindestens zwei Mal die Woche wird der Preis hochgesetzt, weil der Benzinpreis täglich steigt." Obwohl ihr Arbeitgeber Gloria einen Zuschuss zu den Fahrtkosten zahlt, muss sie oft laufen. "Für den einfachen Weg brauche ich drei Stunden", klagt sie. Ihre kleine Tochter sieht sie an solchen Tagen nur schlafend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mbare ist eine Hochburg der simbabwischen Opposition, weswegen Mugabe vor drei Jahren Hunderttausende von hier vertreiben ließ. In der Operation "Murambatsvina", das Shona-Wort für Müllabfuhr, rissen Bulldozer mitten im Winter tausende Hütten ab, die meisten Bewohner flohen aufs Land. Wer blieb, der hat bei dieser Wahl für die oppositionelle "Bewegung für demokratischen Wandel" (MDC) und ihren Chef, den langjährigen Regimekritiker Morgan Tsvangirai, gestimmt. An dessen Sieg glauben nicht nur hier in Mbare alle. Wenn er nicht bald verkündet wird, so warnt der schon grauhaarige George, dann wird ganz Mbare auf die Straße gehen. "Ich werde der erste sein, der gegen Mugabe demonstriert." Doch bislang warten die meisten Bewohner nur ab, nervös, aber tatenlos. Regina, Mutter eines Sohnes, flüstert: "Angeblich bereiten ein paar Leute schon etwas vor, aber Genaues weiß man nicht." Sie hat den ganzen Tag vor einem Laden gestanden und vergebens auf Brot gewartet. Für einen Aufstand scheint sie, wie die meisten, viel zu erschöpft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst ein Beamter im maßgeschneiderten Anzug, der vor einem Laden seinen schwarzen Mercedes aufschließt und mit einem Bündel 50-Millionen-Dollar-Scheine wedelt, erregt sich. "Maismehl, Zucker oder Pflanzenöl habe ich schon seit Monaten nicht mehr in den Regalen gesehen." Trotzdem hat er erneut für die Regierung gestimmt, gibt er zu. Warum, das sagt er nicht. Aber viele Beamte machen sich zu Recht Sorgen, dass sie nach einem Regierungswechsel die über Jahre angesammelten Privilegien und ihre Arbeit verlieren könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch deshalb hat Mugabe bei dieser Wahl selbst nach Ansicht der Opposition mehr als 40 Prozent der Stimmen bekommen, trotz einer Rekordinflation von mehr als 164 000 Prozent. Auch viele Soldaten haben für Mugabe gestimmt, angeblich mussten sie ihre Dienstnummer auf den Wahlzetteln vermerken. Doch ein Luftwaffengeneral ließ im staatlichen Radio vorgestern mitteilen, man werde im Falle eines Falles unparteiisch bleiben. Es ist ein weiteres Zeichen für die Zerrissenheit der kleinen Elite des heruntergewirtschafteten Landes - denn zeitgleich sind andere Generäle aufs Land entsandt worden, um Milizen und Soldaten gegen Oppositionsanhänger aufzuhetzen. Wo früher weiße Siedler verfolgt wurden, sind jetzt auch Schwarze die Opfer, wenn sie unter dem Verdacht stehen, Oppositionsanhänger zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Das Establishment, das sind auch Menschen, wir dürfen sie nicht überschätzen", erklärt der Methodistenpriester Johnny Dube. "Die sind verwirrt, sie können nicht vorwärts und nicht zurück und wissen nicht, was sie als nächstes tun sollen." Dube gehört zu den wenigen, die schon seit Jahren offen gegen die Regierung zu Felde ziehen. In einem Buch hat er den simbabwischen Kirchenverband und seine eigene Kirche beschuldigt, das System zu stützen. Dabei, glaubt er, könnten die Kirchen ein entscheidender Faktor zur Veränderung sein. "Wir sind überall im Land, auch da, wo die Politiker nur einmal vor der Wahl hingehen und dann nie wieder." Doch auch jetzt schweigen die Pfarrer. "Dabei stehen wir vor einem Umschwung, und wir hätten seine Speerspitze sein können."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In all der Unsicherheit hat sich dennoch eine Zuversicht ausgebreitet, die es vorher nicht gab. "Es kann einfach nicht so weiter gehen", sagt der Unternehmensberater Gibson. Früher oder später, so glaubt er, wird das System implodieren. Es gebe Anzeichen dafür, dass ein Großteil der Elite sich ins Ausland absetzen will. "Die wollen, dass die absehbare Stichwahl um das Präsidentenamt erst in drei Monaten stattfindet, damit sie Zeit genug haben, abzuziehen." Dafür spricht auch, dass die Regierung gerade noch einmal die Summe verringert hat, die täglich bei den Banken abgehoben werden darf. Eine Milliarde simbabwischer Dollar pro Tag, etwa 17 Euro, sind jetzt die Obergrenze. So viel haben die wenigsten Simbabwer, aber als Stopp für eine Kapitalflucht der Reichen und Mächtigen ist das Verbot effektiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Mugabe die Wahl bei einer Stichwahl in drei Monaten gewinnen würde, ist für Gibson ein Ding der Unmöglichkeit. "Auf den wenigen bestellten Feldern erwarten wir eine Missernte wegen Düngermangels und Dauerregens, in drei Monaten hungert das ganze Land."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 11.4.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7560521926996264361?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7560521926996264361'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7560521926996264361'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/04/warten-auf-die-zeit-nach-mugabe.html' title='Warten auf die Zeit nach Mugabe'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R_91TI0K9VI/AAAAAAAAAO0/Lh6pyy37TZY/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8296719449442270794</id><published>2008-04-07T10:57:00.001+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:59.255+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Somalia'/><title type='text'>Französische Luxusjacht vor Somalia entführt</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARge3Ay88I/AAAAAAAAAPM/yIKw6GFcH34/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARge3Ay88I/AAAAAAAAAPM/yIKw6GFcH34/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5189378753917285314" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Kreuzfahrt durch die Trauminselwelt der Seychellen verlief nach Plan. Doch auf der Rückreise wurde die in Frankreich registrierte "Ponant", ein für 64 Passagiere ausgelegter luxuriöser Dreimaster, von Piraten geentert. Seit Freitag kreuzt die Jacht vor der Küste Somalias, verfolgt von einer Fregatte der französischen Marine. "Wir versuchen, die Krise friedlich beizulegen", kündigte Frankreichs Premier Fillon an. "Unser wichtigstes Ziel ist es, das Leben der Besatzung zu schützen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über das Schicksal der dreißig Männer aus Frankreich und der Ukraine war bis zum Sonntag nichts bekannt. Die Forderungen der Piraten wurden nicht öffentlich, doch dürften sie ein hohes Lösegeld verlangen. "Die Idee ist, die Schiffe hunderte Meilen vor der Küste aufzubringen, sie in somalische Hoheitsgewässer zu entführen und erst wieder freizugeben, wenn der Eigentümer bezahlt hat", bilanziert Pottengal Mukundan, Direktor des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB). Die vom IMB geführte Statistik über Piraterie in den Weltmeeren führt für das vergangene Jahr 31 Angriffe vor Somalia auf, dazu kamen 11 Schiffsentführungen. Nirgendwo sonst auf See ist es so gefährlich, obwohl die UN in ihren Empfehlungen einen Mindestabstand zur somalischen Küste von mindestens 200 Seemeilen statt der üblichen 50 anmahnen und Marineschiffe in der Region patrouillieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die mit Maschinengewehren und Raketenwerfern bewaffneten Seeräuber haben weit von Somalias Küste entfernt sogar Mutterschiffe verankert, von denen Schnellboote zum Angriff ausschwärmen. An Land haben die Soldaten sowieso nichts zu befürchten: Nach 17 Jahren ohne funktionierende Zentralregierung gibt es keine Küstenwache, lokale Milizen können leicht mit Anteilen der riesigen Lösegelder geschmiert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die fließen immer, weiß Mukundan. Erst vor drei Wochen zahlten die Eigentümer eines dänischen Schiffs fast 500.000 Euro Lösegeld. "Solche Zahlungen ermutigen die Piraten nur", wetterte der Fischereiminister der Puntland-Region an Afrikas Horn, Achmed Said Aw-Nur. Doch ein Rezept, die Piraten aufzuhalten, hat er nicht. Die Islamisten, die als Einzige der Piraterie für ein halbes Jahr Einhalt geboten, führen derzeit einen Guerillakrieg gegen Somalias zerstrittene Übergangsregierung. Deren Idee, die Küste durch eine US-Sicherheitsfirma bewachen zu lassen, scheiterte an den Kosten von 50 Millionen US-Dollar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Somalier machen die heutigen Opfer für die Piraterie verantwortlich. "Nach dem Zusammenbruch des Staats kamen immer mehr illegale Fischtrawler, gegen die sich örtliche Fischer bewaffnet wehrten", erklärt der somalische Fischereiexperte Omar Abdulle Hayle. Dann schmierten die illegalen Fischflotten Warlords an der Küste, die Milizen zur See wurden arbeitslos - und sattelten auf Piraterie um. Mukundans IMB wirft Hayle Doppelzüngigkeit vor: "Niemand hat protestiert, als die somalischen Gewässer ausgebeutet wurden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 7.4.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8296719449442270794?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8296719449442270794'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8296719449442270794'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/04/franzsische-luxusjacht-vor-somalia.html' title='Französische Luxusjacht vor Somalia entführt'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARge3Ay88I/AAAAAAAAAPM/yIKw6GFcH34/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4014642204359742136</id><published>2008-03-30T10:51:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:59.422+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tschad'/><title type='text'>Papierkrieg in Afrika</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARe73Ay86I/AAAAAAAAAO8/s_vXzD8TWMg/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARe73Ay86I/AAAAAAAAAO8/s_vXzD8TWMg/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5189377053110236066" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seit ich in Nairobi lebe, ist mir ein kleines Buch ans Herz gewachsen: fester Umschlag, bordeauxrot, passt in jede verschwitzte Hemdtasche, schlichter Text, ein eher misslungenes Foto und eine steigende Zahl von Abbildungen. Mein Reisepass. Ich weiß zu schätzen, dass es Pässe mit 48 Seiten gibt, die im grenzoffenen Deutschland vermutlich niemand braucht. Dass auch sie nach einem Jahr voll sind, liegt an den farbenfrohen und riesig großen Stempeln und Aufklebern, die jedes afrikanische Land zur Grundvoraussetzung der Einreise erhoben hat. Dazu muss man den Pass samt mehrerer Formulare, Passbilder und Dollar-Bündel quer durch Afrika schicken, denn nur wenige Länder leisten sich in Kenia eine diplomatische Vertretung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst Stunden vor dem geplanten Abflug erreichte mich kürzlich ein Paket aus der tschadischen Botschaft in Addis Abeba. Inhalt: mein Pass samt neuem Stempel, eineinhalb Seiten. Auf dem Stempel prangte das Porträt des Alleinherrschers Idriss Déby. Das, so dachte ich, sollte reichen, um meine Einreise zur Formsache werden zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Grenzpolizei im Tschad dachte allerdings anders. Nachdem ich ein vielspaltiges Formular ausgefüllt und ein Beamter eine weitere halbe Seite mit einem dreieckigen Stempel verziert hatte - daneben seine unleserliche, aber raumgreifende Unterschrift - erklärte er, ich hätte mich binnen 72 Stunden bei der Ortspolizei zu registrieren. Am nächsten Morgen füllte ich dort weitere Formulare aus, heftete Passbilder dazu, bekam einen weiteren Stempel, der zum Aufenthalt in der Hauptstadt berechtige. Gedächte ich zu reisen, so der Beamte, müssten Pass, weitere Formulare und mindestens vier Bilder beim Außenministerium eingereicht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesagt, getan: Ich füllte aus, klebte Fotos und erfuhr dann im Weggehen vom gelangweilten Beamten: "Übrigens, im derzeitigen Ausnahmezustand darf nur der Präsident persönlich unterschreiben. Der hat aber selten Zeit." Sprach's und gab mir den Pass zurück - ohne Stempel diesmal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann nicht immer gewinnen. Solange mein bordeauxrotes Buch am Ende immer wieder zu mir zurück findet, ist eine Schlacht, nicht aber der große Papier-Krieg verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 30.3.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4014642204359742136?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4014642204359742136'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4014642204359742136'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/papierkrieg-in-afrika.html' title='Papierkrieg in Afrika'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARe73Ay86I/AAAAAAAAAO8/s_vXzD8TWMg/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4068845600376398666</id><published>2008-03-28T11:03:00.001+03:00</published><updated>2008-12-12T03:46:59.529+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tschad'/><title type='text'>Die Stadt als Schlachtfeld</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARhj3Ay8-I/AAAAAAAAAPc/AEHFcPehmBk/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARhj3Ay8-I/AAAAAAAAAPc/AEHFcPehmBk/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5189379939328259042" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Zum Flanieren hat die Avenue Charles de Gaulle im Zentrum von Tschads Hauptstadt N'Djamena nie wirklich eingeladen. Zu staubig ist die Straße, über die laut dröhnend Lastwagen und mit Passagieren überbesetzte Minibusse rumpeln. Zu wenig gibt es in den Läden zu kaufen - und das sowieso nur, wenn man das Geld dazu hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch ging man bis zur fehlgeschlagenen Rebellion Anfang Februar gerne hierher: Der Lichtblick auf N'Djamenas Hauptachse waren die mehrere hundert Jahre alten Bäume, die die Avenue auf beiden Seiten säumten und bei mehr als 40 Grad Sommerhitze den ersehnten Schatten boten. Doch auch damit ist es jetzt vorbei. Mit einem Bagger und Motorsägen haben Bauarbeiter vor wenigen Tagen den letzten Baumriesen gefällt - im Auftrag von Präsi- dent Idriss Déby. Denn diesem waren die Bäume zu gefährlich geworden: Als Rebellen versuchten, ihn aus dem Amt zu jagen, hatten sie die dicken Stämme als Deckung genutzt. Das, so soll Déby angeordnet haben, darf nie wieder passieren. Meterhohe Stämme liegen deshalb am Straßenrand, die ersten werden von Anwohnern bereits fachgerecht zerlegt. Holz ist knapp in der Wüstenstadt und entsprechend kostbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass ihr Präsident das letzte bisschen Grün abholzen lässt, scheint kaum jemanden zu verwundern. Schließlich lässt der gleiche Mann zur Stunde auch einen Schützengraben rund um die Hauptstadt ausheben. Die Marktfrauen, die zwischen den Baumstümpfen ein paar Zwiebeln und Tomaten ausgebreitet haben, schütteln nur vorsichtig den Kopf, bevor sie wieder auf ihre Waren gucken. Vor offener Kritik fürchten sich fast alle in der Hauptstadt des paranoiden Herrschers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Angst der eingeschüchterten Bevölkerung, glaubt Jean-Claude Nekim, wird nur von dessen eigener Furcht übertroffen. "Déby hat Angst vor allem und jedem, selbst vor seinem eigenen Schatten", sagt der Journalist, der die unabhängige Zeitung N'Djamena Bi-Hebdo herausbringt. Seit dem Rebelleneinmarsch ist das Blatt nicht mehr erschienen. "Damit protestieren wir gegen den Ausnahmezustand; würden wir weiter schreiben, dann würde die Regierung jeden Satz zensieren und in ihrem Sinne verdrehen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lieber schreibe er nicht, sagt Nekim, als dass er sich wider Willen zum Sprachrohr der Regierung machen lässt. Nekim glaubt, dass Déby die Stadt derzeit zum letzten Gefecht rüsten lässt: "Die Regierung will einen Krieg und die Stadt soll das Schlachtfeld sein."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den Zehntausenden, die Anfang Februar vor den Kämpfen mit mindestens 700 Toten über den Grenzfluss nach Kamerun geflohen sind, sind die meisten zwar wieder zurückgekommen. Doch fast jeder ist bereit, erneut zu fliehen, wenn es wieder losgeht. Und dass es irgendwann so weit sein wird, daran zweifelt niemand. Bis dahin verbreiten Débys verbliebene Getreue Angst und Schrecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht um die Macht im Tschad, einem der ärmsten Staaten der Welt, der zugleich über einen gewaltigen Ölreichtum verfügt. Wer das Land in der Vergangenheit regiert hat, behandelte es stets nach Gutsherrenart. Programmatische Unterschiede zwischen Rebellen und Regierung gibt es nicht, auch keine ethnische Feindschaft - im Gegenteil: Viele von Débys Gegnern gehören der gleichen Minderheitenethnie an, den Zaghawa, die in den Wüsten im Nordosten Tschads leben. Déby, der nach den letzten Kämpfen zugab, die Unterstützung seines halben Kabinetts und noch größerer Teile der Armee verloren zu haben, steht mit dem Rücken zur Wand. Seine Unterstützer kennen deshalb kein Pardon. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehrere Führer der Zivilgesellschaft und der Opposition wurden schon aus ihren Häusern verschleppt, als die Rebellen noch dabei waren, sich zurückzuziehen; vom Führer der "Koordination zur Verteidigung der Verfassung", Ibni Omar Mohammed Saleh, fehlt jede Spur. Der in Frankreich wieder aufgetauchte Ngarléjy Yorongar berichtete von Scheinexekutionen, hinter denen Soldaten der Präsidialgarde, Débys letztem Aufgebot, gesteckt hätten. Interviews mit Yorongar werden in N'Djamena unter der Hand herumgereicht, weitergemailt und -gefaxt und erreichen auf diese Weise binnen Stunden fast jeden Bewohner - auch wenn der Besitz solcher Schriften zur sofortigen Verhaftung führen könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Rebellen wissen viele Details", sagt Nekim. Dem militärisch erfahrenen Déby, der sich 1990 selbst an die Macht putschte, sei klar, dass er nicht nur den Sudan, der die Rebellen unterstützt, sondern vor allem die Feinde im eigenen Palast fürchten müsse. "Es ist gut möglich, dass die nächste Rebellion von innen passiert." Weite Teile der Armee wurden in den vergangenen Wochen entwaffnet, aus Angst vor einem Militärputsch. Im ganzen Land herrscht eine nächtliche Ausgangssperre, die Wüste jenseits der Hauptstraße in Richtung Osten wird angeblich vermint. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Déby ist vollkommen wahnsinnig", bilanziert die Mitarbeiterin einer deutschen Hilfsorganisation im Tschad. Ihre Mitarbeiter bekommen derzeit keine Genehmigungen für Reisen innerhalb des Landes mehr, weder Tschader noch Ausländer. "Franzosen müssen für ihre Genehmigung besonders viele Unterlagen einreichen, angeblich wegen der Affäre um ,Arche de Zoe', wo die sogenannten Helfer illegal mehr als 100 Kinder außer Landes fliegen wollten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch wahrscheinlicher ist, dass man im Osten derzeit keine Zuschauer gebrauchen kann. Dort werden die Lager der Rebellen vermutet; niemand soll wissen, was die Armee gegen sie plant. Denn Gewalt ist das letzte Mittel, dass Déby gegen die Rebellen hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Unité, Travail, Progrès", Einheit, Arbeit, Fortschritt, lautet der Wappenspruch des Tschad. Doch Déby hat nichts davon erreicht. Seine Bilanz nach 18 Jahren an der Macht: Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen Platz 172 von 179. Die Korruptionsstatistik von Transparency International kennt nur sieben Länder, in denen noch mehr Geld illegal hinterzogen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lediglich in der Liste der "gescheiterten Staaten", die das US-Magazin Foreign Policy jährlich herausbringt, steht der Tschad weit oben: Auf Platz 5, direkt nach Simbabwe und Somalia. "Und mit den Rebellen wäre es das Gleiche, die sind auch keine Demokraten", seufzt Journalist Nekim. Allen gehe es letztlich um das Gleiche: den ungehinderten Zugriff auf die Ölmilliarden, mit denen Déby derzeit in Missachtung von Weltbank-Auflagen kräftig Waffen einkauft, vor allem in Libyen und China. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;China unterstützt eigentlich den verhassten Nachbarn Sudan, dessen Regime es Waffen liefert und von dem es große Mengen Erdöl kauft. Um seinerseits die Gunst Chinas zu gewinnen, brach Tschads Präsident 2006 sämtliche Verbindungen nach Taiwan ab, das er bis dahin anstelle der Volksrepublik China diplomatisch anerkannt hatte. Für Taiwan vorgesehene Ölexplorationsrechte wurden an die Volksrepublik verschoben, die sich mit umfangreichen Investitionen im Tschad bedankte, ohne allerdings die Beziehungen zum Sudan zu lockern. Überall im Tschad werden nun mit chinesischer Hilfe Straßen gebaut, und auch eine Panzerfabrik ist geplant. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es nach der kräftig brodelnden Gerüchteküche geht, soll den Chinesen bald noch viel mehr gehören: Rund um den Großmarkt, den "Marché Central" vor der großen Moschee, werden seit Ende der Kämpfe Häuser und Geschäfte niedergerissen. Stattdessen, sagt einer der Arbeiter, soll hier eine riesige Shopping Mall entstehen - und tatsächlich stehen zwischen den Ruinen bereits chinesische Bauingenieure. Es ist ein Geschäft zum beiderseitigen Vorteil: Die Chinesen wollten bauen, Déby vor allem abreißen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Stadtverwaltung nutzt den seit Februar geltenden Ausnahmezustand, um Gebäude der Oppositionsanhänger zu zerstören", sagt Journalist Nekim. "Das kann man natürlich nicht offen sagen, denn laut der Regierung sind ja alle Rebellen Sudanesen. Aber die Eigentümer dieser Grundstücke sind Tschader, und sie arbeiten gegen Déby."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal hat ein Grundstück, in dem jetzt Kinder versuchen, zwischen den Trümmern etwas Nutzbares zu finden, eine kuriose Geschichte hinter sich. Große Teile der Innenstadt verstaatlichte Déby vor einem Jahrzehnt, um sie seinem Neffen Timane Erdimi zu schenken - der war bis zum Bruch mit dem Diktator 2005 dessen rechte Hand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt führt Erdimi eine der Rebellengruppen - deshalb wird "sein" Land erneut verstaatlicht und verschenkt: diesmal an die Chinesen. Verlierer sind diejenigen, die auf Erdimis Grund und Boden ihre Läden errichtet hatten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für durchschnittliche Tschader bleibt ohnehin nichts übrig. Außerhalb der Hauptstadt, wo die Regierung kaum vorkommt, trotzen Bauern dem staubigen Wüstenboden ein bisschen Gemüse ab und haben die Hoffnung auf Entwicklung längst aufgegeben. Ein deutscher Entwicklungshelfer meint: "Die sind schon froh, wenn man sie einfach in Ruhe lässt."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 28.3.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4068845600376398666?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4068845600376398666'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4068845600376398666'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/die-stadt-als-schlachtfeld.html' title='Die Stadt als Schlachtfeld'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/SARhj3Ay8-I/AAAAAAAAAPc/AEHFcPehmBk/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-883605780889414284</id><published>2008-03-26T14:34:00.002+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:00.170+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ghana'/><title type='text'>"Die Minenbetreiber machen, was sie wollen"</title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R-o2LWBHBwI/AAAAAAAAAOs/q5i3HQhQhms/s1600-h/PICT0224.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R-o2LWBHBwI/AAAAAAAAAOs/q5i3HQhQhms/s320/PICT0224.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5182013889759872770" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es war vor zwei Jahren, früh, Samstagmorgen, die Sonne stand noch tief am Himmel. Kwadwo Appiah, einer der Ältesten in Dumase, einem Dorf im Westen Ghanas, ging hinunter zum Fluss, um seinen Wasserkanister zu füllen. Doch den Anblick, als er das Ufer erreichte, hat er bis heute nicht vergessen: hunderte aufgedunsene, tote Fische flossen den Apepra-Strom hinunter, aus Trinkwasser war hochkonzentriertes Gift geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der nahen Bogoso-Goldmine war Zyanid ausgetreten. Bewohner trugen die hochgiftigen Fische nach Hause, bis der Fluss nach Stunden endlich abgesperrt wurde. "Solche Unfälle passieren immer wieder", bilanziert der Umweltschützer Daniel Owusu-Koranteng, Direktor der lokalen Organisation Wacam (Wassa Accosiation of Communities Affected by Mining). Zweimal binnen zwei Jahren wurde Dumase von den giftigen Fluten heimgesucht. Während die kanadische Minengesellschaft behauptet, den Fluss beide Male gründlich gereinigt zu haben, haben die Bewohner Dumases immer noch Angst vor Krankheiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Goldabbau ist eine schmutzige Angelegenheit: Über Tage wie in Bogoso oder unter Tage wie in Obuasi, Ghanas Goldgräberhauptstadt, wird tonnenweise Geröll abgebaut, aus denen das wertvolle Edelmetall mit einer hochgiftigen Zyanidlösung herausgewaschen wird. Zwanzig Tonnen oder mehr müssen dem Boden entrissen werden, um genug Gold für einen Ehering zu gewinnen. Doch mit einem Goldpreis, der zuletzt einen Rekordstand von 1030 US-Dollar pro Feinunze erreicht hatte, lohnt sich der Aufwand für die global operierenden Unternehmen allemal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die giftigen Schlämme, die bei der Goldgewinnung übrig bleiben, treten immer wieder aus den künstlich angelegten Stauseen aus, in denen sie gelagert werden. "Aus unserem Fluss können wir nicht mehr trinken", zitiert ein aktueller Bericht der ghanaischen Menschenrechtsgruppe ActionAid den Bewohner eines Dorfes nicht weit von Obuasi entfernt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bauern berichten, Angestellte der Goldmine hätten ihre Felder untersucht und danach die Nutzung untersagt. "Sie haben uns gesagt, die Felder sind mit Zyanid verseucht. Jetzt kann ich meine Ernte nicht mehr verkaufen, ich musste meine Kinder von der Schule nehmen." Steven Lenahan, Sprecher des südafrikanischen Minenbetreibers AngloGold Ashanti, weist jede Schuld an den Vorfällen zurück: Für Überschwemmungen seien oft natürliche Ereignisse wie starke Regenfälle verantwortlich. Stets versuche man, auftretende Probleme schnell zu lösen. Doch Daniel Owusu-Koranteng kennt zu viele Probleme des Goldabbaus. So sammle sich oft das Gift Arsen im Grundwasser an, das schwere Krankheiten verursache. Manchen Dörfern liefern Minengesellschaften schon Trinkwasser in Tankwagen, weil die Brunnen komplett vergiftet sind. "Die Regierung interessiert sich nicht für die Opfer", sagt Owusu-Koranteng, "die Minenbetreiber dürfen machen, was sie wollen." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im derzeitigen Goldrausch suchen Prospektoren fast überall im Land nach neuen Goldfeldern, sagt George Awori, der für die Umweltorganisation Friends of the Earth arbeitet. Mitten in einem Regenwald-Schutzgebiet bewachen ihm zufolge bewaffnete Sicherheitskräfte abgesperrte Areale, wo nach neuen Vorkommen gesucht wird. Die Bewohner des nahen Dorfes Subri, die hier seit Menschengedenken heilige Rituale abhalten, sollen draußen bleiben. "Doch wir werden eher sterben", sagt ihr Häuptling, "als unsere Traditionen aufzugeben." Awori unterstützt ihn. "Beim Abbau an der Oberfläche wird die gesamte Vegetation abgetragen, kein Baum, kein Strauch bleibt stehen." Schwere Fahrzeuge treiben monströse Terrassen in den nackten Boden: So hat Ghana bereits mehr als drei Viertel der Baumdecke verloren, die das damals noch "Goldküste" genannte Land vor hundert Jahren bedeckt hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch reich ist Ghana durch das Gold nicht geworden. "Nur knapp 15 Prozent der Steuereinnahmen kommen aus dem Goldsektor, das meiste von Einkommenssteuern der Angestellten", zitiert Awori aus einem Haushaltsbericht der Regierung. Und Angestellte gebe es immer weniger: In der Goldkrise der 90er hätten die multinationalen Unternehmen gut 1000 Arbeitsplätze abgebaut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Lobby für den Goldabbau dennoch so groß ist, kann Umweltaktivist Owusu-Koranteng nicht verstehen. Er ist in der Minenstadt Tarkwa aufgewachsen. Hier findet sich die höchste Konzentration von Minen in einem Distrik im gesamten Afrika. Er hat gesehen, wie aus Wäldern Wüsten geworden sind. "Wenn wir so weitermachen", sagt er mit leiser Stimme, "dann sind unsere Traditionen bald so tot wie das Land."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Der Standard, 26.3.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-883605780889414284?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/883605780889414284'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/883605780889414284'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/die-minenbetreiber-machen-was-sie.html' title='&quot;Die Minenbetreiber machen, was sie wollen&quot;'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R-o2LWBHBwI/AAAAAAAAAOs/q5i3HQhQhms/s72-c/PICT0224.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2587824213657772755</id><published>2008-03-18T10:53:00.003+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:00.401+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Kenias Politiker planten ethnische Massaker</title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R991bKsfv5I/AAAAAAAAAOk/X09fP8G1VS0/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R991bKsfv5I/AAAAAAAAAOk/X09fP8G1VS0/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5178987206087262098" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Radiodurchsage klang nur für Außenseiter unverständlich: "Milchmänner, bereitet euch darauf vor, das Gras abzusäbeln", riefen Moderatoren schon Tage vor Kenias Wahl am 27. Dezember ins Mikrofon des Senders in der Stadt Eldoret. Die Angehörigen der Kalenjin-Volksgruppe, traditionell nomadische Rinderzüchter, verstanden sofort, dass sie die Milchmänner waren - und das Gras waren die Kikuyu, sesshafte Bauern, die ihr Land seit den 60er Jahren von der Regierung erhalten hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Politiker des ODM-Bündnisses von Oppositionsführers Raila Odinga riefen im Wahlkampf zur Gewalt gegen die Kikuyu-Ethnie des amtierenden Präsidenten Mwai Kibaki auf: "Die Politiker und die Ältesten in den Dörfern haben uns gesagt: Beginnt den Krieg gegen die Kikuyu, wenn sich ein Sieg für Kibaki abzeichnet", zitiert ein am Montag vorgestellter Bericht der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) einen Bewohner des Dorfes Turbo nahe Eldoret. Er schildert die Planungen: "Erst verbrennen wir alle Hütten in und um Turbo, und dann ziehen wir nach Eldoret und machen dort weiter." Mehr als 1.000 Menschen kamen offiziellen Zahlen zufolge in den Kämpfen um, die überall in Kenia aufflammten; 500.000, so schätzt HRW, wurden vertrieben. Der Bericht legt dar, dass die Gewalt nicht spontan entbrannte, sondern geplant und von Politikern angestachelt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erschütternd ist der Report, weil er detailliert erklärt, wie es in einem scheinbar so friedlichen Land wie Kenia zur schlimmsten Krise seit der Unabhängigkeit 1963 kommen konnte. HRW-Afrika-Experte Ben Rawlence gibt den Regierungen der Industrieländer eine Mitschuld: "Weil sie jahrzehntelang Korruption, Straflosigkeit und Missmanagement in Kenia ignoriert haben." Ohne Druck von außen, so befürchtet er, wird auch die gerade erst vereinbarte Koalitionsregierung mit Gewalt und Korruption weitermachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Interviews mit Betroffenen zeigen, wie sich die Gewalt verselbstständigte: Wer nicht zu Treffen seiner Volksgruppe erschien, musste befürchten, dass sein eigenes Haus angezündet wird. Bei den Planungstreffen selbst wurde Gruppendruck ausgeübt: "Es ist schwer, mit 300 gewaltbereiten Jugendlichen nicht einer Meinung zu sein", wird ein alter Mann aus der Nähe von Eldoret zitiert. In Naivasha, wo später Kikuyu gegen Kalenjin und Luo zu Felde zogen, wurden die Massaker ebenfalls geplant. Bekannte Geschäftsleute ließen alle jungen Männer mit Taxis einsammeln und gaben ihnen Anweisungen. "Man hat uns 150 Euro für jeden geköpften Luo versprochen", berichtet einer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;HRW fordert von der am Donnerstag benannten kenianischen Untersuchungskommission, die vom südafrikanischen Richter Johann Kriegler geführt wird, eine rückhaltlose Aufklärung der Massaker. Vor allem die Rolle der Polizei ist zwielichtig: Mancherorts schienen die Polizisten von den Milizen überwältigt, anderswo hielten sie sich auffällig zurück. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 18.3.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2587824213657772755?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2587824213657772755'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2587824213657772755'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/kenias-politiker-planten-ethnische.html' title='Kenias Politiker planten ethnische Massaker'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R991bKsfv5I/AAAAAAAAAOk/X09fP8G1VS0/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5560104603482105975</id><published>2008-03-13T07:13:00.008+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:00.569+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ruanda'/><title type='text'>Journalistenpreis Weltbevölkerung</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yfvasfv3I/AAAAAAAAAOU/RC-cxlgG2oE/s1600-h/Marc_Engelhardt_72.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yfvasfv3I/AAAAAAAAAOU/RC-cxlgG2oE/s320/Marc_Engelhardt_72.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5178189308537847666" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) hat mit ihrem Journalistenpreis "Weltbevölkerung" 2007 meinen Artikel zur "Drei-Kind-Politik" in Ruanda geehrt (zum Artikel geht's mit einem Klick auf die Überschrift). Die feierliche Preisverleihung fand am 13. März im historischen Kassensaal der KfW Berlin in Anwesenheit der Schirmherrin, Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, sowie etwa 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Jurybegründung heißt es: "Marc Engelhardt gelingt eine differenzierte Darstellung rund um Armutsbekämpfung und Bildungspolitik, um Geburtenkontrolle und Bevölkerungswachstum in Ruanda. Ein sachlich und emotional sehr eindrucksvoller Artikel!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der im Jahr 2007 erstmals ausgeschriebene Journalistenpreis "Weltbevölkerung" wird von UNFPA unterstützt. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung will mit der Auszeichnung den engen Zusammenhang zwischen der rasanten Bevölkerungsentwicklung, Armut, reproduktiver Gesundheit und Umweltschutz in den Entwicklungsländern stärker in die öffentliche Diskussion einbringen. Sie will verdeutlichen, dass das Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern durch Aufklärungs- und Familienplanungsprojekte verlangsamt werden muss, um die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Photo Copyright DSW)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5560104603482105975?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.oneplanetmedia.de/2007/06/sechs-kinder-sind-drei-zu-viel.html' title='Journalistenpreis Weltbevölkerung'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5560104603482105975'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5560104603482105975'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/journalistenpreis-weltbevlkerung.html' title='Journalistenpreis Weltbevölkerung'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yfvasfv3I/AAAAAAAAAOU/RC-cxlgG2oE/s72-c/Marc_Engelhardt_72.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-5095779269971129783</id><published>2008-03-13T06:25:00.001+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:00.746+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tschad'/><title type='text'>Gendarmen der Wüste</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yh0Ksfv4I/AAAAAAAAAOc/EUdOP3cMhAc/s1600-h/tschad.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yh0Ksfv4I/AAAAAAAAAOc/EUdOP3cMhAc/s320/tschad.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5178191589165481858" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Lehmhütte von Urban Britzius liegt so weit ab vom Schuss, dass er manches gar nicht mitbekommt. Etwa als das Dorf Iriba im Nordosten Tschads, wo er seit fast drei Jahren lebt, von Rebellen eingenommen wurde. "Das habe ich erst im Radio erfahren", berichtet der ergraute deutsche Wasserbauingenieur, der eine Pfeife im Mundwinkel und ein weites tschadisches Gewand trägt: In Iriba steigen die Mittagstemperaturen derzeit über 50 Grad.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher war der Marktflecken mit etwa 2 000 Einwohnern Anlaufpunkt für den Handel mit dem Sudan, die Grenze zu Darfur liegt nur knapp 60 Kilometer entfernt. Doch seit Ausbruch der Darfur-Krise vor fünf Jahren ist Iriba vor allem Basis für Flüchtlingshelfer. Britzius versorgt im Auftrag der Hilfsorganisation Help 16 000 Menschen mit Wasser, viele von ihnen in den drei nahen Lagern. Insgesamt leben mehr als 250 000 Darfur-Flüchtlinge im unwirtlichen Osten Tschads, dazu kommen mindestens 180 000 intern vertriebene Tschader.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch das grenznahe Dorf jagen seit ein paar Monaten außer Darfur-Rebellen und verfeindeten Milizen auch tschadische Rebellen, die gegen die Regierung von Präsident Idriss Déby kämpfen. "Da braust irgendein Konvoi durch, und hinterher erzählt mir einer: Das war die oder jene Gruppe. Aber wirkliche Bedeutung für uns hier hat das nicht", sagt Britzius. Dass das Leben in Iriba derzeit dennoch gefährlicher ist denn je, erklärt er so: "Als Vertreter des Staates haben wir hier gerade mal einen Polizisten mit fünf Handlangern." Als die Rebellen nach Iriba kamen, flohen die sechs in den Busch, so war die Stadt plötzlich "in Rebellenhand". Als die Rebellen zum Sturm auf N'Djamena weiterzogen, kamen die sechs Repräsentanten der fernen Regierung zurück: Die Stadt war den Radionachrichten zufolge, wie Britzius am Abend überrascht zur Kenntnis nahm, wieder unter Kontrolle der Regierung. So sei es fast überall im Osten Tschads: "Es gibt hier einfach keinen Staat."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr als 40 Autos sind alleine in Iriba in den vergangenen Monaten gestohlen worden, ohne dass jemand Täter verfolgt hätte. Immer wieder überfallen Banditen Häuser in Iriba. Das Umland kann nur im Konvoi bereist werden, der von der Armee begleitet werden muss. Deren Angehörige sind wiederum dafür berüchtigt, dass sie, wie in der vergangenen Woche, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen eher verprügeln als schützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser gesetzlosen Gegend sollen von dieser Woche an Soldaten der europäischen Eingreiftruppe Eufor für mehr Sicherheit sorgen. Einen Monat nach dem gescheiterten Putschversuch gegen Déby hält Eufor-Sprecher Patrick Poulain die Lage für sicher genug, um die Militärjeeps, die gepanzerten Fahrzeuge und anderes schweres Gerät von der Hauptstadt N'Djamena im fernen Westen des Landes ins 600 Kilometer östlich gelegene Abeche zu bringen. Auf der Straße, die die Soldaten dafür benutzen müssen, waren die Rebellen binnen weniger Tage ohne Widerstand bis zur Hauptstadt marschiert. "Derzeit ist die Lage sehr ruhig, wir erwarten keine Probleme", versichert Poulain.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist auch gut so, denn Sicherheit für jeden kann und darf die Eufor gar nicht garantieren. Ihr Mandat sieht ausschließlich den Schutz von Flüchtlingen und Vertriebenen vor. Selbst dafür darf die Eufor nicht die Camps betreten, das ist der tschadischen Polizei vorbehalten. Für diese soll die Mission Einheiten ausbilden. In interne Konflikte darf sich die Eufor keinesfalls einmischen. "Gegen die Rebellen, die im Februar N'Djamena gestürmt haben, hätten wir nichts unternommen", bestätigt Poulain, "außer, sie hätten Flüchtlinge oder Vertriebene angegriffen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die Unparteilichkeit nehmen viele Tschader, voran die Rebellen, der Eufor nicht ab. Zwar beteuert Poulain immer wieder, die Europäer stünden auf keiner Seite, doch niemand hier glaubt, das gelte auch für die französischen Soldaten, die Déby seit seinem Putsch 1990 schon oft stützten. Mehr als die Hälfte des Eufor-Kontingents sind Franzosen, dazu kommen gut tausend Soldaten, die als Teil der französischen "Sperber"-Mission im Tschad stationiert sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Unparteilichkeit, das ist doch nur Gewäsch", ärgert sich Mohammed, ein Taxifahrer in der Hauptstadt N'Djamena. "Wären die Franzosen wirklich unparteiisch, hätten wir längst einen neuen Präsidenten." Dass Déby nach Tagen der Belagerung in seinem Palast es doch noch schaffte, die zerstrittenen Rebellen zu verjagen, verdankt er nach Mohammeds Ansicht tschadischen Kampfhubschraubern: "Und die waren nur einsatzfähig, weil die Franzosen den Flughafen verteidigt haben." Freilich glaubt Mohammed auch nicht, dass die Rebellen den nötigen Wandel in einem der ärmsten Länder der Welt herbeigeführt hätten: "Die wollen auch nur ran an die Öl-Milliarden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der zweiten misslungenen Revolte in zwei Jahren kennt Déby kein Pardon mehr. Oppositionelle oder auch nur Kritiker sind geflohen oder verhaftet worden. Unabhängige Zeitungen erscheinen nicht mehr, der private Radiosender Liberté ist geschlossen. Rund um N'Djamena wird ein Schützengraben ausgehoben, Bäume, hinter denen sich Rebellen verstecken könnten, werden abgeholzt. Landesweit gilt nächtliche Ausgangssperre, kaum jemand darf reisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Déby ist paranoid", bilanziert die Mitarbeiterin einer deutschen Hilfsorganisation. Zu der Gefahr durch die Rebellen komme die wachsende Wahrscheinlichkeit einer Palastrevolution. Déby selbst gab nach den Kämpfen mit offiziell 700 Toten zu, den Großteil des Rückhalts in seiner Armee verloren zu haben. Ihm bleibt die Hilfe aus Paris, wo ein Außenamtssprecher auf die Frage, warum man Déby unterstütze, antwortete: "Kennen Sie einen Besseren? Wir nicht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Eufor-Mission ist der Boden heiß. "Wir kennzeichnen alle unsere Fahrzeuge mit Flaggen der EU und Österreichs", erklärt der österreichische Major Manfred Prantl. Man will auf keinen Fall für Franzosen gehalten werden. Das Bundesheer ist mit gut 160 Soldaten an der Mission beteiligt. Oberst Heinz Assmann, der Kommandant des österreichischen Kontingents, spricht zwar von einer generell guten Zusammenarbeit, räumt aber auch Probleme ein. "Es ist ohne Frage schwierig für uns, wir müssen langsam die Kontakte aufbauen und für uns Aufgaben finden, die wir auch erledigen können." Andere werden in aller Vertraulichkeit deutlicher: Frankreich, so heißt es, behalte sicherheitsrelevante Informationen für sich, von einem gemeinsamen Einsatz könne noch keine Rede sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass es dank der Eufor bald sicherer sein könnte im Osten Tschads, glauben auch humanitäre Helfer nicht. Und an das erklärte Ziel, Vertriebenen in den vergleichsweise sicheren und gut versorgten Camps die Rückkehr in ihre Heimatdörfer schmackhaft zu machen, glaubt Maurizio Giuliano von der UN-Koordination für humanitäre Hilfe im Tschad schon gar nicht. "Die zunehmende Gewalt in der Region macht es eher fraglich, ob die Menschen jemals zurückkehren werden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 13.3.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-5095779269971129783?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5095779269971129783'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/5095779269971129783'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/gendarmen-der-wste.html' title='Gendarmen der Wüste'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yh0Ksfv4I/AAAAAAAAAOc/EUdOP3cMhAc/s72-c/tschad.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-3188167007126629276</id><published>2008-03-12T15:49:00.010+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:00.934+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tansania'/><title type='text'>MERIAN live! Kenia, Tansania, Sansibar</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yeJKsfv2I/AAAAAAAAAOM/FqCfmG3CLmo/s1600-h/merian.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yeJKsfv2I/AAAAAAAAAOM/FqCfmG3CLmo/s320/merian.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5178187551896223586" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Aktuell erschienen ist der von mir geschriebene Reiseführer Kenia, Tansania, Sansibar in der Reihe MERIAN live!, der auf fast 130 Seiten kompakte Informationen zu einer der schönsten Regionen Afrikas bietet:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiße Traumstrände, weite Savannen, hohe Berge und vor allem gastfreundliche Menschen machen Kenia, Tansania und Sansibar zu einem abwechslungsreichen Traumziel. Hier versammeln sich auf engem Raum so viele Möglichkeiten, den Urlaub zu gestalten, dass es schwer ist, sich für etwas zu entscheiden. Wer den Großteil seines Urlaubs am Strand verbringt, sollte zumindest einen Abstecher auf Safari machen, um die sagenhafte Wildnis Ostafrikas kennenzulernen. Deren Ausmaß ist nach europäischen Maßstäben kaum zu fassen: In Kenia stehen nahezu zehn Prozent der Landesfläche unter Schutz, in Tansania sind es sogar 20 Prozent. Zu den Schutzgebieten zählt auch der höchste Berg Afrikas, der 5.895 Meter hohe, schneebedeckte Kilimanjaro, und der fast 5.000 Meter hohe Mount Kenya, die beide ohne Steigeisen erklommen werden können. Auch die großen Städte Nairobi und Mombasa sind eine Erkundung wert: Hier spielt sich das »echte Leben« ab. An der Küste, vor allem auf den Inseln Sansibar und Lamu, kann man weitgehend unverfälschte Suahelikultur kennen lernen, die Jahrhunderte zurückreicht - Ruinenstädte an der Küste zeugen davon. An den Traumstränden mit Kokospalmen, blendend weißem Sand und türkisenem Wasser kann man zudem nicht nur sonnenbaden. An den meist gut erhaltenen Riffen sollte man unbedingt einen Tauchgang wagen. (Aus dem Einführungskapitel)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Buch ist ab sofort im Handel erhältlich oder kann mit einem Klick auf die Überschrift direkt bei amazon.de bestellt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marc Engelhardt: MERIAN live! Kenia, Tansania, Sansibar; München 2008 (Travel House Media)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-3188167007126629276?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='related' href='http://www.amazon.de/Kenia-Tansania-Sansibar-Marc-Engelhardt/dp/3834203203/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1205325390&amp;sr=1-1' title='MERIAN live! Kenia, Tansania, Sansibar'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3188167007126629276'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3188167007126629276'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/merian-live-kenia-tansania-sansibar.html' title='MERIAN live! Kenia, Tansania, Sansibar'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9yeJKsfv2I/AAAAAAAAAOM/FqCfmG3CLmo/s72-c/merian.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-6221329824095018488</id><published>2008-03-05T17:07:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:01.108+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Zweckoptimismus in Kenia</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9aS66sfvvI/AAAAAAAAANU/JTVx3lYDHXQ/s1600-h/head_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9aS66sfvvI/AAAAAAAAANU/JTVx3lYDHXQ/s320/head_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5176486362594918130" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Erleichterung über das gefühlte Ende von mehr als zwei Monaten Dauerkrise in Kenia ist auch mehrere Tage nach der kaum noch erhofften Einigung von Regierung und Opposition im ganzen Land spürbar. Die einen feierten am Wochenende in der Kneipe, die anderen in der Kirche. "Das Abkommen hat Angst und Unsicherheit sofort beendet", freut sich etwa Washington Ogonyo Ngede, Bischof  der evangelikalen "Jesus around the World"-Kirche in Kisumu. "Jeder hier war traumatisiert, auch wenn die wenigsten es zugeben wollten." Durch die in den Unruhen weitgehend zerstörte Stadt fuhren immer wieder Autokonvois mit jubelnden Menschen. "Unsere größte Herausforderung ist es, Investoren hierher zu kriegen, die Kisumu wieder aufbauen", erklärt der neugewählte Bürgermeister Sam Okello. "Die Unterzeichnung des Machtteilungs-Abkommens ist dafür die halbe Miete." Auch Wirtschaftsvertreter wie der Chef des lokalen Unternehmerverbandes, Fidel Muasya, gaben sich am Wochenende zuversichtlich. "Kisumu hat eine lange Unternehmertradition, bald werden die Straßen wieder voll wirtschaftlicher Aktivität sein."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit "Frohes neues Jahr" grüßten sich viele Kenianer am Freitag, nachdem der umstrittene Präsident Mwai Kibaki und sein Widersacher Raila Odinga vor laufenden Kameras eine Einigung in der Machtfrage unterzeichnet hatten: Der Beginn einer neuen Ära nach zwei Monaten Düsternis. Der von Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan ausgehandelte Kompromiss sieht vor, dass Präsident Mwai Kibaki, der die Wahl auch nach Ansicht internationaler Wahlbeobachter nur durch Fälschung gewonnen hat, im Amt bleibt. Odinga, der Kibaki erstmals seit der Wahl am 27. Dezember mit "Herr Präsident" ansprach, soll den neugeschaffenen Posten des Premierministers übernehmen. Dazu kommen zwei stellvertretende Premiers, je einer aus dem Kibaki- und Odinga-Lager. Das Kabinett soll zudem nach Parteienproporz im Parlament gebildet werden - dort hat Odinga die Mehrheit. Dass eine solche Lösung zustande kommen würde, hatte zuletzt kaum noch jemand für möglich gehalten. Doch 38 Tage nach seiner Ankunft in Kenia verblüffte Annan alle Zweifler, indem er Tansanias Präsident Jakaya Kikwete, derzeit auch Chef der Afrikanischen Union, nach Nairobi holte. Dem Vernehmen nach war es Kikwete persönlich, der Kibaki die Angst vor dem Premier nahm - in Tansania wird ähnlich regiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die überraschende Einigung Bestand haben wird, ist freilich ungewiss. Annan, der am Sonntag Kenia verließ, hat Nigerias ehemaligen Außenminister Oluyemi Adeniji damit beauftragt, gemeinsam mit Unterhändlern beider Seiten die nötigen Verfassungsänderungen auf den Weg zu bringen. Ab Donnerstag soll das Parlament über sie beraten. Im Abkommen ist nicht geregelt, welche Kompetenzen der Premierminister wirklich haben soll - einige müssten dem bereits heftig protestierenden Vize-Präsidenten entrissen werden. Auch die Frage, was im Falle eines vorzeitigen Scheiterns der großen Koalition geschieht, ist offen. Auch die Tatsache, dass Kibakis Justizministerin die Gespräche fast scheitern ließ, weil sie Annan in der Debatte um einen starken Premier angeblich Unfähigkeit vorwarf, lässt bei der juristischen Feinarbeit neue Fallstricke befürchten. Doch den Zweckoptimismus fast aller Kenianer ficht das nicht an. Seit Beginn der Krise sind mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 350.000 Kenianer wurden vertrieben. Dass das jetzt ein Ende hat, feiern seit Tagen Kenianer aller Ethnien und Einkommensgruppen. Selbst wenn die Politik sich nicht an das Abkommen halten sollte, könnte die Eigendynamik des kollektiven Glücksgefühls Kenia zu einer neuen Zukunft verhelfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright epd, 5.3.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-6221329824095018488?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6221329824095018488'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/6221329824095018488'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/03/zweckoptimismus-in-kenia.html' title='Zweckoptimismus in Kenia'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R9aS66sfvvI/AAAAAAAAANU/JTVx3lYDHXQ/s72-c/head_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2309376596713986043</id><published>2008-02-06T14:57:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:01.388+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Menschenjagd im Westen Kenias</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6miBNHI_1I/AAAAAAAAAL0/I4yj3J6Jqi8/s1600-h/eldoret-2008.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6miBNHI_1I/AAAAAAAAAL0/I4yj3J6Jqi8/s320/eldoret-2008.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5163836589340163922" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Margaret Njeri sitzt auf einem zusammengerollten Teppich, den sie zusammen mit ein paar Möbelstücken in einem zerbeulten Matatu-Bus untergebracht hat. Ihr Blick irrt ziellos durchs Leere, die notdürftig zusammen gezimmerten Unterkünfte aus Holz und Plane nimmt sie kaum noch wahr. Seit sechs Tagen hat die mehrfache Großmutter im Schatten der St. John’s Cathedral im Zentrum von Eldoret, der größten Stadt im nördlichen Rift Valley, unter freiem Himmel kampiert. Jetzt will sie ihre restlichen Besitztümer irgendwo vor Plünderern und dem drohenden Regen in Schutz bringen. Doch wo das sein kann, weiß sie noch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich habe auf einem kleinen Hof, etwa dreißig Kilometer von Eldoret entfernt, gelebt", erzählt sie. "Vor einer Woche zog plötzlich eine aufgebrachte Menge durch unseren Ort. 'Kikuyus, verschwindet!', haben sie gerufen." Sie hatte noch Glück im Unglück. Freunde warnten sie per Handy vor dem Mob, so konnte sie noch ein paar Sachen in Sicherheit bringen. Alles andere, so vermutet sie, ist zusammen mit ihrem Haus und den Feldern in Flammen aufgegangen. Ihre Hand streicht über einen Sack Mais. "Das ist der letzte, den ich noch für meine Kinder habe. Ich kann ihn doch nicht draußen im Regen stehen lassen, dann hätten wir nicht mal mehr zu essen." Ihr ältester Sohn ist unterwegs, er sucht in einem Vorort von Eldoret nach einem Haus für die Familie. Ob es da sicher ist? "Das weiß ich nicht", sagt Margaret Njeri, "aber irgendwo müssen wir doch hin."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vertriebene wie sie gibt es dieser Tage Tausende in Eldoret. Und wie sie sind die meisten Kikuyu, die Volksgruppe, der auch der umstrittene neue Präsident Mwai Kibaki angehört. Während aufgebrachte Horden von Kalenjin, der Mehrheitsethnie in dieser Region Kenias, unaufhaltsam durch die Felder und Gehöfte der ländlichen Region marodierten und regelrechte Jagd auf Kikuyu machten, suchten ihre Opfer Schutz in Polizeistationen, Schulen und Kirchen. Doch vor den Massenprotesten, zu denen die Opposition ab diesem Mittwoch aufgerufen hat, scheinen auch diese Orte nicht mehr sicher genug. Wer irgend kann, flüchtet in die Zentralprovinz, dort sind die Kikuyu in der Mehrheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Busbahnhof von Eldoret herrscht Chaos. Reifen quietschen, Matatus schieben sich durch die Menge, die Menschen versuchen sich zu den Türen der großen Busse durchzukämpfen, dort werden die Tickets verkauft. Von hinten hupen schon neue Busse. Männer mit nacktem Oberkörper binden auf den Dächern der Fahrzeuge jede Menge Säcke und Koffer fest. "Wir wollen es vor den Demonstrationen nach Nairobi schaffen, wer weiß, was passiert", keucht James, gemeinsam mit seiner Schwester hat er zwei Plätze im "Eldoret Express" in die Hauptstadt ergattert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In seinen Armen hält er eine Tasche mit dem Aufdruck der kenianischen Wahlkommission, jener Behörde, die viele hier für die explosive Lage im Land verantwortlich machen. Deren Vorsitzender, Samuel Kivuitu, war es, der Kibaki zum Präsidenten gekürt hat - trotz unzähliger Anhaltspunkte dafür, dass die Wahl gefälscht wurde. Die Tasche weist James als Wahlbeobachter aus - für welche Partei? Er grinst, zuckt mit den Schultern. Wie die meisten Kikuyu hat auch er zu Präsident Kibaki gehalten. Und jetzt muss er fliehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Kikuyu verlassen Eldoret in Massen", bestätigt Thomas Ngoy. Eigentlich ist er für die Ordnung hier am Busbahnhof verantwortlich, doch dieses Vorhaben musste er wohl oder übel aufgeben. Wie viele Busse derzeit Richtung Nakuru oder Nairobi fahren? "Ich habe den Überblick verloren, vielleicht dreißig, vielleicht auch fünfzig", sagt er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Luo, Angehörige der Volksgruppe von Raila Odinga, dem Oppositionsführer, der den Wahlsieg für sich in Anspruch nimmt, fliehen. Sie wollen nicht zwischen die Fronten geraten. Seit dem Morgen sind 2.500 Soldaten und Polizisten einer kenianischen Spezialeinheit in Eldoret. Jeder fürchtet, dass an diesem Mittwoch nach ein paar Tagen gespannter Ruhe die Gewalt erneut ausbrechen wird. Bis dahin sollen die Busse wieder sicher im Depot stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch sind die Straßen frei, doch viele befürchten, dass militante Oppositionsanhänger erneut Straßensperren errichten könnten. Busfahrer erzählen sich die Geschichte von Paul Karuri, einem Kikuyu, der am Samstag einen Bus mit 49 Flüchtlingen an Bord durch 15 solcher Straßensperren manövriert hat. Für die anderen Fahrer, deren Job derzeit lebensgefährlich ist, ist Karuri ein Held: An der ersten Straßensperre, wo mit Macheten bewaffnete Milizen verlangten, er solle die Tür öffnen und alle Kikuyu ausliefern, legte er den ersten Gang ein und fuhr den Verfolgern mit Karacho davon. Das Gleiche brachte er an 13 weiteren Sperren fertig. An der letzten, wo Milizen Strommasten über die Straße geworfen hatten, blieb er stehen - und wie ein Wunder tauchten Polizisten auf, die die Passagiere des Busses retteten. Ohne eine einzige Scheibe, die Karosserie von Steinen komplett zerbeult, kam der Bus schließlich in Nairobi an - niemand war verletzt. "Toll", lacht Henry, der Fahrer im "Eldoret Express". Doch selbst zum Helden werden möchte er lieber nicht, er macht, dass er loskommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sich die Bustickets nicht leisten kann oder wer nicht weiß, wohin er fliehen soll, verschanzt sich auf dem Messegelände der Stadt. Es gilt als relativ sicher. Wo sonst einmal im Jahr Landwirte stolz ihre Rinder und Kohlköpfe präsentieren, hat das kenianische Rote Kreuz eine Zeltstadt errichtet. "Wir sind fast 5.000 hier, und wir erwarten noch mehr, bevor es wieder losgeht", erklärt John Deretu. Die Lagerinsassen haben ihn zu ihrem Sprecher gewählt. Deretu ist selbst aus Burnt Forest geflohen, die Bewohner des Dorfs in den Teeplantagen hatten besonders unter den Gewaltexzessen zu leiden. "Es gibt Leute, die bei ihren Verwandten untergekommen sind", erklärt er, "aber jetzt, vor den Demonstrationen, kommen viele noch hierher, um sicher zu sein." Das Messegelände hat nur zwei Eingänge. Mehrere Hundertschaften stehen bereit, um die Vertriebenen zu schützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle hier erzählen ähnliche Geschichten: Die Angreifer kamen zu Hunderten, bewaffnet mit Schlagstöcken, mit Macheten oder Fackeln, sie suchten nach Kikuyu. "Ich bin gerannt, gerannt, gerannt, bis ich zur Polizeistation kam", sagt die zehnjährige Jen Njeri. Als sie Lastwagen vom Gelände fahren sah, sprang sie kurz entschlossen auf. "Ich wusste nicht, wohin sie fahren, aber ich bin auf die Ladefläche gesprungen, um bloß wegzukommen." Nun ist sie hier im Auffanglager von Eldoret. Wie es ihren Eltern und Geschwistern ergangen ist, weiß sie nicht, das Rote Kreuz sucht nach ihnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass es sich bei den Gewaltausbrüchen um spontane Handlungen handelt, glaubt keiner der Flüchtlinge. Die Spannungen im Rift Valley reichen weit zurück. Seit Kenias Gründungspräsident Jomo Kenyatta, selbst ein Kikuyu, in den 60er-Jahren Farmer aus dem Hochland hier ansiedelte, gab es immer wieder politisch aufgeheizte Verfolgungen. Doch so schlimm wie dieses Mal war es noch nie, sagt Sarah Wanjiru. Sie wurde vor mehr als 40 Jahren im Rift Valley geboren. "Das hat jemand geplant", ist sie überzeugt. "Überall sind die Ausschreitungen zur gleichen Zeit losgegangen, und alle erzählen die gleichen Geschichten - kein Zufall."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die vertriebenen Kikuyu sind sich einig darüber, wer hinter den Unruhen steckt: William Ruto, Spitzenpolitiker von Odingas Orange Democratic Movement, der im Rift Valley einen sensationellen Sieg für die Opposition geholt hat. "Ich erinnere mich, wie Ruto bei uns im Dorf war und gehetzt hat: Ihr müsst putzen bei euch im Dorf, schmeißt die gewissen Leute raus", erzählt einer, "und nach der Wahl ist genau das passiert." Dass die Kalenjin die Kikuyu, von denen viele Geschäfte besitzen und große Farmen bewirtschaften, stets als Bürger zweiter Klasse behandelt hätten, erzählen andere. Doch die Opposition weist alle Vorwürfe von Kibakis Anhängern zurück, sie habe einen Genozid oder "ethnische Säuberungen" organisiert. Belege für einen organisierten Völkermord gibt es tatsächlich nicht. Doch dass in diesem Wahlkampf gehetzt und gezündelt wurde wie nie zuvor in der Geschichte Kenias, weiß jeder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Eldorets Vorstädten, wo viele arbeitslose Kalenjin-Jugendliche leben, ist der aus Neid und Frust gespeiste Hass auf die Kikuyu so groß, dass es wohl keiner Hetze bedarf. Wer einen Bewohner anspricht, wird sofort von zehn, zwanzig anderen umringt, alle wollen Dampf ablassen. "Kibaki muss verstehen, dass wir die Kikuyu nicht aus Spaß verfolgen, sondern weil er die Wahl gestohlen hat", sagt Amos, der mit seinen kurz geschorenen Haaren und dem Muscle Shirt wie eine Kampfmaschine aussieht. "Wir bestrafen die Kikuyu, damit Kibaki aufwacht", tönt er. "Und wenn er das nicht tut, dann sollte ihm klar sein: Das, was bisher passiert ist, ist nur der Anfang."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Samuel, ein anderer Wortführer, zieht einen Vergleich: "Das ist wie in Ostdeutschland, wo damals die Russen einmarschiert sind - hier sind die Kikuyu einmarschiert. Die sollen nach Hause ins Hochland zurück, das hier ist unser Land." Für den Mittwoch haben sich die Kalenjin einiges vorgenommen. "Wenn die Polizei auf uns schießt, setzen wir das ganze Land in Brand", ruft Amos. Die Menge auf der staubigen Hauptstraße jubelt ihm zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 16.1.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2309376596713986043?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2309376596713986043'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2309376596713986043'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/01/menschenjagd-im-westen-kenias.html' title='Menschenjagd im Westen Kenias'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6miBNHI_1I/AAAAAAAAAL0/I4yj3J6Jqi8/s72-c/eldoret-2008.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-8490816651227110895</id><published>2008-02-06T14:15:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:01.543+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tschad'/><title type='text'>Rebellion wird zum Regionalkonflikt</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6mlC9HI_3I/AAAAAAAAAME/u4fLpxrBXB0/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6mlC9HI_3I/AAAAAAAAAME/u4fLpxrBXB0/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5163839917939818354" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Was vergangene Woche als Putschversuch tschadischer Rebellen gegen den autoritären Präsidenten Idriss Déby begonnen hat, weitet sich immer mehr zu einer regionalen Krise aus. Die Rebellenorganisation JEM aus dem sudanesischen Darfur erklärte gestern, ihre Truppen seien in den Osten Tschads eingerückt. "Dort haben wir sudanesische Truppen zurückgeschlagen, die die Grenzstadt Adré angegriffen hatten", sagte ihr Kommandeur Abdelaziz el Nur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tschadische Rebellen warfen der von Débys Regierung unterstützten JEM vor, dem Präsidenten im Kampf gegen die Aufständischen beistehen zu wollen. Die Zahl der loyalen Soldaten, die Déby unterstützen, wird auf wenige tausend geschätzt. Tschads Außenminister hatte schon am Montag den Sudan für die Rebellion im Tschad verantwortlich gemacht und mit einer Invasion im Nachbarland gedroht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aussichten waren jedoch unklar. Die Armee hat die Hauptstadt N'Djamena unter Kontrolle, dennoch ist die Lage nach den Kämpfen der vergangenen Tage angespannt. Eine Sprecherin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sagte, die Straßen seien voller fliehender Bewohner. Nach Angaben des Roten Kreuzes sind bei den jüngsten Kämpfen mehrere hundert Zivilisten getötet worden. Die Zahl der Verletzten wurde auf 1 000 geschätzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Débys Präsidialgarde macht unterdessen Jagd auf Regimekritiker. Journalisten im Tschad berichteten von mindestens drei Bürgerrechtlern, die aus ihren Häusern an unbekannte Orte verschleppt worden seien. Eine Menschenrechtsanwältin sei knapp entkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der kamerunischen Grenzstadt Kousseri harren 20 000 Flüchtlinge aus, viele von ihnen unter freien Himmel. Insgesamt sollen 30 000 Menschen auf der Flucht sein. Das UN-Flüchtlingshilfswerk vor der Stadt ein Auffanglager vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 6.2.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-8490816651227110895?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8490816651227110895'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/8490816651227110895'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/02/rebellion-wird-zum-regionalkonflikt.html' title='Rebellion wird zum Regionalkonflikt'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6mlC9HI_3I/AAAAAAAAAME/u4fLpxrBXB0/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-4909651622892313030</id><published>2008-02-05T18:06:00.001+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:01.773+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Uganda'/><title type='text'>Hilfe für die Hoffnungslosen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6h7xdHI_0I/AAAAAAAAALs/DmhoWrmn5kc/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6h7xdHI_0I/AAAAAAAAALs/DmhoWrmn5kc/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5163513062338658114" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die 20 Jugendlichen sitzen im Kreis unter einem großen Baum, der mitten in Onyama steht, einem der vielen Lager am Stadtrand von Gulu im Norden Ugandas. Sie reden, manchmal lachen alle gemeinsam, doch meistens herrscht aufmerksame Stille.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mädchen und Jungen erzählen von der Vergangenheit, die sie alle so gezeichnet hat. Die einen leben seit ihrer Geburt in Lagern wie Onyama, auf der Flucht vor den Kinderräubern der "Widerstandsarmee des Herrn" (LRA), die mehr als 20 Jahre lang geschätzte 40 000 Mädchen und Jungen meist im Schutz der Nacht entführte. Achtjährige Jungen wurden als Soldaten, Mädchen als Sexsklavinnen und Küchenhilfen missbraucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die anderen sind seit Anfang vergangenen Jahres, als der LRA-Anführer und selbsternannte Prophet Joseph Kony Friedensgespräche mit Ugandas Regierung aufnahm, nach und nach aus dem Busch zurückgekehrt. Sie sind ehemalige Kindersoldaten, diejenigen, vor denen die neuen Nachbarn in Onyama einst geflohen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn Kony nachts beten ging, habe ich ihm seinen Betstuhl hinterhergetragen", berichtet der heute 21-jährige Deogratius Okema. Er ist nach acht Jahren an der Seite Konys der Albtraumwelt entkommen, in der alle einer rigorosen Gehirnwäsche unterzogen wurden. Viele Kinder mussten nahe Verwandte umbringen, um sich selbst den Rückweg in die Gesellschaft abzuschneiden. Bei Deogratius war das nicht anders: Ein Kommando der Kinderarmee nahm damals ihn und zwölf andere Kinder mit, die sich hinter einem Militärlager versteckt hielten. Von den Soldaten der Regierungsarmee war nichts zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir sind sieben Tage zu Fuß bei praller Sonne in die LRA-Lager im Südsudan marschiert", erinnert er sich. "Es gab kein Wasser und nichts zu essen - zwei machten schlapp, die wurden erschlagen und mit der Machete in Stücke gehauen." Nur wenn er über Kony spricht, wird die Stimme des starr geradeaus blickenden Jungen etwas weicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Kony will die Armut in Norduganda beenden, er betet Tag und Nacht für die Menschen hier und will niemandem etwas Böses." Für die Gewalt, die Überfälle und all das Schlimme, das er selbst erlebt hat, macht Deogratius "die anderen" verantwortlich, die Konys Befehle missachteten. "Kony kann nichts dafür, er weint oft, weil seine Männer so ungehorsam sind." Der Führer selbst, so behauptet Deogratius, hat ihn vor anderthalb Jahren nach Hause geschickt. Da sei er gegangen, wieder zu Fuß, von den Lagern im Südsudan bis nach Onyama. Deogratius schweigt. Die anderen Jugendlichen schweigen mit ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit Anfang 2007 herrscht eine Ruhe in Nord-Uganda, die viele der Jugendlichen noch nie erlebt haben. Konys Rebellenarmee hat sich irgendwo im Osten Kongos verschanzt - wie viele Jugendliche dort noch unter Waffen stehen, ist ungewiss. Die Verhandlungen mit der Regierung laufen schleppend, aber die Überfälle in Nord-Uganda haben aufgehört. Doch bewältigt ist die Vergangenheit noch lange nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Man sollte erwarten, dass die Rückkehrer Kony hassen", sagt Lucy Apiyo, die für das Hilfswerk "World Vision" Therapiesitzungen wie die unter dem Baum leitet. Apiyo kennt die Täter, die sich nach den traumatischen Erlebnissen an irgend etwas festhalten müssen - und sei es wie bei Deogratius am ehemaligen Peiniger. "Die Ex-Kindersoldaten halten mühsam ein Bild des strahlenden Führers aufrecht, damit ihnen ihr Leben nicht sinnlos erscheint."&lt;br /&gt;Bei manchen reißt diese selbstgebaute Fassade irgendwann ein, und das kann tödlich enden. Die Selbstmordrate in den Flüchtlingscamps, in denen über Norduganda verstreut mehr als eine Million Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht sind, steigt seit Jahren. Alle paar Wochen erhängt, erschießt oder ersticht sich jemand in Onyama. Meistens sind es Kinder oder Jugendliche. Depressionen, sagt Apiyo, sind ein riesiges Problem in all den Flüchtlingslagern. Bisher hätten Hilfsorganisationen dies als Luxusproblem empfunden.&lt;br /&gt;Erst jetzt ändert sich das langsam. Die Mädchen und Jungen sprechen, malen, spielen und weinen zusammen, immer wieder. "Wir waren sehr skeptisch, ob das klappt", sagt Lucy Apiyo, "schließlich bieten wir nur die Therapie an, kein Geld, kein Essen, nichts sonst." Doch der große Andrang gibt ihr Recht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch mehr als die Täter brauchen die Opfer Apiyos Hilfe. Nordugandas Lagergeneration kennt keine Perspektiven. James Opio, der in Onyama lebt, solange er denken kann, ist gerade einmal 16. "Als ich acht war, ist mein Vater gestorben, ein paar Jahre später meine Mutter - auf einmal war ich allein mit meinen fünf jüngeren Geschwistern." Im Dorf hätte sich wohl die Großfamilie um ihn gekümmert - im Lager war Opio auf sich allein gestellt. "Ich habe versucht, Geld zu verdienen, aber es gab keine Jobs. Ich habe versucht, Lebensmittel oder andere Hilfe von den Organisationen zu bekommen, aber da waren so viele andere, dass ich kaum was abbekommen habe." Irgendwann wusste er nicht mehr weiter. "Ich habe mich nutzlos und wertlos gefühlt und gedacht: Da kann ich mich auch gleich umbringen, dann ist der Druck weg."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass er noch lebt, glaubt James, hat er einzig der Hilfe von Lucy Apiyo zu verdanken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 5.2.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-4909651622892313030?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4909651622892313030'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/4909651622892313030'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/02/hilfe-fr-die-hoffnungslosen.html' title='Hilfe für die Hoffnungslosen'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6h7xdHI_0I/AAAAAAAAALs/DmhoWrmn5kc/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-7121115590609364377</id><published>2008-02-05T15:20:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:01.866+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tschad'/><title type='text'>Der Unverwüstliche</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6mmWtHI_4I/AAAAAAAAAMM/rjIbxJkCZUY/s1600-h/blz_logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6mmWtHI_4I/AAAAAAAAAMM/rjIbxJkCZUY/s320/blz_logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5163841356753862530" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Knapp mit der Macht und dem Leben davonzukommen, das ist für Tschads Präsident Idriss Déby längst etwas Selbstverständliches. Tausende Rebellen aus dem Osten des Landes standen am Sonntag wenige hundert Meter von seinem Büro entfernt in der Hauptstadt N'Djamena, der Westen hatte ihn schon abgeschrieben. Doch dann vertrieb Débys treu ergebene Restarmee die Rebellen wieder, so wie zwei Jahre zuvor, als die Rebellen noch Mühe gehabt hatten, nach ihrem Einmarsch in N'Djamena den Präsidentenpalast zu finden. Auch einen Anschlag auf die Präsidentenmaschine, in der er saß, überstand Déby. Es scheint, als sei der Mann, den seine Studienkollegen an der renommierten Pariser "École de guerre" - der Kriegsschule - "Wüstencowboy" nannten, unverwüstlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Déby, Sohn eines Hirten, 1952 in Fada nahe der sudanesischen Grenze geboren, hat den afrikanischen Ölstaat seit 18 Jahren fest im Griff. Ohne das Militär wäre seine Karriere nie möglich gewesen: Sein Eintritt in die Armee ermöglichte Déby den Besuch der Militärschule in N'Djamena und die Ausbildung zum Kampfpiloten in Paris. Als er in den Tschad zurückkehrte, half Déby Rebellenführer Hissène Habré bei seinem Putsch - und führte für den Herrscher, der als Petrodollar-Pinochet berüchtigt wurde, sieben Jahre lang die Armee. Er schlug libysche Streitkräfte zurück und wurde so mächtig, dass Habré ihn verstieß. Vom Sudan aus organisierte Déby eine Rebellenarmee und marschierte am 2. Dezember 1990 unbehelligt in N'Djamena ein. Déby kennt also Aufstände - aus vielen Perspektiven.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die jetzigen Angreifer gehören nicht nur Débys Ethnie an, den Zaghawa, die gerade mal eineinhalb Prozent der zehn Millionen Bewohner des Tschad ausmachen. Selbst ein Neffe Débys ist unter den Rebellen, ebenso wie viele desertierte Offiziere und Soldaten. Viele halten Débys Bevorzugung des Zaghawa-Clans, dessen Mitglieder alle wichtigen Stellen in Politik und Verwaltung inne haben, für seinen größten politischen Fehler. Dennoch werfen viele Zaghawa ihm vor, nicht genug für sie und vor allem die Zaghawa-Rebellen im benachbarten Darfur zu tun, die dort gegen Sudans Regierung kämpfen. Auf den Unmut im Osten reagierte Déby wie gehabt: Mit einer Aufrüstung seiner Armee, für die er zuletzt auch Öl-Gelder verwendete, die nach einer Vereinbarung mit der Weltbank für humanitäre Hilfe im armen Land reserviert waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach solchen Wirrnissen scheint unklar, ob Déby, der 2003 die Verfassung änderte, um lebenslang an der Macht bleiben zu können, wie oft in der Vergangenheit mit französischer Militärhilfe rechnen kann. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte ihm im November erklärt, er könne stets auf seine Wertschätzung zählen. Da hatte Déby gerade sechs Mitarbeiter einer Hilfsorganisation nach Frankreich überstellt, die mehr als hundert Kinder außer Landes hatten bringen wollen. Jetzt bot Paris an, Déby auf Wunsch ins Exil auszufliegen. Für mehr reicht die französische Wertschätzung offenbar nicht mehr aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright Berliner Zeitung, 5.2.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-7121115590609364377?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7121115590609364377'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/7121115590609364377'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/02/der-unverwstliche.html' title='Der Unverwüstliche'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6mmWtHI_4I/AAAAAAAAAMM/rjIbxJkCZUY/s72-c/blz_logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-2137875738176582678</id><published>2008-02-04T18:05:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:02.230+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><title type='text'>Neue Morde in Kenia</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6h7atHI_zI/AAAAAAAAALk/lOwMU-kDljM/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6h7atHI_zI/AAAAAAAAALk/lOwMU-kDljM/s320/taz-logo.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5163512671496634162" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Alle Beteiligten strahlten, als sie am Freitagabend unerwartet vor die Kameras traten und einen "Vier-Punkte-Plan" für das krisengebeutelte Kenia verkündeten. Immerhin zehn Stunden hatten die Teams von Regierung und Opposition unter Vermittlung von Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan zusammengesessen, für kurze Zeit hatte auch Annans Nachfolger Ban Ki Moon vorbeigeschaut. "Die ersten drei Punkte sollen binnen 7 bis 14 Tagen gelöst sein", verkündete Annan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ersten drei Punkte, das sind: ein Ende der Gewalt, Maßnahmen zur humanitären Hilfe für die über 300.000 Vertriebenen und die Lösung der Führungsfrage nach der gefälschten Präsidentenwahl am 27. Dezember. Danach soll, innerhalb eines Jahres, die ungerechte Ressourcenverteilung in Kenia und die Landfrage geklärt werden. So weit der Plan. Wie er umgesetzt werden soll, war am Freitag genauso unklar wie zuvor. Diplomaten reagierten schulterzuckend auf den "Friedensplan", auch wenn niemand die Hoffnung ganz aufgeben wollte. Einen Erfolg machen sie vor allem davon abhängig, wie lange Kofi Annan bleibt. Von dem von Annan ins Spiel gebrachten Nachfolger als Verhandlungsführer, Cyril Ramaphosa aus Südafrika, war bislang in Nairobi nichts zu sehen. Kaum jemand glaubt, dass ein anderer als Annan die Verhandlungen zum unwahrscheinlichen Erfolg führen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immerhin riefen die Unterhändler der zerstrittenen Seiten ihre jeweiligen Führer auf, bei öffentlichen Kundgebungen für ein Ende der Gewalt zu werben. Geht es nach ihnen, sollen das Versammlungsverbot und die Nachrichtensperre im Land umgehend aufgehoben werden. Die Polizei wurde aufgerufen, nicht mehr scharf auf Zivilisten zu schießen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die erhoffte Entspannung fand nicht statt. Wenige Stunden nach der Verkündung des Plans brach im Westen Kenias neue Gewalt aus. In Kericho, Kenias Teehauptstadt, brannten die Häuser von Kikuyu, zu denen auch Kenias umstrittener Präsident Mwai Kibaki zählt. In Eldoret steckten Banden erneut eine Kirche in Brand und verfolgten Angehörige von Minderheitsethnien. Auf dem Land weiter westlich, im Distrikt von Borabu, wurde ebenfalls gekämpft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zahl der Toten seit Freitag wurde am Sonntag auf über 70 geschätzt. Insgesamt sind seit Ende Dezember wohl weit mehr als 1.000 Menschen in Kenias Unruhen ums Leben gekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden Männer, um die es geht, bleiben stur. Kibaki erklärte am Samstag beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union, er sei der rechtmäßig gewählte Präsident.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 4.2.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-2137875738176582678?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2137875738176582678'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/2137875738176582678'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/02/neue-morde-in-kenia.html' title='Neue Morde in Kenia'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6h7atHI_zI/AAAAAAAAALk/lOwMU-kDljM/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-3181675845399302391</id><published>2008-02-01T17:57:00.000+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:02.371+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kenia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Aethiopien'/><title type='text'>Auf der vergeblichen Suche nach Frieden</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6M0EdHI_wI/AAAAAAAAALM/6Hbv-J8ZvLo/s1600-h/taz-logo.gif"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6M0EdHI_wI/AAAAAAAAALM/6Hbv-J8ZvLo/s320/taz-logo.gif" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5162026849035419394" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kenias umstrittener Präsident Mwai Kibaki hatte gerade Platz genommen, da prasselte zum Auftakt des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) deutliche Kritik auf ihn nieder. "Hört auf, hört auf, hört auf", appellierte AU-Kommissionspräsident Alpha Oumar Konaré an die Konfliktparteien in Kenia. "Der Flächenbrand muss gelöscht werden, sonst bleibt nichts mehr übrig." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diplomatischer in der Wortwahl, aber ebenso deutlich gab sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon: "Die Gewalt droht das Ausmaß einer Katastrophe anzunehmen." Sowohl Kibaki als auch Kenias Oppositionsführer Raila Odinga, der den Sieg bei der Präsidentenwahl vom 27. Dezember für sich in Anspruch nimmt, hätten eine besondere Verantwortung, die Krise friedlich zu lösen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Angst vor wirklichen Konsequenzen muss Kibaki nicht haben. Das Thema Kenia soll bis zum AU-Gipfelschluss am Samstag nicht wieder auftauchen, versprach sein Außenminister Moses Wetangula vorsorglich vorab. Für Kibaki ist es Anerkennung genug, dass er in Addis Abeba als Ebenbürtiger empfangen wird. Seine Wahlfälschung wird vermutlich alleine deshalb kein Thema sein, weil viele der mehr als 40 angereisten Staatschefs mit fragwürdigen Mitteln an die Macht gelangt sind oder sich dort halten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kenia spitzte sich die Lage unterdessen weiter zu. Am Mittag wurde der Oppositionsabgeordnete David Kimutai Too in der Stadt Eldoret auf offener Straße erschossen. Ein Mann in der Uniform eines Verkehrspolizisten raste auf einem Motorrad an den Wagen heran und jagte Kimutai Too sieben Schüsse in Kopf und Genick. Eine Polizeibeamtin im Wagen starb später an ihren Verletzungen. Minuten später nahm die Polizei den Schützen fest - und tischte eine Geschichte auf, die Oppositionsanhänger umgehend als Lügenmärchen verdammten. Um ein Beziehungsdrama handele es sich, erklärte Polizeichef Hussein Ali. Der Schütze sei der Freund der toten Beamtin gewesen und habe ihr und dem Abgeordneten ein Verhältnis angelastet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch während in Eldoret, einer der am schlimmsten von den Unruhen erschütterten Städte, Jugendliche protestierend durch die Straßen marschierten und Händler aus Angst vor Plünderungen eilig ihre Geschäfte abschlossen, nahm Oppositionsführer Odinga kein Blatt vor den Mund. "Ich verurteile die Hinrichtung eines zweiten unserer Parlamentarier. Das Ziel dieses Mordes ist es, die Mehrheit der Opposition im Parlament zu verringern." Erst in der Nacht zum Dienstag war ein weiterer Oppositionsabgeordneter in der Hauptstadt Nairobi ermordet worden. Odingas Generalsekretär Anyang Nyongo sprach am Donnerstag offen von einem Auftragsmord der Kibaki-Regierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die für den Nachmittag geplanten Friedensgespräche unter Vermittlung von Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte die Opposition ab. Sie will am heutigen Freitag weiter verhandeln, wenn Annans Nachfolger Ban Ki Moon erwartet wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Copyright die tageszeitung, 1.2.08)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5509600256913767342-3181675845399302391?l=oneplanetmedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3181675845399302391'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5509600256913767342/posts/default/3181675845399302391'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oneplanetmedia.blogspot.com/2008/02/auf-der-vergeblichen-suche-nach-frieden.html' title='Auf der vergeblichen Suche nach Frieden'/><author><name>oneplanetmedia</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08987847607371836362</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_N_UNISKZ2FI/R6M0EdHI_wI/AAAAAAAAALM/6Hbv-J8ZvLo/s72-c/taz-logo.gif' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5509600256913767342.post-1469979805502709283</id><published>2008-02-01T15:50:00.001+03:00</published><updated>2008-12-12T03:47:02.622+03:00</updated
